Königsberg in Bayern

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Königsberg i.Bay.
Königsberg in Bayern
Deutschlandkarte, Position der Stadt Königsberg i.Bay. hervorgehoben
50.07777777777810.566666666667280Koordinaten: 50° 5′ N, 10° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Haßberge
Höhe: 280 m ü. NN
Fläche: 61,86 km²
Einwohner:

3634 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 59 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97486
Vorwahl: 09525
Kfz-Kennzeichen: HAS
Gemeindeschlüssel: 09 6 74 164
Stadtgliederung: 17 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 7
97486 Königsberg i. Bay.
Webpräsenz: www.koenigsberg.de
Bürgermeister: Erich Stubenrauch (Freie Wähler)
Lage der Stadt Königsberg i.Bay. im Landkreis Haßberge
Ermershausen Maroldsweisach Pfarrweisach Untermerzbach Bundorf Ebern Rentweinsdorf Burgpreppach Aidhausen Riedbach Hofheim in Unterfranken Kirchlauter Breitbrunn (Unterfranken) Ebelsbach Stettfeld Eltmann Oberaurach Königsberg in Bayern Gädheim Haßfurt Zeil am Main Sand am Main Theres Wonfurt Rauhenebrach Knetzgau Thüringen Thüringen Landkreis Coburg Landkreis Lichtenfels Bamberg Landkreis Bamberg Landkreis Bamberg Landkreis Rhön-Grabfeld Landkreis Bad Kissingen Landkreis SchweinfurtKarte
Über dieses Bild
Blick auf die Altstadt
Burgruine auf dem Schlossberg
Turm der Marienkirche mit Wächterturm der Burg im Hintergrund
Marktplatz mit Blick zum Salzmarkt
Häuserzeile am Salzmarkt
Rolandstatue von 1605

Königsberg in Bayern (amtlich Königsberg i.Bay.) ist eine Stadt im unterfränkischen Landkreis Haßberge in Bayern, gelegen zwischen Coburg und Schweinfurt.

Inhaltsverzeichnis

Geografie [Bearbeiten]

Geografische Lage [Bearbeiten]

Ein kurzes Stück nördlich von Königsberg liegt die Grenze zum Freistaat Thüringen.

Nachbargemeinden [Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Hofheim in Unterfranken, Burgpreppach, Ebern, Kirchlauter, Zeil am Main, Haßfurt und Riedbach.

Stadtgliederung [Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Königsberg hat 17 amtlich benannte Stadtteile (in Klammern Einwohnerzahl, Stand: 1. Januar 2009)[2]:

Impressionen [Bearbeiten]

Altershausen [Bearbeiten]

Der kleine Ort Altershausen mit ca. 290 Einwohnern liegt 3 km von der Stadt Königsberg entfernt und ist eines der 17 Ortsteile der Stadt Königsberg. Es liegt in der Planungsregion Main-Rhön, einem Gebiet, dessen Struktur zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen nachhaltig gestärkt werden soll.

Der rasante Wandel in der Agrarstruktur hat auch vor dem ursprünglich überwiegend landwirtschaftlich geprägten Dorf am südlichen Rand des Hassbergetraufs nicht Halt gemacht. Trotz guter Ertragsbedingungen wird nur noch einer der ehemaligen 17 landwirtschaftlichen Betriebe in Altershausen im Haupterwerb geführt. Darüber hinaus sind nur noch wenige Nebenerwerbslandwirte mit geringer oder gar keiner Viehhaltung vorhanden.

Hofstetten [Bearbeiten]

Der kleine Ort mit ca. 140 Einwohnern liegt auf halbem Wege zwischen Ebern und Haßfurt. Hofstetten ist ein typisches Straßendorf und wurde früher umgangssprachlich Neudorf genannt. Zentrum des Dorfes ist die ehemalige Schule, die zum Vereinsheim ausgebaut wurde. Ehemals landwirtschaftlich geprägt, hat Hofstetten nunmehr nur noch zwei Nebenerwerbslandwirte. Die wichtigsten Ortsvereine sind die Blaskapelle Hofstetten, die 2010 ihr fünfundvierzigjähriges Bestehen gefeiert hat, und die Freiwillige Feuerwehr Hofstetten. Hofstetten gehört der Kirchengemeinde Jesserndorf/Unterpreppach an. St. Anna ist die Kirchenpatronin des Dorfes. Am 7. August 2010 fand zum 45. Jubiläum der Blaskapelle noch eine Openair Mallorca-Party für die jüngere Generation statt. Vor der St.-Anna-Kirche wurde 2010 außerdem noch eine Statue aus Sandstein errichtet, auf der die Heilige Familie zu sehen ist.

Geschichte [Bearbeiten]

Königsberg entstand infolge eines Burgenbaus auf dem „Weinberg des Königs“ (zur Burg siehe: Burg Königsberg) um 1180. Es bestand aber schon im Frühmittelalter im Bereich der Vorstadt eine Siedlung namens „Ingelhofen“. Im Jahr 1333 erhielt Königsberg die Marktgerechtigkeit, 1358 schließlich die vollen Stadtrechte. Die Stadt wurde im Verlaufe der Geschichte beinahe 60 Mal als Pfand oder Erbe in andere Hände gegeben. So gehörte Königsberg seit 1400 den Wettinischen Herzogtümern an. Während der Reformation wurde Königsberg 1523 lutherisch. Daran wirkte der aus der Stadt stammende Balthasar Düring mit, der Martin Luther vermutlich im Augustinerkloster von Königsberg kennenlernte. Während der Reformation löste sich das Augustinerkloster auf, ebenso die adelige Schwesternschaft von der Agelblume, die von Kunigunde Truchseß gestiftet worden war. Königsberg war in der Reformationszeit auch eines der Zentren der mitteldeutschen Täuferbewegung. Vor allem Hans Hut und Eukarius Binder waren in Königsberg und Umgebung als Täuferprediger aktiv. Im 16. Jahrhundert galt Königsberg mit ca. 2000 Einwohner als ein Zentrum der Gegend. Nachdem Stadt und Burg infolge der Schmalkaldischen Kriege und Grumbachschen Händel in den Besitz von Markgraf Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach, Wilhelm von Grumbach, Moritz von Sachsen und dem Bistum Würzburg gelangt waren, konnten sie 1569 von Herzog Johann Wilhelm von Sachsen-Weimar zurückgekauft werden. So blieb Königsberg auch für die nächsten Jahrhunderte im Besitz der sächsischen Herzogtümer, nämlich bis 1640 bei Sachsen-Weimar, dann folgte Sachsen-Gotha bis 1675, Sachsen-Römhild bis 1683 und ab dann Herzogtum Sachsen-Hildburghausen. Mit der Neuordnung der ernestinischen Herzogtümer 1826 bis zum Ende der Monarchie 1918 gehörte der Ort zum Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha. 1858 wurde die Trennung von Verwaltung und Justiz eingeführt. Königsberg hatte eine eigene magistrale Verfassung. Im März 1892 bekam die Stadt mit der Bahnstrecke Haßfurt–Hofheim einen Anschluss an das Eisenbahnnetz. Nach der Einstellung des Bahnverkehrs wurde die Strecke zu einem Radweg umgebaut. Nach einer Volksabstimmung 1919 wurde der Freistaat Coburg zum 1. Juli 1920 mit dem Freistaat Bayern vereinigt. Damit kamen auch die Stadt Königsberg in Franken und das Amt Königsberg zu Bayern.

Tragisch war für Königsberg die Zeit des Dreißigjährigen Krieges: Im Jahr 1632 lagerte das Heer Tillys mit 8000 Mann in Königsberg. Die Stadt wurde geplündert und aus einer Unachtsamkeit entstand ein verheerender Stadtbrand, der über die Hälfte der Häuser in Rauch aufgehen ließ. Der Frömmigkeit Tillys ist es zu verdanken, dass die prachtvolle gotische Marienkirche auf dem Marktplatz verschont blieb, obwohl das direkt daneben stehende Rathaus ebenfalls verbrannte. Tilly hatte seine Männer angewiesen, das Gotteshaus vor den Flammen zu beschützen. Doch nur 8 Jahre später waren abermals kaiserliche Truppen in Königsberg. Die Bürger hatten ihre Besitztümer im Dachstuhl der Kirche in Sicherheit gebracht. Als die Soldaten sie hinwegraubten, legten sie zu allem Überfluss Feuer im Dach, sodass das schöne Bauwerk doch noch ein Raub der Flammen wurde. Weitere Teile der Stadt fielen diesem zweiten Stadtbrand zum Opfer. Es dauerte lange, bis sich Königsberg von den Schrecken des Dreißigjährigen Krieges erholt hatte. Seine einstige Bedeutung sollte die Stadt jedoch nicht mehr erlangen.

Die Stadtbrände sind auch die Ursache für die heute so romantische geschlossene Fachwerkaltstadt, einem „Ensemble von europäischem Rang“. Da fast alle Häuser verbrannt waren, ist kaum noch bürgerliche Bausubstanz aus früheren Jahrhunderten vorhanden. Dafür zeigt die Altstadt in allen Straßenzügen ein einheitliches Fachwerkbild des späten 17. und 18. Jahrhunderts. Dem Engagement des verstorbenen Altbürgermeisters Dr. Rudolf Mett ist es zu verdanken, dass die Altstadt schon früh von Verunstaltungen der Neuzeit verschont blieb und ein strenger Denkmalschutz gepflegt wird.

Eingemeindungen [Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Unfinden eingegliedert. Am 1. April 1972 folgten Köslau und Kottenbrunn. Am 1. Juli 1972 kamen Altershausen, Hofstetten und Römershofen hinzu.[3] Junkersdorf wurde am 1. Januar 1974 eingemeindet. Die Reihe der Eingemeindungen wurde am 1. Mai 1978 mit der Eingliederung von Dörflis bei Königsberg in Bayern, Hellingen und Holzhausen abgeschlossen.[4]

Politik [Bearbeiten]

Bürgermeister [Bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 2002 Erich Stubenrauch (Freie Wähler), der 2008 mit 90,53 % wiedergewählt wurde. Es gab bei der Wahl keine Gegenkandidaten. Sein Vorgänger war Kurt Sieber (FDP), der das Amt seit 1990 innehatte. Dieser war von 1978 bis 1982 Mitglied des Landtags.

Stadtrat [Bearbeiten]

Der Stadtrat von Königsberg i.Bay. hat (ohne Bürgermeister) 16 Mitglieder.

CSU SPD FWG FDP/ Freie Bürger Gesamt
2008 7 4 5 - 16 Sitze
CSU SPD FWG FDP/Freie Bürger Gesamt
2002 5 4 5 2 16 Sitze

Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Bauwerke [Bearbeiten]

Königsberg ist bekannt für seine Fachwerkhäuser in der Altstadt. Der zentrale Salzmarkt ist noch heute ein Fachwerkhausensemble von seltener Geschlossenheit und steht komplett unter Denkmalschutz. Hier steht ein Denkmal für Regiomontanus, das Rathaus mit einer Rolandsfigur sowie das Tillyhaus.

Die 1397 bis 1432 erbaute, hochgotische Marienkirche wurde Anfang des 20. Jahrhunderts unter Leitung des Coburger Architekten Leopold Oelenheinz in ihrem ursprünglichen Aussehen wiederhergestellt, nachdem sie im Stadtbrand 1640 zerstört wurde. Sie zählt zu den ansehnlichsten Hallenkirchen Frankens und beherbergt den Abdruck des Abendmahlreliefs aus der Dresdner Kreuzkirche des in Königsberg geborenen Bildhauers Heinrich Epler.

Baudenkmäler [Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]

Ansässige Unternehmen [Bearbeiten]

  • Regiolux GmbH
  • Fränkische Rohrwerke
  • Lichtwerk GmbH

Persönlichkeiten [Bearbeiten]

Gedenktafel für Feldmarschall von Seckendorff an der Burg
Gedenktafel für Regiomontanus an der Stelle seines Geburtshauses

Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die im Ort gewirkt haben [Bearbeiten]

  • Paul Melissus (1539–1602), Schriftsteller, Übersetzer und Komponist. Er war kurze Zeit Kantor in Königsberg und widmete der Stadt 1577 ein Gedicht (ad montem regio franconiae).
  • Paul Graf Waldersee (1831–1906), preußischer Militärmusiker und Musikwissenschaftler. Er liegt auf dem städtischen Friedhof begraben.
  • Hans Wollschläger (1935–2007), Schriftsteller und Übersetzer, lebte und arbeitete seit 1998 in Dörflis


Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111025/120239&attr=OBJ&val=1637
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 486.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 759 und 760.

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Königsberg in Bayern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien