Liste der Gerechten unter den Völkern aus Österreich

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Der Garten der Gerechten unter den Völkern

Die Liste der Gerechten unter den Völkern aus Österreich enthält Österreicher, die für die Rettung von Juden während der Zeit des Nationalsozialismus von der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem als Gerechte unter den Völkern geehrt wurden.

Seit 1953 werden durch den Staat Israel Menschen als Gerechte unter den Völkern ausgezeichnet, die zwischen 1933 und 1945 große persönliche Risiken in Kauf nahmen und dabei ihr Leben in Gefahr brachten, um von der Deportation in Arbeits- oder Vernichtungslager bedrohte Juden zu schützen. In Yad Vashem wird im Garten der Gerechten unter den Völkern für jede Person eine Plakette angebracht, für die frühen Geehrten wurde zudem in der Allee der Gerechten unter den Völkern jeweils ein Baum gepflanzt, dies ist inzwischen jedoch aufgrund Platzmangels selten geworden. Zum 1. Januar 2014 betrug die Zahl der Gerechten insgesamt 25.271, darunter befinden sich 95 Österreicher.[1][2]

Aufgrund der großen Anzahl an Personen ist die Liste nach Nationalitäten aufgeteilt. Für andere Nationen siehe Liste der Gerechten unter den Völkern.

Neben dem Namen sowie den Geburts- und Sterbedaten der jeweiligen Person enthält die Liste Spalten zum Ort, in dem die Rettungsaktionen schwerpunktmäßig stattfanden, eine kurze Beschreibung der Taten, für die die Person geehrt wurde sowie das Jahr der Auszeichnung.

Liste[Bearbeiten]

Name Geboren Gestorben Ort Grund der Ehrung Jahr
Beneschek, OttoOtto Beneschek  ? Białystok Als Mitglied einer Widerstandsgruppe und Leiter einer Textilfabrik versorgte er seine jüdischen Arbeiter mit großen Mengen Nahrung und Brennholz, das diese mit ins Ghetto Białystok nehmen und dort an Bedürftige verteilen konnten. Ab Februar 1943 versteckte er wiederholt Juden vor der drohenden Deportation in seiner Wohnung auf dem Fabrikgelände und brachte diese anschließend in die Wohnung von Artur Schade oder zur jüdischen Untergrundbewegung. 1996
Beran, ChristaChrista Beran  ? Wien Übergab einen Teil ihrer Papiere einer aus einem Arbeitslager geflüchteten Jüdin, die unter Berans Identität die NS-Zeit überlebte. Beran selbst meldete ihre Papiere bei der Polizei als verloren. 1985
Böhm, MariaMaria Böhm  ? Wien Versteckte ab Mai 1942 bis Kriegsende zusammen mit Franziska Cechal und Anna Kucher die vor der bevorstehenden Deportation geflohene Rosalia Wasserstein. 1984
Boehm, MarieMarie Boehm  ? Paris rettete Juden zusammen mit ihrem Sohn Adolf Boehm vor der Verfolgung 1994
Bosko, OswaldOswald Bosko  ? 18. Sep. 1944 Ghetto Krakau Als Polizist im Krakauer Ghetto tolerierte er die Flucht von der Deportation bedrohter Ghettobewohner. Ende 1942 schmuggelte er Kinder und Frauen aus dem Ghetto und brachte sie in eine Fabrik von Julius Madritsch. Auch nach Auflösung des Ghettos im März 1943 überführte er verbliebene Ghettobewohner, die sich in Kellern versteckt hatten, in Madritschs Fabrik. Von dort konnten sich die meisten Geretteten außer Landes in Sicherheit bringen. Bosko wurde aufgrund seiner Rettungsaktionen hingerichtet. 1964
Bottesi, WandaWanda Bottesi Innsbruck Versteckte im Sommer 1944 die beiden von der Verschickung in ein KZ bedrohten Jüdinnen Lorraine Justman-Visnicki und Mirjam Fuchs in ihrer Wohnung, während ihr Bekannter Anton Dietz gefälschte Papiere besorgte. 1980
Buchegger, FriederikeFriederike Buchegger  ? Wien Gemeinsam mit Edeltrud Posiles, Alois und Josephine Kreiner und ihrer Schwester Charlotte Fritz versteckte sie drei Männer, darunter den Verlobten von Posiles, mehrere Jahre lang in ihrer und anderen Wohnungen und versorgte sie mit Nahrungsmitteln. Zudem erreichte sie, dass die Akten einer Ermittlung wegen „Rassenschande“ gegen Edeltrud Posiles vernichtet wurden. 1978
Cechal, FranziskaFranziska Cechal  ? Wien Versteckte ab Mai 1942 bis Kriegsende zusammen mit Anna Kucher und Maria Böhm die vor der bevorstehenden Deportation geflohene Rosalia Wasserstein. 1984
Daublebsky-Sterneck, MoritzMoritz Daublebsky-Sterneck 29. Feb. 1912 10. Jan. 1986 Borčice (Slowakei) Verhalf als Soldat mehrmals Juden – vor allem Zwangsarbeitern – zur Flucht; Ab Mitte 1944 versteckte er zwei jüdische Frauen in seinem Haus. Nachdem Dorfbewohner davon Wind bekamen, begleitete er die beiden Frauen persönlich über eine bewachte Brücke in Richtung ihres Heimatortes, um durch seine Anwesenheit als Soldat eine Kontrolle der Papiere der beiden Frauen durch die deutschen Besatzer zu verhindern. Die beiden Frauen wurden später in ein KZ deportiert, nur eine von beiden überlebte. 1977
Dickbauer, KarlKarl Dickbauer  ? Innsbruck Dickbauer war im Polizeigefängnis Innsbruck für die Zusammenstellung von Transporten in den Osten zuständig. Als fünf von Wolfgang Neuschmidt in der Gefängnisküche beschäftigte Frauen in Konzentrationslager deportiert werden sollten, konnte Dickbauer nach Intervention von Neuschmidt und Erwin Lutz den Abtransport der Frauen vorerst verhindern. Später beteiligte sich Dickbauer an der Organisation der Flucht der Frauen aus dem Gefängnis. 1980
Dietz, AntonAnton Dietz  ? Innsbruck Plante gemeinsam mit Karl Dickbauer die Flucht von vier polnischen Jüdinnen aus dem Innsbrucker Gefängnis, bevor diese nach Bergen-Belsen deportiert werden konnten und besorgte ihnen Papiere, die sie als polnische Fremdarbeiterinnen auswiesen. 1980
Duschka, ReinholdReinhold Duschka 19. Jan. 1900 Wien Versteckte Regine Kraus und deren Tochter Lucia (spätere Heilman) während des gesamten Zweiten Weltkriegs; bis Anfang 1944 in seiner Werkstatt, nachdem diese durch Luftangriffe zerstört worden war, in seinem Sommerhaus. 1990
Edelmann, Fritz (Friedrich)Fritz (Friedrich) Edelmann,
Edelmann, BrigitteBrigitte Edelmann,
Edelmann, BrigittaBrigitta Edelmann
10. Jan. 1900
1903

10. Aug. 1977
1924

Thondorf (Steiermark) Vater Fritz Edelmann versteckte zwei Monate lang (von Anfang 1945 bis Kriegsende) gemeinsam mit seiner Frau Brigitte und seiner Tochter Brigitta acht von einem Todesmarsch geflohene Häftlinge in einer Scheune und versorgte sie mit Nahrung. 1993
Ehn, AnnaAnna Ehn   1931 Wien Versorgte das jüdische Mädchen Ilona Friedman in Wien längere Zeit mit Nahrungsmitteln und holte deren nach einem Luftangriff verwundete ältere Schwester aus einem SS-Spital, pflegte sie gesund und rettete sie so vor dem Abtransport in ein Vernichtungslager. 1978
von Einem, GottfriedGottfried von Einem 24. Jan. 1918 12. Juli 1996 Engagierte unter Decknamen den untergetauchten jüdischen Berliner Musiker Konrad Latte als Korrepetitor bei den Proben zu einem Ballett, versorgte ihn mit Lebensmittelkarten und einem Ausweis der Reichsmusikkammer. 2002
Fasching, FritzFritz Fasching,
Fasching, MitziMitzi Fasching
 ? Lahnsattel (Niederösterreich) Das Geschwisterpaar rettete 1945 zusammen mit ihrer Mutter Maria Fasching mehrere Kundschafter der Roten Armee vor der Verhaftung und Ermordung durch die Nationalsozialisten, darunter auch die aus Russland stammende Jüdin Maria Sabeschinsky. 1991
Fasching, MariaMaria Fasching  ? Lahnsattel (Niederösterreich) Versteckte 1945 gemeinsam mit ihren Kindern Mitzi und Fritz mehrere Kundschafter der Roten Armee auf ihrem Dachboden und rettete sie so vor der Verhaftung und Ermordung durch die Nationalsozialisten. Unter den Versteckten befand sich auch die aus Russland stammende Jüdin Maria Sabeschinsky. 1991
Fasching, MariaMaria Fasching   1897   1945 Baden (Niederösterreich) Versteckte Hans Posiles ab Juni 1942 bei sich zu Hause. Posiles und Fasching starben kurz vor Kriegsende bei einem Luftangriff. 1978
Friessnegg, AnnaAnna Friessnegg,
Friessnegg, LudwigLudwig Friessnegg
  1899,
  1897
  1965,
  1966
Wien Eltern der Helferinnen Anna Manzer und Edi Stecher. Versorgten die von diesen versteckte Jüdin Melvine Deutsch mit Lebensmittel und versteckten sie zeitweise in ihrer Wohnung. 1984
Fritz, CharlotteCharlotte Fritz Wien Verleugnete gegenüber der Gestapo, dass ihr jüdischer Schwager bei ihr wohnte, ließ mit Hilfe eines Wiener Polizeibeamten die Akte, die ihren Schwager als Juden auswies, vernichten und organisierte für dessen drei Brüder in Wien Unterkünfte. 1978
Goltz-Goldlust, MarianneMarianne Goltz-Goldlust 30. Jan. 1895 08. Okt. 1943 Prag Gehörte einer Widerstandsgruppe an, die Juden zur Flucht aus Prag verhalf, indem sie gefälschte Ausweise und Reisedokumente besorgte und brachte das Barvermögen von Flüchtigen außer Landes. 1988
Grausenburger, MariaMaria Grausenburger 20. Apr. 1901 22. Dez. 1973 Grafenwörth Versteckte bei zwei Gelegenheiten dieselbe jüdische Flüchtlingsfamilie auf ihrem von ihr allein bewohnten Bauernhof und verschaffte ihr unter falschen Angaben Papiere, die sie als geflüchtete ungarische Faschisten auswiesen. 1978
Gröger, Karl B.Karl B. Gröger   1918 01. Juli 1943 Amsterdam Gab in den Niederlanden gemeinsam mit Coos Hartogh, Leendert Barentsen, Cornelius Roos u. a. eine Zeitschrift heraus, die bewaffneten Widerstand gegen die Besatzung propagierte. Gemeinsam mit einer Widerstandsgruppe um Gerrit van der Veen verübte er am 27. März 1943 einen Anschlag auf das Einwohnermeldeamt von Amsterdam, bei dem Papiere vernichtet wurden, die für die Organisation von Deportationen der jüdischen Bevölkerung nötig waren. Gröger wurde dafür drei Monate später hingerichtet. 1986
Grutsch, LambertLambert Grutsch 2002
Haas, Anna-MariaAnna-Maria Haas 09. Mär. 1909   1996 Wien 1938/39 versteckte sie eine Familie mehrere Monate lang in ihrer Wohnung; von 1939 bis Kriegsende versorgte sie zwei im Untergrund lebende Freunde mit Nahrungsmitteln sowie deren im Versteck geborenes Kind zusätzlich mit Milch. 1982
Harand, IreneIrene Harand 07. Sep. 1900 02. Feb. 1975 Wien und USA Mitbegründerin der „Weltbewegung gegen Rassenhass und Menschennot“, die unter dem Namen „Harand-Bewegung“ bekannt wurde. Verhalf nach ihrer Flucht in die USA österreichischen Juden zu Visa für die USA, wodurch mehr als 100 Menschen vor der nationalsozialistischen Verfolgung fliehen konnten. 1967
Hauer, EdithEdith Hauer   1913   2004 Wien Bewahrte 1942 ihre Freundin Monika Taylor, Tochter eines jüdischen Vaters und einer nichtjüdischen Mutter, vor der Verhaftung durch die Gestapo indem sie sie erst an verschiedenen Plätzen in Wien versteckte und später außerhalb der Stadt in Sicherheit brachte. Hauer war in der Widerstandsbewegung aktiv, besorgte Juden gefälschte Dokumente und half ihnen bei der Flucht ins Ausland. 1998
Holstein, OlgaOlga Holstein   1886 Wien Holstein lebte zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Lydia Matouschek in einer Wohnung, die sie mehrfach Juden als Versteck zur Verfügung stellten. Als sich Edeltrud Bechers Verlobter Walter Posiles in Wien versteckte, halfen die Zwillingsschwestern ihm, u. a. besorgte Holstein einen Arzt, der Posiles im Versteck behandelte. 1978
Kleisinger, DanutaDanuta Kleisinger 29. Mai  1924 Warschau Sie schmuggelte Nahrung und Geld ins Warschauer Ghetto. Als drei Juden 1943 von dort fliehen konnten, versteckte Kleisinger sie zusammen mit ihrem Mann Ewald drei Wochen lang in ihrer Wohnung und besorgte gefälschte Dokumente, die es ihnen ermöglichten, nach Wien zu fliehen. Dort unterstützten Ewald Kleisingers Eltern die Flüchtlinge bis zum Kriegsende. 1966
Kleisinger, EwaldEwald Kleisinger 11. Juni 1912 25. Mär. 2000 Warschau Gemeinsam mit seiner späteren Frau Danuta Kleisinger versteckte er 1943 drei aus dem Warschauer Ghetto geflohene Juden in seiner Wohnung. Nachdem Danuta den Flüchtlingen gefälschte Dokumente besorgt hatte, stellte Ewald Kleisinger ihnen Reisedokumente aus, die sie als arbeitswillige Landarbeiter auswiesen. So konnten diese nach Wien fliehen, wo Kleisingers Eltern sie bis zum Kriegsende unterstützten. 1966
Knapp, LudwigLudwig Knapp  ? Weitra (Niederösterreich) Als Verwalter eines Sägewerks wurden ihm 24 ungarische Juden zur Zwangsarbeit zugeteilt, von denen elf zu alt oder zu krank für den Arbeitseinsatz waren. Knapp versorgte sie alle über das vorgesehene Maß hinaus mit Lebensmitteln, sorgte für beheizte Unterkünfte, medizinische Versorgung und erträgliche Arbeitsbedingungen. Die Vorbildfunktion Knapps führte auch bei anderen Zwangsarbeitern des Ortes zu einer menschlicheren Behandlung. Als Knapp den Befehl erhielt, die ihm anvertrauten Juden der Deportation nach Theresienstadt auszuliefern, versorgte er sie mit Proviant und drängte sie zur Flucht in die umliegenden Wälder. Anschließend zeigte er die Flüchtlinge an, die daraufhin entsendeten Suchtrupps schickte er in die falsche Richtung. Einige zur Flucht unfähige Personen versteckte er weiterhin in seinem Haus. Alle Zwangsarbeiter überlebten, auch nach Kriegsende unterstützte Knapp sie finanziell. 1968
Knapp, MariaMaria Knapp  ? Weitra (Niederösterreich) Als Frau von Ludwig Knapp, dem Verwalter eines Sägewerks, war sie an der Rettung von 24 dem Betrieb zugeteilten ungarischen Zwangsarbeitern beteiligt, die sie u. a. mit Lebensmitteln und Kleidung versorgte. 1968
Kreiner, AloisAlois Kreiner,
Kreiner, JosephineJosephine Kreiner
Das Ehepaar nahm den tschechischen Juden Ludwig Posiles für mehrere Jahre in der Dachkammer ihrer Wohnung auf. Sie besaßen eine Weingroßhandlung und beschäftigten ihn bei Tag in ihrem Geschäft. Ihren Kunden gegenüber gaben sie Posiles als „arischen“ Verwandten aus. Das Ehepaar Kreiner teilte mit Ludwig, was es hatte, bezahlte ihn für seine Arbeit und schickte immer wieder Lebensmittel an Posiles’ Brüder Walter und Hans, die in anderen Wohnungen versteckt waren. 1978
Kuchar, AnnaAnna Kuchar  ? Wien Versteckte ab Mai 1942 bis Kriegsende zusammen mit Franziska Cechal und Maria Böhm die vor der bevorstehenden Deportation geflohene Rosalia Wasserstein. 1984
Kuttelwascher, OttoOtto Kuttelwascher, Kuttelwascher, MinaMina Kuttelwascher Wien Das Ehepaar nahm die Tochter ihrer ehemaligen jüdischen Nachbarn bei sich auf, die so das Naziregime überlebte. 1980
Lanc, ArthurArthur Lanc,
Lanc, MariaMaria Lanc
  1906,
  1911
20. Mai  1995,
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Gmünd Das Ehepaar Lanc sammelten Kleider, Lebensmittel, Medikamente und Säuglings- und Kinderwäsche für 1700 ungarische Juden, die in einem Getreidespeicher eingesperrt waren. Artur Lanc zweigte zudem gemeinsam mit dem Tierarzt Krisch ihnen zugeteilte Arzneimittel für die Juden ab und war drei Juden behilflich, aus einem Lager in Gmünd (Niederösterreich) zu fliehen. Die Lancs versteckten die drei auf dem Dachboden der Weißgerberei Weißensteiner in Hoheneich. 1986
