Haus der 1000 Leichen

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Filmdaten
Deutscher Titel Haus der 1000 Leichen
Originaltitel House of 1000 Corpses
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2003
Länge 88 (NTSC)
83 (PAL cut)
85 (PAL uncut) Minuten
Altersfreigabe FSK uncut: SPIO/JK (indiziert)
cut: Keine Jugendfreigabe
Stab
Regie Rob Zombie
Drehbuch Rob Zombie
Produktion Andy Gould
Musik Rob Zombie
Kamera Tom Richmond
Schnitt Kathryn Himoff
Besetzung

Haus der 1000 Leichen ist ein 2002 gedrehter Horrorfilm, der von Andy Gould produziert wurde. Die Regie führte der Regisseur und Musiker Rob Zombie, der ebenfalls das Drehbuch schrieb und den kompletten Soundtrack für den Film erstellte.

Handlung[Bearbeiten]

Vier Jugendliche sind mit dem Auto auf den Straßen Amerikas unterwegs. Als ihnen das Benzin ausgeht, sind sie gezwungen, an der Tankstelle von Captain Spaulding zu halten, der nebenbei auch noch ein Monstrositäten-Museum, bzw. eine Freakshow betreibt. Jerry beschließt, für sich und seine Freunde Eintrittskarten für dieses Museum zu kaufen. Dabei erzählt ihnen Captain Spaulding, der vor allem durch seine eigenartige Kleidung auffällt, indem er beruflich ein Clownskostüm trägt, von dem ehemaligen ortsansässigen Serienkiller Dr. Satan. Jerry ist davon begeistert und überredet die anderen, sich auf die Suche nach einem Baum zu machen, an dem Dr. Satan vorgeblich gehängt wurde. Auf dem Weg dorthin nehmen sie eine attraktive Anhalterin in ihrem Auto mit und landen wegen einer Autopanne im Haus der Familie Firefly, deren Mitglieder anfangs zwar seltsam, aber nicht bedrohlich wirken.

In der Nacht von Halloween werden die Jugendlichen von den Psychopathen gefoltert und ermordet. Haus der 1000 Leichen nimmt ein Ende, das sich mit dem Anfang des Films zu einer Art Spirale zusammenschließt und darauf schließen lässt, dass das Morden weitergehen wird.

Hintergründe[Bearbeiten]

  • Die Darsteller waren größtenteils unbekannt. Der Film erschien 2003 bereits in der ab 18 Jahren freigegebenen Fassung ungeschnitten in den deutschen Kinos und später sowohl in einer stark geschnittenen FSK-18-Fassung, die in Kaufhäusern ausgelegt wurde, wie auch in einer Fassung mit SPIO/JK-Zeichen, die identisch mit der Kinofassung ist.
  • Rob Zombie greift viele typische Merkmale des Horror- und Splatterfilms auf und richtet sich dabei nach diversen anderen Genrefilmen. Neben der Brutalität tritt auch die Musik in den Vordergrund und auch humoristische Einflüsse sind vorhanden. Ähnlich wie in dem Film Natural Born Killers (1994) ist es hier so, dass die Kamera oft sehr ungewöhnliche Aufnahmen zeigt, es werden oft Bilder in Sekundenschnelle eingefügt und auch wird teilweise ein bestimmter Effekt verwendet, mit dem man nur noch die Konturen der Schauspieler erkennen kann.
  • Die Charaktere sind größtenteils nach Groucho-Marx-Filmcharakteren benannt.

Kritik[Bearbeiten]

