Sebeș
| Sebeș Mühlbach Szászsebes |
||||
|
||||
| Basisdaten | ||||
|---|---|---|---|---|
| Staat: | Rumänien | |||
| Historische Region: | Siebenbürgen | |||
| Kreis: | Alba | |||
| Koordinaten: | 45° 57′ N, 23° 34′ O45.95472222222223.57248Koordinaten: 45° 57′ 17″ N, 23° 34′ 12″ O | |||
| Zeitzone: | OEZ (UTC+2) | |||
| Höhe: | 248 m | |||
| Fläche: | 115,54 km² | |||
| Einwohner: | 29.458 (01.01.2009) | |||
| Bevölkerungsdichte: | 255 Einwohner je km² | |||
| Postleitzahl: | 515800 | |||
| Telefonvorwahl: | (+40) 02 58 | |||
| Kfz-Kennzeichen: | AB | |||
| Struktur und Verwaltung (Stand: 2012) | ||||
| Gemeindeart: | Munizipium | |||
| Gliederung: | 3 Gemarkungen/Katastralgemeinden: Lancrăm, Petrești, Răhău | |||
| Bürgermeister: | Adrian Alexandru Dăncilă (USL) | |||
| Postanschrift: | str. Piața Primăriei nr.1 loc. Sebeș, jud. Alba, RO-515800 |
|||
| Webpräsenz: | ||||
Sebeș (deutsch Mühlbach, ung. Szászsebes) ist eine Stadt in Siebenbürgen/Rumänien am Fluss Sebeș im Kreis Alba.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Der Landstrich, in dem Mühlbach gegründet wurde, war bereits in vorchristlichen Jahrhunderten von den Dakern besiedelt worden. Kurzzeitig war er auch Teil des Römischen Reichs. Im 11. Jahrhundert gelangte das Gebiet unter ungarische Herrschaft. Die ungarischen Könige verbrachten zur Grenzsicherung das Hilfsvolk der Szekler dorthin, welches aber bereits Mitte des 12. Jahrhunderts zur neuen, sich weiter östlich befindlichen Reichsgrenze umgesiedelt wurde. Direkt danach wurden deutsche Siedler in der damals Terra Sebus genannten Gegend sesshaft gemacht (Siebenbürger Sachsen). Sie nannten ihre neue Ortschaft Mühlbach und bestimmten bis ins 20. Jahrhundert hinein die Geschicke der Stadt. Mühlbach lag auf dem Königsboden und war Vorort des Mühlbacher Stuhls. Bereits im 13. Jahrhundert erhielt der Ort das Stadtrecht.
Geografie [Bearbeiten]
Die Stadt Sebeș liegt im sogenannten Unterwald auf einer Ebene im südlichen Teil des Kreises Alba in der Nähe der Mündung des Flusses Sebeș (Mühlbach) in den Mureș (Mieresch). In Sebeș kreuzen sich die Nationalstraße DN1 Sibiu (Hermannstadt) - Cluj (Klausenburg) und Sibiu - Arad. Von Sebeș liegt in 15 km Entfernung Alba Iulia (Karlsburg), in 55 km Sibiu (Hermannstadt)und in 63 km Deva (Diemrich). Im Norden grenzt Sebeș an die Gemeinde Lancrăm (Langendorf), im Osten an die Gemeinden Daia Română, Cut (Kokt) und Câlnic (Kelling), im Süden an Petrești, im Westen an Vințu de Jos (Winz) und Pianu de Jos (Deutschpien) und im Norden an die Stadt Alba Iulia. Durch die Stadt verläuft die Bahnstrecke Sibiu–Vințu de Jos.
Stadtgliederung [Bearbeiten]
Lancrăm (Langendorf) liegt etwa 2 km entfernt nördlich der Stadt Sebeș, Petrești (Petersdorf) liegt südlich am Fluss Sebeș. Dort befindet sich ein Stausee, der für die Trinkwasser- und Stromversorgung genutzt wird. Răhău (Reichau) liegt östlich Sebeș an der Nationalstraße DN1.
Bevölkerung [Bearbeiten]
Bei der Volkszählung 2002 hatte Sebeș 27.698 Einwohner, davon 25.632 Rumänen, 411 Deutsche, 1.385 Roma, 212 Ungarn und 58 anderer Nationalität. Die Stadt hat 9.860 Haushalte, davon 6.874 in Sebeș, 411 in Lancrăm, 1.192 in Petrești und 340 in Răhău.
Wirtschaft [Bearbeiten]
Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind Industrie, Landwirtschaft, Handel und Dienstleistungen sowie Kommunikation. In Sebeș sind 1.484 Firmen ansässig. Zu nennen ist insbesondere die Holzverarbeitung durch SC Kronospan Sebes SA und SC Kronospan Sepal SA (Deutschland/Österreich - einer der größten Hersteller von Holzwerkstoffen - z.B. MDF-Platten, Spanplatten und Laminatfußböden - in Europa), direkt nebenan SC Holzindustrie Schweighofer SRL (Österreich), Savini Due SRL (Italien) und Ciatti SRL (Italien). Im Bereich der Textilwarenproduktion sind SC Ciserom SA sowie SC Anversa Est Textil SA (Italien) tätig. Für Lederwaren stehen SC Capris SA (Deutschland), SC Confexpeli SA und SC Rapel SA.
Landwirtschaft [Bearbeiten]
Die landwirtschaftlich genutzte Gesamtfläche beträgt 5.628 ha. Davon werden 4.695 ha durch Bauernvereine und der Rest von Einzelbauern bewirtschaftet.
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Johann Friedrich Geltch (1815–1851), Pfarrer und Schriftsteller
- Friedrich Krasser (1818–1893), Mediziner und Schriftsteller
- Georg Friedrich Marienburg (1820–1881), Pfarrer, Heimatkundler und Sprachforscher
- Franz Binder (1824–1875)[1], Afrika-Forscher
- Carl Filtsch, (1830–1845), Komponist und Pianist
- Theobald Streitfeld (1902–1985), Heimatforscher
- Harald Krasser (1905–1981), Schriftsteller und Übersetzer
- Gheorghe Rășinaru (1915–1994), Fußballspieler
- Radu Stanca (1920–1962), Schriftsteller
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
- Johann Zápolya (1487–1540), Fürst von Siebenbürgen, starb bei Mühlbach
- Michael Pancratius (1631/32–1690), evangelischer Bischof in Siebenbürgen von 1686 bis 1690
- Lucian Blaga (1895–1961), Lyriker, Philosoph, Dramatiker und Übersetzer, wohnte viele Jahre seines Lebens hier
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
- Komárno in der Slowakei
- Komárom in Ungarn; am rechten Ufer der Donau gegenüber von Komárno.
- Büdingen in Deutschland
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweis [Bearbeiten]
Abrud | Aiud | Alba Iulia | Baia de Arieș | Blaj | Câmpeni | Cugir | Ocna Mureș | Sebeș | Teiuș | Zlatna