Gavere

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Gavere
Gaverewapen.jpg Gaverevlag.jpg
Gavere (Ostflandern)
Gavere
Gavere
Staat Belgien
Region Flandern
Provinz Ostflandern
Bezirk Gent
Koordinaten 50° 56′ N, 3° 40′ O50.9283333333333.6611111111111Koordinaten: 50° 56′ N, 3° 40′ O
Fläche 31,34 km²
Einwohner (Stand) 12.529 Einw. (1. Jan. 2012)
Bevölkerungsdichte 400 Einw./km²
Postleitzahl 9890
Vorwahl 09
Bürgermeister Hugo Leroy (Open VLD-VOG)
Adresse der
Kommunalverwaltung
Gemeentebestuur Gavere
Markt 1
9890 Gavere
Webseite www.gavere.be

lblelslh

Gavere ist eine belgische Gemeinde in der Region Flandern mit 12.529 Einwohnern (Stand 1. Januar 2012). Sie liegt am Ufer der Schelde zwischen Gent und Oudenaarde.

Geschichte[Bearbeiten]

Alter Scheldearm bei Gavere
  • Gavere ist bekannt wegen der Schlacht bei Gavere, die 1453 zwischen dem Herzog von Burgund Philipp dem Guten und den aufständischen Gentern ausgefochten wurde, die sich gegen zu hohe Steuern zur Wehr setzten.
  • In Boechaute, einem Weiler zu Dikkelvenne, wurde das älteste vollständig niederländischsprachige Dokument gefunden. Bei dem sogenannten Schöffenbrief (Schepenbrief) handelt es sich um eine notarielle Akte aus dem 13. Jahrhundert.
  • Karl V. erhob das Land von Gavere im 16. Jahrhundert zu einem Fürstentum. Lamoraal van Egmont wurde der erste Fürst.

Geographie[Bearbeiten]

Karte von Gavere

Oudenaarde liegt 9 Kilometer südlich, Gent 13 km nördlich, Aalst 27 km östlich, Kortrijk 28 km südwestlich und Brüssel etwa 50 km östlich. Die Gemeinde Gavere grenzt an folgende Gemeinden bzw. Teilgemeinden: a. Melsen (Merelbeke), b. Schelderode (Merelbeke), c. Munte (Merelbeke), d. Scheldewindeke (Oosterzele), e. Velzeke-Ruddershove (Zottegem), f. Dikkele (Zwalm), g. Beerlegem (Zwalm), h. Meilegem, i. Nederzwalm-Hermelgem, j. Zingem, k. Huise (Zingem), l. Ouwegem (Zingem), m. Nazareth, n. Eke (Nazareth), o. Zevergem (De Pinte)

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Gavere besteht aus sechs Teilgemeinden. Asper ist durch die Schelde vom Rest der Gemeinde getrennt. Durch Landstraßenbebauung sind Dikkelvenne, Gavere, Semmerzake und im geringeren Maße Vurste miteinander verwachsen.

Darüber hinaus gibt es noch zwei Weiler, Heedwijk und Sint-Janswijk.

# Name Fläche
km²
Bevölkerung
(31/12/2005)
I Gavere 4,36 2.819
II Asper 5,79 4.234
III Semmerzake 4,50 1.446
IV Vurste 4,49 1.051
V Dikkelvenne 8,99 1.889
VI Baaigem 3,79 565
Quelle: Gemeinde Gavere

Asper[Bearbeiten]

Auf der Höhe von Asper liegt eine Schleuse auf der Schelde, an der 2007 Arbeiten begonnen und eine neue Fahrtrasse gegraben wurde. Bis 2010 sollen alle arbeiten abgeschlossen sein. Damit ist Asper eine der wenigen Orte die durch einen Eingriff in den Naturraum von seiner Hauptgemeinde getrennt sind.

Richtung Zingem – Steenweg 1 – befindet sich das vormalige Armenhaus. Es wurde 1863 gestiftet durch Sabrina De Groote, die seit 1836 Witwe von P. Fr. De Bock war. Es wurde ursprünglich durch Laien geleitet, um später durch die Kleriker vom Heilig Hart van Maria aus Nederbrakel übernommen zu werden.

Bis 1927 tat es Dienst als Seniorenheim. Danach wurde es Eigentum des OCMW und wird regelmäßig als Ausstellungsraum von IERMA (Ideas & Expressions of Real Modern Art) gebraucht. Edmond de Perre-Montigny war der Architekt. Auf der Vorderfassade gibt es einen Gedenkstein mit dem Text: gesticht door Juffrouw Sabina De Groote, huisvrouw van D'heer P. FR. De Bock, overleden te Asper den 30 april 1836. In Asper ist das Gebäude bekannt als der Hof van de gebroeders Vandenberghe, ein früherer Eigner des Gebäudes.

Demographische Entwicklung[Bearbeiten]

Quellen: NIS und Gemeinde Gavere; Opm:1806 bis einschließlich 1970=Volkszählungen; 1976, 2005=Einwohnerzahl am 31. Dezember

Semmerzake[Bearbeiten]

In der Teilgemeinde Semmerzake ist das militärische Luftfahrtkontrollzentrum untergebracht, das in der militärischen Luftfahrtkontrolle der NATO eine wichtige Rolle spielt.

Vurste[Bearbeiten]

Vurste liegt auf der Grenze zwischen Sandig und Sandlehmig Flandern, an der Schelde. Die dortige St. Martinskirche datiert im Ursprung aus dem 14. bis 15. Jahrhundert, wurde im 16. bis 19. Jahrhundert weiter vergrößert und zwischen 2000 und 2006 umgebaut. Die Kirche hat einen spitzen rechteckigen Turm. Das Barockkastell Borgwal steht leer und verfallen in der Landschaft, aber auf der stark ummauerten Domäne stehen die neuen Gebäude der Broeders van Liefde die sich für die Versorgung geistig Behinderter einsetzen.

Dikkelvenne[Bearbeiten]

Parochie und Kirche von Dikkelvenne sind nach dem Heiligen Petrus benannt. Die alte Kirche stürzte 1824 ein und brannte darauf komplett nieder. Sie stand in "De Rotse" nicht allzu weit von der Schelde, wo sich nun eine Kapelle und Brunnen zur Ehre der Heiligen Christiana befinden. Eine neue St. Oetruskirche wurde 1826 eingesegnet. Nach Beschuss im Ersten Weltkrieg waren 1920 Wiederherstellungsmaßnahmen ausgeführt worden. Sehenswert ist die Tarandusmühle gelegen auf der Grenze mit Beerlegem.

Baaigem[Bearbeiten]

Baaigem hat nur 565 Einwohner und ist damit die kleinste Teilgemeinde von Gavere.

Generische Sicht auf Baaigem.

Demographische Entwicklung[Bearbeiten]

  • Bron: NIS; Opm:1806 t/m 1970=volkstellingen; 1976, 2005=inwoneraantal op 31 december

Verkehr[Bearbeiten]

Die nächsten Autobahnabfahrten befinden sich bei Deinze und Kruishoutem im Westen und De Pinte im Norden an der A14/E 17 sowie bei Wetteren im Osten an der A10/E 40.

Die Gemeinde besitzt einen Regionalbahnhof an der Bahnlinie Oudenaarde – Gavere – Gent.

Sonstiges[Bearbeiten]

In der Flandernrundfahrt 2007 war Gavere eine Station in der Runde. Bürgermeister Hugo Leroy hatte 2009 einen kontroversen Auftritt in der VRT Sendung Man Bijt Hond, der in der nationalen Presse für Aufsehen sorgte.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gavere – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien