Giovanni Lajolo

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Giovanni Lajolo (Mitte) mit Kardinal Lehmann (2002)
Wappen von Giovanni Kardinal Lajolo

Giovanni Kardinal Lajolo (* 3. Januar 1935 in Novara, Italien) ist ein italienischer emeritierter Kurienkardinal der römisch-katholischen Kirche.

Leben[Bearbeiten]

1955 bekam er nach Philosophisch-Theologischen Studien in Novara, Italien und an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom ein Lizentiat in Philosophie und 1959 das Lizentiat in Katholischer Theologie. Giovanni Lajolo empfing am 29. April 1960 durch Weihbischof Ugo Poletti das Sakrament der Priesterweihe für das Bistum Novara. Nach seiner Promotion 1965 folgte eine Diplomatenausbildung zwischen 1968 und 1969. Von 1970 bis 1974 war er Attaché/Nuntiatursekretär und dann Auditor an der Apostolischen Nuntiatur in Bonn. Zwischen 1974 und 1988 verrichtete der Italiener Tätigkeiten im vatikanischen Staatssekretariat im Rat für die öffentlichen Angelegenheiten der Kirche.

1976 wurde er Leiter der Mittel- und Nordeuropa-Abteilung im Staatssekretariat. Er war auch ein enger Mitarbeiter von Kardinalstaatssekretär Agostino Casaroli. Zwischen 1979 und 1985 war Lajolo Sekretär der vatikanischen Delegation bei den Verhandlungen über die Anpassung des Konkordats mit Italien. 1985 bis 1989 folgte eine Professur an der Päpstlichen Diplomatenakademie.

Papst Johannes Paul II. verlieh ihm am 30. Juni den Titel Ehrenprälat Seiner Heiligkeit[1] und ernannte ihn am 3. Oktober 1988 zum Titularerzbischof von Caesariana sowie zum Sekretär der Verwaltung der Güter des Apostolischen Stuhles. Die Bischofsweihe spendete ihm dieser am 6. Januar 1989, Mitkonsekratoren waren die späteren Kardinäle Edward Idris Cassidy und José Sánchez.

Am 7. Dezember 1995 ernannte ihn Johannes Paul II. zum Apostolischen Nuntius in der Bundesrepublik Deutschland. Am 7. Oktober 2003 wurde er zum Sekretär für die Beziehungen mit den Staaten im Staatssekretariat ernannt. Dort leitete Lajolo die Abteilung für äußere Angelegenheiten. Im Juni 2006 ernannte Papst Benedikt XVI. Lajolo zum Präsidenten der Päpstlichen Kommission für den Staat Vatikanstadt und des Governatorats der Vatikanstadt. Die Amtsübergabe fand am 15. September desselben Jahres statt. Am 24. November 2007 nahm ihn Benedikt XVI. als Kardinaldiakon mit der Titeldiakonie Santa Maria Liberatrice a Monte Testaccio in das Kardinalskollegium auf.

Am 3. September 2011 nahm Papst Benedikt XVI. – mit Wirkung zum 1. Oktober 2011 – das von Kardinal Lajolo aus Altersgründen vorgebrachte Rücktrittsgesuch vom Amt des Präsidenten der Päpstlichen Kommission für den Staat Vatikanstadt sowie des Governatorats der Vatikanstadt an. Gleichzeitig ernannte er den bisherigen Nuntius in Italien und San Marino, Erzbischof Giuseppe Bertello, zu seinem Nachfolger in beiden Ämtern.[2]

Nach dem Rücktritt Benedikts XVI. nahm Kardinal Lajolo am Konklave 2013 teil, in dem Papst Franziskus gewählt wurde.

Am 9. September 2013[3] verschaffte sich Lajolo in seiner Eigenschaft als Mitglied der vatikanischen Kongregation für die Bischöfe im Auftrage des Vatikans im Gespräch mit Bischöfen und Mitgliedern der Bistumsleitung ein Bild der Lage im Bistum Limburg. Der Besuch diene „dem brüderlichen Gespräch“; es sei keine Apostolische Visitation zur Untersuchung oder Absetzung des Bischofs. Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hatte selbst um eine Visitation gebeten. Der Vatikan hege „volles Vertrauen“ in die Amtsführung des Bischofs, jedoch sei die Einheit zwischen Bischof und Volk belastet.[4][5]

Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Mitgliedschaften in der römischen Kurie[Bearbeiten]

Giovanni Kardinal Lajolo ist Mitglied folgender Institutionen der römischen Kurie:

Ehrungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Giovanni Lajolo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Annuario Pontificio per l’anno 1987, Città del Vaticano 1987, S. 1918.
  2. Rinuncia del Presidente della Pontificia Commissione per lo Stato della Città del Vaticano e Presidente del Governatorato del medesimo Stato e Nomina del Successore, in: Presseamt des Heiligen Stuhls: Tägliches Bulletin vom 3. September 2011.
  3. Der Besuch aus Rom ist da fnp.de, abgerufen am 10. September 2013
  4. Schreiben der Kongregation vom 3. Sept. 2013, vom Bistum Limburg veröffentlicht Faksimile, pdf; www.bistumlimburg.de Kardinal Lajolo kommt zu „brüderlichem Besuch" vom 7. September 2013
  5. Umstrittener Bischof Tebartz-van Elst: "Brüderlicher Besuch" aus dem Vatikan. Spiegel Online, 7. September 2013, abgerufen am 8. September 2013.
  6. Kardinal Giovanni Lajolo in den Orden aufgenommen. Der Malteserorden, 10. Januar 2009, abgerufen am 14. Mai 2013.
  7. Nomina di Membri del Supremo Tribunale della Segnatura Apostolica, in: Presseamt des Heiligen Stuhls: Tägliches Bulletin vom 25. Januar 2010.
  8. Ordensverleihung
Vorgänger Amt Nachfolger
Edmund Casimir Kardinal Szoka Präsident des Governatorats der Vatikanstadt
2006–2011
Giuseppe Kardinal Bertello
Jean-Louis Tauran Sekretär für die Beziehungen mit den Staaten
2003–2006
Dominique Mamberti
Lajos Kada Apostolischer Nuntius in Deutschland
1995–2003
Erwin Josef Ender