Königsberg in Bayern

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Königsberg in Bayern
Königsberg in Bayern
Deutschlandkarte, Position der Stadt Königsberg in Bayern hervorgehoben
50.07777777777810.566666666667280Koordinaten: 50° 5′ N, 10° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Haßberge
Höhe: 280 m ü. NHN
Fläche: 61,86 km²
Einwohner: 3665 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 59 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97486
Vorwahl: 09525
Kfz-Kennzeichen: HAS, EBN, GEO, HOH
Gemeindeschlüssel: 09 6 74 164
Stadtgliederung: 17 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 7
97486 Königsberg i. Bay.
Webpräsenz: www.koenigsberg.de
Bürgermeister: Claus Bittenbrünn (Freie Wähler)
Lage der Stadt Königsberg in Bayern im Landkreis Haßberge
Ermershausen Maroldsweisach Pfarrweisach Untermerzbach Bundorf Ebern Rentweinsdorf Burgpreppach Aidhausen Riedbach Hofheim in Unterfranken Kirchlauter Breitbrunn (Unterfranken) Ebelsbach Stettfeld Eltmann Oberaurach Königsberg in Bayern Gädheim Haßfurt Zeil am Main Sand am Main Theres Wonfurt Rauhenebrach Knetzgau Thüringen Thüringen Landkreis Coburg Landkreis Lichtenfels Bamberg Landkreis Bamberg Landkreis Bamberg Landkreis Rhön-Grabfeld Landkreis Bad Kissingen Landkreis SchweinfurtKarte
Über dieses Bild
Blick auf die Altstadt
Burgruine auf dem Schlossberg
Turm der Marienkirche mit Wächterturm der Burg im Hintergrund
Marktplatz mit Blick zum Salzmarkt
Häuserzeile am Salzmarkt
Rolandstatue von 1605

Königsberg in Bayern ist eine Stadt im unterfränkischen Landkreis Haßberge in Bayern, gelegen zwischen Coburg und Schweinfurt.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Das Landstädtchen Königsberg liegt am Westrand der Haßberge.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Hofheim in Unterfranken, Burgpreppach, Ebern, Kirchlauter, Zeil am Main, Haßfurt und Riedbach.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Königsberg hat 17 amtlich benannte Stadtteile (in Klammern Einwohnerzahl, Stand: 1. Januar 2009)[2]:


Geschichte[Bearbeiten]

Königsberg entstand infolge eines Burgenbaus auf dem „Weinberg des Königs“ (zur Burg siehe: Burg Königsberg) um 1180 wohl auf dem Boden einer altfränkischen Königsdomäne. Es bestand aber schon im Frühmittelalter im Bereich der Vorstadt eine Siedlung namens Ingelhofen. Im Jahr 1234 wurde Königsberg erstmals erwähnt, 1333 erhielt es die Marktgerechtigkeit und 1358 schließlich die vollen Stadtrechte.[3] Die Stadt wurde im Verlauf der Geschichte beinahe sechzigmal als Pfand oder Erbe in andere Hände gegeben. So gehörte Königsberg seit 1400 zu den Wettinischen Herzogtümern. Während der Reformation wurde Königsberg 1523 lutherisch. Daran wirkte der aus der Stadt stammende Balthasar Düring mit, der Martin Luther vermutlich im Augustinerkloster von Königsberg kennenlernte. Während der Reformation löste sich das Augustinerkloster auf, ebenso die adlige Schwesternschaft von der Agelblume, die von Kunigunde Truchseß gestiftet worden war. Königsberg war in der Reformationszeit auch eines der Zentren der mitteldeutschen Täuferbewegung. Vor allem Hans Hut und Eukarius Binder waren in Königsberg und Umgebung als Täuferprediger aktiv. Im 16. Jahrhundert galt Königsberg mit ca. 2000 Einwohnern als ein Zentrum der Gegend. Nachdem Stadt und Burg infolge des Schmalkaldischen Krieges und der Grumbachschen Händel in den Besitz von Markgraf Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach, Wilhelm von Grumbach, Moritz von Sachsen und dem Bistum Würzburg gelangt waren, konnten sie 1569 von Herzog Johann Wilhelm von Sachsen-Weimar zurückgekauft werden. So blieb Königsberg auch für die nächsten Jahrhunderte im Besitz der sächsischen Herzogtümer, nämlich bis 1640 bei Sachsen-Weimar, dann folgte Sachsen-Gotha bis 1675, Sachsen-Römhild bis 1683 und dann Herzogtum Sachsen-Hildburghausen. Mit der Neuordnung der ernestinischen Herzogtümer 1826 bis zum Ende der Monarchie 1918 gehörte der Ort zum Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha. 1858 wurde die Trennung von Verwaltung und Justiz eingeführt. Königsberg hatte eine eigene magistrale Verfassung. Im März 1892 bekam die Stadt mit der Bahnstrecke Haßfurt–Hofheim einen Anschluss an das Eisenbahnnetz. Nach der Einstellung des Bahnverkehrs wurde die Strecke als umgebaut. Nach einer Volksabstimmung 1919 wurde der Freistaat Coburg zum 1. Juli 1920 mit dem Freistaat Bayern vereinigt. Damit kamen auch die Stadt Königsberg in Franken und das Amt Königsberg zu Bayern.

