Die Hindenburg

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Dieser Artikel ist über den Spielfilm von 1975. Zum Fernsehfilm von 2011 siehe Hindenburg (2011), zu weiteren Bedeutungen siehe Hindenburg.
Filmdaten
Deutscher Titel Die Hindenburg
Originaltitel The Hindenburg
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1975
Länge 125 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Robert Wise
Drehbuch Nelson Gidding,
Richard A. Levinson (Geschichte),
William Link (Geschichte)
Produktion Robert Wise
Musik David Shire
Kamera Robert Surtees
Schnitt Donn Cambern
Besetzung

Die Hindenburg ist ein von Robert Wise produzierter und inszenierter Katastrophenfilm aus dem Jahr 1975, der vom Absturz des deutschen Verkehrsluftschiffes LZ 129 „Hindenburg“ handelt. Dabei wird jedoch zugunsten der Spannung eine fiktive Geschichte erzählt, die auf den Spekulationen über einen Anschlag auf das Luftschiff basiert. Grundlage für das Drehbuch war vor allem das Buch Hindenburg. Der letzte Flug von LZ 129 (Originaltitel: The Hindenburg) von Michael M. Mooney.

Handlung[Bearbeiten]

Der dramatische Untergang des Luftschiffes Hindenburg im Jahre 1937.

Durch Drohungen gewarnt, und um das Gerücht zu überprüfen, ein Saboteur könne die Fahrt nach Amerika behindern und dieses bedeutsame Symbol des Dritten Reiches vernichten, beauftragt die Gestapo, Reichspropagandaminister Joseph Goebbels, den Luftwaffenoberst Franz Ritter mit der Überwachung der Sicherheit des Luftschiffes und schleust gleichzeitig einen Agenten unter die Passagiere.

Vieles scheint verdächtig, und im Zuge von Nachforschungen gesteht ein Besatzungsmitglied Franz Ritter, dass er eine Bombe an Bord versteckt hat, die nach der Landung explodieren soll. Ritter, der selbst auch keineswegs zufrieden mit der Politik des NS-Regimes ist, ist unschlüssig, versucht Zeit zu gewinnen.

Kurz vor der Landung in Lakehurst, New Jersey, entschließt er sich zum Widerstand. Die Bombe soll 90 Minuten nach der Landung explodieren. Doch die Landung verzögert sich. Franz Ritter versucht zwar noch, die Katastrophe abzuwenden, doch zu spät. Er und 35 andere finden in den Flammen den Tod.

Hintergründe[Bearbeiten]

Einige Szenen sind an reale Vorkommnisse der Zeppeline angelehnt, fanden jedoch nicht auf der letzten Fahrt des Zeppelins statt.

So beschreibt der Film eine Situation, in der die Bespannung des Luftschiffs reißt und unter großer Gefahr für einige Mannschaftsmitglieder repariert wird. Ein zu Grunde liegender Vorfall ereignete sich am 13. Oktober 1928 auf dem Luftschiff LZ 127 „Graf Zeppelin“ bei seiner ersten Nordatlantikfahrt. Auch der Blüthner-Flügel, der im Film gezeigt wird, befand sich bei den Fahrten 1937 nicht mehr an Bord.

Beweise über einen Anschlag auf die Hindenburg sind bis heute nicht gefunden worden, es gibt nur Spekulationen über das, was passiert ist. Womöglich haben elektrische Spannungen die neuartige Lackierung der Außenwand entzündet, oder es wurde eine Bombe an Bord geschmuggelt.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Der Film kommt mit nur einem Modell aus. Die Außenaufnahmen des Zeppelins bestehen zum großen Teil aus Matte Paintings des Spezialisten Albert Whitlock. Diese Arbeit wurde 1976 mit dem Oscar für die besten Spezialeffekte belohnt. Das über sieben Meter lange Modell aus dem Film ist heute im National Air & Space Museum in Washington, DC zu sehen.
  • Die Hindenburg bekam vier weitere Oscar-Nominierungen für das Szenenbild, die Kamera, den Ton und die Soundeffekte, für die Peter Berkos den zweiten Oscar entgegennehmen konnte.
  • Die Welturaufführung des Films war am 25. Dezember 1975 (USA), die deutsche Erstaufführung am 16. April 1976 und die erste Aufführung der ungekürzten Filmversion in Deutschland am 13. August 1995 als Fernseh-Ausstrahlung auf West 3. Die grammatikalische Korrektheit des deutschen Verleihtitels ist umstritten. Die Firma Zeppelin benutzte in zeitgenössischen Veröffentlichungen auch die männliche Namensform „Der Hindenburg“.
  • Dass es der Film mit der Genauigkeit nicht so ernst nimmt, zeigt sich unter anderem daran, dass einer der Passagiere wegen der bevorstehenden Übernahme von Opel durch General Motors nach Amerika reist. Opel wurde bereits 1929 von GM übernommen.

Kritiken[Bearbeiten]

  • „Ein mit großem Aufwand routiniert inszenierter Katastrophenfilm, der unter Einbindung zeitverhafteter Schicksale das bis heute nicht aufgeklärte Unglück als Folge eines antinazistischen Sabotageaktes erscheinen läßt und ein aktuelles Schlaglicht auf den Stellenwert einer hochentwickelten Technik innerhalb von Ideologie und politischem Gegenkampf wirft.“ – Lexikon des internationalen Films[1]
  • „[…] sorgfältig inszenierte, halbdokumentarische Rekonstruktion des nie aufgeklärten Geschehens von bestechender technischer Brillanz; mit eingearbeitet in melodramatischer Hollywoodmanier ist das Gerücht von antinazistischer Sabotage.“ (Wertung: 3 Sterne = sehr gut) – Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz in Lexikon Filme im Fernsehen (Erweiterte Neuausgabe). Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 367

DVD-Veröffentlichung[Bearbeiten]

  • The Hindenburg. Universal Studios 1998 – US-DVD
  • Die Hindenburg. Universal Studios 2007 – Deutsch 2.0 Mono – Deutsche Untertitel

Soundtrack[Bearbeiten]

  • David Shire: The Hindenburg. Original Motion Picture Soundtrack. Intrada – digital überarbeitete Original-Einspielung der Filmmusik unter der Leitung des Komponisten

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael M. Mooney: Die Hindenburg. Der letzte Flug von LZ 129 (Originaltitel: The Hindenburg). Deutsch von Antonio Schmidt-Brentano. Bastei-Verlag Lübbe, Bergisch Gladbach 1979, 255 S., ISBN 3-404-01346-8
  • Sgonn – Die Chronik eines masurischen Dorfes, Eigenverlag 1985, Verfasser Wilhelm Treude, Auflage 230 Stück; Das Buch enthält eine Kurz-Biografie von Max Pruß (Pruss), Kapitän der „Hindenburg“. Geburtsort war Sgonn in Ostpreußen. Mitgeteilt von der Historische-masurische-Vereinigung

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Hindenburg im Lexikon des Internationalen Films