Langbein, HermannHermann Langbein 18. Mai  1912 24. Okt. 1995 KZ Auschwitz Langbein war u. a. in Auschwitz interniert, wo er ab Ende 1942 Mitglied der internationalen Widerstandsbewegung im Lager war. Als Privatsekretär des Chefarztes des Lagers Eduard Wirths nahm er wiederholt Einfluss auf diesen, um ihn zu menschlicheren Verhaltensweisen zu überreden, u. a. wurde in der Folgezeit die Hygieneverhältnisse im Lager verbessert, zudem erhielten jüdische Gefangene Arbeit im Häftlingskrankenhaus. Im Januar 1944 verhinderte Langbein durch Einflussnahme auf Wirths die geplante Ermordung 1800 jüdischer Männer. Nach dem Krieg war Langbein Mitbegründer des Internationalen Auschwitz Komitees und wesentlich für das Zustandekommen der Auschwitzprozesse verantwortlich. 1967
Leder, ErwinErwin Leder   1914 Sluzk Als verantwortlicher Arzt in einem Gefangenenlager verbesserte er die Lebensbedingungen der Lagerinsassen wesentlich, verbesserte Hygiene, die medizinische Situation und die Versorgung mit Lebensmitteln und senkte so die Zahl der Toten um über 90 %. Von der Ermordung bedrohte Juden und Kommunisten wurden unter seiner Verantwortung im Krankenhaus des Lagers versteckt, Leder übergab ihnen die Papiere von an Krankheiten Verstorbenen, um sie so vor der Überstellung in KZs zu bewahren. Mit Hilfe zweier jüdischer Frauen schmuggelte Leder Hilfsgüter in das Ghetto der Stadt, außerdem warnte er die dort lebenden Juden vor drohenden Verhaftungen. 1999
Legath, GiselaGisela Legath,
Legath, FriedaFrieda Legath,
Legath, MartinMartin Legath
Eberau Versteckten gemeinsam zwei von einem Todesmarsch geflohene ungarische Juden, die sich hilfesuchend an sie gewandt hatten, zwei Monate lang in einem Getreidesilo und versorgten sie mit dem Lebensnotwendigen. Als die beiden versteckten Männer von einem Soldaten der Wehrmacht entdeckt wurden, erreichte Gisela Legath, dass diese nicht verhaftet, sondern als Arbeitskräfte auf ihrem Anwesen eingesetzt wurden. 1994
Leitner, FranzFranz Leitner 12. Feb. 1918 20. Okt. 2005 KZ Buchenwald War aufgrund seiner Aktivitäten in der Kommunistischen Partei von September 1939 bis zur Befreiung 1945 in Buchenwald inhaftiert und dort führendes Mitglied des Lagerwiderstandes. Leitner wurde 1943 zum Leiter des Kinderblocks (Baracke 8) ernannt. In dieser Funktion verbesserte er die Lebensbedingungen der internierten Kinder wesentlich. U. a. sorgte er für die Zuteilung leichterer Arbeiten an die Kinder, den Arbeitseinsatz in geschlossenen Gebäuden statt draußen, der Befreiung vom Appell, einer verbesserten Nahrungsmittel- und Kleidungsversorgung und der Einrichtung einer Untergrundschule. Obwohl der Kinderblock nur für politische Gefangene, nicht aber für Juden gedacht war, gelang es der Untergrundbewegung ab Herbst 1944 wiederholt jüdische Kinder, die für die Deportation nach Auschwitz vorgesehen waren, in den Block zu schmuggeln. Leitner sicherte deren Überleben u. a. mit Falschaussagen gegenüber der SS und der Bestechung von Wachposten. 1999
Lingens, EllaElla Lingens 18. Nov. 1908 30. Dez. 2002 Wien, KZ Auschwitz Versteckte während der Reichspogromnacht zehn Juden in ihrem Zimmer; ab 1941 unterstützte sie gemeinsam mit ihrem Mann Kurt wiederholt jüdische Bekannte, bspw. indem sie ihnen bei der Flucht half. Eine junge Jüdin versteckte das Ehepaar 1941/42 mehrere Monate in ihrer Wohnung und versorgte sie mit Nahrung, zudem ermöglichten sie ihr mit Hilfe der Identität ihrer Haushälterin Arztbesuche und eine notwendige Operation. Nach Denunziation durch einen Bekannten, der vorgab, bei der Flucht zweier jüdischer Ehepaare helfen zu wollen, wurde Ella Lingens gemeinsam mit dem befreundeten Karl Motesiczky im Herbst 1942 nach Auschwitz deportiert. Dort wurde sie als Ärztin eingesetzt und bewahrte in dieser Funktion einige jüdische Häftlinge vor der Ermordung in den Gaskammern. Nach einem Todesmarsch von Auschwitz nach Dachau erlebte Ella Lingens dort das Kriegsende. 1980
Lingens, KurtKurt Lingens 31. Mai  1912 Wien Ab 1941 unterstützte er gemeinsam mit seiner Frau Ella wiederholt jüdische Bekannte, bspw. indem er ihnen bei der Flucht half. Zudem versteckten sie eine junge Jüdin 1941/42 mehrere Monate in ihrer Wohnung und versorgten sie mit Nahrung, mit Hilfe der Identität ihrer Haushälterin ermöglichte ihr das Ehepaar Arztbesuche und eine notwendige Operation. Nach Denunziation durch einen Bekannten, der vorgab, bei der Flucht zweier jüdischer Ehepaare helfen zu wollen, wurde Kurt Lingens festgenommen und mit einer Strafeinheit an die russische Front geschickt. 1980
Linsinger, BalthasarBalthasar Linsinger  Mai  1902 19. Okt. 1986 Großarl Linsinger gab eine ihm bekannte jüdische Familie aus Salzburg als Familie aus, die in Wien aufgrund des Bombenkrieges ihre Wohnung verloren habe und beherbergte sie bis zum Kriegsende bei sich. 2010
Lutz, ErwinErwin Lutz Innsbruck Lutz war Polizist und arbeitete 1944 als Küchenchef im Innsbrucker Gefängnis und rettete zusammen mit dem Innsbrucker Kriminalpolizisten Rudolf Moser fünf polnische Jüdinnen vor der Deportation in ein Konzentrationslager indem er seine Vorgesetzten überzeugte, die Papiere der Mädchen verschwinden zu lassen und sie für den Dienst in seiner Küche einzusetzen. Als 1945 der Befehl eintraf, alle Insassen des Gefängnisses ins KZ Bergen-Belsen zu transportieren, plante er die Flucht der Mädchen aus dem Gefängnis. Zwei der fünf Polinnen gelang die Flucht und er bot ihnen als ersten Zufluchtsort seine eigene Wohnung an. 1980
Madritsch, JuliusJulius Madritsch 04. Aug. 1906 11. Juni 1984 Krakau, Tarnów Madritsch war Leiter zweier Textilfabriken nähe des Krakauer Ghettos, später eröffnete er zudem Fabriken in den Ghettos in Krakaus und Tarnów. Er beschäftigte so viele Juden wie möglich (darunter zu großen Teilen ungelernte Arbeiter) und sorgte – u. a. zusammen mit seinem Fabrikleiter Raimund Titsch – für humane Arbeitsbedingungen sowie erhöhte Nahrungsmittelrationen. Zusammen mit Oswald Bosko verhalf er wiederholt Juden zur Flucht aus dem Ghetto Warschau und schmuggelte Nahrung hinein. Als Madritsch 1942 von der bevorstehenden Deportation der Kinder aus dem Ghetto nach Auschwitz erfuhr, schmuggelten sie die Kinder ihrer Arbeiter in die Fabriken, von dort wurden sie außer Landes gebracht oder bei polnischen Familien versteckt. Auf dieselbe Weise wurden auch hunderte jüdische Familien gerettet, die sich bei der „Auflösung“ des Ghettos in Kellern und Bunkern auf dem Ghettogelände versteckt hatten. 1943 verlegte Madritsch seine Fabrik in ein Zwangsarbeiterlager, da es den bei ihm beschäftigten Juden nicht mehr gestattet war, das Lager zu verlassen. Als auch dieses Lager aufgelöst wurde, scheiterten alle Bemühungen von Madritsch und Titsch, ihre Arbeiter durch die Einstufung ihrer Fabriken als „kriegswichtige Produktionsstätten“ vor der Deportation zu bewahren; nur ungefähr hundert Personen konnten in der Munitionsfabrik von Oskar Schindler untergebracht werden. 1964
Manzer, AnnaAnna Manzer Wien Tochter der ebenfalls als Gerechte ausgezeichneten Ludwig und Anna Friessnegg, versteckten eine von einem Transport ins KZ Mauthausen geflohene, ihnen unbekannte Jüdin bis zur Befreiung. 1984
Matouschek, LydiaLydia Matouschek  ? Wien Matouschek lebte zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Olga Holstein in einer Wohnung, die sie mehrfach Juden als Versteck zur Verfügung stellten. Als sich Edeltrud Bechers Verlobter Walter Posiles in Wien versteckte, halfen die Zwillingsschwestern, u. a. besorgte Matouschek ihm den Ausweis eines verstorbenen Bekannten, so dass Posiles das Versteck zeitweise verlassen konnte. 1978
Moser, RudolfRudolf Moser  ? Innsbruck Vermittelte fünf Frauen, die im Polizeigefängnis einsaßen und deren Deportation nach Auschwitz von Wolfgang Neuschmidt, Karl Dickbauer und Erwin Lutz hinausgezögert worden war, die Adresse von Maria Stocker, bei der sich zwei der Frauen nach ihrer Flucht aus dem Gefängnis versteckten. 1980
Motesiczky, KarlKarl Motesiczky 25. Mai  1904 25. Juni 1943 Wien, Hinterbrühl Sein Gut war Treffpunkt von Antifaschisten und Juden; er unterstützte wiederholt von den Repressalien der Nationalsozialisten betroffene Personen, u. a. verhalf er Juden zur Flucht in unbesetzte Gebiete. Nach Denunziation durch einen Bekannten, der vorgab, bei der Flucht zweier jüdischer Ehepaare helfen zu wollen, wurde Karl Motesiczky im Oktober 1942 gemeinsam mit der befreundeten Ella Lingens nach Auschwitz deportiert, wo er an Flecktyphus starb. 1980
Müller, AnnaAnna Müller  ? Wien Unterstützte zusammen mit ihrem Sohn Konstantin Müller während der gesamten Dauer des Zweiten Weltkriegs verfolgte Juden mit Geld, versteckte von der Deportation bedrohte Personen in ihrem Haus oder besorgte ihnen Verstecke. Sowohl Konstantin wie auch Anna Müller ließen sich weder von ihrem schlechten Gesundheitszustand noch von Drohungen seitens Bekannten von den Hilfsaktionen abbringen. 1974
Müller, KonstantinKonstantin Müller  ? Wien Unterstützte zusammen mit seiner Mutter Anna Müller während der gesamten Dauer der Zweiten Weltkriegs verfolgte Juden mit Geld, versteckte von der Deportation bedrohte Personen in seinem Haus oder besorgte ihnen Verstecke; seine guten Kontakte zu Behörden nutzte er in zahlreichen Fällen, um für Juden Lebensmittelmarken und gefälschte Papiere zu bekommen, ihnen zur Flucht zu verhelfen und um die Deportation inhaftierter Juden in Konzentrationslager hinauszuzögern oder zu verhindern. Sowohl Konstantin wie auch Anna Müller ließen sich weder von ihrem schlechten Gesundheitszustand noch von Drohungen seitens Bekannten von den Hilfsaktionen abbringen. 1974
Natali, JuliusJulius Natali 21. Mär. 1901 Stellte in der von ihm betriebenen Druckerei Juden ein, um sie vor der Deportation zu schützen. 1966
Neff, DorotheaDorothea Neff 21. Feb. 1903 27. Juli 1986 Wien Fingierte einen Abschiedsbrief ihrer von Deportation bedrohten jüdische Freundin Lili Wolff und versteckte sie anschließend vier Jahre lang in ihrer Wohnung. Sie blieb auch bei Fliegeralarm mit ihr in der Wohnung, da ihre Freundin den Luftschutzkeller nicht aufsuchen konnte. 1979
Neuschmidt, WolfgangWolfgang Neuschmidt  ? Innsbruck Als leitender Beamter eines Polizeigefängnisses behandelte er Juden und Kriegsgefangene besser als erlaubt. Ab März 1944 beschäftigte er fünf Jüdinnen in der Gefängnisküche und zögerte so deren bevorstehende Deportation hinaus. Zusammen mit Erwin Lutz (dem Leiter der Gefängnisküche), Karl Dickbauer, Rudolf Moser und Anton Dietz verhalf er zwei der Frauen zur Flucht. Zwei der Frauen wurden nach Bergen-Belsen gebracht, die fünfte Frau (Ruth Litman) konnte aufgrund der Intervention Neuschmidts wegen gesundheitlichen Problemen vorerst im Gefängnis bleiben. Neuschmidt machte in den Papieren falsche Angaben zu Litmans Herkunft, weswegen sie nach Genesung in ein Internierungslager für Ausländer statt in ein KZ verlegt wurde. Alle fünf Frauen überlebten den Holocaust. 1980
Olsinger, HildeHilde Olsinger   1898 Wien Versteckte von September 1943 bis Kriegsende das Ehepaar Storfer in ihrer Wohnung. 1977
Petrykiewicz, MariaMaria Petrykiewicz  ? Innsbruck Sie versteckte gemeinsam mit ihrer Tochter Wanda Bottesi zwei aus dem Innsbrucker Polizeigefängnis geflohene Jüdinnen in ihrer Wohnung (siehe auch Wolfgang Neuschmidt). Zusammen ermöglichten sie den Frauen mit verändertem Aussehen und gefälschten Papieren die Flucht nach Salzburg, wo diese bis Kriegsende überlebten. 1980
Petsche, Roman ErichRoman Erich Petsche 03. Feb. 1907   1993 Novi Sad (Serbien) Petsche war als Soldat der Wehrmacht bei einer jüdischen Familie in der besetzten Stadt Novi Sad einquartiert. Als er von der bevorstehenden Deportation der Familie erfuhr, schmuggelte er die beiden Töchter sowie das Dienstmädchen über die Grenze nach Budapest, indem er sie als seine Töchter und seine Frau ausgab. Die Mädchen wurden in Budapest in einem Kloster versteckt und überlebten. Den in Novi Sad verbliebenen Familienmitgliedern gab er seine Adresse in Österreich und empfahl ihnen, aus dem Zug nach Auschwitz zu springen und sich zu seinem Heimatort durchzuschlagen, was diesen allerdings nicht gelang. Petsche kümmerte sich in der Folgezeit um die kranke, in Novi Sad zurückgebliebene Großmutter der Familie. 1982
Pollreis, LuciLuci Pollreis  ? Wien Zusammen mit Maria Schauer versteckte sie ab 1942 bis Kriegsende – gegen den Willen ihres Mannes – den Schneider Max Arnold, seine Frau Johanna sowie seine Schwester Leopoldine Stern in Wien und versorgte sie mit lebensnotwendigen Gütern. 1982
Posch, JosefaJosefa Posch,
Posch, RupertRupert Posch
2011
Posiles, EdeltrudEdeltrud Posiles 1978
Potesil, MariaMaria Potesil 1978
Pscheidt, JohannJohann Pscheidt 08. Aug. 1901 Zagłębie Als Bauunternehmer in Czernowitz unterstützte er Juden mit Nahrung und Geld; zudem ermöglichte er zweien seiner Arbeiter durch finanzielle Hilfe, nach Palästina auszuwandern. Ab 1940 war Pscheidt Treuhänder mehrerer von Juden konfiszierten Fabriken in der Provinz Zagłębie. Da ihm als Treuhänder die Beschäftigung von Juden untersagt war, stellte er Juden mit gefälschten Papieren ein. Der lokalen Widerstandsbewegung ermöglichte er die Einrichtung einer Zentrale für Rettungsaktionen sowie von Verstecken in seinen Fabriken; auch war Pscheidt selbst wiederholt an Rettungsmaßnahmen beteiligt und versorgte zahlreiche geflohene und versteckte Juden mit Nahrungsmitteln, Geld und Kleidung. 1963
