Friedrich Alfred Krupp

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Friedrich Alfred Krupp, 1900

Friedrich Alfred Krupp (* 17. Februar 1854 in Essen; † 22. November 1902 ebenda) war ein deutscher Industrieller. Er war Eigentümer der Essener Gußstahlfabrik und weiterer Unternehmen. Er baute den Konzern durch Erwerb weiterer Betriebe und die Gründung des Werkes in Rheinhausen aus. Er war auch Mitglied des Reichstages.

Frühe Jahre[Bearbeiten]

Kruppfamilie mit Freunden in Nizza 1868/69. Von links Clara Bruch, Bertha Krupp, Dr. Schwengberg [stehend] (Friedrich Alfred Krupp's Hauslehrer), Alfred Krupp [stehend im weißen Mantel], Friedrich Alfred Krupp, Dr. Schmidt [stehend] (Arzt) und eine weitere unbekannte Person

Friedrich Alfred Krupp war der Sohn von Alfred Krupp und der Mutter Bertha (geb. Eichhoff). In seiner Kindheit und Jugend war er körperlich schwach und litt unter anderem unter Asthma und Rheumatismus. Da die Familie bis zum Bau der Villa Hügel beim Gussstahlwerk lebte, dürfte die Umweltbelastung durch das Werk seine Gesundheit beeinträchtigt haben. Auch aus diesem Grund erhielt er einen Großteil seiner Bildung durch Hauslehrer. Das Königliche Gymnasium am Burgplatz zu Essen konnte er nur etwa zwei Jahre lang besuchen. Aus Gesundheitsgründen hatte er zahlreiche Reisen und Kuraufenthalten in Südeuropa verbracht.[1]

Die Beziehung zu seinem dominanten Vater war kompliziert. Im Gegensatz zur Mutter hat Alfred Krupp sich lange gegen den Wunsch von Friedrich Alfred gewehrt, in Braunschweig ein Studium der Ingenieurwissenschaften mit Schwerpunkt Metallurgie aufzunehmen. Der Vater argumentierte, dass ein solches Studium eine Sache für Angestellte der Firma wäre, die sich auf bestimmte Dinge spezialisieren würden, nicht für den Inhaber des Unternehmens. Statt eines Studiums musste er nach dem Willen des Vaters ab 1872 im Betrieb die Unternehmensführung in der Praxis erfahren. Die Ausbildung war allerdings wenig systematisch. Auch das Verhältnis zum Vater blieb widersprüchlich. Mal wurde er in die Entscheidungen mit einbezogen, dann wieder davon ausgeschlossen.[2] Auch der Heirat mit der Tochter des Regierungspräsidenten von Düsseldorf August von Ende Margarethe von Ende, die Friedrich Alfred schon früh kennen gelernt hatte, stellte sich der Vater lange entgegen. Friedrich Alfred erschien Beobachtern als zwar liebenswürdig, ausgleichend aber wenig selbstständig und durchsetzungsfähig.[3]

Friedrich Alfred Krupp und Margarethe von Ende (1882)

Von seinem Vater wurde er 1875 nach Ägypten entsandt. Die Reise diente Gesundheitsgründen hatte aber auch einen geschäftlichen Hintergrund. Zeitweise spielte er eine Rolle als Mittler zwischen dem zunehmend in der Villa Hügel zurück gezogen lebenden Vater und den leitenden Mitarbeitern. Der Vater vertraute ihm zeitweise durchaus wichtige Aufgeben wie die Verhandlungen zur Übernahme des Finanzfachmanns Gussmann aus dem württembergischen Staatsdienst an. Daneben widmete er sich auch metallurgischen Problemen.[4]

Im Jahr 1882 wurde Friedrich Alfred Krupp in die Prokura oder Direktorium, dem höchsten Leitungsgremium des Unternehmens aufgenommen. Ein eigenes Ressort erhielt er allerdings nicht. Im selben Jahr durfte er Margarethe von Ende heiraten. Aus der Ehe gingen die Töchter Bertha und Barbara hervor. Auch konnte er endlich für einige Monate die Technische Hochschule in Braunschweig besuchen. In dieser Zeit stand er im ständigen Kontakt mit den Metallfachleuten in Essen und regte unter anderem an Wolfram für Legierungen zu verwenden. Die Erfahrung bestärkte ihn nach seiner Rückkehr die Produktion stärker auf eine wissenschaftliche Basis zu stellen. Daher wurde 1882 ein zweites Labor unter Leitung eines Braunschweiger Professors eingerichtet. Nicht unwichtig für das Unternehmen war die ihm übertragene Pflege von Auslandsbeziehungen mit Spanien, dem Osmanischen Reich oder Japan. Eine wichtige Rolle spielte er auch bei der Übernahme des Stahlwerkes Annen.[5]

Geschäftsinhaber[Bearbeiten]

Unternehmensstrategie[Bearbeiten]

Friedrich Alfred Krupp (Gemälde von Ludwig Noster 1896

Friedrich Alfred Krupp wurde 1887 nach dem Tod des Vaters alleiniger Eigentümer des Unternehmens. Anders als Teile der Prokura insbesondere die führende Person Hanns Jencke gehofft hatte, wollte er sich keineswegs auf repräsentative Aufgaben und die Kontaktpflege zu Otto von Bismarck, dem Kaiser und anderen führenden Personen beschränken. Vielmehr wollte er die Geschäftsleitung tatsächlich übernehmen und machte dies gegenüber der Prokura auch unmissverständlich klar.[6]

Nachdem die Unternehmensleitung auch als Folge der zeitweisen Verpfändung an ein Bankenkonsortium in den 1870er Jahren, einen eher vorsichtigen Kurs gesteuert hatte, setzte Friedrich Alfred auf Expansion, der Steigerung der Marktmacht und in einigen Bereichen etwa der Rüstung gar auf eine marktbeherrschende Stellung. Neben dem vertikalen Ausbau, die bereits der Vater betrieben hatte, trat die horizontale Expansion, also der Erwerb konkurrierender Unternehmen und der Erweiterung der Produktpalette. Friedrich Alfred wollte im Zeichen eines neuen konjunkturellen Aufschwungs das Unternehmen nicht nur zum führenden Rüstungsproduzenten sondern auch zum größten Stahlproduzenten machen.[7]

Hatte die engste Führungsmannschaft in den letzten Jahren des Vaters den Kurs maßgeblich bestimmt, war Friedrich Alfred Krupp bestrebt, einen risikoreichen Expansionskurs auch gegenüber Jencke durchzusetzen. Im Gegensatz zu dessen Rat etwa war er auch bereit dafür sein Privatvermögen einzusetzen. Wie sein Vater in früheren Jahre setzte Krupp, anstatt Rücklagen zu bilden, die Unternehmensgewinne vor allem für den Ausbau des Unternehmens ein. Der Versuch von Teilen des Direktorium, wie die Prokura inzwischen hieß, sich einen größeren Spielraum gegenüber dem Eigentümer zu verschaffen, war letztlich gescheitert.[8] Die letzte Entscheidungshoheit behielt sich Krupp vor allem bei grundsätzlichen Fragen vor. Für das Tagesgeschäft dagegen hatte das Direktorium weitgehend freie Hand.[9]

Unternehmensexpansion[Bearbeiten]

Zur Expansionsstrategie gehörte zunächst eine Modernisierung und ein Ausbau des weiterhin Gussstahlwerk genannten Betriebskomplexes in Essen. War die Belegschaft in den letzten zwölf Jahren des Vaters nur um 2000 Mann gestiegen, verdoppelte sie sich in den nächsten zwölf Jahren von 12.000 auf 25.000. Die Gesamtbelegschaft stieg auf 42.000 Mann. Der Umsatz erhöhte sich von etwa 42 Millionen auf 101 Millionen. Dabei wuchs die Rüstungsproduktion von 19 Millionen auf über 42 Millionen.[10]

Besonders ausgebaut wurde die Herstellung von Stahl mit Legierungszusätzen wie Silizium-, Nickel- oder Chromstahl. Es wurden vier neue Martinswerke sowie verschiedene mechanische Werkstätten und ein Elektrizitätswerk gebaut. Die bisherigen Dampfhämmer wurden durch Schmiedepressen ersetzt, Auch die Transmissionsriemen wichen allmählich elektrischen Antrieben. Die Stahllegierungen spielten eine große Rolle in der Rüstungsproduktion des Unternehmens so bei Kanonenrohre aus Nickelstahl oder bei besonders Nickelstahlpanzerplatten. Die Panzerplatten waren den Konkurrenzprodukten überlegen. Krupp lieferten für die neue Kriegsflotte einen Großteil der Panzerung. Dafür wurde in den 1890er Jahren ein großes und später mehrfach erweitertes Panzerplattenwerk errichtet.[11] Ein weitere Aspekt des Expansionsstrategie war die Verbreiterung der eigenen Rohstoffbasis. Im Jahr 1889 wurden Eisenfelder in Lothringen erworben. In Essen selbst kam die Mehrheit der Zeche Vereinigte Sälzer & Neuack in den Besitz von Krupp. Diese lag ohnehin mittlerweile im Betriebsgelände des Kruppwerkes. Hinzu kamen der Kauf der Zeche Hannibal 1899, der Erwerb von Kohlefeldern bei Datteln und 1901 der Bau der Zeche Emscher-Lippe.[12]

Friedrich Krupp AG Grusonwerk, Panzergießerei

Diese Erwerbungen lagen auf der älteren Linie der vertikalen Konzentration. Hinzu kam nur auch die horizontale Konzentration. Eine wichtige Rolle spielte dabei der Erwerb der Grusonwerke in Magdeburg. Dieses Unternehmen stellte vor allem Eisenhartguss her. Unter anderem wurden auch Panzerplatten für Küstenbefestigungen aber auch Räder oder Verschleißteile für stark beanspruchte Maschinen hergestellt. Ziel Krupps bei der Übernahme des Werkes war der Ausbau der eigenen Produktpalette und die Ausschaltung eines Konkurrenten. Endgültig 1893 gingen die Grusonwerke im Kruppschen Unternehmen auf. Die Geschütz- und Geschossproduktion wurde in Essen konzentriert, während die Herstellung von Panzerplatten und Panzergeschütze in Magdeburg verblieben. Daneben wurde in Magdeburg der nichtmilitärische Bereich erweitert. Mit Blick auf die Herstellung von Panzerplatten konnte Krupp nach den Erwerb von Gruson wie ein Monopolist auftreten und entsprechend hohe Preise, letztlich zu Lasten der Steuerzahler, fordern. Dies blieb nicht ohne Folge, geriet doch Krupp und der Eigentümer immer mehr in Kritik.[13]

Kruppwerke Rheinhausen zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Von langfristig großer Bedeutung war die Errichtung des Stahlwerkes in Rheinhausen. Krupp erwarb 1895 beim Dorf Rheinhausen ein großes Grundstück zur Errichtung eines riesigen Hüttenwerkes mit Stahl- und Walzwerken. Bereits 1887 wurden die ersten beiden von fünf geplanten Hochöfen angeblasen. Gegen das zögerliche Direktorium insbesondere gegen Jencke setzte Krupp den raschen Ausbau des Werkes durch. Dabei wurde das im Hüttenwerk produzierte Roheisen im flüssigen Zustand im benachbarten Siemens-Martin-Werk weiter verarbeitet. An der Planung des weiteren Ausbau 1902 war er noch beteiligt. Die Gründung des Werkes in Rheinhausen war sein wichtigster Beitrag zur Entwicklung des Unternehmens zu einem Weltkonzern. Es wurde bald zu einem der modernsten und größten Roheisen- und Rohstahlwerk der Welt. Im Jahr 1904 als ein neuer moderner Hochofen in Betrieb ging und der Bau des Thomas-Stahlwerks begann, wurde das Werk in Friedirch-Alfred-Hütte umbenannt.[14]

Die dritte große Erweiterung war die Übernahme der Germaniawerft in Kiel und die damit verbundene Maschinenfabrik in Berlin. Allerdings war sein Engagement in dieser Sache weniger nachdrücklich als bei den anderen Erwerbungen. Zwar bot sich vor dem Hintergrund des Schlachtflottenbaus der Erwerb einer Werft für einen Produzenten von Waffen und Panzerplatten an, aber dem stand der sanierungsbedürftige Zustand der Werft entgegen. Er stimmte schließlich der Mehrheitsmeinung des Direktoriums zu. Eine Rolle spielte auch, dass Wilhelm II. sein Wohlwollen signalisierte. Für Krupp war ein Grund für den Erwerb auch das Ziel, die Bindung zu Staat und Kaiser zu erhöhen. Die Werft wurde in der Folge modernisiert. Die bislang in Berlin ansässige Maschinenbauabteilung wurde an die Küste verlegt. Die Belegschaft wurde auf über 3000 Mann stark erhöht. Die Sorgen von Krupp erwiesen sich als berechtigt. Die hohen Modernisierugskosten gingen zu Lasten von Rheinhausen und erzwangen die Aufnahme einer Anleihe über 20 Millionen Mark. Der Kauf zahlte sich anders als bei Gurson nicht unmittelbar aus, sondern war als Investition in die Zukunft gedacht.[15]

"Herr-im-Haus" und Sozialpolitik[Bearbeiten]

Er hielt am Herr-im-Haus-Standpunkt seines Vaters fest. Als im Zusammenhang mit dem Bergarbeiterstreik von 1889 auch die Einrichtung von Arbeiterausschüssen diskutiert wurde, lehnte er diese Pläne etwa in einem Brief an Bismarck vehement ab.[16]

Er hielt aber auch an den sozialpolitischen Anstrengungen fest. Er setzte dabei aber andere Akzente als der Vater. Selbstverständlich förderte er die betrieblichen Leistungen zur Daseinsvorsorge. Er vermerkte 1900 mit Stolz, dass das Unternehmen sechs Millionen Mark gemäß gesetzlicher Bestimmungen, darüber hinaus aber 11 Millionen an freiwilligen Leistungen seit Beginn seiner Betriebsübernahme gezahlt habe. Allein für "Wohlfahrtszwecke" wurden 1902 3,6 Millionen Mark aufgewandt.

Außerdem wurden Arbeitersiedlungen erweitert oder neu errichtet. Er war beispielsweise der Urheber der Siedlung Altenhof in Essen-Rüttenscheid. Diese stilvollen Häuser der Siedlung durften ehemalige Werksangehörige kostenlos bewohnen. Sie sollten hier Abstand vom damals grauen industriellen Alltag gewinnen. Seit Friedrich Albert Krupp wurden auch Hauserwerbsdarlehen vergeben.

Siedlung Altenhof, Zeichnung um 1902

Wirklich neu aber war die Hinwendung zur Förderung von Bildung und Kultur. Für Alfred Krupp galt so etwas noch als Zeitverschwendung oder gar als Verringerung der Arbeitskraft. Für den Sohn war dies jedoch eine Ergänzung der materiellen Leistungen, um die Arbeiter langfristig für die bestehende gesellschaftliche und politische Ordnung zu gewinnen und von der Sozialdemokratie fern zuhalten. Im Jahr 1899 wurde die Kruppsche Bücherhalle als Werksbücherei für Betriebsangehörige gegründet. Daneben plante er ein Arbeitercasino mit Vortrags- und Veranstaltungsräumen. Dazu kam es aus verschiedenen Gründen nicht, stattdessen wurde ein Bildungsverein ins Leben gerufen. Dieser bot neben Fortbildungskursen auch Unterhaltungsangebote aller Art vom Konzert, über Theater bis hin zu Tanzabenden an. Es wurden Laienorchester und Chöre gegründet. Diese übten teilweise auch sehr anspruchsvolle Stücke ein. Davon profitierten etwa durch Sonderveranstaltungen des Bildungsvereins auch das Essener Theater. Auch wurden große Ausstellungen organisiert. Diese Anstrengungen zu Gunsten der Belegschaft zahlten sich durchaus aus und trugen zur Entstehung des Selbstverstänisses als Kruppinaer bei.[17]

Politik und öffentliche Kritik[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu seinem Vater, der jede politische Betätigung ablehnte, kandierte Friedrich Alfred 1887 erstmals vergeblich für den Reichstag. Erfolgreich war die Kandidatur für die freikonservative Partei 1893. Nach anderen Angaben blieb er parteilos stand aber den Konservativen nahe. Für seine Kandidatur soll der Wunsch Wilhelm II. eine Rolle gespielt haben. Im Parlament selbst tat sich Krupp nicht sonderlich hervor.[18]

Das Reichstagsmandat erwies sich aber als problematisch, wurde er doch bereits von Teilen der Öffentlichkeit als Prototyp eines Kapitalisten angesehen. Hinzu kam, dass seine wirtschaftlichen Interessen als Rüstungsproduzent eng mit dem Schlachtflottenbau verbunden waren. Als Abgeordneter exponierte er sich für seine Kritiker noch zusätzlich.[19]

In der Öffentlichkeit wurde über gewaltige Gewinne der Firma aus Rüstungsgeschäften spekuliert. Zwar ging der Gesamtanteil des Rüstungsbereich allmählich zurück, aber die in diesem Bereich erzielten Gewinnspannen waren deutlich größer als bei anderen Produkten. Gerade seine quasi monopolartige Stellung im Panzerplattengeschäft verschafften dem Unternehmen hohe Gewinne auf Kosten des Steuerzahlers. Die Kritik wurde etwa von August Bebel und Eugen Richter im Reichstag im Dezember 1899 vorgetragen.

Politisch hat Krupp sich schon früh für die Flottenrüstung stark gemacht. Dabei spielte das Eigeninteresse eine gehörige Rolle. Es ging um die Vergrößerung der Absatzmöglichkeiten seiner Firma. Auch fühlte er sich Wilhelm II. persönlich stark verpflichtet. Zur Propagierung der Flottenrüstung diente parallel zum Nachrichtenbüro des Reichsmarineamtes die maßgeblich von Krupp mitgetragene Süddeutsche Reichskorrespondenz. Die Korrespondenz beschränkte sich nicht nur auf die Werbung für die Flottenrüstung, sondern machte sich auch für eine deutsche Weltpolitik oder die Erhaltung des inneren Status quo des Kaiserreich stark. Deutlicher als früher wurden von Friedrich Alfred Unternehmerinteressen mit einer politischen Richtung, für die in erster Linie der Kaiser selbst stand, verbunden.[20]

Krupp auf Capri[Bearbeiten]

Die Via Krupp auf Capri

Krupp war ein Freund der Insel Capri, auf der er von 1899 bis 1902 die Wintermonate verbrachte. Auf Capri ließ er einen steilen Serpentinenweg in den Felsen schlagen, die spätere Via Krupp, die heute eine Touristenattraktion darstellt. Die Meeresforschung war Krupps Hauptbeschäftigung auf Capri. Vor Ort hatte er Kontakte zu anderen Naturforschern wie Felix Anton Dohrn und Ignazio Cerio.

An der Marina Piccola hatte er sich im Winter 1901/02 eine Höhle für gemütliches Beisammensein und „diverse Festivitäten“ im Freundeskreis Congrega di Fra Felice ausbauen lassen.[21] Umstritten ist, ob er in dieser Höhle Exzesse mit jugendlichen Liebhabern feierte, oder ob solche Vorwürfe lediglich Teil einer Erpressung durch einen Journalisten waren.[22][23] Krupp erfuhr im Juni 1902 von solchen Vorwürfen.[24] Am 15. und 20. Oktober griff ihn die italienische Zeitung Propaganda als Päderasten an;[24] am 15. November 1902 beschrieb ihn dann auch die deutsche sozialdemokratische Zeitung Vorwärts als homosexuell. Kurz darauf, am 22. November, verstarb er in der Villa Hügel in Essen. Offiziell wurde ein Gehirnschlag als Todesursache angegeben.[25][26] Einige Zeitungen vermuteten daraufhin einen Suizid.

Beisetzung und Testament[Bearbeiten]

Friedrich Alfred Krupp wurde auf dem Friedhof am Kettwiger Tor an der Hohenburgstraße in Essen beigesetzt. Wegen Erweiterung des Bahnhofsvorplatzes 1910 wurde das Grab an die Freiheit südlich des Hauptbahnhofes verlegt. 1955 erzwangen kommunale Baumaßnahmen erneut eine Verlegung der Grabstätte. Sie befindet sich seitdem auf dem städtischen Friedhof Bredeney an der Westerwaldstraße in Essen.

In seinem Testament verfügte er die Umwandlung der Firma in eine Aktiengesellschaft, deren Aktien seine ältere Tochter Bertha erhielt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Friedrich Alfred Krupp – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lothar Gall: Krupp. Der Aufstieg eines Industrieimperiums. Berlin, 2000 S.240f.
  2. Lothar Gall: Krupp. Der Aufstieg eines Industrieimperiums. Berlin, 2000 S.243f.
  3. Lothar Gall: Krupp. Der Aufstieg eines Industrieimperiums. Berlin, 2000 S.245
  4. Renate Köhne-Lindenlaub: Krupp, Friedrich Alfred. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 13, Duncker & Humblot, Berlin 1982 S.136
  5. Renate Köhne-Lindenlaub: Krupp, Friedrich Alfred. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 13, Duncker & Humblot, Berlin 1982 S.136,
  6. Lothar Gall: Krupp. Der Aufstieg eines Industrieimperiums. Berlin, 2000 S.246-248
  7. Lothar Gall: Krupp. Der Aufstieg eines Industrieimperiums. Berlin, 2000 S.248f.
  8. Lothar Gall: Krupp. Der Aufstieg eines Industrieimperiums. Berlin, 2000 S.254f.
  9. Renate Köhne-Lindenlaub: Krupp, Friedrich Alfred. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 13, Duncker & Humblot, Berlin 1982 S.136
  10. Renate Köhne-Lindenlaub: Krupp, Friedrich Alfred. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 13, Duncker & Humblot, Berlin 1982 S.136
  11. Renate Köhne-Lindenlaub: Krupp, Friedrich Alfred. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 13, Duncker & Humblot, Berlin 1982 S.256f.
  12. Lothar Gall: Krupp. Der Aufstieg eines Industrieimperiums. Berlin, 2000 S.267
  13. Lothar Gall: Krupp. Der Aufstieg eines Industrieimperiums. Berlin, 2000 S.258-262
  14. Lothar Gall: Krupp. Der Aufstieg eines Industrieimperiums. Berlin, 2000 S.262f.
  15. Lothar Gall: Krupp. Der Aufstieg eines Industrieimperiums. Berlin, 2000 S.264-266
  16. Lothar Gall: Krupp. Der Aufstieg eines Industrieimperiums. Berlin, 2000 S.253
  17. Lothar Gall: Krupp. Der Aufstieg eines Industrieimperiums. Berlin, 2000 S.277-280
  18. Renate Köhne-Lindenlaub: Krupp, Friedrich Alfred. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 13, Duncker & Humblot, Berlin 1982 S.137
  19. Lothar Gall: Krupp. Der Aufstieg eines Industrieimperiums. Berlin, 2000 S.268-270
  20. Lothar Gall: Krupp. Der Aufstieg eines Industrieimperiums. Berlin, 2000 S.271-274
  21. Dieter Richter: Friedrich Alfred Krupp auf Capri. In: Michael Epkenhans, Ralf Stremmel (Hrsg.): Friedrich Alfred Krupp. Ein Unternehmer im Kaiserreich. Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-60670-0, S. 166-168
  22. Norman Douglas: Rückblick. Eine Reise in meine Vergangenheit. S. 198-199
  23. Diana Maria Friz: Margarethe Krupp. dtv München 2008, ISBN 978-3-423-24703-0, S. 342
  24. a b Dieter Richter: Friedrich Alfred Krupp auf Capri. In: Michael Epkenhans, Ralf Stremmel (Hrsg.): Friedrich Alfred Krupp. Ein Unternehmer im Kaiserreich. Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-60670-0, S. 169-174
  25. Diana Maria Friz: Margarethe Krupp. dtv München 2008, ISBN 978-3-423-24703-0, S. 361
  26. Angelika Schaser: Margarethe Krupp: Entwurf eines Lebens im Zentrum der Krupp-Saga. In: M. Epkenhans, R. Stremmel: Friedrich Alfred Krupp. Ein Unternehmer im Kaiserreich, München 2010, S. 195