Charles Fremantle

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Sir Charles Howe Fremantle GCB (* 1. Juni 1800; † 25. Mai 1869 in London) war ein britischer Admiral der Royal Navy.

Nach ihm wurde die australische Stadt Fremantle in Western Australia benannt.

Frühes Leben[Bearbeiten]

Charles Fremantle war der Sohn von Vize-Admiral Thomas Fremantle[1] und seiner Frau Elizabeth. Charles Fremantle war ein enger Gefolgsmann von Lord Nelson und der Neffe von William Henry Fremantle; sein älterer Bruder war Thomas Fremantle, 1. Baron Cottesloe. Fremantle war ein Tagebuchschreiber. Seinen zweiten Vorname Howe erhielt er, weil er an einem Jahrestag des Sieges von Lord Howe über die Franzosen in der Seeschlacht am 13. Prairial in 1794 geboren wurde. Fremantle trat 1812 in die Royal Navy ein.[1]

Entsprechend der Angabe von Graeme Henderson, dem früheren Direktor des Western Australian Maritime Museum, vergewaltigte Fremantle ein 15 Jahre altes Mädchen im April 1826. Dies führte zu einem Skandal und seine Familie bestachen die Zeugen und lehnten die Justiz ab.[2] Im August 1826 wurde er zum Captain ernannt[1], 1828 erhielt er das Kommando über die mit 26 Kanonen bestückte Fregatte HMS Challenger[1] und wurde an die Westküste von Australien beordert.

Karriere[Bearbeiten]

Die HMS Challenger wurde von der britischen Admiralität vom Kap der Guten Hoffnung am 20. März 1829[3] an den Cockburn Sound befohlen, wo er am 2. Mai ankerte und auf Garden Island anlandete. Eine Woche später hisste er die Britische Flagge an der südlichen Mündung des Swan River und nahm im Namen ihrer Majestät von King George IV förmlich von allen Gebieten des damaligen Neuhollands Besitz, außer dem Gebiet der sich bereits in britischem Eigentum befindlichen Kolonie von New South Wales'.[3]

Der Vizegouverneur James Stirling erreichte am 2. Juni mit seiner Familie und weiteren 69 Siedlern den Cockburn Sound an Bord der angeheuerten Fracht-Barke Parmelia, um dort eine Kolonie am Swan River im heutigen Western Australia aufzubauen. Am 8. Juni trafen sie in der militärische Niederlassung 56 Offiziere und Männer, die mit der HMS Sulphur gelandet waren. Am 17. Juni verlas Stirling stellvertretend eine Proklamation, die in Übereinstimmung mit der Proklamation von Charles Fremantle stand. Die Landung der Einwanderer markierte den Beginn der Geschichte von Western Australia als britische Kolonie, dem späteren Bundesstaat von Australien.

Fremantle verließ die Swan River Colony am 25. August 1829 und begab sich zur britischen Armeebasis von Trincomalee in Ceylon (heute Sri Lanka), wo er weitere Jahre blieb.

Während seines Aufenthalts in Ceylon suchte er verschiedene Orte auf, einschließlich der Ortschaft, die damals Kowloon hieß, und die er als britisches Siedlungsgebiet empfahl. Die britische Regierung stimmte zu und infolge des ersten Opiumkriegs wurde Hongkong 1841 besetzt und ab 1843 Kronkolonie.

Fremantle blieb einige Jahre in Ceylon und auf seinem Weg zurück nach England im September 1832 besuchte er die Swan River Colony für die Dauer von einer Woche und kam danach nie mehr dorthin zurück.

In 1843 wurde ihm das Kommando der HMS Inconstant der britischen Mittelmeerflotte übertragen und 1847 übernahm er das Kommando der HMS Albion im Mittelmeer.[1] 1853 wurde er Captain der HMS Juno auf der Australia Squadron, einem Flottenverband der Royal Navy.[1]

1855 diente er als Rear-Admiral, ein Flaggoffizier, der die Seetransporte im Krimkrieg von Balaklava überwachte, einer Stadt, die heute in der Ukraine liegt.[1]

Im Juli 1858 wurde er zum Kommandanten der Channel Squadron, der Kanalflotte ernannt, und 1863 zum Commander-in-Chief, Plymouth der Royal Navy.[1]

Persönliches[Bearbeiten]

Fremantle heiratete Isabella Wedderburn am 8. Oktober 1836, mit der er drei Kinder hatte:

  • Emily Caroline Alexander (* 14. April 1838; † 10. Februar 1929), die den Reverend CL Alexander heiratete, den Rektor von Sturton-by-Bridge, Derbyshire.
  • Celia Elizabeth McNeil (* 8. Oktober 1840; † 15. Februar 1929), heiratete Canon EA McNeile, Vikar von St Pauls, Princes Park, Liverpool.
  • Louisa Frances Fremantle (* 23. Februar 1843; † 20. März 1909).

Spätes Leben[Bearbeiten]

Er starb 1869 und ist im Brompton Cemetery in London beerdigt.

Weblinks[Bearbeiten]

  • R. T. Appleyard, R. T., Toby Manford (1979): The Beginning: European Discovery and Early Settlement of Swan River Western Australia, University of Western Australia Press. ISBN 0-85564-146-0.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h William Loney RN
  2. Jenny d'Anger: Captain Cad: Fremantle a 'sadistic rapist'. In: Fremantle Herald, 25. August 2007, S. 1. 
  3. a b The Western Australian Year Book No. 17, 1979. Australian Bureau of Statistics, Western Australian Office, 1979, , ISSN 0083-8772.