Doppelgänger

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Doppelgänger (Begriffsklärung) aufgeführt.
Rudolph Moshammer (Original)
Rudolph Moshammer (Doppelgänger)

Ein Doppelgänger ist eine Person, die einer bestimmten anderen Person im Aussehen stark ähnelt, jedoch nicht wie ein Zwilling das Genom teilt. Ein vollkommener Doppelgänger ist praktisch so gut wie unmöglich, was ihn interessant für Kunst und Religion macht. Der Begriff „Doppelgänger“ wird auch in vielen anderen Sprachen verwendet. Wie z. B. im Englischen, Französischen, Italienischen, Portugiesischen und Spanischen, aber auch im Thai, Chinesischen und im Russischen, zurückzuführen auf die deutsche Romantik.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Realität

Doppelgänger sind Personen, die einer anderen zum Verwechseln ähnlich sehen. Politiker und Stars verwenden Doppelgänger gelegentlich aus Sicherheits- und Zeitgründen. So spielen Stuntmen körperlich gefährliche Filmrollen. Sogenannte Körperdoubles springen z. B. bei Nacktszenen ein. Meist jedoch werden Doppelgänger bei Firmenevents als Blickfang und „prominente Gäste“ eingesetzt oder spielen in Werbefilmen mit. Über Doppelgänger von Politikern wird immer wieder spekuliert, häufig fehlt es aber an Fakten.

[Bearbeiten] Kunst

Das Doppelgängermotiv war ein häufiges Motiv in bildender Kunst und Literatur, besonders der Romantik. Heute wird dieses Motiv verstärkt im Film verwendet: künstlich erzeugte Personen, Personen, die ihr Aussehen verändern können, und solche, die in einer Computerwelt leben. In der Vergangenheit besonders häufig im deutschen Expressionismus und Film noir.

Das Interesse der Kunst im Doppelgängermotiv hat philosophische und psychologische Hintergründe. Es kann hier leicht durch bekannte Phänomene der Realität in die Fantasie übergegangen werden. So lässt sich ein Doppelgänger durch ähnliches Aussehen, ähnliche Angewohnheiten oder etwa eine ähnliche Stimme finden (siehe auch Synchronsprecher). Diese Ähnlichkeiten beeinflussen unsere Wahrnehmung. Ganz leicht werden Emotionen wachgerufen, was wiederum die Aufnahme von Fiktivem erweitert. Philosophisch stellt sich die Frage nach der Einzigartigkeit des Menschen.

[Bearbeiten] Weiteres Vorkommen

  • In vielen Kulturen und Religionen spielen doppelgängerartige Wesen eine wichtige Rolle. In der Form einer Schutzgottheit gilt es als Ebenbild des Menschen in Pflanzen- oder Tiergestalt; Mensch und Gott sind hier stark verbunden. So in der westafrikanischen Religion der Akan und in der erloschenen nordamerikanischen Aztekenkultur (Gott: Nagual).
  • In der Radiästhesie (auch „Geopathologie“) gilt der Doppelgänger (bioplasmatischer Körper/Fluidalkörper/Ätherkörper) als energetische Erscheinungsform des Menschen, die Krankheiten wahrnimmt, bevor sie messbar werden.
  • Bei der dissoziativen Identitätsstörung (oft mit Schizophrenie verwechselt) bilden sich mehrere Teilpersonen aus einer heraus, wobei der Begriff des Doppelgängers fallen kann.
  • Wer das seltene Capgras-Syndrom hat, glaubt, jemand aus dem engen Familienkreis sei durch einen Doppelgänger ersetzt.
  • In Psychoanalyse und Psychologie ist der Begriff des Doppelgängers meist negativ belegt. Sigmund Freud spricht vom Doppelgänger als dem „verdrängten Anteil im Ich“. C. G. Jung spricht vom „dunklen Doppelgänger“, (vergl. Archetypus).
  • Rudolf Steiner spricht davon, dass es mehrere Doppelgänger, auch selbst erschaffene, geben kann.
  • Der Begriff des Doppelgängers wird verstärkt mit dem Begriff des Klonens in Zusammenhang gebracht.
  • Es gibt Doppelungen in allen Bereichen der Wissenschaft, Kunst und Religion. Diese stehen zwar nicht direkt mit dem Begriff Doppelgänger in Zusammenhang, lassen sich aber teilweise ähnlich deuten. So zum Beispiel in der Musik eine Doppelfuge, in der zwei Themen verarbeitet sind. Der Dualismus in der Philosophie beschreibt Gegensätze in der Natur.
  • Die Verwendung dieses deutschen Begriffs im Englischen ist deutlich mit Gefahr und Bedrohung belegt und wird häufig, auch in der Umgangssprache (dann aber oft ironisch gemeint), mit evil twin (dt. der bösartige Zwilling) gleichgesetzt.

[Bearbeiten] Beispiele

[Bearbeiten] Auflistung: Doppelgänger-Motiv in der Kunst

Literatur:

Filme:

Bildende Kunst:

Musik:

[Bearbeiten] Literatur

  • Forderer, Christof: Ich-Eklipsen. Doppelgänger in der Literatur seit 1800 (= M-und-P-Schriftenreihe für Wissenschaft und Forschung) Stuttgart, Weimar 1999, S. 199-210.
  • Haun, Michael: Werbung mit dem Doppelgänger eines Prominenten (Dissertation der Fakultät für Rechtswissenschaften der Universität Bielefeld) Hamburg 2003.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

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