Liste von Häftlingen des Konzentrationslagers Buchenwald

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Die Liste von Häftlingen des Konzentrationslagers Buchenwald führt bekannte Haftinsassen im Konzentrationslager Buchenwald auf.

Zwischen 1937 und 1945 waren etwa 250.000 Menschen[1] in Buchenwald inhaftiert. Unter den Internierten waren zahlreiche öffentlich bekannte Personen.

Funktionshäftlinge[Bearbeiten]

Funktionshäftlinge wurden jene Häftlinge genannt, die von der SS zu Aufsehern, z.B. bei Arbeitseinsätzen, ernannt wurden. Ohne sie hätte die SS das Lager weit weniger effektiv organisieren können. Je nach Gebiet und Arbeitskommando waren ihre Positionen unterschiedlich einflussreich. Immer standen sie in der Hierarchie auf schwieriger Position zwischen den normalen Arbeitshäftlingen und den SS-Befehlsleuten. Einige von ihnen waren:

Politiker[Bearbeiten]

  • Karl Barthel, KPD-Reichstagsabgeordneter
  • Josef Baumhoff, Beamter und Politiker (Zentrum)
  • Léon Blum, französischer sozialistischer Politiker jüdischer Herkunft, vor und nach seiner Haftzeit in Buchenwald Premierminister von Frankreich
  • Rudolf Breitscheid, SPD-Reichstagsabgeordneter
  • Hermann Brill SPD-Reichstagsabgeordneter
  • Ernst Busse, KPD-Politiker, Lagerältester und Kapo. Später stellvertretender Ministerpräsident und Innenminister in Thüringen
  • Édouard Daladier, franz. Ministerpräsident
  • Victor Delplanque, französischer politischer Gefangener. Seine KZ-Nr. bekam später Joseph Roth.
  • Karl Fischer, österreichischer Trotzkist und Widerstandskämpfer
  • Otto Gerig, deutscher Gewerkschafter und Politiker (Zentrum)
  • Ottomar Geschke, KP-Abgeordneter des Preußischen Landtages und des Reichstages. Mitglied des ZK der KPD. 1937–1940 Häftling in Buchenwald
  • Ernst Grube, KPD und Mitglied des Reichstages. Antifaschist und Widerstandskämpfer
  • Wilhelm Hammann, Blockältester im Kinderblock 8, rettete viele jüdische Kinder vor dem Todesmarsch. Ehrentitel „Gerechter unter den Völkern“. Später Landrat von Groß-Gerau
  • Ernst Heilmann, SPD-Reichstagsabgeordneter, Vorsitzender der SPD-Reichstagsfraktion bis 1933
  • Werner Hilpert, später Landesvorsitzender der CDU Hessen
  • Paul-Émile Janson, Belgischer liberaler Politiker, ehemaliger Premierminister seines Landes
  • Léon Jouhaux, französischer Sozialpolitiker, Gewerkschafter und Friedensnobelpreisträger 1951
  • Franz Käfer, KPÖ, 1945–1950 Bürgermeister von St. Pölten
  • Walter Krämer, aus Siegen, Abgeordneter der KPD im preußischen Landtag, Ehrentitel „Gerechter unter den Völkern“
  • Albert Kuntz, preußischer Landtagsabgeordneter
  • Franz Leitner, KPÖ-Politiker, Widerstandskämpfer, Blockältester im Kinderblock 8 (ab Oktober 1943), steirischer Landtagsabgeordneter und Landesobmann der KPÖ–Steiermark, Ehrentitel „Gerechter unter den Völkern“
  • Georges Mandel, französischer Politiker
  • Hans Merker, KPD-Mitglied
  • Carlo Mierendorff, SPD-Politiker. Zusammenarbeit mit Wilhelm Leuschner
  • Theodor Neubauer, KPD-MdR, Widerstandskämpfer
  • Marcel Paul, Elektriker. Mitglied der KPF und Widerstandskämpfer. Zusammen mit Henri Manhes im Buchenwalder Häftlingswiderstand. Später u. a. Minister
  • Paul Rassinier, französischer Politiker
  • Rudolf Renner, KPD-Mitglied, sächsischer Landtagsabgeordneter
  • Joseph Roth, Zentrumspolitiker
  • Peter Schlack, Zentrumspolitiker
  • Wilhelm Schumann (KPD), KPD-Politiker
  • Otto Sepke, deutscher Kommunist und später SED-Funktionär
  • Bruno Siegel, SPD/USPD/KPD, ehemaliges Mitglied des Sächsischen Landtags
  • Robert Siewert, KPO-Politiker. Kapo des Baukommando I. Rettete in dieser Funktion vielen das Leben. Später Innenminister von Sachsen-Anhalt.
  • Richard Steidle, österreichischer Landtagsabgeordneter, Bundesrat, Heimwehrführer und Sicherheitsdirektor von Tirol
  • Walter Stoecker, SPD/USPD/KPD. Vorsitzender der KPD-Reichstagsfraktion.
  • Ernst Thälmann, Vorsitzender der KPD, war nicht inhaftiert in Buchenwald, sondern wurde dort kurz nach der Ankunft erschossen.
  • Ernst Thape, SPD-Politiker und Redakteur. Ab 1939 in Buchenwald. 1944 Mitglied des illegalen Volksfrontkomitees. Später u.a. Minister für Volksbildung in Sachsen-Anhalt
  • Walter Wolf (Politiker), erster Thüringer Minister für Volksbildung nach der Befreiung vom Nationalsozialismus

Gewerkschafter[Bearbeiten]

  • Ludwig Becker, KPO-Mitglied, IG-Metall-Bezirksleiter
  • Willi Bleicher, KPO-Mitglied, IG-Metall-Bezirksleiter
  • Eugen Ochs, KPO-Mitglied, Gewerkschafter
  • Kurt Wabbel, Gewerkschaftsfunktionär und Stadtverordneter der KPD in Halle/Saale
  • Fritz Dobisch, Vorsitzender des Allgemeinen Gewerkschaftsbundes (ADGB) Saar, später beigesetzt in Bous/Saar
  • Erich Schilling, Gewerkschaftsfunktionär

Militärs[Bearbeiten]

Schriftsteller und Journalisten[Bearbeiten]

  • Jean Améry, österreichischer Schriftsteller jüdischer Herkunft
  • Bruno Apitz, Schriftsteller (Roman: Nackt unter Wölfen)
  • Emil Carlebach, später Herausgeber der Frankfurter Rundschau
  • Ernst Cramer, später Publizist und Vorstandsvorsitzender der Axel-Springer-Stiftung
  • Hasso Grabner, später Schriftsteller in der DDR
  • Bruno Heilig, Journalist und Übersetzer
  • Heinrich Eduard Jacob, deutscher Schriftsteller jüdischer Herkunft
  • Benedikt Kautsky, österreichischer Autor und Bankier, Redakteur, „Politischer Jude“; 1942–1945 im KZ Auschwitz
  • Anton Klotz, später Chefredakteur der Tiroler Tageszeitung
  • Imre Kertész, ungarischer Schriftsteller jüdischer Herkunft, 2002 Nobelpreis für Literatur
  • Eugen Kogon, später christlicher Publizist und Autor von Der SS-Staat. Das System der Deutschen Konzentrationslager
  • Jonas Kreppel, österreichischer Schriftsteller und politischer Publizist jüdischer Herkunft
  • Jacques Lusseyran, französischer Widerstandskämpfer, Schriftsteller, Autobiographie seiner ersten 21 Lebensjahre: Das wiedergefundene Licht
  • Jorge Semprún, Schriftsteller, Friedenspreis des deutschen Buchhandels
  • Jura Soyfer, Schriftsteller, Dramatiker jüdischer Herkunft
  • Ernst Wiechert, christlicher Schriftsteller, Bericht Der Totenwald
  • Elie Wiesel, rumänischer Schriftsteller jüdischer Herkunft, Roman Die Nacht, 1986 Friedensnobelpreis

Schauspieler und Künstler[Bearbeiten]

Geistliche[Bearbeiten]

Sonstige Häftlinge[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Chronik des Konzentrationslager Buchenwald (Abgerufen am 7. April 2008)
  2. Peter Schulze: BERKOWITZ, (2) Horst Egon, in: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 52f.; online über Google-Bücher
  3. Petra Schmidt, Victoria Breitenfeld: Opfer und Täter in einer Person. Zwei biographische Skizzen; in: Täter und Opfer; Dachauer Hefte 10 (1994)
  4.  Carlos Widmann: Gefährtin des Bösen In: Der Spiegel. Nr. 39, 2001 (24. September 2001, online).

Weblinks[Bearbeiten]