Fedora (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Fedora
Originaltitel Fedora
Produktionsland Frankreich
Deutschland
Originalsprache Englisch
Griechisch
Französisch
Erscheinungsjahr 1978
Länge 116 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Billy Wilder
Drehbuch Billy Wilder
I.A.L. Diamond
Produktion Billy Wilder
Musik Miklós Rózsa
Kamera Gerry Fisher
Schnitt Stefan Arnsten
Fredric Steinkamp
Besetzung

Fedora wurde 1978 von Billy Wilder nach einer Kurzgeschichte von Thomas „Tom“ Tryon gedreht.

Handlung[Bearbeiten]

Der unabhängige Filmproduzent Detweiler sucht den mythischen, zurückgezogen lebenden Filmstar Fedora bei Korfu auf einer kleinen Insel in der Villa Kalypso auf, weil er sie für einen Film gewinnen will. Obwohl Fedora eigentlich eine uralte Dame sein müsste, tritt sie ihm jugendfrisch konserviert gegenüber, wie in ihrem letzten Film, der allerdings auch schon wieder einige Jahre zurückliegt.

Ihr kleiner Kreis von Vertrauten, eine alte Gräfin im Rollstuhl, eine argwöhnische Krankenschwester und ein bizarrer plastischer Chirurg tun alles, um Fedora von anderen Menschen abzuschirmen und kontrollieren dabei jeden einzelnen ihrer Schritte. Detweiler kann sich nur wundern, dass Fedoras Seelenleben und ihre Liebesbedürfnisse offenbar auch auf dem Stand einer sehr viel jüngeren Frau stehen geblieben sind. Außerdem scheint sie von Drogen abhängig zu sein.

Detweiler gelingt es, bis zu ihr durchzudringen und sein Angebot zu unterbreiten: Fedora schöpft Hoffnung, ihrem Exil und der Überwachung auf Korfu entfliehen zu können, findet aber, als sie von der Entourage nach Paris verschleppt wird, auf einem Dorfbahnhof ihren Tod. Für die Fans und die Presse wird die Beerdigung des Stars von der Gräfin, der Krankenschwester und dem Wunderdoktor nach allen Regeln der Kunst inszeniert.

Detweiler kann in einem letzten Gespräch der Gräfin die wahre Geschichte Fedoras entreißen: Die Frau, die gerade beerdigt wurde, war nur in den letzten Jahren die „echte“ Fedora, in Wirklichkeit war sie deren Tochter, die nach einer missglückten Schönheitsoperation die Rolle der Mutter übernommen hatte, bis sie sich unsterblich in ihren Filmpartner Michael York verliebte…

Kritik[Bearbeiten]

film-dienst 14/1978: Der Film ist ein „Boulevard der Dämmerung“ als Satire, ein Abgesang auf Hollywood, auf das Kino alter Schule, auf Billy Wilders klassische Filme nicht zuletzt. … Ein Alterswerk, das seinen Rang vornehmlich dadurch erreicht, dass es in Kauf nimmt, von allen missverstanden zu werden.

Hintergründe[Bearbeiten]

Die Figur der Fedora in der Original-Kurzgeschichte von Tom Tryon scheint auf Elementen aus den Biografien und den Karrieren von Marlene Dietrich, Greta Garbo, Gloria Swanson und Corinne Griffith zu beruhen. Billy Wilder hat den zeitlichen Rahmen der Geschichte um mehrere Jahrzehnte verlegt: Tom Tryons Fedora beginnt ihre Karriere in den frühen 1910er Jahren, in Billy Wilders Film ist die jüngere Fedora ein großer Star in der Zeit des Zweiten Weltkriegs.

Sowohl Buch als auch Film sind mit zahlreichen Anspielungen auf die technische Seite der Verjüngungen mit den entsprechenden Prozeduren gespickt: Professor Serge Voronoff und seine Affenhoden-Implantate werden ebenso erwähnt, wie es Hinweise auf die Frischzellen-Therapie nach Paul Niehans und seine Klinik La Prairie gibt.

Ursprünglich war Faye Dunaway die Rolle der Fedora angeboten worden. Die Rolle ging schließlich an Marthe Keller, die die junge und die alte Fedora spielen sollte. Als dies nicht möglich war, weil eine Kopfverletzung beim Anbringen von speziellen Make-up-Teilen große Schmerzen auslöste, beschloss Billy Wilder, die Rolle der alten Fedora getrennt zu besetzen. Hierfür wurde Hildegard Knef engagiert. Auch Marlene Dietrich soll gefragt worden sein, die Gräfin Sobryanski zu spielen.

In der deutschen Synchronfassung wird die junge Fedora nicht von der deutschsprachigen Marthe Keller (sie ist Schweizerin), sondern ebenfalls von Hildegard Knef gesprochen.

Billy Wilder wurde vorgeworfen, er habe über weite Strecken ein Plagiat seines eigenen Films Sunset Boulevard von 1950 gedreht.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1982 Fotogramas de Plata für den besten (ausländischen) Film an Billy Wilder, gemeinsam mit Atlantic City (1980)

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas Tryon: Fedora oder die Vergessenen. Ein Roman in 4 Episoden (Originaltitel: Crowned Heads). Deutsch von Hermann Stiehl. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1982, 404 S., ISBN 3-499-14955-9

Weblinks[Bearbeiten]