Im Jahr 1632, im Verlauf des Dreißigjährigen Kriegs, lagerte das Heer Tillys mit 8000 Mann in Königsberg. Die Stadt wurde geplündert und aus einer Unachtsamkeit entstand ein verheerender Stadtbrand, der über die Hälfte der Häuser zerstörte. Der Frömmigkeit Tillys ist es zu verdanken, dass die prachtvolle gotische Marienkirche auf dem Marktplatz verschont blieb, obwohl das direkt daneben stehende Rathaus ebenfalls abbrannte. Tilly hatte seine Männer angewiesen, das Gotteshaus vor den Flammen zu schützen. Acht Jahre später waren abermals kaiserliche Truppen in Königsberg. Die Bürger hatten ihre Besitztümer im Dachstuhl der Kirche in Sicherheit gebracht. Als die Soldaten sie raubten, legten sie Feuer im Dach, so dass die Kirche doch noch ein Raub der Flammen wurde. Weitere Teile der Stadt fielen diesem zweiten Stadtbrand zum Opfer. Es dauerte lange, bis sich Königsberg vom Dreißigjährigen Krieg erholt hatte. Ihre einstige Bedeutung erlangte die Stadt nicht mehr.

Die Stadtbrände waren auch die Ursache für die heute so romantische geschlossene Fachwerkaltstadt, ein „Ensemble von europäischem Rang“. Da fast alle Häuser verbrannt waren, ist kaum noch bürgerliche Bausubstanz aus früheren Jahrhunderten vorhanden. Dafür zeigt die Altstadt in allen Straßenzügen ein einheitliches Fachwerkbild des späten 17. und 18. Jahrhunderts. Dem Engagement des verstorbenen Altbürgermeisters Dr. Rudolf Mett ist es zu verdanken, dass die Altstadt erhalten blieb und unter Denkmalschutz steht.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Unfinden eingegliedert. Am 1. April 1972 folgten Köslau und Kottenbrunn. Am 1. Juli 1972 kamen Altershausen, Hofstetten und Römershofen hinzu.[4] Junkersdorf wurde am 1. Januar 1974 eingemeindet. Die Reihe der Eingemeindungen wurde am 1. Mai 1978 mit der Eingliederung von Dörflis bei Königsberg in Bayern, Hellingen und Holzhausen abgeschlossen.[5]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 2014 Claus Bittenbrünn (Freie Wähler). Sein Vorgänger Uwe Beck (CSU) setzte sich erst im März 2014 gegen Erich Stubenrauch (Freie Wähler) mit ca. 66% durch, der seit 2002 Bürgermeister war, schied aber nach kurzer Zeit aus gesundheitlichen Gründen aus dem Amt aus. Stubenrauchs Vorgänger war Kurt Sieber (FDP), der das Amt seit 1990 innehatte. Dieser war von 1978 bis 1982 Mitglied des Landtags.

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat von Königsberg i.Bay. hat (ohne Bürgermeister) 16 Mitglieder.

CSU SPD FWG Offene Hellinger Liste Gesamt
2014 7 4 4 1 16 Sitze
2008 7 4 5 16 Sitze

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Königsberg ist bekannt für seine Fachwerkhäuser in der Altstadt. Der zentrale Salzmarkt ist noch heute ein Fachwerkhausensemble von seltener Geschlossenheit und steht komplett unter Denkmalschutz. Dort stehen ein Denkmal für Regiomontanus, das Rathaus mit einer Rolandsfigur sowie das Tillyhaus.

Die 1397 bis 1432 erbaute hochgotische Marienkirche wurde Anfang des 20. Jahrhunderts unter Leitung des Coburger Architekten Leopold Oelenheinz mit ihrem ursprünglichen Aussehen wiederhergestellt, nachdem sie beim Stadtbrand 1640 zerstört worden war. Sie zählt zu den ansehnlichsten Hallenkirchen Frankens und beherbergt den Abdruck des Abendmahlreliefs aus der Dresdner Kreuzkirche des in Königsberg geborenen Bildhauers Heinrich Epler.

Baudenkmäler[Bearbeiten]


Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Königsberg (Bayern) lag an der Bahnstrecke Haßfurt–Hofheim. Diese ist inzwischen stillgelegt.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

  • Die Fränkischen Rohrwerke Gebr. Kirchner GmbH & Co. KG haben seit 1912 ihren Hauptsitz in Königsberg. Das Familienunternehmen produziert bei 350 Millionen Euro Umsatz mit weltweit 2200 Mitarbeitern vor allem Wellrohre aus Kunststoff. In Königsberg sind 1250 Mitarbeiter beschäftigt.[6]
  • Die 1952 gegründete Regiolux GmbH stellt mit rund 200 Mitarbeitern (Stand: 2011) Leuchtensysteme her. Ein Tochterunternehmen ist die Lichtwerk GmbH.
  • Die KHK Bike Handels GmbH fertigt und vertreibt besondere Fahrräder und Fahrradzubehör[7].


Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Gedenktafel für Feldmarschall von Seckendorff an der Burg
Gedenktafel für Regiomontanus an der Stelle seines Geburtshauses

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die im Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Paul Melissus (1539–1602), Schriftsteller, Übersetzer und Komponist. Er war kurze Zeit Kantor in Königsberg und widmete der Stadt 1577 ein Gedicht (ad montem regio franconiae).
  • Paul Graf Waldersee (1831–1906), preußischer Militärmusiker und Musikwissenschaftler. Er liegt auf dem städtischen Friedhof begraben.
  • Hans Wollschläger (1935–2007), Schriftsteller und Übersetzer, lebte und arbeitete seit 1998 in Dörflis


Impressionen aus den Ortsteilen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111025/120239&attr=OBJ&val=1637
  3. http://www.geodaten.bayern.de/denkmal_static_data/externe_denkmalliste/pdf/denkmalliste_merge_674164.pdf
  4.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 486.
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 759 und 760.
  6. Christoph Scheppe: Drei Millionen Meter pro Tag. Neue Presse, 7. April 2012
  7. khk bike – Unternehmen

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Solger: Geschichte der Stadt und des Amtes Königsberg in Franken. Riemann, Coburg 1894 (Digitalisat)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Königsberg in Bayern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien