Empfingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Empfingen
Empfingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Empfingen hervorgehoben
48.39258.7097222222222499Koordinaten: 48° 24′ N, 8° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Freudenstadt
Höhe: 499 m ü. NHN
Fläche: 18,29 km²
Einwohner: 3859 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 211 Einwohner je km²
Postleitzahl: 72186
Vorwahl: 07485
Kfz-Kennzeichen: FDS, HOR
Gemeindeschlüssel: 08 2 37 024
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Mühlheimer Straße 2
72186 Empfingen
Webpräsenz: www.empfingen.de
Bürgermeister: Albert Schindler
Lage der Gemeinde Empfingen im Landkreis Freudenstadt
Landkreis Böblingen Landkreis Calw Landkreis Rastatt Landkreis Rottweil Landkreis Tübingen Ortenaukreis Zollernalbkreis Alpirsbach Bad Rippoldsau-Schapbach Baiersbronn Dornstetten Empfingen Eutingen im Gäu Freudenstadt Glatten Grömbach Horb am Neckar Loßburg Pfalzgrafenweiler Schopfloch (Schwarzwald) Schopfloch (Schwarzwald) Seewald Waldachtal WörnersbergKarte
Über dieses Bild
Blick auf Empfingen vom Flugzeug aus

Empfingen ist eine Gemeinde im Landkreis Freudenstadt in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde gehört die ehemalige Gemeinde Wiesenstetten zu der das Dorf Wiesenstetten und der Weiler Dommelsberg gehörte. Zur Gemeinde Empfingen im Gebietsstand vom 30. November 1971 gehört das Dorf Empfingen. Im Gebiet der früheren Gemeinde Empfingen liegt die nicht genau lokalisierte Wüstung Taha.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Empfingen wurde erstmals 772 im Lorscher Codex urkundlich erwähnt. Bis 1341 war es im Besitz der Grafen von Geroldseck, bevor es an die Grafen von Hohenberg kam. Diese verpfändeten den Ort 1373 an einen Volz von Weitingen. 1356 verkaufte das Kloster Reichenau den Kelnhof Empfingen an Konrad den Stahler von Rottenburg, Hofmeister Bischof Albrechts von Freising. Über verschiedene andere Herren, die Rechte an Empfingen erwarben, kam es 1552 an Jos Niklas II. von Zollern, seit 1576 gehörte es zur Herrschaft Hohenzollern-Haigerloch, die 1634 von der Herrschaft Hohenzollern-Sigmaringen übernommen wurde. Seit 1806 war es Teil des hohenzollerischen Oberamts Haigerloch im nun zum Fürstentum erhobenen Kleinstaat, der nach der Abdankung des Fürsten 1849 in Preußen aufging.

Von 1925 an gehörte Empfingen zum Landkreis Hechingen in der preußischen Quasi-Provinz Hohenzollernsche Lande. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der Ort zunächst zum neuen Bundesland Württemberg-Hohenzollern, das 1952 in Baden-Württemberg aufging. Im Zuge der Kreisreform 1973 kam Empfingen mit fünf weiteren hechingschen Gemeinden zum Landkreis Freudenstadt. Der heutige Ortsteil Wiesenstetten blickt auf eine vorderösterreichische und württembergische Geschichte zurück; vor der 1971 erfolgten Eingemeindung gehörte er zum damaligen Landkreis Horb.

Religionen[Bearbeiten]

Als hohenzollernsche Gemeinde blieb Empfingen auch nach der Reformation römisch-katholisch und gehört heute zum Dekanat Freudenstadt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Wappen von Wiesenstetten
  • 1. Dezember 1971: Wiesenstetten mit Dommelsberg (1833 nach Wiesenstetten eingemeindet)

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1844: 2000
  • 1961: 1747
  • 2000: 4037
  • 2005: 4133
  • 2010: 4137

Politik[Bearbeiten]

Seit 1975 bildet Empfingen mit Horb am Neckar eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:

Unabhängige Bürgerliste 8 Sitze
Bürgerunion 2 Sitze
WIR - Bürger für Empfingen 4 Sitze

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Empfingen ist durch die Bundesautobahn 81 (StuttgartSingen) an das überregionale Straßennetz angebunden. Außerdem führt die Bundesstraße 463 (PforzheimSigmaringen) durch den Ort.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Empfingen verfügt über eine Grund- und Werkrealschule, die auch für zwei Horber Stadtteile zuständig ist. Für die Kleinsten gibt es zwei gemeindliche und einen römisch-katholischen Kindergarten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

  • Dorfschmiedemuseum
  • Heimatmuseum in der Zehntscheuer

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Die Pfarrkirche St. Georg in Empfingen wurde 1858 vom fürstlich-hohenzollerischen Baumeister Josef Laur im neuromanischen Stil erbaut.[3]

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • In Empfingen wird alljährlich die schwäbisch-alemannische Fastnacht gefeiert. Ein Gerichtsprotokoll von 1784 beschreibt erstmals das „Masqueren“-Gehen. Die einheimischen Traditionsfiguren entstammen zum größten Teil aus dem bäuerlichen Umfeld, so der Strohbär und der Ausgestopfte oder Sauigel, welcher vom Typus her mit dem Wuascht oder Wuescht der Narrozunft Villingen verwandt ist. Ein seltenes Brauchtum sind die Rußhexen, die am Rußigen Donnerstag (Schmotziger) den Passanten im Ort mit Ofenruß das Gesicht beschwärzen. Ursprüngliche Vermummung waren Stoffgardinen, heute noch von Rußhexen und Ausgestopften getragen. Holzmasken hielten erst zwischen 1920 und 1930 mit der Figur des „Schantle“ in Empfingen Einzug und wurden teilweise von den einheimischen Handwerkern selbst geschnitzt. Die Narrenzunft Empfingen gibt es seit 1951. Sie übernahm nach ihrer Gründung die Traditionsfiguren Kneller, Hexe, Schantle, Bäuerle, Bajass und Domino aus dem freien, überlieferten Brauchtum der einheimischen dörflichen Fastnacht. Der peitschenknallende Kneller entstammt einer alten Fuhrmannstradition. Die Hexen trugen ursprünglich die einheimische abgelegte Frauentracht und waren mit Ofengabeln am Fasnetssonntag, -montag und -dienstag unterwegs. Die Narrenzunft gestaltete zwischen 1952 und 1955 diese alte Figur um, um die Trachtenbekleidung vor dem Untergang zu retten, ebenso die männliche Trachtenkleidung des „Bäuerle“. Aus dem „Bäuerle“ wurde das Osterbachmännle. Seit 2005 gibt es bei der Narrenzunft eine Gruppe „Alt-Empfinger Fasnet“, in der alle historischen Empfinger Fasnetsfiguren komplett vertreten sind.
  • Beatparade, die einzige Technoparade in Baden-Württemberg und eine der größten noch durchgeführten deutschen Technoparaden.[4][5]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Konstantin Hank (* 18. Juni 1907 in Wiesenstetten; † 19. März 1977 in Schramberg), Politiker (CDU), erster Oberbürgermeister von Schramberg
  • Hubert Deuringer (1924–2014), Orchesterleiter und Liedgutsammler

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 643–645
  3. St. Georgskirche; abgerufen am 9. Januar 2011
  4. http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.empfingen-beatparade-legt-empfinger-hotel-lahm.6ff6b460-b08a-4422-bbec-fb0d2d935eb0.html
  5. http://www.ravesite.de/paraden/index.php?sort=besucherzahl

Weblinks[Bearbeiten]

BW
 Commons: Empfingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien