Air Canada

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Air Canada
Logo der Air Canada
Boeing 767-300ER der Air Canada
IATA-Code: AC
ICAO-Code: ACA
Rufzeichen: AIR CANADA
Gründung: 1936 als Trans-Canada Airlines
Sitz: Montréal, KanadaKanada Kanada
Drehkreuz:
Heimatflughafen: Montréal
IATA-Prefixcode: 014
Leitung: Calin Rovinescu (Präsident & CEO)
Mitarbeiterzahl: 26'000[1]
Umsatz: US$ 10,7 Milliarden[1] (2012)
Fluggastaufkommen: 33 Millionen[1] (2012)
Allianz: Star Alliance
Vielfliegerprogramm: Aeroplan
Flottenstärke: 180 (+ 98 Bestellungen)
Ziele: 180[1] (National und International)

Air Canada ist die größte kanadische Fluggesellschaft mit Sitz in Montréal. Sie ist ein Tochterunternehmen der ACE Aviation Holdings und Gründungsmitglied der Luftfahrtallianz Star Alliance.

Geschichte[Bearbeiten]

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Ursprünge[Bearbeiten]

Eine Lockheed Modell 10 der früheren Trans-Canada Air Lines

Am 10. April 1937 wurde die Trans-Canada Air Lines (kurz TCA) als eine Tochtergesellschaft der Canadian National Railway (kurz CNR) mit Sitz in Winnipeg gegründet. Erste Passagierflüge wurden ab dem 1. September desselben Jahres zwischen Vancouver und Seattle aufgenommen; als Flugzeugtyp verwendete man eine Lockheed 10A, mit der zwei Passagiere und Briefpost transportiert werden konnte, der Flug dauerte 50 Minuten.

1949 wurde der Firmensitz nach Montreal verlegt, später folgte auch die Wartungseinrichtungen dorthin. Dieser Umzug bedeutete für das westliche Kanada einen bedeutenden wirtschaftlichen Schicksalsschlag. 1953 führte Trans-Canada Airlines als erste Fluggesellschaft der Welt ein rechnergesteuertes Reservierungssystem ein.[2] 1964 wurde Trans-Canada Airlines auf Grund ihrer mittlerweile beachtlichen Größe die nationale Fluggesellschaft Kanadas und sollte auf einen Entwurf Jean Chrétiens hin in Air Canada umbenannt werden, was aber erst am 1. Januar 1965 umgesetzt werden konnte. Grund hierfür waren die zu dieser Zeit noch zu großen Widerstände gegen den neuen Namen. In den späten 70er Jahren wurde die Canadian National Railway umstrukturiert, und Air Canada wurde in der Folge ein unabhängiges Unternehmen.

1980er- und 1990er-Jahre[Bearbeiten]

Eine ehemalige Boeing 747-100 der Air Canada im Jahr 1983

1983 tätigte Air Canada ihre erste Großbestellung bei Airbus, als man 34 Airbus A320 bestellte; seitdem war Air Canada lange Zeit Stammkunde bei Airbus, mehrere Exemplare der Airbus-A320-Familie wurden nachbestellt, und man baute eine Langstreckenflotte bestehend aus Airbus A330/A340 auf. 1987 führte Air Canada als erste Fluggesellschaft überhaupt ein allgemeines Rauchverbot ein.[2] 1989 wurde Air Canada vollständig privatisiert. 1994 führte Air Canada eine radikal umgestaltete Lackierung der Flotte ein und schaffte das Drei- zugunsten eines Zweiklassensystems ab. Elektronische Tickets führte man 1995 ein.

1997 gründete Air Canada zusammen mit Lufthansa, Thai Airways, SAS Scandinavian Airlines und United Airlines mit der Star Alliance die erste und bis heute größte Luftfahrtallianz.

