Der Major und das Mädchen

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Filmdaten
Deutscher Titel Der Major und das Mädchen
Originaltitel The Major and the Minor
Produktionsland USA
Erscheinungsjahr 1942
Länge 100 Minuten
Stab
Regie Billy Wilder
Drehbuch Billy Wilder
Charles Brackett
nach Fanny Kilbourne (Geschichte)
Edward Childs Carpenter (Theaterstück)
Produktion Arthur Hornblow Jr.
Musik Robert Emmett Dolan
Kamera Leo Tover
Schnitt Doane Harrison
Besetzung

Der Major und das Mädchen (in Österreich: Susanne im Schlafkupee, Originaltitel The Major and the Minor) war die erste Regiearbeit Billy Wilders in Hollywood und verschaffte ihm beachtlichen Anfangserfolg als Regisseur. Der Film erzählt die Geschichte einer jungen Frau (Ginger Rogers), die sich als Mädchen verkleidet, um billig an eine Zugfahrkarte zu kommen. Sie gerät an einen Major (Ray Milland), der sie für eine Minderjährige hält, sich aber dennoch in sie verliebt.

Handlung[Bearbeiten]

Susan Kathleen Applegate, genannt „Su-Su“, hat ihr berufliches Glück in New York versucht, aber nachdem sie zum wiederholten mal ihren Job verliert, entschließt sie sich, wieder in ihr kleines Heimatstädtchen in der Provinz zurückzukehren. Leider wurden zwischenzeitlich die Fahrpreise erhöht, und Susans Geld reicht nicht mehr für die Fahrkarte. Kurzerhand verkleidet sie sich, um mit einer Kinderfahrkarte zu reisen. Um sich vor den Kontrolleuren zu verstecken, landet sie im Abteil von Major Kirby, der ihr die Kinderrolle abnimmt und sie mit in seine Kadettenanstalt nimmt. Dort verdreht sie allen Kadetten und schließlich auch dem Major den Kopf. Unvermeidliche Verwicklungen sind die Folge. Geschickt umschifft Wilder die pikante Handlungsgrundlage, indem der etwas unbedarfte Major einfach nicht merkt, dass er sich in die vermeintlich Minderjährige Susan verliebt hat, bis er schließlich erfährt, dass sie in Wirklichkeit eine junge Frau ist.

Hintergrund[Bearbeiten]

Nachdem er zahlreiche Drehbücher geschrieben und sich oft über die in seinen Augen unzureichende Umsetzung seiner Werke geärgert hatte, entschied sich Wilder selbst die Regie seiner Drehbücher zu übernehmen. Der Entschluss sei ihm gekommen, als sich Charles Boyer in Das goldene Tor (Hold back the dawn) weigerte, ein Zwiegespräch mit einer Kakerlake zu führen, wie Wilder es im Drehbuch vorgesehen hatte, und Regisseur Mitchell Leisen danach Wilders Proteste zurückwies. Zuvor hatte es Preston Sturges als erster Drehbuchautor geschafft, ins Regiefach zu wechseln und das strenge „Kastendenken“ des alten Hollywood zu durchbrechen. Nie wieder hat Wilder danach für andere Drehbücher geschrieben. Über spätere Adaptionen seiner Werke (z. B. Sabrina von Sydney Pollack) hat er sich eher despektierlich geäußert.

Der Film basiert auf der Geschichte Sunny goes home von Fanny Kilbourne und dem daraus abgeleiteten Theaterstück Connie Goes Home von Edward Childs Carpenter. Billy Wilder nahm immer wieder Theaterstücke als Grundlage für seine Filme, weil sie bereits in der Struktur eine Geschichte filmisch erzählen. Oft verarbeitete er auch vermeintlich „schlüpfrige“ Inhalte, um damit dem Publikum einen Spiegel vorzuhalten.

Ginger Rogers, die in der Rolle der unschuldigen Minderjährigen brillierte, war bei den Dreharbeiten schon 31 Jahre alt und zweimal geschieden.

Dreh und Produktion[Bearbeiten]

Produziert wurde Der Major und das Mädchen von Paramount. Der Dreh fand auf der St. John’s Military Academy in Delafield, Wisconsin statt. Der Film wurde in Schwarzweiß gedreht, im Monoverfahren.

Kritiken[Bearbeiten]

„Unterhaltsame Komödie, die auf amüsante Weise verlogene Gesellschaftsmoral, Heuchelei und falsche Ehrbegriffe verspottet.“

Lexikon des internationalen Films[1]

„Hübsche Fingerübung des Komödien-Meisters“

TV Spielfilm[2]

Neuverfilmungen[Bearbeiten]

1999 wurde ein Remake mit Drew Barrymore und David Arquette in den Hauptrollen gedreht, das unter dem deutschen Titel Ungeküsst lief, allerdings in einer Schule anstatt einer Militärakademie spielt.

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Major und das Mädchen im Lexikon des Internationalen Films
  2. Online-Kritik von TV Spielfilm, abgerufen am 12. Juni 2009