Reinhard, KurtKurt Reinhard Besetztes Polen, München Half dem Juden Elieser Thum und dessen Familie die Zeit der deutschen Besatzung Polens zu überleben, indem er sie mit den nötigsten Lebensmitteln versorgte. Als er 1941 nach Österreich versetzt wurde, half er der Familien Thum und der mit ihnen verwandten Familie Scharf, Polen mit falschen Papieren zu verlassen. 1981
Riss, HermineHermine Riss Wien Versteckte von 1942 bis 1945 die Jüdin Regine Heinrich in ihrer Wohnung in Wien und zeitweise zwei weitere jüdische Verfolgte, Stefanie Zach und Otto Breichenstein, die so die NS-Zeit überlebten. 2005
Saidler, MariaMaria Saidler 1900 1994 Wien Nachdem sie bei der jüdischen Familie Fleischer aufgrund der nationalsozialistischen Repressalien nicht mehr als Köchin arbeiten konnte, half sie der Familie unentgeltlich. Als die Familie im Oktober 1942 deportiert werden sollte, bot Saidler an, sie bei sich zu verstecken, was diese jedoch ablehnten; die Familie starb später in Auschwitz. In der Folgezeit versteckte Saidler eine andere jüdische Witwe bis zum Kriegsende bei sich und teilte ihre Lebensmittelrationen mit ihr. 1978
Schatz, Johann und MariaJohann und Maria Schatz 2009
Schauer, MariaMaria Schauer  ? Wien Zusammen mit Luci Pollreis versteckte sie ab 1942 bis Kriegsende den Schneider Max Arnold, seine Frau Johanna sowie seine Schwester Leopoldine Stern in Wien und versorgte sie mit lebensnotwendigen Gütern. 1982
Schmid, AntonAnton Schmid 09. Jan. 1900 13. Apr. 1942 Wilna Rettete hunderte Juden im Wilnaer Ghetto vor dem sicheren Tod und wurde dafür hingerichtet. Schmid stellte für seinen Installationsbetrieb statt der ihm offiziell genehmigten 15 etwa 90 Arbeitsbescheinigungen für jüdische Zwangsarbeiter aus, die so vor dem Zugriff der Einsatzgruppen gerettet wurden. Mehrmals rettete er einige seiner Arbeiter aus dem Lukiszki-Gefängnis, mindestens zwei Personen verschaffte er gefälschte Papiere. 300 Juden rettete er vor der unmittelbar bevorstehenden Ermordung durch selbst ausgefertigte Marschbefehle aus dem Ghetto von Wilna nach Weißrussland. Er versteckte jüdische Widerstandskämpfer in seinem Haus und beteiligte sich an der Vorbereitung des Aufstandes im Warschauer Ghetto. 1964
Schreiber-Freissmuth, RosaRosa Schreiber-Freissmuth   1913   1996 Neuhaus am Klausenbach (Burgenland) Als Apothekerin versorgte sie Inhaftierte eines Arbeitslagers nahe Neuhaus am Klausenbach mit Medikamenten und Lebensmitteln. 1997
Semrad, LudwigLudwig Semrad   1907 Jagielnica (bei Czortkow) Als Verwalter einer von den Nationalsozialisten beschlagnahmten Fabrik sicherte er mehreren Dutzend Juden das Überleben, indem er sie in der Fabrik beschäftigte und ihre Arbeit – obwohl unzutreffend – stets als unbedingt notwendig zur Aufrechterhaltung der Produktion darstellte. Die Arbeiter lebten unter relativ guten Bedingungen und wurden für ihre Arbeit bezahlt. Trotz der massiven Einschüchterungsversuche seitens der Gestapo setzte er die Hilfe zusammen mit seiner Frau Wanda Semrad weiterhin fort. 1979
Semrad, WandaWanda Semrad  ? Jagielnica (bei Czortkow) War zusammen mit ihrem Mann Ludwig Semrad an der Rettung mehrerer Dutzend Juden beteiligt, die in der von Ludwig Semrad verwalteten Fabrik beschäftigt wurden und so der Deportation entgingen. Wanda Semrad brachte u. a. die Frau eines Fabrikangestellten durch die von Wehrmacht- und Gestapopersonal bevölkerte Stadt in die Fabrik, um sie vor der direkt bevorstehenden Deportation zu bewahren. 1979
Smejkal, PaulinePauline Smejkal Amsterdam Nahm 1942 drei jüdische Kinder in ihrer Wohnung auf, nachdem ihr jüdischer Verlobter im KZ umgekommen war: Esther Friedmann (damals 6 Jahre alt), deren Schwester Fanny (4) sowie einen kranken Jungen. Pauline sorgte für die drei jüdischen Kinder wie für ihre eigenen Kinder. Fanny blieb über ein Jahr bei ihr, ehe sie sie zu einer weiteren Familie brachte, bei der sie überlebte. Esther hielt sich bis zum Winter 1944/45 in ihrer Wohnung versteckt. 1979
Sölder, LudwigLudwig Sölder 03. Feb. 1921 02. Mai  2010 Crkvenica Als 21-jähriger Leutnant der Wehrmacht bekam Sölder den Auftrag, bei Nacht das Haus zweier jüdischer Frauen zu umstellen und die Frauen, Mutter und Tochter festzunehmen. Es handelte sich um zwei Jüdinnen, die angeblich mit Partisanen in Verbindung standen und diesen gelegentlich in ihrem Haus Unterschlupf gewährten. So wurde zumindest der Auftrag begründet....

Bei der Einvernahme gewann Sölder den Eindruck, dass die Frauen zu Unrecht beschuldigt wurden. Obwohl er sich der Gefahr bewusst war, stellte er ihnen, Zlata Schulteiss und ihrer Mutter, eine mit dem Stempel der Kompanie versehene „Unbescholtenheitserklärung“ aus, damit sie gefahrlos den Krieg überleben können. Am 3. August 1995 fand im Bürgersaal des alten Rathauses in Innsbruck ein Festakt statt, in dem der Hofrat der Tiroler Landesregierung Dr. Ludwig Sölder vom Staat Israel und der israelitischen Kultusgemeinde in Innsbruck für seine Tat, die er 1943 als Offizier der Wehrmacht begangen hatte, geehrt wurde. Am Festakt nahm unter anderem auch die von ihm gerettete Zlata Schulteiss teil. Quelle: Die Gerechten Österreichs – Eine Dokumentation der Menschlichkeit, Mosche Meisels, 1996, S.92-93

1995
Stecher, EdiEdi Stecher Wien Bruder der ebenfalls als „Gerechte“ geehrten Anna Manzer, die die ihr unbekannte, von einem Transport ins KZ Mauthausen geflohene Jüdin Melvine Deutsch versteckte. Stecher nahm Melvine Deutsch in seiner Wohnung auf, als dieser aufgrund der Verfolgung durch die Gestapo in der Wohnung seiner Schwester unmittelbare Gefahr drohte. 1984
Steiner, MariaMaria Steiner   1906 Wien Steiner holte Hedwig Mendelssohn, deren Mann rechtzeitig nach Argentinien ausgewandert war, von einer Sammelstelle ab, an der sich für den Abtransport in Konzentrationslager bestimmte Juden einfinden musste. Sie besorgte Mendelssohn einen falschen Ausweis, versteckte sie von Mai 1942 bis zum Kriegsende in verschiedenen Wohnungen und versorgte sie mit Nahrung und Kleidung. Einem anderen Ehepaar besorgte sie Einreisegenehmigungen für Paraguay, wodurch diesen die Flucht gelang. 1968
Stocker, MariaMaria Stocker Innsbruck Half in den letzten Kriegsmonaten zwei polnischen jüdischen Mädchen – Lorraine Justman-Visnicki und Mirjam Fuchs – vor dem Abtransport ins KZ Bergen-Belsen zu retten und brachte sie in ihrer Wohnung unter. 1980
Titsch, RaimundRaimund Titsch 1964
Tschögl, FlorianFlorian Tschögl  ?   1979 Molodeczno Da Tschögl als Wachmann für seine humane Behandlung von Gefangenen im Kriegsgefangenenlager Molodeczno bekannt war, bat ihm die aus dem Ghetto Wilna geflohene Familie Arzichowski ab November 1943 zweimal um Hilfe. Arbeitskollegen hatten ihnen jeweils gedroht, der Gestapo ihre jüdische Herkunft zu verraten. Tschögl bedrohte daraufhin jene Arbeitskollegen und zwang sie, sich bei der Familie zu entschuldigen. Als das Ehepaar Arzichowski schließlich wegen einer falschen Anschuldigung zum Verhör geholt wurde, nahm Tschögl deren Tochter zu sich, um sie für den Fall einer Deportation der Eltern in ein Konzentrationslager zu beschützen. 1979
Tschöll, LeoLeo Tschöll   1893 Budapest Zwei Mitglieder der Betar-Widerstandsbewegung, denen bei der Gründung des Ghettos Košice im März 1944 die Flucht gelungen war, versteckte Tschöll zwei Wochen lang in seiner Wohnung. Anschließend erlaubte er den beiden Männern, sein Patentbüro zum Fälschen von Papieren zu verwenden. So entstanden hunderte Dokumente, die an Juden in Budapest verteilt wurden. Ab Juni 1944, als die Juden in Budapest in so genannten „Judenhäusern“ interniert wurden, versteckte Tschöll jüdische Familien in seiner Wohnung und versorgte sie mit Nahrung und Kleidung, bis diese in andere Verstecke umziehen konnten. Unter dem Vorwand, Wohnraum für Arbeiter seines Büros zu benötigen, beanspruchte Tschöll eine leerstehende Villa, die dann der Widerstandsbewegung als Versteck diente. Ende 1944 ermöglichte Tschöll mehreren Juden die Ausreise, indem er ihnen Schutzpässe besorgte. Im Dezember 1944 entdeckte die Polizei Tschölls Aktivitäten, worüber er von Freunden informiert wurde. Obwohl mit einer unmittelbaren Durchsuchung seiner Wohnung zu rechnen war, ging Tschöll in die Wohnung, um eine dort mit ihrem Kind versteckte Jüdin zu warnen, bevor er untertauchte. 1968
Viehböck, Anton und AntoniaAnton und Antonia Viehböck  ? Innsbruck Versteckten von Oktober 1943 bis zum Kriegsende den Juden David Ballhorn in ihrem Haus und versorgten ihn mit allem Lebensnotwendigen. 1978
Wertz, RudolfRudolf Wertz  ?   1966 Arzt, der 1941 viele Juden vor der Deportation in Vernichtungslager in Polen rettete, indem er ihnen Bestätigungen schwerer Krankheiten ausstellte. Als die Gestapo seine Hilfe entdeckte, wurde er in eine Strafkompanie gesteckt, aus der er bei Kriegsende lebend befreit wurde. 1966

Aktion „Allee der Gerechten“[Bearbeiten]

Eine Aktion auf der Wiener Ringstraße, bestehend aus Transparenten in den Alleen des Rings und 3-D-Buchstaben an den Zäunen von Volksgarten, Heldenplatz und Burggarten erinnerte 2011 an „Gerechte unter den Völkern“ aus der Stadt Wien:[3]

Eine gleich geartete Aktion fand unter demselben Titel im Juli 2012 im Salzburger Kurgarten hinter dem Schloss Mirabell statt.[4]

Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. About the Righteous – Statistics. Yad Vashem, 1. Januar 2014, abgerufen am 31. März 2014 (englisch).
  2. Der Standard: 92 Österreicher, die in der NS-Zeit Juden retteten, abgerufen am 16. Oktober 2013
  3. http://derstandard.at/1303950442022/Allee-der-Gerechten-am-Wiener-Ring.
  4. NS-Zeit: Erinnerung an Lebensretter, ORF Salzburg, 13. Juli 2012, abgerufen am 2. August 2012