Kabinett Merkel II

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Mit dem Begriff Kabinett Merkel II wird die seit dem 28. Oktober 2009, dem Tag ihrer Vereidigung, amtierende deutsche Bundesregierung in der 17. Legislaturperiode bezeichnet. Das gebildete Kabinett der schwarz-gelben Koalition aus CDU, CSU und FDP wurde am 23. beziehungsweise 24. Oktober 2009 öffentlich bekannt und stellt das 22. Kabinett der Bundesrepublik Deutschland dar.[1][2] Der Koalitionsvertrag trägt den Titel Wachstum. Bildung. Zusammenhalt.[3]

Inhaltsverzeichnis

Minister [Bearbeiten]

Kabinett Merkel II – seit dem 28. Oktober 2009
Amt Foto Name Partei Parlamentarischer Staatssekretär
bzw. Staatsminister
Partei
Bundeskanzlerin
AM Juli 2010 - 3zu4.jpg
Angela Merkel CDU Eckart von Klaeden
Bernd Neumann
Maria Böhmer
CDU
Stellvertreter der Bundeskanzlerin
Westerwelle 2012.jpg
Guido Westerwelle
bis 16. Mai 2011[4]
FDP
Roesler-klein.jpg
Philipp Rösler
seit 16. Mai 2011
FDP
Auswärtiges
Westerwelle 2012.jpg
Guido Westerwelle FDP Werner Hoyer
bis 31. Dezember 2011
Michael Link[5]
seit 24. Januar 2012
Cornelia Pieper
FDP
Inneres
Maiziere 2010.jpg
Thomas de Maizière
bis 3. März 2011
CDU Christoph Bergner
Ole Schröder
CDU
Hans-Peter Friedrich.jpg
Hans-Peter Friedrich
seit 3. März 2011
CSU
Justiz
Sabine leutheusser-schnarrenberger 2.JPG
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger FDP Max Stadler
bis 12. Mai 2013[6]
FDP
Finanzen
WSchaeuble.jpg
Wolfgang Schäuble CDU Steffen Kampeter
Hartmut Koschyk
CDU
CSU
Wirtschaft und Technologie
Rainer Brüderle-Carschten2.jpg
Rainer Brüderle
bis 12. Mai 2011
FDP Peter Hintze
Hans-Joachim Otto
Ernst Burgbacher
CDU
FDP
FDP
Roesler-klein.jpg
Philipp Rösler
seit 12. Mai 2011
FDP
Arbeit und Soziales
Dr franz josef jung 02.jpg
Franz Josef Jung
bis 30. November 2009
CDU Hans-Joachim Fuchtel
Ralf Brauksiepe
CDU
Von der Leyen 2010.jpg
Ursula von der Leyen
seit 30. November 2009
CDU
Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
2012-Ilse Aigner.jpg
Ilse Aigner CSU Julia Klöckner
bis 15. Februar 2011
Peter Bleser[7]
seit 15. Februar 2011
Gerd Müller
CDU

CDU

CSU
Verteidigung
Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg.jpg
Karl-Theodor zu Guttenberg
bis 3. März 2011
CSU Walther Otremba
bis 4. März 2011
Christian Schmidt
Thomas Kossendey
CDU

CSU
CDU
Maiziere 2010.jpg
Thomas de Maizière
seit 3. März 2011
CDU
Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Von der Leyen 2010.jpg
Ursula von der Leyen
bis 30. November 2009
CDU Hermann Kues CDU
KSchroeder 2009.jpg
Kristina Schröder (geb. Köhler)
seit 30. November 2009
CDU
Gesundheit
Roesler-klein.jpg
Philipp Rösler
bis 12. Mai 2011
FDP Annette Widmann-Mauz
Daniel Bahr
bis 12. Mai 2011
Ulrike Flach[8]
seit 12. Mai 2011
CDU
FDP
0
FDP
0
FDP-Wahlkampfkundgebung in der Wolkenburg Köln-2128.jpg
Daniel Bahr
seit 12. Mai 2011
FDP
Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
Peter Ramsauer - Informationsveranstaltung Südumfahrung B 172 Pirna - 2012-03-30 (01-2).jpg
Peter Ramsauer CSU Enak Ferlemann
Andreas Scheuer
Jan Mücke[9]
CDU
CSU
FDP
Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
Bundesumweltminister norbert roettgen cdu.jpg
Norbert Röttgen
bis 22. Mai 2012
CDU Ursula Heinen-Esser
Katherina Reiche
CDU
Peter altmaier mdb.jpg
Peter Altmaier
seit 22. Mai 2012
CDU
Bildung und Forschung
Schavan 2010.jpg
Annette Schavan
bis 14. Februar 2013
CDU Helge Braun
Thomas Rachel
CDU
Johanna Wanka MWK 2.jpg
Johanna Wanka
seit 14. Februar 2013
CDU
Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Dirk Niebel 1c399 0357.jpg
Dirk Niebel FDP Gudrun Kopp FDP
Bundesminister für besondere Aufgaben
und Chef des Bundeskanzleramtes
Pofalla2002.jpg
Ronald Pofalla CDU

Veränderungen [Bearbeiten]

Die erste Kabinettsumbildung wurde am 30. November 2009 vollzogen. Franz Josef Jung, im Kabinett Merkel I noch Verteidigungsminister, erklärte am 27. November seinen Rücktritt als Konsequenz der Informationspolitik im Zusammenhang mit dem umstrittenen Luftangriff auf zwei Tanklastwagen nahe Kunduz vom 4. September 2009. Als neue Bundesministerin für Arbeit und Soziales schlug Bundeskanzlerin Angela Merkel dem Bundespräsidenten Ursula von der Leyen vor, zuvor Familienministerin. Ihre Nachfolgerin im Ressort Familie, Senioren, Frauen und Jugend wurde Kristina Schröder (zur Zeit der Ernennung Köhler). Die Ernennung der neuen Ministerinnen durch den Bundespräsidenten erfolgte am 30. November 2009 – die Vereidigung vor dem Deutschen Bundestag fand am 2. Dezember statt.[10]

Am 1. März 2011 erklärte Karl-Theodor zu Guttenberg infolge der Plagiatsaffäre seinen Rücktritt als Bundesminister der Verteidigung, am 3. März 2011 erfolgte seine Entlassung und der bisherige Innenminister, Thomas de Maizière, wurde zum Verteidigungsminister ernannt. Hans-Peter Friedrich wurde neuer Bundesminister des Inneren.

Am 10. Mai 2011 gab Rainer Brüderle aufgrund der Wahl zum Vorsitzenden der FDP-Bundestagsfraktion sein Amt als Bundesminister für Wirtschaft und Technologie auf. Sein Amt übernahm Philipp Rösler, bisheriger Bundesminister der Gesundheit, dessen Nachfolger wiederum wurde Daniel Bahr, Vorsitzender der NRW-FDP und bisheriger Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium. Am 12. Mai 2011 wurden Philipp Rösler und Daniel Bahr vom damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff ernannt, Rainer Brüderle erhielt seine Entlassungsurkunde.

Mit der Übernahme des Parteivorsitzes der FDP ersetzte Rösler den bisherigen Vizekanzler Guido Westerwelle auch in dieser Funktion.

Am 16. Mai 2012 schlug die Bundeskanzlerin dem Bundespräsidenten die Entlassung des Bundesumweltministers Norbert Röttgen nach Artikel 64 des Grundgesetzes vor. Am 22. Mai 2012 erfolgte die Entlassung Röttgens und die Ernennung des bis dahin Ersten Parlamentarischen Geschäftsführers der CDU-Bundestagsfraktion, Peter Altmaier, zum neuen Umweltminister.

Am 9. Februar 2013 erklärte Bildungsministerin Annette Schavan nach dem medialen und politischen Druck als Folge der Entscheidung der Universität Düsseldorf, ihren im Jahr 1980 dort erworbenen Doktorgrad wegen Plagiaten zu entziehen[11], den Rücktritt. Nachfolgerin im Amt wurde die Wissenschaftsministerin Niedersachsens, Johanna Wanka. Die Übergabe der Entlassungs- und Ernennungsurkunden fand am 14. Februar 2013 statt.[12]

Siehe auch [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Neues Kabinett Merkel setzt auf Routiniers und Debütanten, abgerufen am 23. Oktober 2009
  2. Neumann bleibt im Amt, abgerufen am 24. Oktober 2009
  3. Koalitionsvertrag (PDF; 643 kB), abgerufen am 30. Oktober 2009
  4. Philipp Rösler neuer Vizekanzler, Bundesregierung. 18. Mai 2011. 
  5. Michael Link Staatsminister im Auswärtigen Amt. Auswärtiges Amt, 27. Januar 2012, abgerufen am 27. Januar 2012.
  6. Passauer Neue Presse:„Passaus MdB Max Stadler (63) ist tot“, 12. Mai 2013
  7. Peter Bleser ist neuer Parlamentarischer Staatssekretär, Pressemitteilung des BMELV vom 17. Februar 2011
  8. Ulrike Flach wird Staatssekretärin, rp-online
  9. FDP besetzt fünf Ministerposten und stellt acht Staatssekretäre
  10. Rücktritt von Bundesarbeitsminister Franz-Josef Jung, 27. November 2009
  11. http://www.uni-duesseldorf.de/home/startseite/news-detailansicht/article/aktuelle-sitzung-des-fakultaetsrats-der-philosophischen-fakultaet-und-presseerklaerung-vom-0502.html?cHash=f62502a63791e17b59921d072e912fdb
  12. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/johanna-wanka-ist-neue-bildungsministerin-a-883327.html