Chris Kraus (Regisseur)

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Christopher „Chris“ Johannes Kraus (* 1963 in Göttingen) ist ein deutscher Autor und Filmregisseur.

Leben[Bearbeiten]

Chris Kraus war zunächst als Journalist und Illustrator tätig, bevor er 1991 bis 1998 an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin Regie studierte. Seit 1994 arbeitete er als dramaturgischer Berater und Buchautor für Volker Schlöndorff, Rosa von Praunheim, Detlev Buck und andere Regisseure. Für das Fernsehen übernahm er mehrere Auftragsarbeiten, so z.B. das Drehbuch für einzelne Episoden der Serie Motzki und für die Krimikomödie Marga Engel schlägt zurück.

Im Jahr 2002 erschien sein erster Roman unter dem Titel Scherbentanz, den er selbst, unter anderem mit Margit Carstensen und Jürgen Vogel, verfilmte. Buch und Film erzählen vom Verhältnis eines an Leukämie leidenden jungen Mannes zu seiner alkoholkranken Mutter. 2006 stellte Kraus seinen zweiten Spielfilm Vier Minuten (mit Monica Bleibtreu, Hannah Herzsprung und Nadja Uhl) fertig, der noch vor dem offiziellen Kinostart im Februar 2007 Aufmerksamkeit auf einigen internationalen Filmfestivals erregte. Im Zentrum der Handlung steht eine musikalisch hochbegabte junge Frau, die als autoaggressive Mörderin im Gefängnis sitzt.

Der Film Scherbentanz wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, so mit dem Bayerischen Filmpreis 2002 in der Kategorie Nachwuchsregie, dem Europafilm-Award 2003 beim 6. Internationalen Filmfest Mallorca und dem Deutschen Drehbuchpreis. Vier Minuten gewann den Bayerischen Filmpreis 2007 in vier Kategorien, unter anderem für das beste Drehbuch. Für seinen zweiten Spielfilm nahm Kraus außerdem den Deutschen Filmpreis 2007 entgegen. 2010 erschien sein Spielfilm Poll (mit Paula Beer, Edgar Selge und Jeanette Hain), zu dessen Handlung ihn die Biographie seiner Großtante Oda Schaefer inspiriert hatte. Kinostart in Deutschland war am 3. Februar 2011. Poll gewann unter anderem den Spezialpreis der Jury beim Festival Internazionale del Film di Roma sowie den Hauptpreis Goldener Biber beim Filmfest Biberach und wurde beim Bayerischen Filmpreis 2010 in drei Kategorien und beim Deutschen Filmpreis in vier Kategorien ausgezeichnet.[1]

Sein Debüt als Opernregisseur gab Chris Kraus mit Ludwig v. Beethovens Fidelio 2008 am Teatro Valli di Reggio nell’Emilia zusammen mit dem Dirigenten Claudio Abbado. Zu sehen war diese Produktion, bei der auch der Wiener Arnold Schoenberg Chor und der Coro di Communidad di Madrid mitwirkten, auch am Teatro Real (Madrid), dem Festspielhaus Baden-Baden, dem Teatro Comunale in Ferrara sowie dem Teatro Comunale „Pavarotti“ in Modena.

Zusammen mit den Regisseuren Tom Tykwer, Robert Thalheim, Axel Ranisch und der Regisseurin Julia von Heinz drehte Chris Kraus den Dokumentarfilm "Rosakinder" (2012) über die Beziehung zu ihrem gemeinsamen "Filmvater" und Mentor Rosa von Praunheim.

Filmografie[Bearbeiten]

Regiearbeiten[Bearbeiten]

Weitere Drehbücher (auch Mitarbeit)[Bearbeiten]

Bibliographie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jochen Brunow: Vom Salz des Lebens und vom Gefäß des Bösen. Ein Werkstattgespräch mit Chris Kraus. Jochen Brunow (Hrsg.): Scenario 3. Film- und Drehbuch-Almanach, Berlin 2009, ISBN 978-3-86505-188-2

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. Deutscher Filmpreis für «Vincent will Meer» bei sueddeutsche.de, 8. April 2011 (aufgerufen am 8. April 2011).