Cliffhanger

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Filmbegriff Cliffhanger, zu weiteren Bedeutungen siehe: Cliffhanger (Begriffsklärung).

Cliffhanger ist heute hauptsächlich assoziiert mit Fernsehserien, Seifenopern, selten mit planvoll fortgesetzten Kinofilmen. Der Begriff steht für den hängenden Ausgang einer Handlung auf ihrem Höhepunkt am Ende einer Episode, Fragen offen lassend. Den Fortgang der Handlung beantwortet die nächste Episode, um zu deren Ende hin erneut offene Fragen einer oder mehrerer Handlungsstränge zugespitzt zu haben.

Der englische Begriff Cliffhanger setzt sich zusammen aus cliff für Klippe und to hang für hängen/baumeln. Seinen Ursprung hat dieser Begriff in dem Roman A Pair of Blue Eyes von Thomas Hardy aus dem Jahr 1873, der, wie damals üblich, als monatliche Serie in einer Zeitschrift erschien. Darin gibt es eine Szene in den Klippen Cornwalls, an einem Steilhangs über dem Bristol Channel, in der ein todgeweihter Henry Knight nahezu ausweglos letztlich nur noch ein Büschel Gras als Halt findet. Immer wieder falsch zitiert wird, dass der Begriff mit dem vorgeblichen Tod des Kriminalhelden Sherlock Holmes an den Reichenbachfällen bei Meiringen in der Schweiz und seinem plötzlichen Wiederauftauchen acht Jahre später im Roman „Das leere Haus“ zusammenhänge. Er soll sich ebenfalls an einer Klippe hängend gerettet haben – eine solche Beschreibung kommt jedoch in den Sherlock-Holmes-Romanen überhaupt nicht vor.

Eine Cliffhanger-Szene band die Leser an den Roman, weil sie diese in der Erwartung zurückließ, wie die Geschichte weitergeht (was man natürlich erst in der nächsten Ausgabe erfuhr). Diese Methode, Spannung zu erzeugen beeindruckte auch einige Kollegen von Autor Thomas Hardy, so dass es nachfolgend zu etlichen literarischen Variationen des Themas kam – was mit zu einer Verfestigung des Begriffs Cliffhanger führte.

Die Form gezielt hängender (Suspense) Spannungsbögen zum Ende hin wurde somit bereits vor dem Fernsehzeitalter eingesetzt bei Fortsetzungsromanen in Zeitungen, vornehmlich Trivialliteratur, aber auch einige Romane der jetzigen Weltliteratur darunter. Genre-erweiternd setzten dann erstmals unzählige US-amerikanische Kinoserien (Serials) der 1930er-Jahre (Flash Gordon, Buck Rogers) diese Form plakativer Zuspitzung ein. Diese Filme waren üblicherweise um 30 Minuten lang und wurden wöchentlich ausgetauscht vor dem eigentlichen Hauptfilm gezeigt. Wollte der Zuschauer die Handlung des Serials mitbekommen, musste er notgedrungen jede Woche ins Kino gehen, egal welcher Hauptfilm folgte.

Eine spezielle Stellung nehmen die Filme um den Action-Helden Indiana Jones ein. In allen (bisherigen) Filmen ist die Handlung eine einzige Hommage an die alten Kinoserien der 1930er-Jahre mit ihren Cliffhanger-Endungen, nur dass diese einzelnen Szenen in den Indiana Jones-Filmen jeweils schon aufgelöst werden.

Hinter Fernsehserien mit diesem Trick stehen bei Privatsendern kommerzielle Interessen. Die gemessene Zuschauerbindung, errechnet als Zahl potentieller Konsumenten, legt einen möglichst hohen Minutenpreis für Fernsehwerbespots fest. Unter nichtkommerziellem Aspekt ergibt die Zuschauerresonanz eine wichtige Rückmeldung für Redaktionen der öffentlich-rechtlichen Anstalten. Der Minutenpreis der Herstellung in Bezug auf effektiv erreichte Zuschauer muss die anstaltsinternen Vorgaben der Programmplanung erfüllen.

[Bearbeiten] Sonstiges

Unter dem Titel „Cliffhanger - Nur die Starken überleben“ (Cliffhanger) drehte 1993 der US-amerikanische Regisseur Renny Harlin einen Actionfilm mit Sylvester Stallone. Der Roman zum Film wurde von Jeff Rovin geschrieben und erschien bei Goldmann - ISBN 3-442-42358-9.

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