Cadaqués

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Gemeinde Cadaqués
Cadaques 1.jpg
Wappen Karte von Spanien
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Cadaqués (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Katalonien
Provinz: Girona
Comarca: Alt Empordà
Koordinaten 42° 17′ N, 3° 17′ O42.2888888888893.277777777777823Koordinaten: 42° 17′ N, 3° 17′ O
Höhe: 23 msnm
Fläche: 26 km²
Einwohner: 2.938 (1. Jan. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 113 Einw./km²
Gemeindenummer (INE): 17032 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Amtssprache: Kastilisch, Katalanisch
Bürgermeister: Joan Borrell i Bassols
Daten der Generalitat: MuniCat
Sitze im Gemeinderat: Kommunalwahl 2011
Webpräsenz der Gemeinde

Cadaqués (kat. [kəðəˈkes]) ist ein ehemaliges Fischerdorf mit 2938 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) an der Costa Brava in Katalonien (Spanien). Es liegt zu einem großen Teil auf der Halbinsel Cap de Creus in einer zum Meer geöffneten Bucht. Durch die abseitige Lage in einem Gebirge am Rande des Alt Empordà war Cadaqués immer schon von der restlichen Empordà getrennt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der im 18. Jahrhundert florierende Weinanbau geriet zu Beginn des 19. Jahrhunderts durch das Aufkommen der Reblaus in eine Krise. Die abgelegene Lage des Dorfes führte zunächst zu einer weitgehenden Stagnation und Verarmung. Mit dem zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufkommenden Tourismus indes gewann Cadaqués durch die idyllische Lage an wirtschaftlicher Attraktivität.

Der alte Ortskern wird von der äußerlich schlichten gotischen Kirche Santa Maria oberhalb der Hauptstraße beherrscht, die einen der bedeutendsten barocken Altare Kataloniens aus dem 18. Jahrhundert besitzt.[2] Einige bekannte Künstler wie Federico García Lorca, Pablo Picasso und Joan Miró besuchten Cadaqués und trugen zur Bekanntheit des Ortes bei. Salvador Dalí verbrachte Teile seiner Kindheit in Cadaqués; die Familie seines Vaters besaß dort ein Haus. Dalí ließ sich nach seiner Rückkehr aus New York an der Bucht von Portlligat am Hafen nieder. Der Ort entwickelte sich daraufhin immer mehr zu einem Anziehungspunkt für Künstler: André Breton, Gabriel García Márquez, Luis Buñuel, Marcel Duchamp, Paul Éluard, Max Ernst, Jo Micovich, Maurice Boitel, Man Ray und andere wurden von der Ausstrahlung Cadaqués angezogen.

Das einstige Perrot-Moore-Museum ist mittlerweile geschlossen, wurde aber im Jahr 2005 von der Gemeinde aufgekauft und soll wieder einer öffentlichen Nutzung zugeführt werden. In Strandnähe liegt die blauweiße Casa Serinyena im modernistischen Stil. Im Sommer wird ein Freilichtkino organisiert. Regelmäßig im August findet ein klassisches Musikfestival unter Beteiligung namhafter Künstler statt. Nach Norden ließ Dalís britischer Agent John Peter Moore ein großes Gelände einzäunen, zu dem eine Straße zum Leuchtturm an der Spitze des Cap de Creus führt. Die Straße im Süden nach Roses durchquert die Berge und ermöglicht viele Blicke auf die Bucht von Roses. Der Ort ist heute ein beliebtes Touristenziel; in den Sommermonaten übersteigt die Zahl der Besucher zeitweilig die Einwohnerzahl um mehr als das Zehnfache.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche Santa Maria

Die folgenden Sehenswürdigkeiten in Cadaqués sind von kulturhistorischem und touristischen Interesse:[3]

  • Salvador Dalís Haus (mittlerweile zu einem Museum umgebaut; in Portlligat)
  • Gotische Kirche Santa Maria aus dem 16. bis 19. Jahrhundert
  • Barockaltar von Pau Costa und Joan Torras in der Kirche Santa Maria aus dem 18. Jahrhundert
  • Kirche Sant Sebastià aus dem 18. Jahrhundert
  • Einsiedelei Sant Baldiri aus dem 18. Jahrhundert

Sonstiges[Bearbeiten]

Der Name Cadaqués ist vermutlich auf den Wacholder (katalanisch cádecs) zurückzuführen, der am Cap de Creus wächst.[4]

Galerie[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero de 2013. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Vergl.www.festacatalunya.cat retaules barrocs de santa maria
  3. Cadaqués "Elements d'interès històrico-artístic"
  4. Cristina Masanes Casaponsa, Susanne Engler, Cadaqués, Triangle Postals, 2004, ISBN 84-8478-141-0, Seite 130

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cadaqués – Sammlung von Bildern