Denklingen

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Gemeinde Denklingen in Oberbayern. Ein Ortsteil der Gemeinde Reichshof im Oberbergischen Land trägt ebenfalls den Namen Denklingen, siehe Denklingen (Reichshof).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Denklingen
Denklingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Denklingen hervorgehoben
47.91666666666710.85708Koordinaten: 47° 55′ N, 10° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Landsberg am Lech
Höhe: 708 m ü. NHN
Fläche: 56,76 km²
Einwohner: 2544 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 45 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86920
Vorwahlen: 08243 (Denklingen) 08869 (Epfach)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: LL
Gemeindeschlüssel: 09 1 81 113
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 23
86920 Denklingen
Webpräsenz: www.denklingen.de
Bürgermeister: Michael Kießling
Lage der Gemeinde Denklingen im Landkreis Landsberg am Lech
Ammersee Landkreis Aichach-Friedberg Landkreis Augsburg Landkreis Ostallgäu Landkreis Weilheim-Schongau Landkreis Starnberg Landkreis Fürstenfeldbruck Windach Weil (Oberbayern) Utting am Ammersee Unterdießen Thaining Pürgen Schwifting Schondorf am Ammersee Scheuring Rott (Landkreis Landsberg) Reichling Prittriching Vilgertshofen Penzing (Bayern) Obermeitingen Landsberg am Lech Kinsau Kaufering Igling Hurlach Hofstetten (Oberbayern) Greifenberg Geltendorf Fuchstal Finning Eresing Egling an der Paar Eching am Ammersee Dießen am Ammersee Denklingen ApfeldorfKarte
Über dieses Bild

Denklingen ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech, ca. 80 Kilometer südwestlich von München.

Ortsteile[Bearbeiten]

  • Denklingen
  • Dienhausen
  • Epfach

Geografie[Bearbeiten]

Denklingen, die südwestlichste Gemeinde im Landkreis Landsberg am Lech, liegt auf einer Schotterterrasse westlich des Lechs am Rande des Denklinger Rotwalds und des Sachsenrieder Forsts.

Geschichte[Bearbeiten]

Durch das Gemeindegebiet führte die römische Via Claudia Augusta. Auch Spuren vorgeschichtlicher Besiedlung gibt es. Erste urkundliche Erwähnung 1104 als "Thengelingen", vermutlich vom Personennamen "Denchilo" abgeleitet. Der Denklinger und Sachsenrieder Forst werden 1059 als Königsschenkungen beurkundet. Im 13. und 14. Jahrhundert ist ein Ortsadel nachgewiesen, dessen Burg im Bauernkrieg 1525 zerstört worden sein soll. Der Ort Denklingen gehörte zum Hochstift Augsburg. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss und der Säkularisation von 1803 gehört der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Denklingen wurde ab 1803 von Buchloe aus verwaltet und gehörte ab 1862 zum Bezirksamt Kaufbeuren. 1888 erhielt Denklingen mit der Eröffnung der Fuchstalbahn von Landsberg nach Schongau einen eigenen Bahnhof. 1984 ging der Anschluss an das Eisenbahnnetz mit der Einstellung des Personenverkehrs auf der Strecke wieder verloren. Von 1917 und 1973 gab es in Denklingen ein Forstamt. 1972 kam die Gemeinde zum Landkreis Landsberg am Lech und wechselte von Schwaben nach Oberbayern.

Beim Ortsteil Epfach befand sich bereits zur Römerzeit die Ansiedlung "Abodiacum".

Denklingen mit St. Michael
Bauernhaus in Denklingen

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Dienhausen und Epfach eingegliedert.[2] Beide Orte sind räumlich wie im Gemeindeleben klar von Denklingen getrennt und haben auch historisch völlig unterschiedliche Hintergründe.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 1.842, 1987 dann 1.979, im Jahr 2000 2.324 und im Jahr 2011 2.548 Einwohner gezählt.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist seit der Kommunalwahl 2014 Michael Kießling, der Gemeinderat besteht aus 14 Mitgliedern.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Sitzeverteilung im Gemeinderat.
Jahr CSU FWD FWE FWDH NEL UWV gesamt Wahlbeteiligung in %
2008 4 2 3 1 0 4 14 71,2
2002 5 4 2 1 2 0 14 76,1

NEL = Neue Epfacher Liste
FWD = Freie Wählergemeinschaft Denklingen
FWDH = Freie Wählergemeinschaft Dienhausen
FWE = Freie Wählergemeinschaft Epfach
UWV = Unabhängige Wählervereinigung Denklingen

Wappen[Bearbeiten]

Wappenbeschreibung: In Rot ein silberner Weih auf silbernem Dreiberg.

Wappengeschichte: Der linkshin gewendete Weih (Falke) ist das Stammwappen der ortsadligen Herren von Denklingen, die 1186 durch den Bischof von Augsburg mit Gütern in Denklingen belehnt wurden und bis in das 14. Jahrhundert im Ort nachweisbar sind. Sie erbauten eine Burg auf dem Vogelherd und zogen später als Bürger nach Füssen. Der Falke auf dem Dreiberg ist im persönlichen Wappen von Ulrich von Denklingen überliefert, der von 1336 bis 1347 Abt des Klosters St. Mang in Füssen war. St. Mang übte die Grundherrschaft über viele Anwesen im Gemeindegebiet aus. Der Dreiberg weist auf die Lage der Gemeinde im hügeligen Voralpenland hin. Die Farben Weiß und Rot beziehen sich auf die schon im ausgehenden 12. Jahrhundert nachweisbare Zugehörigkeit zum Hochstift Augsburg.

Freizeit und Kultur[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

siehe auch Liste der Baudenkmäler in Denklingen

Dialekt[Bearbeiten]

Denklingen gehört zum ostschwäbischen Sprachraum mit bereits leichten bairischen Einflüssen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Größter Arbeitgeber am Ort ist die Hirschvogel Umformtechnik GmbH, das Stammwerk der Hirschvogel Automotive Group.

Denklingen von Osten

Schon von Weitem sichtbar sind die beiden Windräder, die seit 2002 dem Ortsbild eine gewisse Markanz verliehen haben.

Die Firma Taxer GmbH hat 2007 ihren Hauptsitz von München nach Denklingen verlegt. Der Entsorgungsfachbetrieb ist seit 1951 im Metall- und Schrotthandel tätig und hat sich in der ehemaligen Kiesgrube an der Dr.Manfred-Hirschvogel-Straße 10 (ehemals Mühlstraße 10) niedergelassen.

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Denklingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 492.