Drew Barrymore

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Drew Barrymore (Februar 2009)

Drew Blyth Barrymore (* 22. Februar 1975 in Culver City, Kalifornien) ist eine US-amerikanische Schauspielerin, Model und Filmproduzentin.

Leben[Bearbeiten]

Familie[Bearbeiten]

Drew Blyth Barrymore wurde als jüngster Spross einer Schauspielerdynastie geboren, die sich über vier Generationen erstreckt. Ihre Eltern sind die Ungarin Ildiko Jaid Makó (* 1946), die unter dem Pseudonym Jaid Barrymore bekannt wurde, und John Drew Barrymore (1932–2004). Beide waren ebenfalls Schauspieler, allerdings weniger erfolgreich als ihre Tochter. Ihre Mutter übernahm später die Rolle ihrer Managerin. Ihre beiden Vornamen erhielt sie als Erinnerung an ihre Urgroßeltern. Drew war der Geburtsname ihrer Urgroßmutter Georgina (1854–1893) und Blyth der eigentliche Nachname ihres Urgroßvaters Maurice (1849–1905), der ihn später in Barrymore abänderte.

Die Barrymores galten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als renommierte Film- und Bühnenschauspieler. Drews Großeltern John Barrymore (1882–1942) und Dolores Costello (1905–1979) zählten Ende der Stummfilmzeit und zu Beginn der Tonfilmzeit zu den großen Hollywood-Stars. Ihr Großonkel Lionel Barrymore (1878–1954) und ihre Großtante Ethel Barrymore (1879–1959) waren beide Oscarpreisträger.

Drew Barrymore hat drei Halbgeschwister, ihre Taufpaten waren die Schauspielerinnen Sophia Loren und Anna Strasberg sowie der Filmregisseur Steven Spielberg.

Frühe Jahre[Bearbeiten]

Die Schauspielerin wirkte bereits als Säugling im Alter von elf Monaten in einem Werbespot für „Puppy Choice“-Hundefutter mit und debütierte zwei Jahre später erstmals in einem Fernsehfilm, in Suddenly, Love, an der Seite von Joan Bennett. Ihre erste Filmrolle spielte sie 1980 in Ken Russells Sciencefiction-Thriller Der Höllentrip.[1] Zwei Jahre später, im Alter von sieben Jahren, wurde sie in der Rolle der Gertie in Steven Spielbergs E.T. weltberühmt.

Im Alter von sieben Jahren war sie der bisher jüngste Star in der renommierten US-amerikanischen Comedy-Show Saturday Night Live, wo sie einen Sketch vorführte. Es folgten weitere Film- und Fernsehproduktionen, wie beispielsweise die Stephen-King-Verfilmungen Der Feuerteufel und Katzenauge oder 1984 Triple Trouble, der ihr 1985 eine Nominierung für einen Golden Globe einbrachte. Dennoch kamen mit dem schnellen Ruhm auch erhebliche Probleme, die sie mit wilden Drogen- und Alkoholexzessen in den Fokus der Öffentlichkeit brachte. Der Kinderstar betrank sich erstmals mit neun Jahren auf der Geburtstagsparty von Rob Lowe, rauchte mit zehn Jahren den ersten Joint und schnupfte mit zwölf das erste Mal Kokain.[2] Sie brach bereits frühzeitig die High School ab und veröffentlichte nach einem gescheiterten Selbstmordversuch, sowie einem Aufenthalt in einer Nervenklinik, diversen Entziehungskuren und Therapien, 1990 ihre Autobiografie namens Little Girl Lost.

Comeback[Bearbeiten]

Nach der Entlassung aus der psychiatrischen Klinik und überstandenen Drogen- und Alkoholproblemen kam Barrymore zunächst bei verschiedenen Pflegefamilien unter, bezog aber aufgrund ihrer finanziellen Unabhängigkeit mit 15 Jahren ihre erste eigene Wohnung. Ihre Karriere stagnierte zu jener Zeit, doch es gelang ihr Anfang der 1990er Jahre wieder als Filmschauspielerin erste Erfolge zu feiern. Sie vollzog dabei einen kompletten Imagewechsel weg vom Kinderstar und spielte fortan in Filmrollen selbstbewusste junge Frauen, wie beispielsweise als kaltblütige Verführerin in Poison Ivy – Die tödliche Umarmung oder in Guncrazy. Sie scheute auch nicht davor zurück, als Bösewicht in Erscheinung zu treten, und avancierte schnell zu einem Sexsymbol der 1990er Jahre. So posierte sie 1995 in der Januar-Ausgabe des US-Männermagazins Playboy und überraschte im selben Jahr David Letterman mit einem freizügigen Geburtstagstanz in seiner Late Show. Als Reaktion auf ihre Kapriolen schenkte Spielberg ihr zum 20. Geburtstag eine Quilt-Decke mit einer Karte zum Geburtstag, auf der „Cover yourself up“ (dt. Bedecke Dich) geschrieben stand, sowie eine von seinen Special-Effects-Künstlern retuschierte Ausgabe des Playboys, in der sie Barrymores nackte Haut mit Kleidung übermalt hatten.

Dass sie auch als ernstzunehmende Darstellerin überzeugen kann, zeigte sie endgültig als eine der 4 Protagonistinnen in dem mit Humor gespickten, aber sonst durchaus sehr ernsten Western-Drama Bad Girls, und spätestens mit dem Frauen-Roadmovie Kaffee, Milch und Zucker (1995), wo sie neben Whoopi Goldberg spielte und eine durchaus tragische Rolle verkörperte. Für ihre Verkörperung der Casey Roberts in Mad Love – Volle Leidenschaft an der Seite von Chris O’Donnell erntete sie gute Filmkritiken, die sie als einzigen Höhepunkt jener Hollywood-Produktion sahen.[3] Nach einem kurzen Auftritt als Sugar in Batman Forever (1995), sowie Filmrollen in Woody Allens Filmmusical Alle sagen – I love you (1996) und dem Märchenfilm Auf immer und ewig (1998), spielte sie 1996 in Wes Cravens Horrorfilm Scream mit, der ihr den endgültigen Durchbruch als Schauspielerin sowie wohlwollende Kritiken einbrachte.

Ihr Durchbruch[Bearbeiten]

Mit dem im Jahr 1998 erschienenen Kinofilm Eine Hochzeit zum Verlieben mit Adam Sandler konnte Barrymore erstmals eine Gage in Millionenhöhe für sich aushandeln und wirkte ein Jahr später auch hinter den Kulissen aktiv mit. Als ausführende Produzentin war sie nicht nur bei der Entstehung der Komödie Ungeküsst (1999) mit ihrer 1994 gegründeten Firma Flower Films beteiligt, sondern spielte auch gleichzeitig die weibliche Hauptrolle der Journalistin Josie Geller. Weitere Filmproduktionen folgten, bei denen sie teilweise auch als Schauspielerin erfolgreich war.

Drew Barrymore bei der Premiere zu Music & Lyrics in London

Großen kommerziellen Erfolg konnte sie mit der Actionkomödie 3 Engel für Charlie aus dem Jahr 2000 verbuchen, in der sie neben Cameron Diaz und Lucy Liu eine der Hauptrollen spielte. Der Film spielte bei Produktionskosten von ca. 92 Millionen US-Dollar weltweit ca. 264,1 Millionen US-Dollar an den Kinokassen ein.[4] Für ihre Rolle der Dylan Sanders erhielt sie neun Millionen US-Dollar Gage sowie 14 Millionen Dollar für die im Jahr 2003 folgende Fortsetzung 3 Engel für Charlie – Volle Power. 2007 belegte sie mit einer Gagenforderung von geschätzten 10 bis 12 Millionen US-Dollar pro Film Platz acht der bestbezahlten Hollywood-Aktricen.[5] Lob seitens der Kritiker war ihr 2009 mit dem Fernsehfilm Grey Gardens beschieden. Für die Rolle der exzentrischen Verwandten von Jacqueline Kennedy Onassis (gespielt von Jeanne Tripplehorn) gewann Barrymore ihre erste Emmy-Nominierung als Schauspielerin sowie erstmals den Golden Globe Award.

Ebenfalls 2009 legte Drew Barrymore mit Roller Girl (Original: Whip it) ihre erste Regie-Arbeit vor. Diese ist ein Coming-of-Age-Film über ein 17-jähriges Mädchen in der texanischen Provinz. Gespielt wird es von Ellen Page und Drew Barrymore selbst ist auch in einer Nebenrolle zu sehen. Obschon der Film von der Kritik überwiegend positiv beurteilt wurde, kam er in Deutschland erst 2011 mit einer fast zweijährigen Verspätung in die Kinos.[6][7]

Privatleben[Bearbeiten]

Barrymores Liebesleben sorgte in der Klatschpresse aufgrund wechselnder Beziehungen wiederholt für Schlagzeilen. Bisher war sie dreimal verheiratet. Am 20. März 1999 heiratete sie den Barbesitzer Jeremy Thomas, von dem sie sich bereits nach einem Monat, am 28. April 1999, wieder trennte. Im Juli 2001 ehelichte sie den Komiker und Schauspieler Tom Green, den sie nach einem knappen halben Jahr, im Dezember 2001, wieder verließ. Die Ehe wurde am 15. Oktober 2002 offiziell geschieden. Zwischen November 2007 und 2010 war sie mit ihrem Schauspielerkollegen Justin Long liiert.[8][9]

Am 2. Juni 2012 heiratete Drew Barrymore den Kunsthändler Will Kopelman auf ihrem Anwesen in Kalifornien. Der Hochzeit ging eine fünfmonatige Verlobungsphase voraus.[10][11] Im September 2012 wurde sie Mutter einer Tochter. [12][13], im April 2014 kam die zweite Tochter zur Welt.[14]

Außerdem ist sie Patentante von Courtney Loves und Kurt Cobains Tochter Frances Bean. Immer wieder zeigt sie auch humanitäres Engagement, spendete z. B. 2008 eine Million US-Dollar für das World Food Programme (Welternährungsprogramm) der Vereinten Nationen. Sie ist zudem als Botschafterin für das Programm tätig.[15]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Barrymore 2007 bei der Premiere von Glück im Spiel

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Drew Barrymore wurde mehrfach für ihre schauspielerischen Leistungen mit internationalen Filmauszeichnungen geehrt. Bereits 1983 gewann sie einen Young Artist Award für ihre Mitwirkung in E. T. – Der Außerirdische, gefolgt von zwei Golden-Globe-Nominierungen für Triple Trouble (1984) und Guncrazy (1992). 2010 erhielt sie für Grey Gardens den Preis der Hollywood Foreign Press Association.

Im Jahr 2001 war sie erstmals als schlechteste Nebendarstellerin in Freddy Got Fingered, sowie zwei Jahre später als schlechteste Schauspielerin in Der Appartement Schreck für eine Goldene Himbeere nominiert.

Am 3. Februar 2004 wurde die Schauspielerin mit einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame verewigt.

Am 27. April 2007 kam Drew Barrymore auf das Titelblatt des US-Magazins People, nachdem sie auf Platz eins der Liste der schönsten Menschen der Welt gewählt wurde.[16]

2010 gewann Barrymore für Grey Garden ihren ersten Golden Globe Award (Beste Hauptdarstellerin in einer Mini-Serie oder Fernsehfilm) sowie den Screen Actors Guild Award.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Drew Barrymore – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Georg Seeßlen: Drew Barrymore, Bertz Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-929470-34-9, S. 29ff.
  2. vgl. International Herald Tribune vom 9. März 1993
  3. vgl. Frankfurter Rundschau vom 22. September 1995: „Das einzige, was über die selbstzufriedene Oberfläche des Films herausragt und ihn erwähnenswert macht, ist das subtile und rührende Schauspiel von Drew Barrymore, ihr scheinbar müheloses Oszillieren zwischen den verschiedenen Konfigurationen des Wahnsinns
  4. Business Data for Charlie's Angels
  5. vgl. Top actress salaries are quoteworthyVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter bei hollywoodreporter.com (30. November 2007)
  6. David Kleingers: Regiedebüt von Drew Barrymore. Dieses "Roller Girl" reißt mit. auf: Spiegel Online. 1. September 2011
  7. Whip it auf Rotten Tomatoes am 1. September 2009
  8. Eunice Oh: Exhausted Drew Barrymore Is Ready for a Rebirth. In: People. 10. Juli 2010, abgerufen am 12. Juli 2010 (englisch).
  9. Amanda L. Pentler: Breakup with Drew Barrymore leaves Justin Long too 'distraught' to work. In: Daily News. 11. August 2008, abgerufen am 12. Juli 2010 (englisch).
  10. Michelle Tauber: Drew Barrymore Weds Will Kopelman. In: People. 2. Juni 2012. Abgerufen am 2. Juni 2012.
  11. Liz Raftery: Drew Barrymore Engaged to Will Kopelman. In: People. 5. Januar 2012. Abgerufen am 5. Januar 2012.
  12. http://kurier.at/freizeit/leute/4502461-drew-barrymore-hat-eine-tochter.php
  13. http://www.stern.de/lifestyle/leute/drew-barrymore-im-mutterglueck-schauspielerin-bringt-tochter-zur-welt-1903585.html
  14. http://celebritybabies.people.com/2014/04/22/drew-barrymore-welcomes-daughter-frankie/
  15. Website des World Food Programme
  16. PEOPLE's Most Beautiful stars of 2007, Artikel auf people.com, Abgerufen am 26. April 2007