Fakultät für Architektur der Technischen Universität München

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Fakultät für Architektur, Technische Universität München
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Gründung 1868
Ort München
Bundesland Bayern
Staat Deutschland
Dekan Prof. Dipl.-Ing. Hannelore Deubzer
Studenten ca. 1.300 (2014)
Professoren 29 (2014)
Website www.ar.tum.de

Die Fakultät für Architektur der Technischen Universität München (TUM) bietet mit 180 Wissenschaftern an 29 Professuren und mit 1.300 Studierenden die bayernweit einzige universitäre Architekturausbildung.

Studiengänge[Bearbeiten]

Architektur, ClimaDesign, Industrial Design, Landschaftsarchitektur, Restaurierung Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaft, Urbanistik, Advanced Construction and Building Technology, Energieeffizientes und nachhaltiges Bauen

Lehr- und Forschungseinheiten (Professuren)[Bearbeiten]

  • Energieeffizientes und nachhaltiges Planen und Bauen
  • Grundlagen der Gestaltung
  • Bildnerisches Gestalten
  • Raumkunst und Lichtgestaltung
  • Entwerfen und Denkmalpflege
  • Architekturinformatik
  • Gebäudelehre und Entwurfsmethodik
  • Technologie und Design von Hüllkonstruktionen
  • Baugeschichte, Historische Bauforschung und Denkmalpflege
  • Theorie und Geschichte von Architektur Kunst und Design
  • Architekturmuseum
  • Restaurierung Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaft
  • Emerging Technologies
  • Baurealisierung und Baurobotik
  • Integriertes Bauen
  • Baukonstruktion und Baustoffkunde
  • Tragwerksplanung
  • Bauklimatik und Haustechnik
  • Industrial Design
  • Holzbau
  • Städtebau und Regionalplanung
  • Städtebau und Wohnungswesen
  • Sustainable Urbanism
  • Raumentwicklung
  • Landschaftsarchitektur und industrielle Landschaft
  • Landschaftsarchitektur und öffentlicher Raum
  • Landschaftsarchitektur regionaler Freiräume

Architekturmuseum[Bearbeiten]

Als Ausstellungsort in der Pinakothek der Moderne ist das Architekturmuseum der Technischen Universität München ein Schaufenster der Fakultät für Architektur. Die bedeutende Sammlung des Museums umfasst zahlreiche Architekturnachlässe und ist ein wissenschaftliches Archiv für Forschungsarbeiten.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Ab 1766 gab es außerdem eine öffentliche Zeichenschule, die ab 1770 von Kurfürst Max Joseph III. unterstützt wurde. Allerdings wurde auch hier nur Grundlagenunterricht gehalten. Bis zur Eröffnung der Bauschule an der Akademie der Bildenden Künste München im Jahre 1808 gab es in Bayern keine akademische Ausbildung von Architekten und Baumeistern.

Am 26. März 1792 wurde als Ergänzung der Ausbildung durch die Zünfte für Lehrlinge und Gesellen die „Feiertäglichen Zeichnungsschule“ durch Hermann Mitterer gegründet. Im Jahre 1793 gründete Franz Xaver Kefer für den Personenkreis der Lehrlinge und Gesellen die Feiertagsschule München. Beide Schulen wurden kurz darauf zusammengeschlossen, da man erkannte, daß neben dem Grundwissen wie Lesen, schreiben und Rechnen das Beherrschen der Zeichenkunst grundlegend für alle Handwerksberufe war.

1823 wurde von Gustav von Vorherr nach dem Vorbild der Pariser École polytechnique und der Berliner Bauakademie als erste ihrer Art im deutschen Sprachraum die Königliche Baugewerksschule in München gegründet. Hier sollte, anders als in diesen Städten, ein modernes, an den örtlichen Notwendigkeiten orientiertes Bauwesen im Vordergrund stehen, das sogar den bis dahin vernachlässigten ländlichen Raum einbezog und praxisorientiert begabte Bauhandwerker und Parliere zu Baumeistern fortbildete.

Die Bauschule der Akademie der Bildenden Künste[Bearbeiten]

Carl von Fischer

1808 wurde die Bauschule der Akademie der Bildenden Künste in München eröffnet und blieb für die folgenden Jahrzehnte der wichtigste Ort der Architektenausbildung in Bayern. Der Unterricht begann im Jahr 1809 zunächst im Untergeschoss des ehemaligen Jesuitenkollegs (Wilhelminum) in der Neuhauser Straße. 1812 wurde ein zusätzliches Gebäude im Hof des Wilhelminums eröffnet. Die Aufnahmekriterien für die Bauschule waren nicht sehr restriktiv: Die 13- bis 14-jährigen Schüler mussten lediglich Lesen, Schreiben und Rechnen können. 1827 wurden dann zudem Kenntnisse in Geometrie, Stereometrie, Schattenbestimmung, Holzkonstruktion, Architekturzeichnen und Kenntnis der Säulenordnung nach Vignola vorausgesetzt. 1847 wurde zudem eine Vorprüfung abgehalten.

Jedes Jahr nahmen zwischen 22 und 60 Schüler das Studium an der Bauschule auf. Die Bauschule wurde zunächst von Carl von Fischer geleitet. Nach dessen Tod wurde 1820 Friedrich von Gärtner von König Ludwig I. zum Professor der Baukunst ernannt und als dieser dann 1841 Direktor der Kunstakademie wurde, übernahm August von Voit die Leitung der Bauschule. 1847 starb Gärtner und Voit wurde zum Oberbaurat ernannt, so dass der Posten des Leiters der Bauschule erneut frei wurde. Ludwig I. bestimmte Ludwig Lange als Leiter, der in einer Akademiereform den Staatsbaudienst aus der Bauschule ausgliederte. Da Maximilian II. in Abgrenzung von der Antikenleidenschaft seines Vater Ludwig I. einen eigenständigen Baustil zum Programm erhob („Maximiliansstil“), wurde auch der Leiter der Bauschule 1855 ausgewechselt und Georg Friedrich Ziebland erhielt dieses Amt.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verlor die Architektenausbildung an der Kunstakademie jedoch stark an Bedeutung und verlagerte sich immer stärker an das Polytechnikum. 1873 wurde der Lehrstuhl für Architektur aufgehoben und die Lehre in Höherer Baukunst an der Kunstakademie wurde von nun an durch den Inhaber des Lehrstuhls für Höhere Baukunst am Polytechnikum übernommen.

Die Architektenausbildung an der Polytechnischen Schule[Bearbeiten]

1815 wurde der Polytechnische Verein in Bayern gegründet und plante die Etablierung einer polytechnischen Schule nach dem Vorbild der Pariser École polytechnique. 1827 wurde nach Nürnberg (1822) auch in München eine Polytechnische Centralschule gegründet, allerdings 1833 wieder aufgelöst. Zugleich wurde jedoch in München 1833 eine neue Polytechnische Schule gegründet, die sich insbesondere der bautechnischen Ausbildung widmen sollte. In dieser Schule, die für Anwärter des Staatsbaudienstes verbindlich war, waren zwischen 39 bis 160 Schüler eingeschrieben. Gelehrt wurden sowohl die Grundlagenfächer Mathematik, Physik und Geometrie als auch Ornamentzeichnen, Maschinenkunde, Statik, Chemie, Pyrotechnik, Vermessungskunde und Architekturzeichnung. Auch hier war noch keine praktische Ausbildung vorgesehen.

An die dreijährige polytechnische Ausbildung schloss sich dann die Bau- und Ingenieursschule an. In diesem zweijährigen Ausbildungsgang, der mit der praktischen Staatsbauprüfung abgeschlossen wurde, waren zwischen 15 und 42 Schüler sowie zahlreiche Hospitanten eingeschrieben.

Die Ausbildung fand in der Damenstiftstraße statt.

Die Ausbildung am Neuen Polytechnikum/der Technischen Hochschule[Bearbeiten]

Nach der umfassenden Reform des technischen Schulwesens in Bayern 1861–1864, die unter anderem zur Einrichtung der Realgymnasien geführt hatte, wurden 1868 die ersten Jahrgänge in die Ausbildung des neuen Polytechnikums, das ab 1877 zur Technischen Hochschule wurde, einbezogen. Der Beginn einer neuen Epoche in der Münchener Architektenausbildung spiegelte sich auch in dem Neubau der Hochschule an der Arcisstraße durch Gottfried von Neureuther wider. Personell zeigten sich große Kontinuitäten mit der alten Polytechnischen Schule, aber nun gab es zwei unabhängige Ausbildungswege im Baufach: die Ingenieursschule für Bau- und Kulturingenieure und die Hochbauschule für Architekten. Die Hochbauschule wurde von zwischen 18 und 161 Studenten besucht.

Die Neureuther-Jahre[Bearbeiten]

Gottfried von Neureuther versuchte, durch seine Position als einziger Entwurfslehrer der Höheren Baukunst, seinen Neorenaissancismus zu einer eigenständigen Stilrichtung zu entwickeln, konnte sich jedoch trotz zahlreicher bekannter Schüler (Seidl, Hocheder, Mellinger, Graff und Löwel) mit diesem Programm nicht durchsetzen. Die Architekturausbildung in München stand noch im Schatten der ungleich erfolgreicheren Architekturschule des Stuttgarter Polytechnikums (u. a. mit Christian Friedrich von Leins).

Die Ära Thiersch (Münchner Schule)[Bearbeiten]

Die Münchner Schule erlangte erst unter seinem Nachfolger Friedrich von Thiersch, der 1879 für den schwer kranken Neureuther berufen wurde, überregionale Bedeutung. Zahlreiche Neuberufungen unter Thiersch (u. a. von Schmidt, Hocheder, Fischer, Bühlmann, Sporrer, Pfann, Wittmann, von Mecenseffy) sowie die Ausweitung der Lehrtätigkeit führte dazu, dass die Münchener Architekturfakultät im Jahr 1909 das erste Mal mit 577 eingeschriebenen Studenten die bis dahin führende Technische Hochschule Berlin überholte und zur bedeutendsten Architekturschule des Deutschen Reichs wurde.

Im Sommersemester 1907 wurde die erste weibliche Architekturstudentin immatrikuliert, nachdem Bayern bereits 1905 die Zulassung von Frauen als Studierende an der Technischen Hochschule zugelassen hatte. Da es jedoch nach wie vor nur eine geringe Zahl weiblicher Abiturientinnen gab, blieb die Zahl der weiblichen Architekturstudentinnen niedrig.

Mit Thiersch dominierte bis ins 20. Jahrhundert der Renaissance-Monumentalbau die Lehre der Architekturfakultät, wobei überdurchschnittlichere Schüler bei Thiersch eine große Freiheit im Entwerfen nutzen konnten. Seine Schüler arbeiteten auch bei zahlreichen Bauprojekten mit. Bei Thiersch studierten viele der einflussreichsten Architekten des frühen 20. Jahrhunderts wie Max Berg, Paul Bonatz, Martin Dülfer, Martin Elsaesser, Ernst Fiechter, Theodor Fischer, Hans Grässel, Otho Orlando Kurz, Ernst May, Hubert Ritter, Otto Rudolf Salvisberg, Fritz Schumacher und Heinrich Tessenow. Eine weit geringere Bedeutung hatte Heinrich von Schmidt, der Sohn des Wiener Dombaumeisters Friedrich von Schmidt, der 1883 als zweiter Architekturlehrer berufen wurde. Er war vor allem für die gotische und romanische Formenlehre zuständig. Mit der Berufung von Carl Hocheder 1898 bekam die von diesem als neuer Entwurfsstil Bürgerliche Baukunst begründete Zivilbaukunde ein stärkeres Gewicht.

Ab 1901 wurde nach Berlin, Dresden und Aachen der Städtebau nun auch in München gelehrt, zunächst in Gestalt eines Lehrauftrags von Hocheder, ab 1908 dann mit der Berufung von Theodor Fischer auf eine eigene Professur für Entwerfen und Städtebau. Mit Paul Pfann, der zuvor bei Paul Wallot tätig war, konnte 1899 ein für seine Freihandzeichnungen berühmter Professor für den Zeichenunterricht berufen worden.

Die Zwischenkriegszeit[Bearbeiten]

TU-Flügelbauten von Bestelmeyer

In der Weimarer Zeit prägten zahlreiche Neuberufungen die Ausbildung an der Architekturfakultät der Technischen Hochschule. 1917 wurde Richard Schachner auf den eigens für ihn errichteten Lehrstuhl für Inneren Ausbau, technische und gesundheitliche Anlagen in Gebäuden, ferner Industriebauten berufen. Mit Schachner, den Erbauer des Schwabinger Krankenhauses, gewannen zudem Bauhygiene und Krankenhausbau an Bedeutung. 1920 wurde neben Mecenseffy eine zweite Professur für Konstruktion errichtet, auf die Sigismund Göschel berufen wurde. Äußerst folgenreich war die Neubesetzung des Thiersch-Lehrstuhls mit dem konservativen German Bestelmeyer, der nicht nur zum Präsidenten der Akademie ernannt wurde, sondern auch mit der Errichtung der Erweiterungsbauten an der Arcisstraße beauftragt wurde.

Doch zunächst gab es mit den ebenfalls neu berufenen Adolf Abel (1928) und Robert Vorhoelzer (1930) zwei moderne Gegenpole zu der konservativen Ausrichtung durch Bestelmeyer. Der gemäßigt moderne Fischer-Schüler Abel übernahm den Städtebaulehrstuhl und der radikalere Begründer der Postbauschule Vorhoelzer wurde auf den Schmidt-Lehrstuhl berufen, den er in einen studentischen Atelierbetrieb umwandelte.

Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Nachdem 1933 Abels Pläne für ein neues Kunstausstellungsgebäude an der Stelle des zerstörten Glaspalastes abgelehnten und 1937 Adolf Hitler ihn öffentlich kritisierte, konnte dieser im öffentlichen Baugeschehen keine Rolle mehr spielen, blieb jedoch Lehrer an der TH. Seine Zuständigkeiten verlor er jedoch weitgehend an den 1938 neu berufenen Friedrich Gablonsky. Vorhölzer dagegen wurde von den Nationalsozialisten systematisch ausgeschaltet. Schon Anfang der 1930er Jahre wurden seine Werke als bolschewistisch kritisiert, und nachdem er 1931 öffentlich kritisch auf einen Vortrag von Paul Schultze-Naumburg, den Gründer des nationalsozialistischen Kampfbundes für deutsche Kultur, reagierte, wurde er von überzeugten Nationalsozialisten wie Georg W. Buchner und German Bestelmeyer trotz der Verteidigung durch seine (auch nationalsozialistischen) Studenten Theodor Fischer, Paul Schmitthenner und sogar Rudolf Heß 1933 wegen „undeutscher Kunstrichtung“ beurlaubt und 1935 in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. Ab 1933 spielte das moderne Bauen an der TH keine Rolle mehr.

1935 begann die Planung für einen Neubau der gesamten Technischen Hochschule rund um den Schlosspark Nymphenburg, um das Hochschulgelände an der Arcisstraße für die NSDAP frei zu räumen. Auf einem Gelände an der Menzinger Straße, gegenüber dem Verwaltungsgebäude des Botanischen Gartens wurde der Grundstein gelegt. Die monumentalen Neubauplanungen von Bestelmeyer (1938) und Gablonsky (1938) wurden dann jedoch mit der Ernennung von Hermann Giesler zum Generalbaurat für die Stadt München hinfällig. Der Kriegsbeginn sorgte dann dafür, dass die Neubaupläne nicht weiter verfolgt wurden.

Auch während des Nationalsozialismus gab es mehrere Neubesetzungen. Der Vorhoelzer-Lehrstuhl wurde 1936 mit dem konservativen Roderich Fick neubesetzt, der später wegen der Errichtung der Parteibauten auf dem Obersalzberg und seiner Ernennung als Reichsbaurat für die Stadt Linz des Öfteren von seiner Lehrtätigkeit beurlaubt wurde. 1932 erhielt Alwin Seifert den Grässelschen Lehrauftrag für Garten- und Friedhofsgestaltung und wurde 1936 für seinen Beitrag als Landschaftsanwalt beim Bau der Autobahnen von Hitler mit dem Professorentitel belohnt. Besonders umstritten war die Berufung des fanatischen Nationalsozialisten und Rassisten Alexander von Senger auf den Lehrstuhl für Bauforschung, der eigens für ihn errichtet wurde. Senger wurde aufgrund seiner politischen Kontakte zu Alfred Rosenberg und Paul Schultze-Naumburg als Vorkämpfer des Nationalsozialismus an die TH berufen, obwohl er kaum fachliche Qualifikationen dafür besaß. Seine inhaltlichen Beiträge rückten neben seiner Denunziantentätigkeit für die Gestapo in den Hintergrund. Auch der 1942 auf die Bestelmeyer-Nachfolge berufene Julius Schulte-Frohlinde spielte weniger als Hochschullehrer denn als politischer Aktivist für den Nationalsozialismus eine Rolle.

In diese Zeit fällt aber auch die Berufung von Hans Döllgast, der bereits vor seiner Ernennung 1939 zum außerordentlichen und 1942 zum ordentlichen Professor für Architekturzeichnen zahlreiche Lehraufträge für die TH ausübte, der neben Thiersch und Fischer zu den einflussreichsten Lehrerpersönlichkeiten der Architekturfakultät gehören sollte.

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

TU-Neubau von Johannes Ludwig

Schon im Sommer 1946 wurden wieder Architekten an der Technischen Hochschule ausgebildet. Die beiden während des Nationalsozialismus in Ungnade gefallenen Professoren Robert Vorhoelzer und Adolf Abel nahmen ihren Lehrbetrieb wieder auf und auch Döllgast sowie der Statikprofessor Alfred Zenns konnte seine Lehrtätigkeit fortsetzen. Auch Friedrich Krauss, Sigismund Göschel lehrten nach dem Krieg, zum Teil jedoch nur aushilfsweise. Roderich Fick, Julius Schulte-Frohlinde, Alexander von Senger und Friedrich Gablonsky wurden entlassen und nicht wieder eingestellt. Alwin Seifert wurde erst 1949 wieder für einen Lehrauftrag und 1954 für eine befristete Professur zurückgeholt.

Eine vordringliche Aufgabe war jedoch der Wiederaufbau bzw. Neubau der zerstörten Räumlichkeiten der Technischen Hochschule. Zu diesem Zweck wurde ein Spezialkommissar für den Wiederaufbau der TH direkt der Obersten Baubehörde unterstellt. Diesen Posten erhielt Vorhoelzer, der zudem auch stellvertretender Rektor der Universität wurde. 1948 errichtete Vorhoelzer den Neubau an der Arcisstraße, für den ein großer Teil des alten Neureutherbaus abgerissen werden musste.

1948 wurde Martin Elsaesser als Entwurfslehrer neu berufen. Der ehemalige Stadtbaurat von Frankfurt, der während des Nationalsozialismus arbeitslos war, bekam allerdings keine ordentliche Professur mehr, sondern musste sich mit einer Vertretung begnügen. Dagegen erhielt der Münchener Stadtbaurat Hermann Leitenstorfer, der auch während des Nationalsozialismus zahlreiche Bauprojekte durchführte 1950 eine ordentliche Professur. Ab 1946 lehrte Franz Hart Hochbaukonstruktion und 1954 wurde der Augsburger Postbauschüler Georg Werner auf den Abel-Lehrstuhl berufen. 1957 erhielt auch der zweite Professor für Hochbaukonstruktion, Werner Eichberg, eine ordentliche Professur.

In den 1950er-Jahren gab es erneut eine Neuverteilung der Lehrstühle zwischen Modernen und gemäßigt Modernen der Münchner Schule: Gerhard Weber und Gustav Hassenpflug standen für eine an Mies van der Rohe orientierte Moderne, während Josef Wiedemann und Johannes Ludwig eine eher handwerklich orientierte Moderne lehrten. Auch den starken skandinavischen Architektureinfluss an der TU München prägten Ludwig und Wiedemann.

Nachdem 1957 Döllgast emeritiert wurde, wurden seine Lehrbereiche neu aufgeteilt: Raumkunst und Architekturzeichnen übernahm Johannes Ludwig, die darstellende Geometrie kam zur Baugeschichte von Friedrich Krauss, Hochbaukonstruktion zu Franz Hart. Walter Karnapp lehrte nun Freihandzeichnen und Perspektive, während Robert Lippl nun für Grundlehre zuständig war.

In den 1960er-Jahren kamen zwei neue Lehrstühle hinzu: Helmut Gebhard lehrte ab 1967 Entwerfen und Bauen auf dem Lande und Gottfried Müller ab 1968 Raumforschung, Raumordnung und Landesplanung. Die Studentenrevolten drückten sich vor allem in der Kritik an schlechter Lehre und hohen Durchfallquoten in den Vordiplomsfächern an anderen Fakultäten aus. In den 1970er-Jahren monierten Studenten vor allem die fehlende theoretische Reflexion über das Bauen und seine normativen Voraussetzungen. Das Ergebnis war der studentische Frustra-Report. Obwohl während der 1970er-Jahre die Hälfte der Lehrstühle neu besetzt wurden, bestand die „Münchener Linie“ („kein Revirement, keine Experimente, keine Öffnung zu theoretisch reflektiertem Entwerfen“[1]) fort.

Münchner Architekturpragmatik 1968−1993[Bearbeiten]

Von 1946 bis 1968 stieg die Zahl der Lehrstühle von 10 auf 17, die Entwurfslehrstühle erhöhten sich von vier auf sechs. Die Studentenzahlen stiegen zwischen 1968 und 1993 von 850 auf 1300. Aus der Theoriediskussion der 68er Studentenrevolution ging ein Lehrstuhl zur Einführung ins Entwerfen hervor. Die Neubesetzungen von über der Hälfte der Lehrstühle in den 1970er Jahren brachten keinen Kurswechsel der pragmatisch-praxisorientierten Architekturschule München. Schwerpunkt und Stärke der Münchner Architekturschule bildete die solide, baukonstruktiv fundierte Entwurfsausbildung. Im Zuge einer neuen Studienordnung wurde 1991 das Fach Einführung ins Entwerfen wieder abgeschafft und dafür als Perspektive für die 1990er Jahre das Konzept eines konstruktiven Entwurfs ausgebaut.

Aufbruch in die Internationalisierung seit 1993[Bearbeiten]

In den 1990er-Jahren schärfte die Fakultät ihr Profil und steigerte ihr Renommee durch die Berufung einiger international anerkannter Architekten auf Entwurfslehrstühle. Durch den Aufbau eines Technischen Zentrums wurde der konstruktiv-technische und durch das Architekturmuseum der historische Schwerpunkt der Fakultät gestärkt.

Architekturlehrer in München[Bearbeiten]

Bauschule der Akademie der Bildenden Künste[Bearbeiten]

Polytechnische Schule[Bearbeiten]

Neues Polytechnikum/Technische Hochschule[Bearbeiten]

Technische Universität München[Bearbeiten]

Technische Universität München (2014)[Bearbeiten]

Ausgewählte Alumni[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Winfried Nerdinger und Katharina Blohm (Hrsg.): Architekturschule München 1868-1993. 125 Jahre Technische Universität München. Klinkhardt & Biermann, München 1993. ISBN 3-7814-0350-5

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nerdinger und Blohm, S. 130