Der Held der Prärie

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Der Held der Prärie ist ein US-amerikanischer Western von Regisseur Cecil B. DeMille aus dem Jahre 1936 mit Gary Cooper und Jean Arthur in den Hauptrollen.

Handlung[Bearbeiten]

Als der amerikanische Bürgerkrieg endet, gibt es ein Überangebot an Feuerwaffen. Manche der Waffenhändler sehen in den Indianern potentielle Abnehmer.

Wild Bill Hickok geht nach seinem Ausscheiden aus der US Army zurück in den Westen. Auf einem der Raddampfer trifft er seinen alten Armee-Kollegen Buffalo Bill. Zusammen nehmen sie später die Kutsche nach Hays, Kansas, die von Calamity Jane gefahren wird.

Der Handelsagent Lattimer hat die Cheyenne mit Repetiergewehren versorgt. Bei einem Kampf könnten sie die Hälfte einer Kavallerieeinheit töten. Hickok findet den Sachverhalt heraus und informiert General Custer. Buffalo Bill wird als Führer eines Ersatzzuges für das Fort eingesetzt, während Hickok versucht herauszufinden, wo sich Yellow Hand, der Cheyenne-Häuptling, aufhält.

Calamity Jane wird von den Indianern gefangen genommen. Hickok will um ihre Freilassung verhandeln, wird aber selber ebenfalls gefangen. Yellow Hand erklärt Hickok, warum die Indianer in den Kampf ziehen. Der weiße Mann siedelt auf ihrem Land und tötet die Büffel, die Nahrungsgrundlage der Indianer, in großer Zahl. Er verspricht die Freilassung seiner Geiseln, wenn diese ihm den Standort des Versorgungszuges verraten. Damit Hickok, der ihr inzwischen seine Liebe gestanden hat, nicht bei lebendigem Leibe verbrannt wird, verrät Calamity Jane, wo sich der Zug befindet. Yellow Hand hält sein Versprechen und lässt die beiden frei.

Die Indianer greifen den Versorgungszug an. Hickok hilft den bedrängten Soldaten und schickt Jane aus, um Verstärkung zu holen. Nach sechs Tagen harten Kampfes werden die Überlebenden von der ankommenden Kavallerie-Einheit unter Custer gerettet.

Zurück in der Stadt fordert Hickok den Handelsagenten Lattimer zu einem Revolverduell heraus. Lattimer ist feige und schickt statt dessen drei Armeedeserteure, die von Hickok in einem Kampf getötet werden. Hickok wird zu einem Gesuchten und muss nach Dakota fliehen. Die Bürger der Stadt finden heraus, dass Calamity Jane zumindest teilweise für die Rettung des Versorgungszuges verantwortlich ist.

Buffalo Bill wird von Custer Hickok hinterhergeschickt. Als Buffalo Bill Hickok endlich findet, fangen sie einen Indianer und hören, dass der General bei der Schlacht am Little Bighorn gefallen sei und sich die Cheyenne mit den Sioux bei den Black Hills vereinen wollen. Dazu kommt noch, dass Lattimer den Indianern noch mehr Gewehre liefern will, die sie in Deadwood abholen sollen. Buffalo Bill nimmt seinen Freund nicht fest, sondern reitet los, um die Kavallerie zu alarmieren. Währenddessen reitet Hickok nach Deadwood, um Lattimer an dem Geschäft mit den Indianern zu hindern. Hickok tötet Lattimer und lässt seinen Handlanger festnehmen. Ein Komplize Lattimers tötet Hickok mit einem Schuss in den Rücken. Calamity Janes Herz bricht, als sie die Leiche ihres Geliebten sieht.

Kritiken[Bearbeiten]

„Ein sehr unterhaltsamer Western mit grandios gefilmten Action- und Massenszenen, straffer Handlung und pointiert durchgearbeiteten Rollen, der zwischen 1865 und 1876 liegende Ereignisse zeitlich zusammenrafft.“

Lexikon des internationalen Films[1]

Hintergrund[Bearbeiten]

Das Drehbuch, das unter Mithilfe von Grover Jones entstand, basierte auf dem Roman Wild Bill Hickok von Frank J. Wilstach, der Erzählung The Prince of Pistoleros von Courtney Ryley Cooper und den Recherchen von Jeanie Macpherson.

John Wayne bemühte sich um die Hauptrolle, doch Regisseur Cecil B. DeMille entschied sich für Gary Cooper, der als exzellenter Reiter die meisten Reitszenen ohne Doubles meisterte. Für die aufwändigen Massenszenen wurden Teile der Wyoming National Guard und nicht weniger als zweitausend Indianer aufgeboten. Die Produktionsfirma wollte eine Happy-End, was der Regisseur aber ablehnte. Anthony Quinn erhielt eine kleine Nebenrolle als Indianer.

Die Paramount brachte den Film 1950 als Der Held der Prärie in die bundesdeutschen Lichtspielhäuser. In dieser Synchronfassung bekam Gary Cooper die Stimme von Ernst Wilhelm Borchert. In der 1973 ausgestrahlten Fernsehfassung erhielt Gary Cooper die Stimme von Hartmut Reck. Das deutsche Publikum hatte bereits 1940 die Möglichkeit, den Streifen als Verrat - Die Abenteuer des Buffalo Bill in den Lichtspieltheatern zu sehen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jean-Marc Bouineau, Alain Charlot und Jean-Pierre Frimbois: Die 100 besten Western-Filme. Heyne Film- und Fernsehbibliothek Nr. 32/159, Wilhelm Heyne Verlag München, Deutsche Erstausgabe 1991, ISBN 3-453-04935-7.
  • Joe Hembus: Das Western-Lexikon - Erweiterte Neuausgabe von Benjamin Hembus - 1567 Filme von 1894 bis heute. Heyne Filmbibliothek Nr. 32/207, Wilhelm Heyne Verlag München, Originalausgabe 1995, ISBN 3-453-08121-8.
  • Georg Seeßlen: Filmgenres - Western. Hrsg. von Thomas Koebner, Reclam junior, Stuttgart 2003, ISBN 3-15-018402-9, S. 72-81

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Held der Prärie im Lexikon des Internationalen Films