21. Jahrhundert[Bearbeiten]

Im Januar 2001 übernahm Air Canada Kanadas zweitgrößte Fluggesellschaft Canadian Airlines. Dadurch stieg Air Canada zur weltweit zwölftgrößten kommerziellen Fluggesellschaft auf. Trotz dieser Erfolge litt man, wie fast alle Fluggesellschaften zu dieser Zeit, an den weltpolitischen Folgen des 11. Septembers, und auch auf Grund anderer Schwierigkeiten drohte 2003 die Zahlungsunfähigkeit. Man begab sich am 1. April 2003 unter Insolvenzschutz, den man 18 Monate später am 30. September 2004 verlassen konnte. In dieser Zeit wurde die Gesellschaft radikal umstrukturiert und auch eine Neuausrichtung der Flottenbeschaffung beschlossen. Neuer Eigentümer der Fluglinie wurde die neugegründete ACE Aviation Holdings.

Am 31. Oktober 2004 führte Air Canada den letzten Flug mit einer Boeing 747-400 durch; sie wurde durch kleinere Airbus A340 ersetzt.

Obwohl Airbus-Stammkunde, entschied man sich durch eine Großbestellung über 18 Boeing 777 und 14 Boeing 787 für die Langstreckenflotte zu einem Wechsel zu Boeing. Diese Bestellung wurde 2007 noch erhöht. Im Juli 2008 wurden die letzten bestellten A340-600 storniert.[3]

Tochtergesellschaften[Bearbeiten]

Air Canada Jazz / Express[Bearbeiten]

Der Sitz von Air Canada in Montréal

Die Fluggesellschaften Air BC, Air Ontario, Air Nova und Canadian Regional Airlines fusionierten im Januar 2002 zu der Regionalgesellschaft und dem Tochterunternehmen der Air Canada: Air Canada Jazz (ICAO:ARN; IATA:QK; Callsign: Transcan). Air Canada Jazz bediente hauptsächlich ein großes Netz innerhalb Kanadas. Zu den über 85 Zielen der Gesellschaft zählten unter anderem: Toronto, Vancouver, Montréal, Calgary, Halifax, Yellowknife, Victoria, Prince Albert, Yarmouth, Regina, Kenora, Comox, Repulse Bay, Saskatoon, Timmins, Winnipeg und Whitehorse in Kanada sowie Seattle, Chicago und Fairbanks in den USA. Air Canada Jazz war somit eine der größten Regionalfluggesellschaften der Welt.

2006 verkaufte Air Canada ihre Anteile an Air Canada Jazz, diese befindet sich heute unter dem Namen Jazz Aviation im Besitz der Chorus Aviation Inc., führt aber unter dem Namen Air Canada Express nach wie vor Regionalflüge für Air Canada durch.[4]

Air Canada Jetz[Bearbeiten]

Air Canada Jetz wurde am 31. Oktober 2001 als hundertprozentiges Tochterunternehmen der Air Canada gegründet. Der ehemalige Präsident der Air Alliance, Robert Perrault, war von Anfang an Leiter dieses Unternehmens. Zurzeit wird die Airline von Alain Boudreau geleitet. Während der NHL-Saison 2006–2007 wurden die Mannschaften der Vancouver Canucks, der Calgary Flames, der Edmonton Oilers, der Ottawa Senators, der Canadiens de Montréal und der Toronto Maple Leafs mit Flugzeugen der Air Canada Jetz transportiert. Für die Saison 2008 wurde zusätzlich noch die Mannschaft der Boston Bruins befördert. Weiters transportiert Jetz auch noch die NBA-Mannschaft Toronto Raptors. In den Jahren 2005 und 2006 beförderte Jetz unter anderem die irische Rockband U2 während ihrer Vertigo-Tour, die Rolling Stones auf ihrer Nordamerika-Tour und viele weitere bekannte Gruppen und Geschäftsleute.

