Comac ARJ21

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Comac (ACAC) ARJ21
Joy Air ARJ21
Testflug einer ARJ21
Typ: zweistrahliges Regionalflugzeug
Entwurfsland: China VolksrepublikChina Volksrepublik China
Hersteller: COMAC (ACAC)
Erstflug: 28. November 2008
Indienststellung: in der Flugerprobung
Produktionszeit: Serienproduktion für 2014 geplant
Stückzahl: 6

Der Comac ARJ21 Advanced Regional Jet Xiangfeng (chines. 翔凤, Pinyin: xiángfèng, Bedeutung: aufsteigender Phönix)[1] (bis 2009: ACAC ARJ21) ist das erste strahlgetriebene Regionalflugzeug, das vollständig in der Volksrepublik China entwickelt wurde und dort gebaut werden soll. Es werden zwei Varianten angeboten, die eine Kapazität von 70 bis 100 Passagieren bieten sollen und damit in Konkurrenz zu westlichen Mustern (Bombardier CRJ700/900 und Embraer E-Jets) und dem russischen Suchoi Superjet treten.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Programm des ARJ wurde 2002 gestartet. Zu diesem Zeitpunkt war die erste Auslieferung an Kunden für 2007 geplant.[2] Die Planung des gesamten Flugzeuges wurde dann Ende 2005 abgeschlossen, ebenso wie die Entwicklung der Triebwerke von General Electric. Kurz darauf wurde mit der Fertigung der ersten Teile begonnen. Die Endmontage begann im März 2007, der Rollout erfolgte 21. Dezember 2007 und der rund einstündige Erstflug mit Testpilot Zhao Peng an Bord fand am 28. November 2008 in Shanghai statt. Die Zulassung zum Abschluss des mit vier Prototypen durchgeführten Testprogramms sollte 2010 erlangt werden, hat sich aber mehrfach verzögert.[3][4][5] Im Frühling 2013 war bereits klar, dass eine Zulassung und Auslieferung im Jahr 2013 nahezu ausgeschlossen ist. Als Zeitpunkt für die erste Auslieferung einer Serienmaschine wird derzeit das Ende des Jahres 2014 anvisiert.[6] Die Zulassung wird von der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA begleitet und soll später auch unter deren europäischem Pendant EASA erlangt werden.

Die Bestellungen lagen zu diesem Zeitpunkt bei 340 Stück, die größte Bestellung mit 100 Stück stammt von Henan Airlines.

Design[Bearbeiten]

Logo des ARJ21

Der ARJ21 wird Komponenten benutzen, die ursprünglich von McDonnell Douglas für die Lizenzproduktion der McDonnell Douglas MD-90 in China zur Verfügung gestellt wurden. Daher kann man auch schnell große Ähnlichkeiten mit diesem Flugzeug feststellen, etwa in Form des praktisch identischen Rumpfquerschnittes, dem Nasenprofil oder den Leitwerken. Allerdings wurde eine komplett neue, superkritische Tragfläche mit Winglets von Antonow entwickelt.[7] Die Avionik stammt von Rockwell Collins, das Triebwerk von GE, Flugsteuerung von Honeywell und die Beleuchtung von Goodrich Hella. Das Fahrwerksystem sowie die Luftsysteme liefert Liebherr. Die gesamte Ausstattung der Kabine wird vom österreichischen Unternehmen FACC geliefert.[8]

Varianten[Bearbeiten]

  • ARJ21-700 - Diese Basisvariante soll eine Kapazität von 70 bis 80 Passagieren haben und damit in direkte Konkurrenz zum Bombardier CRJ700 und der Embraer 170 treten.
  • ARJ21-900 - Dieses Modell soll einen verlängerten Rumpf erhalten und für 90 bis 100 Passagiere Platz bieten. Damit möchte man mit dem Bombardier CRJ900 und der Embraer 190 konkurrieren.
  • ARJ21F - Diese Version stellt die Frachtvariante des ARJ21-700 dar. Transportieren soll sie fünf LD7-Container oder PIP-Paletten.
  • ARJ21B - Der ARJ21-700 soll unter diesem Namen auch als Business-Jet angeboten werden. Eine mögliche Konfiguration würde für 20 Passagiere Platz bieten.

Hersteller[Bearbeiten]

ARJ21-Modell in den Farben der Joy Air

Das ACAC Konsortium wurde zur Entwicklung dieses Flugzeuges gegründet. Die Teile für den Regionaljet werden von den einzelnen Mitgliedern des Konsortiums fabriziert werden:

  • Chengdu Aircraft Industry Group wird die "Nase" bauen.
  • Shanghai Aircraft Company wird das Flugzeug endmontieren.
  • Shenyang Aircraft Corporation die Tragflächen und den Rumpf konstruieren.
  • Shanghai Aircraft Research Institute und Xian Aircraft Design and Research Institute sind verantwortlich für die (Weiter-)Entwicklung des Flugzeuges.

Im Jahre 2009 wurde das ACAC Konsortium in den COMAC-Konzern eingegliedert. Die ARJ21 wird seitdem unter dem Namen Comac ARJ21 vertrieben.

Technische Daten[9][Bearbeiten]

Kenngröße ARJ21-700 ARJ21-900
Länge 33,46 m 36,35 m
Höhe 8,44 m
Spannweite 27,29 m
max. Kabinendurchmesser 3,143 m
Leermasse 24.955 kg 26.270 kg
max. Startmasse (MTOW) 40.500 kg
ER: 43.500 kg
43.616 kg
ER: 47.182 kg
max. Nutzmasse 8.935 kg 11.246 kg
Passagierkapazität 70–90 98–105
Frachtraumvolumen 20,15 m³ 23,431 m³
Tankkapazität 10.386 kg 10.386 kg
ER: 10.886 kg
Triebwerkstypen zwei Turbofan-Triebwerke General Electric CF34-10 mit je 81,2–88,9 kN Schub
Reisegeschwindigkeit Mach 0,78
Maximale Geschwindigkeit Mach 0,82
Dienstgipfelhöhe 11.900 m
Reichweite 2200 km
ER: 3700 km
2200 km
ER: 3300 km
Startstrecke 1700 m
ER: 1900 m
1750 m
ER: 1950 m

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. genaue Bezeichnung durch den Hersteller COMAC, siehe auch z. B. Infos zum ARJ21-700, Aufruf am 11. Oktober 2009
  2. FLIGHT, 3. Dezember 2013, S. 32
  3. http://www.austrianwings.info/aw/2011/09/verzogerung-bei-comac-arj21/
  4. Katie Cantle: Chengdu confirms ARJ21 delivery delay into 2012, atwonline.com, 14. Oktober 2011, Zugriff am 24. Dezember 2011
  5. http://in.reuters.com/article/2012/06/08/uk-airlines-china-comac-idINLNE85700Z20120608
  6. http://www.flightglobal.com/news/articles/long-delayed-arj21-certification-set-to-slip-again-386301/
  7. Bericht über die Entwicklung der Tragflächen
  8. http://www.facc.at/de/aktuelles/presse_detail.asp?id=75&titel=FACC_liefert_Passagierkabine_fuer_ARJ21
  9. http://www.acac.com.cn/site_en/product.asp

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Comac ARJ21 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien