Faustina Bordoni

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Faustina Bordoni, von Rosalba Carriera
Faustina Bordoni, von Bartolomeo Nazari

Faustina Bordoni (* 30. März[1] 1697 in Venedig; † 4. November 1781 in Venedig) war eine italienische Mezzosopranistin.

Leben[Bearbeiten]

Bordoni stammte aus einer vornehmen Familie Venedigs. Ihre künstlerische Ausbildung erhielt sie u.a. von Alessandro Marcello und Benedetto Marcello; einer ihrer Mitschüler war Michelangelo Gasparini.

Im Herbst 1716 fand im Teatro San Giovanni Crisostomo in Venedig die Premiere der Oper Ariodante von Carlo Francesco Pollarolo statt. In dieser Oper hatte Bordoni ihr sensationelles Debüt. Bis 1725 trat sie dort und an anderen Theatern Venedigs auf. 1718 und noch einmal 1719 stand sie schon zusammen mit ihrer späteren Konkurrentin Francesca Cuzzoni auf der Bühne.

Ab 1726 wirkte Bordoni an verschiedenen Theatern in London. Georg Friedrich Händel schrieb für sie mehrere Stücke und arbeitete – nach eigenen Aussagen – gerne mit ihr zusammen. Erstmals am 5. Mai 1726 trat sie zusammen mit ihrer Konkurrentin Francesca Cuzzoni am King's Theatre in London auf.[2] Dort kam es am 6. Juni 1727 bei der letzten Saisonvorstellung der Oper Astianatte von Giovanni Battista Bononcini zum Eklat, als die beiden Primadonnen während ihres Auftritts auf der Bühne zu streiten begannen. Die Folge waren für Bordoni Engagements in halb Europa. Die nächsten Jahre sang sie in Parma, Florenz, Turin, Mailand, Rom und Venedig. Durch diese Tourneen wurde sie eine der bestbezahlten Sängerinnen Europas.

1730 heiratete Bordoni den deutschen Komponisten Johann Adolf Hasse. Mit ihm zusammen wurde sie im darauf folgenden Jahr an die sächsische Hofoper in Dresden engagiert. Bis 1747 war sie als Primadonna der Hofoper unumstritten. Da ihre Stimme zu diesem Zeitpunkt erste Spuren des fortschreitenden Alters zeigte, suchte der Hof nach einer Nachfolgerin, die in der Sopranistin Regina Mingotti gefunden wurde. Obwohl diese vorerst nur als zweite Sängerin engagiert wurde, kam es in kürzester Zeit zu erbitterten Streitigkeiten zwischen den beiden, über die Briefe Metastasios und Pisendels Auskunft geben. Erst 1750 wurde der Zwist beigelegt, da Mingotti ein Jahr lang nach Neapel engagiert wurde. 1751 nahm Bordoni ihren Abschied von der Bühne, Mingotti wurde ihre Nachfolgerin als Dresdner Primadonna.

Nach dem Siebenjährigen Krieg wurde die Dresdner Hofoper geschlossen. Durch einen bei der Beschießung Dresdens ausgebrochenen Brand verloren Bordoni und ihr Ehemann Hasse einen großen Teil ihrer Habe. Sie gingen 1760 nach Wien, wo sie mit ihrem Sohn und zwei Töchtern einige Jahre (mindestens bis 1772) lebten, bevor sie nach Venedig übersiedelten.[3] Im Alter von 84 Jahren starb Faustina Bordoni am 4. November 1781 in Venedig.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.theaterforschung.de/rezension.php4?ID=887&PHPSESSID=
  2. Baselt, Bernd, Händel-Handbuch: Band 1, Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1978, S. 21, ISBN 978-3-7618-0610-4
  3. Constantin von Wurzbach: Hasse, Faustina. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. Band 8. Verlag L. C. Zamarski, Wien 1862, S. 41 f. (Digitalisat).