Air Canada Rouge[Bearbeiten]

Im Dezember 2012 gab Air Canada die Gründung einer neuen Charterfluggesellschaft mit dem Namen Air Canada Rouge bekannt, die zunächst Urlaubsziele in Europa und der Karibik anfliegen soll. Die Flotte besteht aus Airbus A319-100 und Boeing 767-300ER.[5]

Ziele[Bearbeiten]

Business Class der Air Canada
Economy Class der Air Canada

Air Canada bedient in ihrem Streckennetz fünf Kontinente und ist durch die Star Alliance in der gesamten Welt vertreten. In Asien werden Ziele in China, sowie Hongkong, Tokio, Seoul und Tel Aviv angeflogen, in Europa Frankreich, Deutschland, Irland, Großbritannien, Italien und die Schweiz. In Amerika ist Air Canada fast an jedem großen Flughafen vertreten.

Air Canada verbindet Frankfurt mit Calgary, Montreal, Ottawa und Toronto, sowie Genf, Zürich und München mit Toronto. Eine tägliche Flugverbindung besteht außerdem zwischen Montreal und Brüssel sowie zwischen Toronto und Kopenhagen. Seit der Sommersaison 2010 werden auch Barcelona und Athen mit Montreal und Toronto verbunden. Ab 2010 werden zudem weitere tägliche Verbindungen zwischen Toronto und sieben anderen amerikanischen Städten in den Flugplan aufgenommen. Damit erhöht sich die Anzahl angeflogener US-amerikanischer Städte auf 55, mehr als bei jeder anderen Fluglinie außerhalb der USA. Innerhalb Kanadas erweitert Air Canada sein Flugnetz von Ottawa und Montreal nach Norden bis Iqaluit und bietet außerdem eine neue Verbindung von Ottawa nach Regina an.

Codesharing[Bearbeiten]

Air Canada arbeitet mit 31 Codeshare-Partnern, wie etwa Turkish Airlines, British Airways, Lufthansa oder United Airlines zusammen. Der Großteil der Partner ist Mitglied der Star Alliance.[6] Im Zuge des Open-Skies-Abkommens wird eine stärkere Partnerschaft mit der Fluggesellschaft Asiana angestrebt.

Flotte[Bearbeiten]

Ein Airbus A321-200 der Air Canada
Eine Embraer 190 der Air Canada

Mit Stand Februar 2014 besteht die Flotte der Air Canada aus 180 Flugzeugen[7] mit einem Durchschnittsalter von 13,5 Jahren[8]:

Flugzeugtyp aktiv bestellt[9][10] Bemerkungen Sitzplätze
(Executive/Premium Economy/Economy)
Airbus A319-100 027 1 betrieben für Air Canada Jetz 120 (14/-/106)
Airbus A320-200 041 5 betrieben für Air Canada Jetz 146 (14/-/132)
Airbus A321-200 010 174 (20/-/154)
Airbus A330-300 008 265 (37/-/228)
Boeing 737 MAX 8 33 + 18 Optionen (auch Boeing 737 MAX 9); Auslieferung voraussichtlich ab 2017 - offen -
Boeing 737 MAX 9 28 + 18 Optionen (auch Boeing 737 MAX 8); Auslieferung voraussichtlich ab 2017 - offen -
Boeing 767-300ER 025 211 (24/-/187)
Boeing 777-200LR 006 270 (42/-/228)
Boeing 777-300ER 017 349 (42/-/307)
458 (36/24/398)
Boeing 787-8 015 Auslieferung voraussichtlich ab 2014 – offen –
Boeing 787-9 022 Auslieferung voraussichtlich ab 2014 – offen –
Embraer 190 045 93 (9/-/84)
Lockheed Modell 10 001 wird für Rundflüge genutzt 10
Gesamt 180 098

Weitere Flugzeuge werden durch Jazz Aviation, einer eigenständigen Nachfolgerin der ehemaligen Air-Canada-Tochtergesellschaft Air Canada Jazz, und der Sky Regional Airlines unter dem Namen Air Canada Express betrieben.

Einige Flugzeuge von Air Canada sind mit einem System zur Internetnutzung an Bord des Anbieters Gogo ausgestattet, wodurch auch während eines Fluges, zur Zeit aber nur innerhalb der USA, das Surfen im Web gegen Gebühr möglich ist. Die Versorgung von Kanada mit diesem Dienst ist laut Angaben des Herstellers gerade im Aufbau.[11]

Zwischenfälle[Bearbeiten]

  • 5. Juli 1970 – Toronto (Kanada). Absturz einer Douglas DC-8. Alle 108 Menschen starben.
  • 2. Juni 1983 – Air Canada Flug 797: Auf dem Flug von Dallas/Fort Worth, USA, nach Toronto, Kanada, kam es an Bord einer Douglas DC-9-30 zu starker Rauchentwicklung. Infolge von Kabelbränden fielen auch einige Cockpitinstrumente aus. Trotzdem gelang den Piloten eine Notlandung auf dem Northern Kentucky Airport. In der folgenden Evakuierung des Flugzeuges starben durch den Brand 23 Passagiere, während sich alle anderen 18 Passagiere und 5 Besatzungsmitglieder retten konnten.
  • 23. Juli 1983 – Air Canada Flug 143: Die mit 61 Passagieren und 8 Besatzungsmitgliedern besetze Boeing 767-200 auf dem Weg von Montreal, Kanada über Ottawa nach Edmonton, erlitt auf Reiseflughöhe einen totalen Triebwerksausfall, da aufgrund einer Verwechslung der Maßeinheiten nicht genügend Treibstoff mitgeführt wurde. Das Flugzeug konnte jedoch auf einer bereits stillgelegten und (auch an diesem Tag) für Autorennen genutzten Landebahn des Flughafens Gimli landen. Dabei brach das Bugfahrwerk zusammen, es kam jedoch zu keinem Personenschaden. Siehe: Air-Canada-Flug 143
  • 14. Januar 2011 – Air Canada Flug 878: Nach einer Kollisionswarnung im Cockpit auf dem Flug von Toronto nach Zürich reagiert der übermüdete Pilot unbedacht, da er die Venus mit einem entgegenkommenden Flugzeug verwechselt[12]. Nur wenige Momente nach seinem Aufwachen nach einer Schlafpause setzt er einen 46 Sekunden langen rapiden Sinkflug ein. Dabei sinkt die Boeing 767-300ER innerhalb von Sekunden um 300 Fuß (ca. 100 Meter). Es werden 14 Passagiere und 2 Besatzungsmitglieder verletzt. Air Canada wird in der Folge auf 20 Millionen Kanadische Dollar verklagt [13].

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Factsheet Air Canada (Star Alliance) 2012, abgerufen 21. April 2013
  2. a b Air Canada: Air Canada Innovations
  3. Air Canada: Air Canada cancels outstanding A340-600 order
  4. flyjazz.ca – History (englisch) abgerufen am 27. August 2011
  5. austrianaviation.net - Air Canada schickt Tochter „Rouge“ an den Start 19. Dezember 2012
  6. Air Canada Codeshare Flights abgerufen am 21. Januar 2012
  7. ch-aviation (englisch), abgerufen am 23. Februar 2014
  8. airfleets.net – Fleet age Air Canada (englisch), abgerufen am 6. Dezember 2013
  9. boeing.com – Orders and Deliveries (englisch), abgerufen am 28. August 2013
  10. austrianwings.info - Air Canada will 22 Boeing 787-9, 12. August 2013
  11. Gogoair.com Teilnehmende Fluggesellschaften, abgerufen am 4. Januar 2014
  12. Report der Kanadischen Flugsicherheitsbehörde, abgerufen am 12. Mai 2012
  13. Thompson Rogers, abgerufen am 12. Mai 2012

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Air Canada – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien