Herta Müller

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Herta Müller, Nobelpreis für Literatur 2009, bei einer Lesung in Estland 2011

Herta Müller (* 17. August 1953 in Nitzkydorf, Rumänien) ist eine Schriftstellerin aus dem Banat. In ihren Werken thematisiert Müller die Folgen der kommunistischen Diktatur in Rumänien und sie übt öffentlich Kritik an intellektueller Feigheit.[1] Müllers poetologische Praxis lässt sich als ein ästhetisch inszeniertes Widerstandsmanöver beschreiben.[2] Zunehmend werden in Müllers Werk die Collagen zentraler. Sie verbinden das Visuelle mit dem Sprachlichen und weisen neuerdings in Bauweise und Inhalt eine Wendung zum Poetischen und Spielerischen auf.[3]

Im Jahr 2009 wurde Herta Müller der Nobelpreis für Literatur zuerkannt.

Leben[Bearbeiten]

Werdegang[Bearbeiten]

Herta Müller auf der Frankfurter Buchmesse (2012)

Herta Müller, deren Familie zur deutschen Minderheit in Rumänien gehörte, wurde als Banater Schwäbin im Banat geboren. Ihr Großvater war ein wohlhabender Bauer und Kaufmann und wurde unter dem kommunistischen Regime in Rumänien enteignet. Ihre Mutter wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zu jahrelanger Zwangsarbeit in ein ukrainisches Lager deportiert. Ihr Vater, ehemals Soldat der Waffen-SS in der 10. SS-Panzer-Division „Frundsberg“,[4] verdiente seinen Lebensunterhalt als Lkw-Fahrer.[5] Als Schülerin in Timișoara (deutsch Temeswar) lernte sie erst im Alter von 15 Jahren die rumänische Sprache. Nach dem Abitur studierte Müller von 1973 bis 1976 an der Universität des Westens Timișoara Germanistik und Rumänistik. Ab 1976 arbeitete sie als Übersetzerin in einer Maschinenfabrik, wurde allerdings 1979 nach ihrer Weigerung, mit dem rumänischen Geheimdienst Securitate zusammenzuarbeiten, entlassen. Zeitweise war Müller als Lehrerin tätig, unter anderem am deutschsprachigen Nikolaus Lenau Lyzeum in Timişoara, arbeitete in Kindergärten und erteilte Privatschülern Deutschunterricht.

In Timișoara stand Müller zunächst den Autoren der Aktionsgruppe Banat nahe: Richard Wagner, Ernest Wichner, Gerhard Ortinau, Rolf Bossert, William Totok, Johann Lippet, und anderen. Nach der Zerschlagung der Gruppe durch die Securitate im Jahre 1976 organisierten sich die Autoren erneut im offiziellen Literaturkreis der Timișoaer „Schriftstellervereinigung Adam Müller-Guttenbrunn“ um den Dichter und Chefredakteur der örtlichen deutschsprachigen Zeitung Nikolaus Berwanger. In diesem Schriftstellerkreis, zu dem nun auch Helmuth Frauendorfer, Roland Kirsch, Horst Samson und Werner Söllner gehörten, war Herta Müller die einzige Frau.[6]

Nachdem sie dreimal die Bundesrepublik Deutschland besucht hatte (erstmals 1984),[7] reiste Herta Müller 1987 mit ihrem damaligen Ehemann Richard Wagner nach Deutschland aus. Das deutsche Auffanglager empfand sie als „sehr bedrückend“.[Anmerkung 1] In den folgenden Jahren erhielt sie eine Reihe von Lehraufträgen als Writer in residence an Universitäten im In- und Ausland. 1998 wurde sie auf die „Brüder-Grimm-Gastprofessur“ der Universität Kassel berufen, 2001 hatte sie die Tübinger Poetik-Dozentur inne, 2005 war sie „Heiner-Müller-Gastprofessorin“ an der Freien Universität in Berlin, wo sie heute lebt.[8]

Herta Müller gehörte bis zu ihrem Austritt 1997 dem P.E.N.-Zentrum Deutschland an. Seit 1995 ist sie Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

1990 trennte sich Müller von ihrem Ehemann Richard Wagner. Im gleichen Jahr traf sie ihren jetzigen Ehemann Harry Merkle, mit dem zusammen sie das Drehbuch zum Spielfilm "Der Fuchs – Der Jäger" (1993) verfasste.

Herta Müller und der rumänische Geheimdienst[Bearbeiten]

2008 äußerte Müller in einem Gespräch, sie sei auch noch in Deutschland seitens der Securitate mit dem Tod bedroht und von ihren Gegnern unter den Banater Schwaben mit anonymen Briefen belästigt worden.[8] Im gleichen Jahr kritisierte sie in einem offenen Brief die Einladung des Historikers Sorin Antohi und des Germanisten Andrei Corbea-Hoișie zu einer Tagung des „Berliner Rumänischen Kulturinstituts“ am 25. Juli 2008, da beide Informanten der Securitate im kommunistischen Rumänien waren.[9][10]

Herta Müller beschrieb, welchen Maßnahmen des rumänischen Geheimdienstes sie „zur Kompromittierung und Isolierung“ ausgesetzt war und noch heute sei. Die Akten der Securitate über die Aktionsgruppe Banat offenbarten aus Müllers Sicht, dass sie durch Diskreditierungsmaßnahmen unglaubwürdig gemacht werden sollte. Müller nimmt an, dass von der Securitate entworfene Briefe an deutsche Rundfunkanstalten geschickt wurden, in denen sie als Agentin denunziert wurde. Weiterhin beschuldigten sie führende Personen der Landsmannschaft der Banater Schwaben, von denen Müller vermutet, dass sie informelle Mitarbeiter der Securitate waren und im Auftrag der Rumänischen Kommunistischen Partei schrieben.[7]

2005 war zunächst berichtet worden, dass die über Müller angelegte Akte der Securitate nach Angaben des Nationalen Rats für das Studium der Archive der Securitate (CNSAS) vernichtet sei.[11] Über den Teil ihrer Securitate-Akte, zu der sie mittlerweile Einsicht erhielt, schrieb Müller: „Frisieren kann man es nicht nennen, die Akte ist regelrecht entkernt.“ Die Akte mit dem Namen Cristina besteht aus drei Bänden mit 914 Seiten und soll am 8. März 1983 angelegt worden sein, enthält jedoch Dokumente aus den Jahren davor. Grund für die Eröffnung der Akte waren „Tendenziöse Verzerrungen der Realitäten im Land, insbesondere im dörflichen Milieu“, sowie die Zugehörigkeit zu dem „Zirkel deutschsprachiger Dichter“, der „bekannt ist für seine feindseligen Arbeiten“.[7]

Werk und Würdigungen[Bearbeiten]

Müller auf der Leipziger Buchmesse (2007)

Herta Müller begann als Gymnasiastin zu schreiben und veröffentlichte ihre Werke in den „Lenauschülerstimmen“, in „Universitas“ und dem „Kulturboten“ der Neuen Banater Zeitung.[12] Die neuere Prosa aus Österreich, vor allem die Romane von Thomas Bernhard und Franz Innerhofer und die Freundschaft zu Richard Wagner und dem Dichter Rolf Bossert wiesen die Richtung für ihre eigene Literatur. Sie wolle mit ihren Texten ausdrücken, wie Diktaturen Menschen ihrer Würde beraubten. Sie habe „auf die Angst vor dem Tod mit einem Durst nach Leben“ reagiert und sei vom Regime Nicolae Ceaușescus verfolgt worden, weil sie sich geweigert habe, Informantin zu werden.[13] Zu ihrer Weltanschauung äußerte sie sich in einem Text über Utopien: „Der Glaube an Gott ist die erste Utopie, vor der ich versagt habe. Und die zweite ist die Utopie vom Glück des Volkes in einer hellen Zukunft.“[8]

Am 8. Oktober 2009 wurde die Verleihung des Nobelpreises für Literatur 2009 an Herta Müller bekanntgegeben.[14] Sie habe „mittels Verdichtung der Poesie und Sachlichkeit der Prosa Landschaften der Heimatlosigkeit“ gezeichnet, hieß es in der Würdigung. Begründet wurde die Vergabe des Nobelpreises mit der Intensität der von ihr verfassten Literatur.[15] Zwei Tage vor der offiziellen Verleihung des Literaturnobelpreises sagte Herta Müller vor der Akademie der Wissenschaften in Stockholm am 8. Dezember 2009 unter anderem, sie habe als junge Frau in einer rumänischen Maschinenfabrik zwei Jahre als Übersetzerin gearbeitet. Dann sei dreimal ein Geheimdienstmitarbeiter erschienen, um sie zu nötigen, für die Securitate Spitzeldienste zu leisten. Dies habe sie verweigert, indem sie das Anwerbeblatt zerriss. Er habe sie darauf mit dem Tode bedroht, doch sie dachte: „Wenn ich das mache, kann ich nicht mehr mit mir leben.“ Jeden Morgen hätte sie danach zum Appell beim Chef erscheinen müssen, der sie gefragt hätte, wann sie sich eine neue Stellung suchen würde. Nachdem ihr das Büro entzogen worden war, hätte sie auf der Treppe Übersetzungen anfertigen müssen, die niemand angefordert hätte; so sei sie zum Schreiben gekommen. Unter den Kollegen sei verbreitet worden, sie arbeite für den Geheimdienst; ein Gerücht, gegen das sie sich nicht hätte wehren können. „Die Kollegen dachten von mir genau das, was ich verweigert hatte.“[16]

Sprache und Poetologie Herta Müllers[Bearbeiten]

Herta Müller ist ihren Weg „immer neu und immer anders abgeschritten. Und doch ist ihr Stil sich auf eine einzigartige Weise gleich geblieben. Ein Stil, der, an der östlichen Peripherie des Deutschen angesiedelt, von einer robusten Handgreiflichkeit und zugleich zarten Textur ist“, befand Andrea Köhler in ihrem Beitrag in der NZZ 1993.[17] Günther Rüther beschreibt zwanzig Jahre später die Sprache in Müllers Gesamtwerk so: Von Buch zu Buch wechsele die Melodie, doch ihre Tonart sei unverwechselbar. Müllers spannungsreiche Bilderwelt sei eigentümlich: „Ihre Sprache ist bildreich und sparsam, schön und zugleich hart.“[18] Köhler leitet Müllers sprachliche Eigenheiten folgendermaßen her: Weil sich der Kern ihrer dörflich geprägten Sprache dem Schleifstein der städtischen Umgangsform hartnäckig widersetzte, haben sich deren rauhe Konturen beim Gang durch die Städte behauptet. „Eine Sprache, die den tückischen Jargon der Diktatur nicht elegant umschifft, sondern unbeugsam unterläuft, weil ihre poetische Wahrheit mit Todesangst erkauft ist.“[17] Müller bereichere heute thematisch und poetisch die deutsche Literatur in einer Weise, wie dies einst Franz Kafka, Joseph Roth oder Paul Celan vom Rand des deutschen Kultur- und Sprachraums in Ost- und Südosteuropa her vermocht hätten, so Rüther.[18]

Bedeutung, Verschiebung und das Unberechenbare

Herta Müllers Sprache hat „sowohl etwas Verführerisches wie auch etwas Beunruhigendes.“ Sie ist „äußerst präzise, und dennoch oder vielleicht gerade deshalb, hat man als Leser den Eindruck, dass da etwas nicht stimmt,“ so Sissel Lægreid in einem literaturwissenschaftlichen Beitrag von 2013. Es geht ihr beim Lesen von Herta Müller manchmal so „wie bei den Texten Kafkas, ich weiß nicht mehr, was ich glauben soll und spüre dementsprechend ein gewisses Unbehagen.“ Man könne kaum zwischen Wahrheit und Lüge unterscheiden, denn es fehle der unmittelbare logisch-semantische Zusammenhang. Wenn man genau hinsieht, scheint das, was gesagt wird, „weder auf etwas Bestimmtes hin zu weisen noch etwas Sinnvolles im Hinblick auf die intendierte Meinung zu gewährleisten.“ Es werden pro Aussage mehrere Deutungsmöglichkeiten angelegt, die sich gegenseitig aufheben können, weil das Gesagt und Geschriebene über sich hinaus auf etwas anderes hintendiert. Was anscheinend da ist, erweist sich meist als etwas anderes. Hat man versucht, die semantische Leerstelle zu füllen, eine Bedeutung zu schaffen, muss der Entwurf im nächsten Schritt revidiert werden. Lægreid vermutet als Grund für ihr Unbehagen beim Lesen, dass es in den Texten von Herta Müller „ein Missverhältnis oder ein fehlendes Gleichgewicht zwischen den Wörtern und den Dingen vorherrschend ist.“[2] Rüther formuliert es so: Müllers Wörter und Sätze entziehen sich einer klaren Zuordnung, „weil sie stets im Spannungsverhältnis zwischen Erzähler und Leser eine eigene neue Wirklichkeit erzeugen.“ Sie „eröffnen dem Leser Assoziationsräume“.[18]

Herta Müller hat erläutert, wie für sie beim Lesen und im eigenen Schreiben das Konstituieren von Bedeutung vonstatten gegen kann: "... das, was man nicht aufschreibt, spürt man in dem, was man aufschreibt. Das Gesagte muss behutsam sein mit dem, was nicht gesagt wird. / Ich merke es an den Texten anderer Autoren, ich fühle es aus den Büchern. Das, was mich einkreist, seine Wege geht beim Lesen, ist das, was zwischen den Sätzen fällt und aufschlägt, oder kein Geräusch macht. Es ist das Ausgelassene", so Müller in ihren poetologischen Essays Der Teufel sitzt im Spiegel. Wie Wahrnehmung sich erfindet (1991).[19] Diese Auslassungen sind es, die den Leser*nnen Freiräume und eigene Erfahrungsmöglichkeiten eröffnen und worin sich die eigene Wahrnehmung entfalten kann, schreibt Clemens Ottmers 1994.[20] Müller hat auch darauf hingewiesen, welche Beweggründe es für ein bestimmtes Merkmal ihrer Sätze gibt, und warum sich dieses Merkmal im Prozess des Schreibens zeigt: „Die Unruhe ist in der Stille der Wahrnehmung ein Überfall. Versucht man den Überfall beim Schreiben zu treffen, die Drehung, durch die der Sprung ins Unberechenbare einsetzt, muß man in kurzen Takten seine Sätze schreiben, die von allen Seiten offen sind, für die Verschiebung.“[19] Der Elebnishorizont kann mit Hilfe von Auslassungen sowohl auf Seiten der Autor*n als auch auf Leser*nnen-Seite durchbrochen werden und die autobiographischen Grenzen des Textes werden beiderseits überschreitbar.[20]

Mit der Sprache könne man, so Herta Müller, über den „Teufelskreis der Diktaturen“ nicht alles aussagen, aber schriftlich könne „man sich über alles äußern und dadurch und durch andere Gesten“ – hier erinnert sie an ihre Mutter während der Deportation – „die Würde bewahren“. Dies sei die Freiheit, die der Unterdrückte habe. Die Freiheit werde umso größer, „je mehr Wörter wir uns nehmen können“. „Nichts stimmt, aber alles ist wahr.“ Die Wörter bilden eine Pantomime der Wirklichkeit in Aktion, parallel zu dieser Wirklichkeit. Es erinnere sie an die „akute Einsamkeit des Menschen“. Das Thema „Diktatur“ sei „immer implizit da“.[21]

Sprache als Werkzeug, „umgekehrte Ingenieurskunst“

Herta Müller schreibt 1991 zur Wirkung des Zerlegens: „Der Frosch des Diktators, hat man ihn zerlegt in einzelne Details, er provoziert.“[19] Aus Sicht von Stig Sæterbakken praktiziert Herta Müller „die umgekehrte Ingenieurskunst der Schriftstellerin“.[22] Das Lesen wird ein bisschen wie wenn man ein Auto mental in seine Bestandteile zerlegt: „Je länger wir schauen, umso weniger Auto wird es und um so mehr Einzelteile, um so mehr erfahren wir darüber, woraus die Dinge wirklich bestehen, wie sie konstruiert und zusammengebaut sind.“ Müller konkretisiert Worte zu Dingen: Hunger wird zum Gegenstand, der Tod ein weißer Bart. Zu diesem Prozess gehört „die stringente Syntax und der ausgeprägt poetische Rhythmus all ihrer Texte, mit denen sie auch immer die Materialität von Sprache betont.“ Mittels dieser Demontage von Bedeutungskonstruktionen „können wir unser Bewusstsein für die einzelnen Bestandteile schärfen“ und mit Worten „Dinge aufeinander legen, Gegenstände so lange aufeinander stapeln, bis es zuviele werden und alles zusammenstürzt“, so Sæterbakken.[22]

In ihrem Schreibstil, so Müller, setze sie oft Konjunktive, „damit es korrekt ist, aber die Sprache wirkt gestochen dadurch. Der Dialekt war nicht kompliziert, und das ist für mich schön und sinnlich. Wenn ich kann, gehe ich sofort in die direkte Rede. Die Sprache bleibt nah bei dem, woher man sie hat.“ „Ich mag keine abstrakten Begriffe in meinen Texten. Das Wort Diktatur zum Beispiel würde ich nie schreiben.“ Manchmal verwendet Müller eine weibliche Bezeichnung für Wörter, die im Deutschen männlich sind, wobei sie oftmals das Geschlecht bestimmter Wörter aus der rumänischen Sprache adaptiert. „Schreiben“ sei „auch hören“. Sie lese alles, was sie schreibe, „laut, und wenn es nicht gut“ klänge, dann stimme „etwas nicht. Die geschriebene Sprache sollte immer eine mündliche sein“.[23] Müller kombiniert Auditives und Visuelles. Was bisher nicht materiell war, wird durch dieses Kombinieren materialisiert. Müllers philologischem Bewusstsein und sprachkritischem Anliegen kommt man auf die Spur, indem man versucht, „das Geschriebene nicht nur zu sehen sondern auch zugleich zu hören.“[2] Müller weiter: „Sprache ist für mich etwas von außen. Sie kann alles, ich misstraue ihr auch. Es gibt sie nicht für sich, sie läuft nur parallel zu dem, was passiert.“ „Ich will in meinen Büchern sagen, was im Leben passiert. Sprache ist nur das Werkzeug.“[23]

„Ständig schreib ich dir Karten. Die Karten vollgeschrieben. Und ich leer.“

Herta Müller: Reisende auf einem Bein (1989)

Dieses Zitat kann als Beispiel dafür dienen, wie Müller Sprache als Werkzeug nutzt. Was im Leben passiert, wird hier nicht nur grammatikalisch, sondern auch visuell deutlich gemacht: um wie viel voller die geschriebene Karte ist als der Satz danach mit „ich“. Nur der erste ist noch grammatikalisch vollständig, den beiden folgenden fehlt schon das Verb. Und es wird vom ersten zum zweiten zum dritten Satz nicht nur die Anzahl der Wörter gemindert, sondern auch die Anzahl der Silben.[24]

Müllers Collagen[Bearbeiten]

Müller verwendet Collage als Metapher, als Struktur und als künstlerische Praxis. Collage als Motiv war zuerst in Reisende auf einem Bein (1989) zu finden. Inzwischen wird die Verbindung zwischen verschiedenen Modi des künstlerischen Ausdrucks in Müllers Werk zentraler. Die jüngeren Collagen bringen im Zusammenspiel von Bild und Sprache zunehmend das Poetische und Spielerische zur Geltung.[3]

Müller entgegnet auf die Gattungsfrage, es sei „eine Art zu schreiben, sonst gar nichts“. Mit der bildhaften Sprache in den Collagen verstehe sie sich nicht als bildende Künstlerin, es sei eher das „handwerkliche, das ihr dabei“ gefalle.[23] Ihre Collagen seien zu instinktiv und intuitiv, berichtet Edith Ottschofski[25] von Müllers Lesung beim Internationalen Literaturfestival Berlin am 7. September 2012, bei der sie ihren neuesten Band Vater telefoniert mit den Fliegen vorstellte, der 187 Collagen umfasst. Susanne Beyer stellte 2012 in einem Spiegel-Interview mit Herta Müller fest, dass sich Literaturwissenschaftler „mit der Gattungsdefinition“ nicht leicht tun: „Der eine spricht von ‚Gedichtbildern‘, ein anderer von ‚Kürzestgeschichten‘ oder ‚Prosagedichten‘.“[23] Julia Müller etwa stellt fest, dass der Paratext bei allen vier Publikationen dieser Art, Der Wächter nimmt seinen Kamm. Vom Weggehen und Ausscheren (1995), Im Haarknoten wohnt eine Dame (2000), Die blassen Herren mit den Mokkatassen (2005) und Vater telefoniert mit den Fliegen (2012), über eine Gattung keinen Aufschluss gibt und eine Zuordnung daher als problematisch anzusehen ist. Es sei unklar, ob es sich um Lyrik mit zugehörigen Illustrationen handelt oder um Collagen mit Text- und Bildelementen. Ferner, ob jede Karte für sich ein abgeschlossendes Artefakt gilt oder ob sich die einzelnen Seiten der Postkartenbücher zueinander verhalten wie Bestandteile eines Zyklus.[26]

In der Ausstellung „Wortkünstler / Bildkünstler“ im Rahmen der Internationalen Tagen Ingelheim 2013 bildeten die Wort- und Textcollagen Müllers den radikalen, aber auch poetischen Endpunkt der Ausstellung. Die Autorin zeigte ihre Werke, in denen sie mit ausgeschnittenen Wörtern aus Zeitschriften häufig skurril anmutende Texte entstehen lässt, in Collagen von eigener bildkünstlerischer Ästhetik.[27],[4]

Niederungen (1982/84)[Bearbeiten]

Hauptartikel: Niederungen

Ihr erstes Buch Niederungen, dessen Manuskript vor der Veröffentlichung über vier Jahre vom Verlag zurückgehalten wurde, konnte 1982 in Rumänien nur in zensierter Fassung erscheinen.[28] Während Intellektuelle „die kritische und sprachlich innovative Darstellung lobten“,[29] empfanden Teile der Banater Schwaben ihr Werk als „Nestbeschmutzung“. Bereits die Veröffentlichung der in dem Band enthaltenen Satire Das Schwäbische Bad im Mai 1981 in der Neuen Banater Zeitung löste bei den Lesern zum Teil heftig Polemiken aus.[30] In einer heftigen Leserbriefdiskussion fühlten sich einige Banater Schwaben „entlarvt, gedemütigt und beschimpft“.[12] Die widersprüchliche Kritik setzte sich in westdeutschen Feuilletons fort.[29][31]

Reisende auf einem Bein (1989)[Bearbeiten]

Hauptartikel: Reisende auf einem Bein

Herta Müller schreibt mit Reisende auf einem Bein das Genre des Großstadtromans aus der Sicht einer fremden deutschsprachigen Frau um.[32] Irene ist Mitte Dreißig und verlässt mit behördlicher Genehmigung ein von Militärs regiertes „anderes Land“. Sie kommt mit einem einzigen Koffer nach Westdeutschland, wo sie hofft, ein neues Zuhause zu finden. Das, was vertraut werden sollte, scheint allerdings ebenfalls ein „anderes Land“ zu sein.[33] Sie findet Aufnahme in einem Übergangsheim und erhält schließlich die deutsche Staatsbürgerschaft. Zurechtgefunden hat Irene sich noch nicht. Sie stellt eine Collage her, die sie mit ihren Blicken schrittweise abtastet.[34] Als Stadtläuferin lotet Irene die neue Stadt räumlich aus, die sie als Beobachterin und nicht als Teilhabende oder Anteilnehmende erlebt. Irene erkennt, dass ihr Leben zu Beobachtungen geronnen ist, die sie handlungsunfähig machen.[35] Es gibt keinen Handlungsfaden.[36] Die Labilität der Protagonistin Irene und ihre Kraft werden vor allem im Schreibstil zum Ausdruck gebracht. Weil die Normalität, die öffentlich zur Schau gestellt wird, in Irenes Wahrnehmung voll von Falschheit und Schwammigkeit ist und sie dem mit ihrer Sprache standzuhalten versucht, kann Irene ihre Vereinsamung nicht überwinden.[33] Auch die Erzählweise kann sich auf einem Bein nur hüpfend voranbewegen.[37] Der Schluss ist ambivalent, weil Irene einerseits davon träumt, weit wegzufahren und andererseits von Abschiednehmen nichts wissen will.[32]

Atemschaukel (2009)[Bearbeiten]

Hauptartikel: Atemschaukel

2009 wurde Müllers aktueller Roman Atemschaukel, der durch ein Grenzgänger-Stipendium[38] der Robert Bosch Stiftung gefördert wurde, für den Deutschen Buchpreis nominiert und gelangte ins Finale der besten sechs Romane.[39] In diesem Buch zeichnet die Autorin die Deportation eines jungen Mannes in ein sowjet-ukrainisches Arbeitslager nach, das exemplarisch für das Schicksal der deutschen Bevölkerung in Siebenbürgen nach dem Zweiten Weltkrieg steht. Als Modell diente ihr dabei das Erleben des 2006 verstorbenen Lyrikers und Georg-Büchner-Preisträgers Oskar Pastior, dessen mündliche Erinnerungen Herta Müller in mehreren Heften notiert hat. Viele Jahre später während ihrer Gespräche mit Oskar Pastior über seine Deportation erzählte er ihr Dinge, die sie an diese Begebenheiten ihrer Jugend erinnerten. Ihr Großvater hatte nach dem Ende des Ersten Weltkriegs resümiert: „Wenn die Fahnen flackern, rutscht der Verstand in die Trompete.“ Dies wurde der Leitspruch ihres Lebens. „Ich beschloss, die Trompete nicht zu blasen.“ Die „Todesangst“ erzeuge „Lebenshunger“ und dieser den „Worthunger“. In ihrer Rede zur Verleihung des Nobelpreises nannte sie als Hintergrund zum Roman Personen und Umstände, die ihr das Schreiben ermöglicht hätten, so Oskar Pastiors Einfluss, aber auch die Liebe ihrer Mutter, die sie in der Frage konzentrierte: „Hast du ein Taschentuch [dabei]?“ Kein anderer Gegenstand im Haus wäre so wichtig gewesen wie das Taschentuch. Es sei universell nutzbar gewesen: für Schnupfen, Nasebluten, die verletzte Hand, das Weinen oder das Draufbeißen, um das Weinen zu unterdrücken. Eines hätte ihr auf einer Treppe als Büro gedient, als ihr Betrieb in Rumänien versuchte, sie zu entlassen. Das Fragen nach dem Taschentuch brächte sie mit der Einsamkeit des Menschen, aber auch mit der Sicherheit, die die Mutter ihr bot, in Verbindung.[40]

Kritisches zum Werk[Bearbeiten]

  • Claudio Magris meinte Ende der 1980er Jahre, Müller verfalle im Zuge theoretischer Überlegungen manchmal „in eine Stereotypie, die nicht frei von Arroganz ist“, worin sie Thomas Bernhard, Peter Handke und Franz Innerhofer ähnele.[41]
  • Stimmen aus der Literaturkritik würden [1994] in Bezug auf die jüngeren Werke bemängeln, dass aus Herta Müllers zusammensetzten Einzelheiten nicht mehr so recht Bilder entstünden. Das liege daran, dass die Metaphern „zunehmend forciert wirken, daß jedes Detail schon über seine Grenzen hinausdeuten will“, so referiert es Clemens Ottmers 1994 in seinem Beitrag zu Müllers Essay-Band Der Teufel sitzt im Spiegel. Wie Wahrnehmung sich erfindet.[20]
  • An ihren journalistischen Texten werde kritisiert, wie Müller Regime gleichsetzt, die als verschieden angesehen werden müssten, so Lyn Marven in der ersten Fußnote ihres Beitrags von 2013.[3]
  • Einige werfen Müller vor, sie habe einen Themenwechsel in Richtung auf die Gegenwart in der Bundesrepublik nach 1990 versäumt. Dem halte die Autorin entgegen, dass es anderen selbstverständlich eingeräumt werde, zeitlebens über Verfolgung durch die Nazis zu schreiben, so Günther Rüther 2013. Er denkt unter anderem an Primo Levi, Jorge Semprún, Georges-Arthur Goldschmidt und Imre Kertész.[18]

Über die Rezeption[Bearbeiten]

Seit 1989 Reisende auf einem Bein erschienen ist, sind in Feuilletons Aussagen zu lesen gewesen, die wie asylbehördliche Vorbehalte in Außenstellen von Ausländerämtern klingen, befand Michael Naumann in seiner Rezension von Der König verneigt sich und tötet 2003 und fährt fort, da stehe etwas in dieser Art: „Zwar schreibe sie mit kraftvollen Metaphern über die Schrecken einer Diktatur, zwar gelinge ihr dies in einer eigentümlichen, unverwechselbaren Sprache - indes, dies alles spiele sich im Ausland ab ...“ [42]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Literarische Werke[Bearbeiten]

Prosa[Bearbeiten]

Lyrik (Collagen/Found Poetry) und Künstlerbücher[Bearbeiten]

Essays über Literatur[Bearbeiten]

  • „Wenn wir schweigen, werden wir unangenehm – wenn wir reden, werden wir lächerlich. Kann Literatur Zeugnis ablegen?“ In: Text und Kritik. Zeitschrift für Literatur. Themenheft Herta Müller, Nr. 155, Heft 7/2002, S. 6–17. Hg. von Heinz Ludwig Arnold.
  • zusammen mit Dagmar von Hoff: „Erzählen, Erinnern und Moral. Ruth Klügers weiter leben. Eine Jugend (1992).“ In: Erinnerte Shoah. Die Literatur der Überlebenden = The shoah remembered. Walter Schmitz (Hg.). Thelem, Dresden 2003. ISBN 3-935712-32-4, S. 203–222.

Interviews, Reden und Poetik-Vorlesungen[Bearbeiten]

  • Wie Wahrnehmung sich erfindet. Paderborner Universitätsreden, Heft 20, Paderborn 1990.
  • Der Teufel sitzt im Spiegel. Wie Wahrnehmung sich erfindet. 141 S., Rotbuch Verlag, Berlin 1991, ISBN 3-88022-767-5[45],[Anmerkung 10]
  • Eine Fliege kommt durch einen halben Wald. In: Literarisches aus erster Hand. 10 Jahre Paderborner Gast-Dozentur für Schriftsteller. Hg. Hartmut Steinecke. Igel, 1994, ISBN 3-927104-77-9, S. 173–186 (zuerst: Kursbuch (Zeitschrift) 110, Dezember 1992, S. 25–34)[Anmerkung 11]
  •  »Sag, daß du fünfzehn bist« – weiter leben, zweiter Teil des gemeinsamen Beitrags Dagmar von Hoff, Herta Müller: Erzählen, Erinnern und Moral. Ruth Klügers weiter leben. Eine Jugend (1992), in: Erinnerte Shoah. Die Literatur der Überlebenden = The shoah remembered. Walter Schmitz (Hrsg.), Thelem, Dresden 2003, S. 203–222, 2. Teil S. 209–221.
  • Mir war der rumänische Fasan immer näher als der deutsche Fasan. Ich will mit Utopien nichts mehr zu tun haben. Herta Müller im Gespräch mit Carlos A. Aguilera. In: Akzente, H. 5/2008, S. 401–411.
  • Tübinger Poetik Vorlesungen. Hörbuch. konkursbuch, Tübingen 2009, ISBN 978-3-88769-188-2.
  • „Ich glaube nicht an die Sprache.“ Herta Müller im Gespräch mit Renata Schmidtkunz. Buch mit CD. Wieser, Klagenfurt 2009, ISBN 978-3-85129-860-4.
  • „Ich hatte so viel Glück!“ Ein Gespräch mit Herta Müller. Herta Müller im Gespräch mit Ulrich Greiner.[46]
  • Gespräch mit Herta Müller auf der Frankfurter Buchmesse 2009 über ihren neuen Roman „Atemschaukel“, mit Maritta Hübinger, Deutschlandradio Kultur, Radiofeuilleton, 17. Oktober 2009, 11:05 Uhr
  • „Lebensangst und Worthunger“. Im Gespräch mit Michael Lentz. Leipziger Poetikvorlesung 2009. Suhrkamp, Berlin 2010, ISBN 978-3-518-12620-2.[47]

Herausgeberschaft[Bearbeiten]

  • Theodor Kramer: Die Wahrheit ist, man hat mir nichts getan. Wien 1999.
  • Die Handtasche. Künzelsau 2001.
  • Wenn die Katze ein Pferd wäre, könnte man durch die Bäume reiten. Künzelsau 2001.

Adaptationen[Bearbeiten]

Hörbücher[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

  • Herztier. UA Maxim Gorki Theater Berlin am 20. April 2009. Regie Felicitas Bruckner, mit Anja Schneider
  • Niederungen. UA Staatstheater Temeswar am 29. September 2012. Regie Niky Wolcz

Filmografie[Bearbeiten]

  • 1993: Vulpe – vânător (Der Fuchs - Der Jäger), Regie: Stere Gulea

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Herta Müller 2009 in Frankfurt

Herta Müller erhielt unter anderem folgende Auszeichnungen:

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedmar Apel, Norbert Otto Eke, Michael Günther (Hrsg.): Die erfundene Wahrnehmung. Annäherung an Herta Müller. Mit ausführlicher Bibliographie. Igel Wissenschaft, Paderborn 1991, ISBN 3-927104-15-9.
  • Clemens Ottmers: Schreiben und Leben. Herta Müller „Der Teufel sitzt im Spiegel. Wie Wahrnehmung sich erfindet“ 1991. In: Paul Michael Lützeler Hg.: Poetik der Autoren. Beiträge zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Fischer TB, Frankfurt 1994, ISBN 3-596-11387-3[Anmerkung 14]
  • Walter Hinck: Das mitgebrachte Land der H. M. In: Sinn und Form H. 1, 1995, 47. Jg., S. 141–146. Anlässlich der Verleihung des Kleist-Preises
  • Herta Haupt-Cucuiu: Eine Poesie der Sinne. Paderborn 1996, ISBN 3-89621-031-9.
  • Ralph Köhnen (Hrsg.): Der Druck der Erfahrung treibt die Sprache in die Dichtung. Bildlichkeit in Texten Herta Müllers. Peter Lang, Frankfurt 1997, ISBN 3-631-30662-8.
  • Lennart Koch: Macht nichts, macht nichts – Herta Müllers Blick auf die Wende.[52]
  • Friedmar Apel: Turbatverse. Ästhetik, Mystik und Politik bei H. M.[Anmerkung 15] In: Akzente. Zeitschrift für Literatur. Hanser, München 44. Jg. H. 2, April 1997, S. 113–126.
  • Antje Harnisch: Ausländerin im Ausland. H. M.s „Reisende auf einem Bein“. In: Zs. Monatshefte für deutschen Unterricht, deutsche Sprache und Literatur. Wisconsin UP, Madison Vol. 89, H. 4, 1997 ISSN 0026-9271[Anmerkung 16]
  • Brigid Haines: Herta Müller. Wales UP, Cardiff 1998, ISBN 0-7083-1484-8[Anmerkung 17]
  • Urs Meyer: Sprachbilder oder Bildsprache? Herta Müllers mediale Miniaturen. In: Germanistik in der Schweiz. Online-Zeitschrift der SAGG, H. 6, 2009, Online-Zugriff: Sprachbilder oder Bildsprache? Herta Müllers mediale Miniaturen
  • Grazziella Predoiu: Faszination und Provokation bei Herta Müller. Frankfurt 2000, ISBN 3-631-37105-5.
  • Nina Brodbeck: Schreckensbilder. Zum Angstbegriff im Werk H. M.s. Marburg, Universität, Diss. phil., 2000 Online-Zugriff www.archiv.ub.uni-marburg.de Kein Print verfügbar
  • Herta Müller. In: Text und Kritik, München 2002[Anmerkung 18]
  • Carmen Wagner: Sprache und Identität. Literaturwissenschaftliche und fachdidaktische Aspekte zum Werk von Herta Müller. Igel, Oldenburg 2002, ISBN 3-89621-156-0.
  • Thomas Daum & Karl-Friedrich Geißler (Hrsg.): Herta Müller. Carl-Zuckmayer-Medaille des Landes Rheinland-Pfalz 2002. Brandes & Aspel, Frankfurt 2003, ISBN 3-86099-776-9.
  • Astrid Schau: Leben ohne Grund. Konstruktion kultureller Identität bei Werner Söllner, Rolf Bossert und Herta Müller. Bielefeld 2003
  • Bogdan Dascalu: Held und Welt in Herta Müllers Erzählungen. Hamburg 2004, ISBN 3-8300-1318-3.
  • Diana Schuster: Die Banater Autorengruppe. Selbstdarstellung und Rezeption in Rumänien und Deutschland. Hartung-Gorre, Konstanz 2004, ISBN 3-89649-942-4 (zugl. Diss. phil. Univ. Iași 2004)
  • Valentina Glajar: The Discourse of Discontent: Politics and Dictatorship in Hert Müller's 'Herztier'. In: Glajar, The German Legacy in East Central Europe. As Recorded in Recent German Language Literature.. S. 115–160. Camden House, Rochester NY 2004.
  • Paola Bozzi: Der fremde Blick. Zum Werk Herta Müllers. Würzburg 2005, ISBN 3-8260-3252-7.
  • Symons Morwenna: Room for Manoeuvre. The Role of Intertext in Elfriede Jelinek's „Die Klavierspielerin“, Günter Grass’s „Ein weites Feld“, and Herta Müller’s „Niederungen“ and „Reisende auf einem Bein“. London 2005, ISBN 1-904350-43-7.
  • Lyn Marven: Body and Narrative in German Literature. Herta Muller, Libuse Moníková, and Kerstin Hensel. Oxford UP 2005, ISBN 1-904350-43-7[Anmerkung 19]
  • Jutta Dornheim: Die Wasser kauenden Enten der Herta M. Kulturpoetische Betrachtungen zur Verleiblichung von Gerüchten. In: Kuckuck. Notizen zur Alltagskultur. (Leseprobe) Graz, Heft 2 / 2006
  • Iulia-Karin Patrut: Schwarze Schwester – Teufelsjunge. Ethnizität und Geschlecht bei Herta Müller und Paul Celan. Böhlau, Köln 2006, ISBN 3-412-33805-2.
  • Cosmin Dragoste: Herta Müller – metamorfozele terorii. Editura Aius PrintEd, Craiova 2007, ISBN 978-973-1780-32-0.
  • Anja Maier: Fremdelnde Dinge. Alltagsgegenstände in H. M.s „Der König verneigt sich und tötet“. in Michael C. Frank u. a. Hg.: Fremde Dinge. Zeitschrift für Kulturwissenschaften. 1, 2007 ISSN 9783-9331 S. 53–61.
  • Maria S. Grewe: Estranging Poetic. On the Poetic of the Foreign in Selected Works by Herta Müller and Yoko Tawada. Columbia University, New York 2009 OCLC 423284646
  • Katja Suren, Dissertation: Ein Engel verkleidete sich als Engel und blieb unerkannt: Rhetoriken des Kindlichen bei Natascha Wodin, Herta Müller und Aglaja Veterany. Universität Paderborn, 2010.[53][Anmerkung 20]
  • Wolfgang Beutin: Herta Müller. In: Preisgekrönte. Peter Lang Verlag, Frankfurt a. M. 2012, ISBN 978-3-631-63297-0, S. 339–360.
  • Cristina Rita Parau: "Atemwende" – "Atemschaukel". Paul Celan und Herta Müller: Differenzen und Homologien. In: Andrea Benedek u. a. (Hrsg.): Interkulturelle Erkundungen: Leben, Schreiben und Lernen in zwei Kulturen. Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang, 2012. Teil 1, S. 373–386.
  • Hedayati-Aliabadi, Minu: Der Fremde Blick — ein fremdes Auge. Transmediale Inszenierung von Schrift und Bild in Herta Müllers Collagen (Dieser Artikel ist Open Access). Textpraxis. Digitales Journal für Philologie, No. 5, 2/2012
  • Norbert Otto Eke: Laudatio. Widerstehen und Widersprechen. In: Ehrenpromotion der Fakultät für Kulturwissenschaften der Universität Paderborn an Herta Müller. Paderborn, 29.10.2012. Hg. Norbert Otto Eke. Paderborn: Universität, 2013, S. 14–27.
  • Herta Müller. Politics and aesthetics. Ed. by Bettina Brandt and Valentina Glajar. University of Nebraska Press, Lincoln 2013. ISBN 978-0-8032-4510-5. pdf[54]
  • Julia Müller: Sprachtakt. Herta Müllers literarischer Darstellungsstil. Böhlau, Köln/ Weimar/ Wien 2014. (Dissertation Jena 2009) ISBN 978-3-412-22151-5 Inhaltsverzeichnis

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Herta Müller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Videomaterial

Audiomaterial

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Helga Kraft, Herta Müller, fembio.org, zuletzt aktualisiert am 8. Dezember 2012
  2. a b c Sissel Lægreid: „Sprachaugen und Wortdinge. Herta Müllers Poetik der Entgrenzung.“ In: Dichtung und Diktatur. Die Schriftstellerin Herta Müller, herausgegeben von Helgard Mahrdt, Würzburg: Königshausen & Neumann, 2013, S. 55–79, ISBN 978-3-8260-5246-0
  3. a b c Lyn Marven: ›So fremd war das Gebilde‹: The Interaction between Visual and Verbal in Herta Müller's Prose and Collages, in: Herta Müller, Oxford University Press, Oxford 2013, S. 64–83.
  4. a b Der Tagesspiegel, Katrin Hillgruber: Der Himmel über dem Banat. 29. April 2010.
  5. Herta Müller im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  6. Süddeutsche Zeitung, Richard Schwarz: Der Kreis um Niki Berwanger. 17. Oktober 2009.
  7. a b c Die Zeit: Die Securitate ist noch im Dienst. 23. Juli 2009.
  8. a b c Ilka Scheidgen: Fünfuhrgespräche. Zu Gast (u. a.) bei Herta Müller. Kaufmann Verlag, Lahr 2008, S. 63–64, 72.
  9. Frankfurter Rundschau: Spitzel in der Sommerakademie. 23. Juli 2008.
  10. Siebenbürger Zeitung: „Spitzelaffäre“ in Berlin. 9. August 2008, abgerufen im September 2008.
  11. Siebenbürger Zeitung: Aufarbeitung der Securitate-Akten erst in der Anfangsphase. 4. Juni 2005.
  12. a b Frankfurter Allgemeine Zeitung, Katharina Kilzer: Als Herta Müller den Müller-Guttenbrunn-Preis erhielt. 9. Oktober 2009.
  13. Die Welt: Rumäniendeutsche Herta Müller: Nobelpreis für das amputierte Leben. abgerufen am 7. Dezember 2009.
  14. Nobelstiftung: Literaturnobelpreis für deutsche Schriftstellerin Herta Müller. abgerufen am 8. Oktober 2009.
  15. Die Zeit: Nobel-Juroren lesen gerne Deutsch. 8. Oktober 2009.
  16. Frankfurter Allgemeine Zeitung: Jedes Wort weiß etwas vom Teufelskreis. 7. Dezember 2009.
  17. a b Andrea Köhler: Der Schneezackensaum der Sätze. Herta Müllers poetische Erweiterung der Wahrnehmung. In: Neue Zürcher Zeitung, 27. September 2003, Nr. 224, Literatur und Kunst, S. 66.
  18. a b c d Günther Rüther: Herta Müller. Literatur der Angstüberwindung, in: ders. Literatur und Politik. Ein deutsches Verhängnis? Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2013, S. 188–199, Anmerkungen S. 318–319.
  19. a b c Herta Müller, Der Teufel sitzt im Spiegel. Wie Wahrnehmung sich erfindet. [Poetik-Vorlesungen 1990 an der Universität Paderborn] 141 S., Rotbuch Verlag, Berlin 1991, 2. Auflage 1995, ISBN 3-88022-767-5, S. 19, 19, 27.
  20. a b c Clemens Ottmers: Schreiben und Leben. Herta Müller "Der Teufel sitzt im Spiegel. Wie Wahrnehmung sich erfindet" 1991. In: Paul Michael Lützeler Ed.: Poetik der Autoren. Beiträge zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Fischer Taschenbuch, Frankfurt 1994, S. 279–294, S. 290.
  21. Deutschlandfunk: Kulturfragen. 13. Dezember 2009.
  22. a b Stig Sæterbakken: Jeder Satz ist ein Ereignis. Essay. In: Dichtung und Diktatur. Die Schriftstellerin Herta Müller, herausgegeben von Helgard Mahrdt, Würzburg: Königshausen & Neumann, 2013, S. 177–190, ISBN 978-3-8260-5246-0
  23. a b c d Susanne Beyer, Ich habe die Sprache gegessen, Interview mit Herta Müller, spiegel.de, 27. August 2012.
  24. Herta Müller, Reisende auf einem Bein, Fischer Taschenbuchverlag, Frankfurt am Main erschien, 3. Auflage 2013, ISBN 978-3-596-18778-2, S. 134.
  25. Edith Ottschofski, Vom „Herzkran“ und der „Heimat zum Quadrat“, siebenbuerger.de, 23. September 2012
  26. Julia Müller (2014): Sprachtakt. Herta Müllers literarischer Darstellungstil, 324 S., Böhlau, Köln/ Weimar/ Wien 2014, ISBN 978-3-412-22151-5, S. 211
  27. Internationale Tage: Wortkünstler / Bildkünstler. Von Goethe bis Ringelnatz. Und Herta Müller. 28. April bis 7. Juli 2013
  28. Verena Auffermann: Leidenschaften. 99 Autorinnen der Weltliteratur. C. Bertelsmann Verlag 2009, ISBN 978-3-570-01048-8, S. 378–382.
  29. a b Renate Rechtien, Karoline Von Oppen: Local - Global Narratives. (German Monitor 68). Rodopi, 2007, ISBN 90-420-2261-2, S. 335, hier S. 300.
  30. Eckard Grunewald (Red.): Berichte und Forschungen – Jahrbuch des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im Östlichen Europa. Band 11, Abschnitt „Die Wahrheit / Neue Banater Zeitung“, München, 2003, S. 156.
  31. Friedrich Christian Delius: Jeden Monat einen neuen Besen, spiegel.de, 30. Juli 1984.
  32. a b Antje Harnisch: "Ausländerin im Ausland". Herta Müllers Reisende auf einem Bein, in: Monatshefte für deutschen Unterricht, deutsche Sprache und Literatur, 89 (1997), 4, S. 507–520.
  33. a b Hans Ester, Reizigster op één been, Trouw 18 (1993), S. 4.
  34. Ralph Köhnen: Über Gänge. Kinästhetische Bilder in Texten Herta Müllers, in: Der Druck der Erfahrung treibt die Sprache in die Dichtung. Bildlichkeit in Texten Herta Müllers, herausgegeben von Ralph Köhnen, P. Lang, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-631-30662-8, S. 123–138.
  35. Maria Kublitz-Kramer: Die Freiheiten der Strasse. Zu Herta Müllers Reisende auf einem Bein. In: Frauen in der Literaturwissenschaft, Rundbrief 41, April 1994, S. 5–8.
  36. Ursula Homann: Herta Müller. Reisende auf einem Bein, in: Deutsche Bücher, Band 20 (1990), S. 109–110.
  37. Karl Schulte: Reisende auf einem Bein. Ein Mobile, in: Der Druck der Erfahrung treibt die Sprache in die Dichtung. Bildlichkeit in Texten Herta Müllers, herausgegeben von Ralph Köhnen, P. Lang, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-631-30662-8, S. 53–62
  38. Robert Bosch Stiftung: Grenzgänger-Programm der Robert Bosch Stiftung
  39. Die Zeit: Sechs Romane für Deutschen Buchpreis nominiert. 16. September 2009, abgerufen am 16. September 2009.
  40. Frankfurter Allgemeine Zeitung: Jedes Wort weiß etwas vom Teufelskreis. 7. Dezember 2009.
  41. Claudio Magris, Die Donau. Biografie eines Flusses. Aus dem Italienischen übersetzt von Heinz-Georg Held, 477 S., Hanser, München/Wien 1988, S. 361, ISBN 3-446-14970-8; zitiert bei Bernhard Doppler: Die Heimat ist das Exil. Eine Entwicklungsgestalt ohne Entwicklung. Zu Reisende auf einem Bein, in: Die erfundene Wahrnehmung. Annäherung an Herta Müller, herausgegeben von Norbert Otto Eke, Igel Verlag Wissenschaft, Paderborn 1991, ISBN 3-927104-15-9, S. 95–106, S. 101.
  42. Michael Naumann, Mundhimmel. Herta Müller hat mit ihrem neuen Essayband eine Poetik über Dichtung in Diktaturen verfasst, DIE ZEIT, Nr. 07 [2003]/ Literatur.
  43. Postkartensammlung mit Bild-Text-Collagen, S. 18–19 in: Norbert Otto Eke: Laudatio. Widerstehen und Widersprechen. In: Ehrenpromotion der Fakultät für Kulturwissenschaften der Universität Paderborn an Herta Müller. Paderborn, 29.10.2012. Hg. Norbert Otto Eke. Paderborn, Universität 2013, S. 14–27.
  44. BUCHEpresse: elf Jahre später gegen Abend”. BUCHENpresse Dresden 2007/08
  45. Einige der Essays basieren auf den Poetik-Vorlesungen, die Müller an der Universität Paderborn gehalten hat, andere sind neu (laut Clemens Ottmers: Schreiben und Leben. Herta Müller "Der Teufel sitzt im Spiegel. Wie Wahrnehmung sich erfindet" 1991. In: Paul Michael Lützeler Ed.: Poetik der Autoren. Beiträge zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Fischer Taschenbuch, Frankfurt 1994, S. 279–294.) „Der Teufel sitzt im Spiegel“, schreibt Herta Müller, stamme von ihrer Großmutter: „Vielleicht begann alles mit dem harmlosen, sogar poetisch klingenden Verbot vor dem Spiegel [...] wenn ich leichtfüßig dastand, sogar ein bisschen froh mit mir, wer weiß weshalb...“ (erster Essay, S. 22).
  46. Die Zeit: Interview mit Herta Müller. Nr. 43, 15. Oktober 2009, S. 49.
  47. Rezension durch Theo Breuer: Herta Müller und die Wörter. in: Kulturmagazin Titel, 1. November 2010, abgerufen am 7. April 2011.
  48. Bild“, C. von Duehren: Warum nach 11Jahren unsere Liebe zerbrach. 12. November 2009.
  49. Hannoversche Allgemeine: Köhler würdigt Herta Müller als „Unbeugsame“. 6. Mai 2010, abgerufen am 7. April 2011.
  50. Universität Paderborn: Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller erhält Ehrendoktorwürde der Universität Paderborn, 24. April 2012, abgerufen am 29. Oktober 2012.
  51. Bayerische Staatsregierung: Seehofer zeichnet zehn verdiente Persönlichkeiten mit dem Bayerischen Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst aus. 23. November 1012, abgerufen 8. Dezember 2012
  52. Universität Oviedo: "Macht nichts, macht nichts" — Herta Müllers Blick auf die Wende. 12/2005.
  53. Universität Paderborn: Liste der Promotionen. abgerufen am 21. Dezember 2010.
  54. Das pdf enthält: Inhaltsverzeichnis; Introduction. By Bettina Brandt and Valentina Glajar; Kapitel 1: Herta Müller. Writing and Betrayal. By Allan Stoekl; Kapitel 2: Nobelpreisrede. Ins Englische übersetzt von Philip Boehm.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. 2008 äußerte sie dazu, sie empfinde es als Skandal, dass sich das Lager ausgerechnet gegenüber einem ehemaligen Parteigebäude der NSDAP befinde, und ergänzte: „Ich habe die Welt nicht mehr verstanden. [...] Die ganze Atmosphäre in dem Auffanglager war unerhört. [...] Man ist mit den Menschen höchst problematisch umgegangen. Und ich habe häufig gedacht: Wie mag es Menschen ergehen, die in dieses Land kommen, die nicht einmal die Sprache verstehen?“
    Quelle: Ilka Scheidgen: Fünfuhrgespräche. Zu Gast (u. a.) bei Herta Müller. Kaufmann Verlag, Lahr 2008, S. 63–64.
  2. Die vollständige Fassung enthält: 1. Die Grabrede, 2. Das Schwäbische Bad, 3. Meine Familie, 4. Niederungen, 5. Faule Birnen, 6. Drückender Tango, 7. Das Fenster, 8. Der Mann mit der Zündholzschachtel, 9. Dorfchronik, 10. Der deutsche Scheitel und der deutsche Schnurrbart, 11. Der Überlandbus, 12. Mutter, Vater und der Kleine, 13. Der Straßenkehrer, 14. Schwarzer Park, 15. Arbeitstag
  3. enthält 3 Erzählungen aus Niederungen und 3 weitere, die später wieder in Barfüßiger Februar gedruckt wurden: 1. Faule Birnen, 2. Drückender Tango, 3. Dorfchronik, 4. Die große schwarze Achse, 5. Drosselnacht, 6. Viele Räume sind unter der Haut.
  4. Sechs sehr kurze Geschichten: Wer nur Luft berührt, macht keine Reise. Hollunder wie zum Einschließen. Der Mann, der nicht gegessen hat. Bahnhofswelt. Pfirsiche der Greise. An den Zehen
  5. enthält 5 Geschichten aus dem Akzente-Heft von 1987 (ohne die dortige letzte) und zusätzlich: War so leblos wie ein roter Schal. & Quere.
  6. enthält außer den bei Drückender Tango genannten drei Erzählungen u. a. Die kleine Utopie vom Tode & Überall wo man den Tod gesehen hat. Eine Sommerreise in die Maramuresch. & Mein Schlagabtausch, mein Minderheitendeutsch.
  7. wesentlich kürzer als das spätere Buch, etwa ein Neuntel im Umfang, vieles wurde nicht ins Buch vom November 1989 übernommen, das Übernommene teilweise sprachlich abgeändert, ebenso die Reihung der Episoden
  8. Erschien im November 1989 mit 166 S. Zum varianten Teil-Vorabdruck siehe die Anmerkung zu voriger Nennung.- Weitere Neuauflagen ebd. 1992, Rowohlt 1995, Fischer TB 2010.- Übersetzungen ins Dänische, Schwedische, Niederländische, Italienische, Griechische und Englische
  9. Auszüge In: Akzente. Zs. für Literatur. H. 5 / Okt. 2008, S. 391–400.
  10. Die Verbindung von Tod/Teufel mit einem Spiegel ist seit dem Spätmittelalter und verstärkt seit dem Barock ein Vanitas-Symbol. In Daniel Hoffers (* 1470 † 1536) Holzschnitt erscheinen Tod und Teufel der eitlen Schönen im Spiegel; Der Teufel im Spiegel des eitlen Mädchens. Holzschnitt aus dem »Ritter von Turn«, Verlag Johann Bergmann von Olpe, Basel 1493; Grimms Märchen Schneewittchen; bei E. T. A. Hoffmann; ferner bei Jean Paul, Droste-Hülshoff, Lenau, Wilde und Rilke im Motiv des Doppelgängers.
  11. mit zusätzl. Materialien: s/w Porträt; Cover der 2000er Ausgabe (s.o.) mit handschr. Notizen H.M.s; 1 Blatt Vortragsmskr. in Masch.schr. mit handschr. Unterstr.; 1 Rezension ihrer Vorlesung in Neue Westfälische 27. Januar 1993; 1 Brief an den Hg. handschr.: 1 Kopie aus Der Wächter nimmt seinen Kamm. 1993, ohne Seitenang. (zur Zivilcourage); Programm ihrer sechs Poetikvorlesungen im WS 1989/90 in Paderborn.
  12. Die Preisverleihung fand am 1. November 2009 statt.
    Quelle: Der Spiegel: Preisverleihung in Frankfurt: Herta Müller rechnet mit evangelischer Kirche ab. 1. November 2009
    In ihrer Dankesrede setzte sich Müller dafür ein, die Geschichte der Judenverfolgung in Rumänien und Ungarn grundlegend aufzuarbeiten. Auch die deutschen Minderheiten in beiden Ländern hätten sich bisher mit ihrer Verstrickung in den Nationalsozialismus nur unzureichend auseinandergesetzt.
    Quelle: Deutschlandradio: Menschenrechtspreis für Herta Müller. 2. November 2009
    Nach Angaben der Jury fiel die Entscheidung zur Preisverleihung schon am 1. Oktober 2009, also bevor bekannt wurde, dass Herta Müller den Nobelpreis für Literatur erhalten würde.
    Quelle: Die Presse: Herta Müller erhält Franz-Werfel-Menschenrechtspreis. 13. Oktober 2009.
  13. Die Preisvergabe war am 27. März 2010 in Wolfsburg. Vorzeitige Bekanntgabe wegen des Nobelpreises am 8. Oktober 2009.
  14. Erläuterung zu Poetik-Vorlesungen Müllers
  15. Turbatverse sind durcheinander geworfene Worte, in Folge von Schnitten, Brüchen und Rissen
  16. Erläuterung zum Buch. Zs.-Band in Dtld. bei UB Trier vorhanden, Sign. 24/z 1126.
  17. darin: „Gespräch mit H. M.“, S. 14–24 (übriges Buch in Englisch)
  18. Bibliographie des Themensheftes unter Primärlit., 2002. Sekundär: Beiträge von Ernest Wichner, Ralph Köhnen, Josef Zierden, Friedmar Apel, Philipp Müller, Norbert Otto Eke, Jürgen Wertheimer, Angelika Overath; sehr detaill. Auswahlbibliographie einschl. Presse
  19. umfangreiche Literaturnachweise, insbes. Zeitungsinterviews mit H. M.. Online lesbar, siehe unter Weblinks
  20. Titel erscheint bei Helmer, Sulzbach 2011, ISBN 978-3-89741-316-0.