Europäische Zwergstaaten

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Andorra Monaco Liechtenstein San Marino Vatikanstadt Malta
Europäische Zwergstaaten

Unter der Bezeichnung europäische Zwergstaaten (auch Mikrostaaten) fasst man die Staaten zusammen, die aus der europäischen Geschichte mit ganz besonders kleiner Landfläche hervorgegangen sind, deren Eigenständigkeit jedoch uneingeschränkt anerkannt wird: Andorra, Liechtenstein, Malta, Monaco, San Marino und der Staat Vatikanstadt.

Europäische Zwergstaaten mit besonderem EU-Rechtsstatus

Die sechs europäischen Zwergstaaten[Bearbeiten]

Luftansicht von Monaco

Tabellarische Übersicht:

Rang Land / Territorium Fläche (km²) Einwohner
1 VatikanstadtVatikanstadt Vatikanstadt 000,44 832
2 MonacoMonaco Monaco 002,02 32.965
3 San MarinoSan Marino San Marino 061 31.948
4 LiechtensteinLiechtenstein Liechtenstein 160 36.149
5 MaltaMalta Malta 316 417.608
6 AndorraAndorra Andorra 468 85.015

Es ist der geringen Größe der Zwergstaaten geschuldet, die deren natürlichen Ressourcen und ihre Bevölkerungszahl begrenzt, dass die meisten von ihnen besondere, auf ihre geringe Größe zugeschnittene wirtschaftliche Maßnahmen ergriffen haben – meist durch Senkung der Steuern und das Anwerben von Investitionen. Viele der Zwergstaaten haben Zollunionen mit ihren großen Nachbarn geschlossen, um ihre wirtschaftliche Lage zu verbessern (Vatikanstadt und San Marino mit Italien, Liechtenstein mit der Schweiz und Monaco mit Frankreich). Dank dieser Unionen kommen Monaco, Andorra, der Vatikan und San Marino teilweise in den Genuss von Vorzügen der Europäischen Union, ohne ihr beigetreten zu sein. Diese Zwergstaaten verwenden z.B. alle den Euro als Währung und prägen eigene Euromünzen. Da zu den Nachbarstaaten keine Grenzkontrollen bestehen, sind sie indirekt auch Teil des Schengenraums. Liechtenstein hat formalere Bindungen an die Europäische Union. Das Land nimmt über das EWR-Abkommen am europäischen Wirtschaftsraum teil und ist auch Schengenmitglied. Malta dagegen ist ein EU-Vollmitglied.

Eingeschränkt souveräne Kleinstaaten[Bearbeiten]

Weiterhin gibt es einige Gebiete in Europa, die zwar z.B. Außenpolitik und Verteidigung nicht selbst übernehmen, aber innenpolitisch weitestgehend autonom sind:

  • Kanalinseln Guernsey and Jersey (direkt mit der Krone verbunden, kein Teil des Vereinigten Königreiches, sondern Reste des früheren Herzogtums der Normandie)
  • Isle of Man (wie die Kanalinseln seit alters her kein Teil des Vereinigten Königreiches, sondern direkt mit der Krone verbunden)
  • Gibraltar ist ein Überseeterritorium des Vereinigten Königreichs. Es hat eine eigene Regierung, welche die Aufgaben der Selbstverwaltung erfüllt.
  • Färöer (autonome Inselgruppe im Nordatlantik unter dänischer Oberhoheit)
  • Åland (zu Finnland gehörende Inselgruppe, die weitreichende Autonomie hat)

Spiele für die Kleinstaaten Europas[Bearbeiten]

Es gibt eine regelmäßige Sportveranstaltung unter europäischen Klein- und Zwergstaaten, die Spiele der kleinen Staaten von Europa (GSSE). Die üblichen Teilnehmer sind Andorra, Zypern, Island, Liechtenstein, Luxemburg, Malta, Monaco und San Marino.

Zwergstaaten in der Geschichte[Bearbeiten]

In vielen Ländern Europas gab es in der Geschichte Gebilde, die man heutzutage als Zwergstaaten ansähe. Das Deutschland vor Napoleon bestand aus einer Vielzahl kleiner geografischer Einheiten, die untereinander Enklaven und Exklaven hatten.

Weitere europäische Zwergstaaten, die im 20. Jahrhundert für einige Zeit existiert haben:

Literatur[Bearbeiten]

  • Eccardt, Thomas: Secrets of the Seven Smallest States of Europe: Andorra, Liechtenstein, Luxembourg, Malta, Monaco, San Marino and Vatican City. New York 2005, ISBN 0-7818-1032-9.
  • Friese, Katrin: Die europäischen Mikrostaaten und ihre Integration in die Europäische Union. Andorra, Liechtenstein, Monaco, San Marino und Vatikanstadt auf dem Weg in die EU?. Berlin 2011, ISBN 978-3-428-13519-6.