Fier

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Fier (Begriffsklärung) aufgeführt.
Fier
Fier (Albanien)
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40.72519.557222222222100Koordinaten: 40° 44′ N, 19° 33′ O

Basisdaten
Staat: Albanien
Qark: Fier
Kreis: Fier
Höhe: 100 m ü. A.
Fläche: 78 km²
Einwohner: 84.927 (2008)
Bevölkerungsdichte: 1.089 Einwohner je km²
Zeitzone: MEZ (UTC+1)
Telefonvorwahl: (+355) 034
Postleitzahl: 9301-9305
Kfz-Kennzeichen: FR
Struktur und Verwaltung (Stand: 2011)
Gemeindeart: Bashkia
Gliederung: 4 Verwaltungseinheiten
Bürgermeister: Baftjar Zeqaj (PS)
Webpräsenz:
Stadtansicht vom südöstlich gelegenen Patos aus
Im Stadtzentrum

Fier (albanisch auch Fieri) ist eine Stadt in Mittelalbanien. Sie hat je nach Quelle zwischen 57.198 (Volkszählung 2011)[1] und rund 85.000 Einwohner (Eigenangaben 2008)[2]. Fier ist Hauptstadt des gleichnamigen Kreises und Qark.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

Fier liegt in der Myzeqe-Ebene, dem bedeutendsten Landwirtschaftsgebiet des Landes, etwa 16 km vom Adriatischen Meer entfernt und rund 100 km südlich von Tirana. Das Stadtgebiet (Bashkia) bedeckt eine Fläche von 78 km². Die größte Ausdehnung beträgt in West-Ost-Richtung 8,1 km und in Nord-Süd-Richtung 10,7 km. Von den rund 78 km² Stadtfläche sind 47,7 % Grünland, 5,4 % Gewässer, 11,9 % machen Verkehrsfläche aus und 34,9 % sind Bauland.

Die Stadt befindet sich im südlichen Teil der Myzeqe-Ebene. Die Stadt wird vom Flüsschen Gjanica durchzogen, das am nördlichen Stadtrand in den Seman, den Zusammenfluss von Devoll und Osum mündet. Südlich von Fier beginnen die Ausläufer des Mallakastra-Hügellands. Fier und die Umgebung waren im 20. und 21. Jahrhundert ebenso wie in den vorangegangenen Jahrhunderten von Hochwasserkatastrophen betroffen. In den letzten Jahrzehnten wurde viel in den Hochwasserschutz investiert.

In der Stadt herrscht Mittelmeerklima mit trockenen, heißen Sommern und regenreichen, milden Wintern und hohen Sonnenstundensummen. Dieses Klima wird auch als Winterregenklima bezeichnet. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge beträgt rund 90 mm in den Monaten September bis April und steigt bis zu rund 100 mm an. Die Jahresniederschlagsmenge beträgt im Durchschnitt rund 980-1000 mm. Die langjährige mittlere Jahrestemperatur (ermittelt in den Jahren 1961–1990) beträgt nach Daten der Messstation am Instituti Meteorologjik i Shqipërisë (dt. Meteorologisches Institut von Albanien) 15,2 °C. Der Mittelwert des Jahres 2004 betrug 16,4 °C. Auch 2005 und 2006 waren mit einer Abweichung von +0,5 °C überdurchschnittlich warm. Fier hat durchschnittlich 2800 Sonnenstunden im Jahr.

[Bearbeiten] Geschichte

Die Geschichte der Stadt ist noch jung: Im 18. Jahrhundert wurde sie als Marktort gegründet. Im 19. Jahrhundert wurde eine Steinbrücke über die Gjanica errichtet, was zu einem kleinen Aufschwung führte. Das in der Region vorkommende Erdöl wurde seit den 1930er Jahren gefördert. Aber erst die Industrialisierung Albaniens unter den Kommunisten und die Trockenlegung der Myzeqe-Ebene nach dem Zweiten Weltkrieg ließ den Ort zu einer der wichtigsten Städte des Landes werden. Damals lebten rund 2.000 Leute in Fier. Es wurde Industrie angesiedelt (Thermische Kraftwerke und Düngemittel-Fabrik), für die Arbeiter benötigt wurden.

1989 hatte die Stadt rund 45.000 Einwohner.[3]

[Bearbeiten] Verkehr und Wirtschaft

Fier liegt an der wichtigen Straßenachse von Tirana und Durrës nach Vlora. Hier zweigt zudem die Straße nach Gjirokastra ab, die Hauptachse in den Süden des Landes und nach Griechenland. Auch die von Durrës kommende Eisenbahnstrecke verzweigt sich hier: Neben der Hauptstrecke nach Vlora führt eine Stichstrecke zum Erdöl-Zentrum Ballsh.

2007 wurde in der Stadt ein neues Einkaufszentrum der Qendra Tregtare Univers errichtet. Das Einkaufszentrum ist das größte von Südalbanien.

Die Landwirtschaft spielt in Fier und vor allem in der Region eine herausragende Rolle. Fier liegt im wichtigsten Landwirtschaftsgebiet Albaniens und ist Standort wichtiger Gewerbebetriebe. Zu den wichtigsten Erzeugnissen, die in der Vieh- und Landwirtschaft kultiviert werden, zählen Olivenöl, Milch- und Fleischprodukte, Gemüse, Brot, Mehl und verschiedene Getränke.

Von den Angestellten arbeiten rund 45 Prozent bei Privatfirmen, der Rest ist beim Staat und staatlichen Firmen angestellt.[3]

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

Moschee im Stadtzentrum

Die Stadt verfügt kaum über bekannte Sehenswürdigkeiten. Zwölf Kilometer westlich von Fier befinden sich die Ruinen der antiken Stadt Apollonia. Ungefähr 15 Kilometer nördlich liegt auf einem Hügel beim Dorf Kolonja das bedeutende orthodoxe Kloster Ardenica. 20 Kilometer nordwestlich liegt die 45 km² große Lagune von Karavasta.

Neben dem historischen Museum in Fier, das in der Region gefundene Antiquitäten und Kopien solcher zeigt, bietet das Museum in Apollonia, das in den Räumlichkeiten des Klosters untergebracht ist, eine kleine Ausstellung über alte Fundstücke aus der lokalen Ausgrabung.

2005 wurde die neue Moschee im Stadtzentrum eröffnet. Sie gehört zu den größten des Landes.

[Bearbeiten] Politik

Seit 2003 ist Baftjar Zeqaj (PS) der Bürgermeister von Fier (alb. Kryetar bashkie).

Der Stadtrat (alb. Këshilli bashkiak) hat 35 Mitglieder.

[Bearbeiten] Partnerstädte

[Bearbeiten] Sport

Der lokale Fußballverein KF Apolonia Fier pendelt regelmässig zwischen der höchsten Liga Kategoria Superiore und der zweithöchsten Liga Kategoria e parë. In der Saison 2011/12 spielt er wieder erstklassig.

[Bearbeiten] Berühmte Personen

[Bearbeiten] Literatur

  • Klima e R.P. te Shqiperise : tabela, temperatura e ajrit, vol. 1 = Le climat de la Republique Populaire d'Albanie : tableaux, temp'erature de l'air, vol. 1 . Tirane 1968

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Fier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Instat (Hrsg.): Population and Housing Census in Albania 2011: Preliminary Results. Tirana Dezember 2011 (Online-Version (PDF)).
  2. Internetseite der Stadtgemeinde (Bashkia) von Fier mit demographischen Informationen, abgerufen am 13. Oktober 2011
  3. a b Statistics. In: Bashkia Fier. Abgerufen am 25. Januar 2012 (englisch).
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