Finanzielle Fördermittel

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Finanzielle Fördermittel sind eine Methode zur direkten Beeinflussung des Marktes mit finanziellen Mitteln zum Erreichen bestimmter politischer Ziele.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte der Marktbeeinflussung mittels Subventionierung reicht weit in die Geschichte der Menschheit zurück. So ist bekannt, dass bereits die frühen Ägypter ihre Märkte subventionierten, um den Handel für bestimmte Produkte aufrechtzuerhalten. In Deutschland wurde der Begriff in Verbindung mit dem Kohlepfennig und den Subventionen der Europäischen Union geläufig. Die europäischen Subventionen erhalten vor allem im Bereich der Landwirtschaft und bei der Energiewende eine erhöhte öffentliche Aufmerksamkeit. Der Subventionierung als marktbeeinflussendes finanzielles Mittel steht die finanzielle Sanktion von Produkten (Zoll) gegenüber.Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde, als abzusehen war, dass Steinkohle in Europa nicht mehr zu Weltmarktpreisen gefördert werden konnte, von den Mitgliedstaaten Subventionierungen beschlossen, um die Niederlande, Belgien, Frankreich, Spanien und die Bundesrepublik Deutschland unabhängig von der Energieversorgung anderer Staaten zu machen. Im Rahmen der Auflösung von Staatsgrenzen, der Europäischen Integration und der Globalisierung wurde diese Ziel jedoch aus marktliberalen Erwägungen als nicht mehr erstrebenswert erachtet. Der europaweite Ausstieg aus der Kohlesubvention, der von einzelnen Staaten unterschiedlich schnell gestaltet wurde, wurde durch den massiven Ausbau der Kernenergie flankiert (Kompensation der Strombedarfe).

Das wichtigste Instrument zur Koordination von EU-Fördermitteln ist der ESF (Europäischer Sozialfonds), der rund 10 Prozent des EU-Haushaltes umfasst. Um den laufenden politischen und gesellschaftlichen Veränderungen Rechnung zu tragen, wird die strategische und inhaltliche Ausrichtung des ESF im Rahmen von Förderperioden regelmäßig neu definiert.

Ziele[Bearbeiten]

Finanzielle Fördermittel dienen überwiegend volkswirtschaftlichen oder auch politischen Zielen, sie haben jedoch teilweise erheblichen Einfluss auf unternehmerischer und betriebswirtschaftlicher Ebene. So gibt es Güter und Dienstleistungen, die aufgrund ihrer politischen oder volkswirtschaftlichen Bedeutung gewünscht sind aber aufgrund der Marktverhältnisse nur unzureichend angeboten werden. Über Fördermittel kann ein höheres Angebot erreicht werden, indem entweder die Nachfrageseite oder die Angebotsseite finanziell unterstützt wird. Dem entsprechend können finanzielle Fördermittel im Hinblick auf die Zielgruppe und die Förderart unterschieden werden.

Zielgruppen[Bearbeiten]

Es gibt eine Vielzahl an Förderstellen, die beispielsweise auf EU- und Bundesebene aber auch im kommunalen Bereich angesiedelt sind. Die regionalen Zuständigkeitsbereiche der einzelnen Förderstellen sind daher ein erstes Unterscheidungskriterium für die Zielgruppen von Fördermitteln. Darüber hinaus stellen gruppenspezifische Merkmale geeignete Kriterien dar, die zur Unterscheidung herangezogen werden können und den Zuständigkeitsbereich einer Förderstelle näher definieren. Die einzelnen Förderstellen entwickeln ihrer Zielgruppe entsprechend spezifische Förderinstrumente oder wurden zur Verteilung von speziellen Fördermitteln explizit eingerichtet. Im privatwirtschaftlichen Bereich werden häufig Unternehmen als Zielgruppe von Fördermitteln genannt, die weitergehende Voraussetzungen erfüllen müssen, um in den Genuss von Fördermitteln zu kommen, wie beispielsweise ein besonders umweltbewusstes oder innovatives Produktangebot. Aber auch Existenzgründer werden häufig gefördert, wobei hier insbesondere arbeitsmarktpolitische Zusammenhänge im Vordergrund stehen.

Förderarten[Bearbeiten]

Die Subvention in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses ist das klassische und bekannteste Beispiel für ein finanzielles Fördermittel. Staatliche Hilfsmittel für Unternehmen in Schieflage oder die Landwirtschaft sind häufig Gegenstand einer breiteren gesellschaftlichen Diskussion. Durch die Energiewende und die Unterstützung energieeffizienten Bauens haben jedoch auch Förderdarlehen zunehmend öffentliche Aufmerksamkeit erreicht. Für Unternehmen spielen neben Zuschüssen und Darlehen auch Garantien und Bürgschaften oder staatliche Beteiligungen eine große Rolle und nehmen Einfluss auf betriebswirtschaftliche Entscheidungen. Im Bereich der Außenwirtschaft sind insbesondere Exportgarantien als sogenannte Hermesdeckungen bekannt geworden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Fördermittel spielen im Bereich der Wissenschaft und Forschung eine wesentliche Rolle.

Weblinks[Bearbeiten]