  • Frank Scheck (The Hollywood Reporter) schrieb, dass der Film vom Geist aber nicht der Qualität seiner Inspirationen lebe.[1]
  • In JoBlo.com der Film enthalte die richtige Mischung aus gruseliger Atmosphäre, nervösem Lachen und billigem Schreckem, um Fans des Makaberen zufriedenzustimmen."[2]
  • Clint Morris (Film Threat) verriß den Film. Der Film sei eine Verschwendung von 1½ Stunden und man wurde vergeblich auf eine Handlung warten.[3]
  • James Brundage (Filmcritic.com) der Film sei weder ein guter Horrorfilm, noch eine Satire. Die Schreckensbilder würden auf Dauer langweilen und der Film arbeite mit billigen Tricks. Es würde sich nicht lohnen, ihn anzusehen[4].
  • Cinema: "Dass die vertraute Story holprig wirkt, ist nicht nur auf die 17 fehlenden Minuten der Kinofassung zurückzuführen. Es liegt auch an der ungestümen Inszenierung des Horrorfans Zombie. In einem schrillen Mix aus Genrezitaten, wirren Filmformatwechseln und eingespielten Szenen klassischer Gruselfilme schwelgt Zombie in Splatter-Exzessen. Trotz übertriebener Experimentierfreude gelingen ihm verstörend-geniale Bilder, speziell im Finale. Das sieht aus, als hätte Apokalypsen-Maler Hieronymus Bosch ein Marilyn-Manson-Video inszeniert. Fazit: Der "Natural Born Killers" unter den Horrorfilmen! Bizarre Tour de force für Fans des Genres."
  • Fritz Göttler von der Süddeutschen Zeitung beurteilt den Film als „wild, aggressiv, blutig, rücksichts- und geschmacklos. Die Gewalt der degenerierten Monster, der Schlächter und der Kannibalen, ist diesmal defensiv. Sie wehren sich dagegen, zum Schauobjekt gemacht zu werden, zum Studienobjekt besser gesagt, der akademischen Form des Exhibitionismus.“
  • René Classen von dem Fachmagazin film-dienst: "Keine neuen Schmerzgrenzen der Gewalt sind zu sehen, aber zugemutet wird einiges. Die grimmige Tonart und die Abwesenheit allgegenwärtigen Ironie unterscheidet den Film von anderen seines Genres. Der Regisseur zeigt kein Interesse an seinen Protagonisten. Er behandelt sie wie Schlachtvieh, das er dem Sadismus seiner eigentlichen Stars, den Killern und Kannibalen, ausliefert. Zudem kann er keine Geschichte erzählen.
  • Guylaine Cadorette von hollywood.com: „Haus der 1000 Leichen fehlt es an Schrecken und Spannung, zwei vitale Elemente in jedem guten Horrorthriller. Aber während er daran scheitert zu erschrecken, erregt er erfolgreich Übelkeit.“
  • James Brundage von filmcritics.com: „Haus der 1000 Leichen ist wahrscheinlich der ungruseligste Gruselfilm den ich je gesehen habe.“
  • Walter Chaw von Film Freak Central: „Ein seltener Film der sich um Kultstatus bemüht und ihn höchstwahrscheinlich erlangen wird.“
  • Peter Müller von der Berliner Morgenpost sieht Haus der 1000 Leichen als eine „ambitionierte Nichtigkeit eines B-Picture-verliebten Gothic-Gurus, der die meiste Zeit seines Lebens in langen Nächten voller Metal-Musik, Hardcore-Comics und Horrorfilmen verbrachte. Außer sattsam ausgereizten Effekten, fantasievoll ekligen Kulissen und hektisch geschnittenen, technisch verfremdeten Bildern hat der Film nichts zu bieten.“

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Der Film gewann den portugiesischen Filmpreis Fantasporto in der Kategorie Beste Spezialeffekte und war für den Besten Film nominiert.

Fortsetzung[Bearbeiten]

2005 entstand die Fortsetzung The Devil’s Rejects, in der nun drei Mitglieder der Psychopathenfamilie die Hauptrolle spielen.

Soundtrack[Bearbeiten]

2003 erschien ein Soundtrack von Rob Zombie mit 25 Titeln. Enthalten sind neben Musik auch einige Gesprächs-Ausschnitte.

  1. Howdy Folks
  2. House Of 1000 Corpses
  3. Saddle Up The Mule
  4. Everybody Scream
  5. Stuck In The Mud
  6. Holy Miss Moley
  7. Who's Gonna Mow Your Grass?
  8. Run, Rabbit, Run
  9. Into The Pit
  10. Something For You Men
  11. I Wanna Be Loved By You
  12. Pussy Liquor
  13. Scarecrow Attack
  14. My Baby Boy
  15. Now I Wanna Sniff Some Glue
  16. Investigation And The Smokehouse
  17. The Bigger The Cushion
  18. I Remember You
  19. Drive Out The Rabbit
  20. Mary's Escape
  21. Little Piggy
  22. Ain't The Only Thing Tasty
  23. Dr. Satan
  24. Brick House 2003
  25. To The House

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Frank Scheck
  2. http://www.joblo.com/reviews-2010.php?mode=joblo_movies&id=87
  3. http://www.filmthreat.com/reviews/4247/
  4. House of 1000 Corpses Movie Review, DVD Release – Filmcritic.com