Friedrich Heinrich von Seckendorff

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Friedrich Heinrich von Seckendorff

Reichsgraf Friedrich Heinrich von Seckendorff (* 5. Juli 1673 im unterfränkischen Königsberg; † 23. November 1763 in Meuselwitz) war ein kaiserlicher Feldmarschall und Diplomat.

Leben[Bearbeiten]

Friedrich Heinrich von Seckendorff studierte an den Universitäten in Jena, Leipzig und Leiden Rechtswissenschaften und trat 1693 zunächst in oranische, dann in gothaische und ansbachische, 1697 in kaiserliche Militärdienste, in denen er unter dem Prinzen Eugen im Türkenkrieg 1698 kämpfte. Im Spanischen Erbfolgekrieg führte er das Ansbacher Regiment und eroberte in der Schlacht von Höchstädt an der Spitze seiner Dragoner 16 feindliche Fahnen.

Heinrich von Seckendorff nach einer Zeichnung von Adolph Menzel (19. Jahrhundert).

Zum Obersten ernannt, kämpfte er bei Ramillies und Oudenaarde und wirkte bei der Belagerung von Lille mit. Danach trat er als Generalmajor in die Dienste Augusts II. von Polen und befehligte in Flandern die sächsischen Hilfstruppen. Als polnischer Gesandter im Haag nahm er 1713 an den Verhandlungen des Utrechter Friedens teil, war als Befehlshaber sächsischer Truppen 1715 bei der Eroberung Stralsunds beteiligt und wurde 1717 zum kaiserlichen Feldmarschallleutnant ernannt.

Giebel des Senckendorffpalais in Altenburg

Unter dem Oberbefehl Eugens befehligte er bei Belgrad zwei Ansbacher Regimenter, kämpfte 1718 mit Erfolg in Sizilien gegen die Spanier und nötigte dieselben 1720 zum Evakuationsvertrag (Räumung der Insel). Seiner Erhebung zum Reichsgrafen 1719 folgte 1721 die zum Feldzeugmeister. 1724 ließ er sich in Altenburg durch den Ratsbaumeister Johann Georg Hellbrunn ein Stadtpalais errichten. Seit 1726 war er kaiserlicher Gesandter am Berliner Hof, wo er, mit dem einflussreichen Grumbkow verbündet, die Gunst Friedrich Wilhelms I. gewann und in schlauester Weise zugunsten Österreichs ausbeutete. Er brachte die Verlobung des Kronprinzen Friedrich (1712–1786) mit der Prinzessin Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern (1715–1797) zustande und erwirkte von mehreren deutschen Höfen sowie von Dänemark und Holland die Anerkennung der Pragmatischen Sanktion.

Gedenktafel für Feldmarschall von Seckendorff an der Burg von Königsberg

Ab 1734 gehörte er wieder zur Reichsarmee und war Gouverneur von Mainz. Als Reichsgeneral der Kavallerie rückte er im polnischen Erbfolgekrieg mit 30.000 Mann über den Hunsrück und schlug am 20. Oktober 1735 die Franzosen bei Klausen. Im neu ausbrechenden Russisch-Österreichischen Türkenkrieg (1736–1739) war er, auf Empfehlung des sterbenden Eugen, als österreichischer Feldmarschall mit dem Oberbefehl über das bei Belgrad (Niš)[1] stehende Heer betraut. War er anfangs glücklich, musste er sich nachher hinter die Save zurückziehen und wurde deshalb auf Anstiften seiner Feinde angeklagt und auf der Festung Graz gefangengesetzt. Von Maria Theresia freigelassen, trat er in bayrische Dienste, wurde Oberbefehlshaber des bayrischen Heeres, handelte am 26. Juni 1743, dem Vortag der Schlacht bei Dettingen, die Konvention von Niederschönenfeld aus, entsetzte im Folgejahr München und warf nach mehreren Wechselfällen die Österreicher schließlich nach Böhmen zurück, worauf er sein Kommando niederlegte. Nach dem Tod Karls VII. wirkte er zur Versöhnung zwischen Österreich und Bayern im Frieden von Füssen (22. April 1745) mit. Von Kaiser Franz I. in allen seinen Ehrenstellen bestätigt, lebte er zurückgezogen auf seinem Gut Meuselwitz bei Altenburg, bis er von dort im Dezember 1758 auf Befehl Friedrichs II. unter dem Verdacht, dass er mit Österreich einen für Preußen nachteiligen Briefwechsel unterhalten habe, verhaftet und ein halbes Jahr zu Magdeburg festgehalten wurde. Seckendorff starb am 23. November 1763 in Meuselwitz.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
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Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das Königreich Serbien und das Serbenvolk S142 ff