Hermaringen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hermaringen
Hermaringen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hermaringen hervorgehoben
48.59555555555610.259722222222498Koordinaten: 48° 36′ N, 10° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Heidenheim
Höhe: 498 m ü. NHN
Fläche: 15,26 km²
Einwohner: 2165 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 142 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 89568,
89537 (Gerschweiler)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 07322
Kfz-Kennzeichen: HDH
Gemeindeschlüssel: 08 1 35 021
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Karlstraße 12
89568 Hermaringen
Webpräsenz: www.hermaringen.de
Bürgermeister: Jürgen Mailänder
Lage der Gemeinde Hermaringen im Landkreis Heidenheim
Alb-Donau-Kreis Ostalbkreis Landkreis Göppingen Niederstotzingen Sontheim an der Brenz Hermaringen Giengen an der Brenz Dischingen Nattheim Heidenheim an der Brenz Steinheim am Albuch Königsbronn Herbrechtingen Herbrechtingen Gerstetten BayernKarte
Über dieses Bild

Hermaringen ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg. Sie ist die kleinste selbständige Gemeinde im Landkreis Heidenheim.

Geographie[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Hermaringen gehören das Dorf Hermaringen, der Gemeindeteil Gerschweiler, Hohweiher und das Gehöft Allewind. Des Weiteren liegen im Gemeindegebiet die abgegangenen Ortschaften Burg Benzenberg, Burg auf dem Stronberg (landläufig „Strohmberg“), Güssenburg, Güssenberg, Stettberg, Kapfersfeld und Taublingen.[2] Hermaringen liegt an der Brenz.

Geschichte[Bearbeiten]

Hermaringen aus Nordosten

Älteste Funde einer Besiedelungsgeschichte in Hermaringen sind Grabhügel im Hartwald, die vermutlich von Kelten der frühen Hallstattzeit stammen. Aus der römischen Zeit gibt es nur sehr wenig Spuren, jedoch lassen Urnengräber die Existenz eines Gutshofs vermuten.

Der Ortsname Hermaringen, der vom Männernamen Herimar abgeleitet ist, wurde erstmals um 1150 als Haermeringen genannt. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1216. Es war damals unter Herrschaft der Grafschaft Dillingen. Ortsherren waren seit dem 13. Jahrhundert die Güssen, die die gleichnamige Burg erbauten. Nachdem die Reichsstädte Ulm, Lauingen und Giengen an der Brenz sie im Juni 1448 zerstörten, wurde die Burg im selben Jahr von Graf Ulrich von Württemberg erworben.

Religionen[Bearbeiten]

Wie in ganz Württemberg wurde auch in Hermaringen im 16. Jahrhundert die Reformation eingeführt. Seither ist der Ort evangelisch geprägt. Die kleine römisch-katholische Gemeinde im Ort, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg aus zugezogenen Flüchtlingen und Heimatvertriebenen bildete, wird im Zusammenhang einer „Seelsorgeeinheit“ im unteren Brenztal von Giengen an der Brenz aus geistlich versorgt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner
1. Dezember 18711 911
1. Dezember 18801 921
1. Dezember 18901 932
1. Dezember 19001 971
1. Dezember 19101 1.002
16. Juni 19251 1.080
16. Juni 19331 1.109
17. Mai 19391 1.146
13. September 19501 1.695
Jahr Einwohner
6. Juni 19611 1.940
27. Mai 19701 2.293
31. Dezember 1980 2.196
27. Mai 19871 2.115
31. Dezember 1990 2.234
31. Dezember 1995 2.345
31. Dezember 2000 2.243
31. Dezember 2005 2.297
31. Dezember 2010 2.313

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Hermaringen hat 12 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem vorläufigen Ergebnis. Das amtliche Endergebnis wird vom Statistischen Landesamt gegen Ende des Jahres bekannt gegeben. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
50
40
30
20
10
0
43,50 %
28,31 %
28,19 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
+4,70 %p
-3,39 %p
-1,31 %p
UBV Unabhängige Bürgerliche Vereinigung 43,50 5 38,8 5
CDU/FWG Christlich Demokratische Union Deutschlands/Freie Wählergemeinschaft 28,31 4 31,7 4
WdA Wählervereinigung der Arbeitnehmer 28,19 3 29,5 3
gesamt 100,0 12 100,0 12
Wahlbeteiligung 62,4 % 63,0 %

Wappen[Bearbeiten]

Das Hermaringer Wappen zeigt im Schildhaupt drei sechsstrahlige silberne Sterne, das Zeichen der Güssen. Im Schild sieht man eine grüne Linde. Die Gemeindefarben sind Grün-Silber bzw. Grün-Weiß.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1992 besteht eine Partnerschaft mit der sächsischen Gemeinde Claußnitz.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Hermaringen liegt an der Bundesstraße 492 (nach Herbrechtingen). Anbindung besteht zur Bundesautobahn 7 (Ausfahrt 117). Hermaringen liegt an der Brenzbahn (AalenHeidenheimUlm) und gehört dem Heidenheimer Tarifverbund an.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Mit der Rudolf-Magenau-Schule verfügt Hermaringen über eine eigene Grundschule. Weiterführende Schulen können in Giengen und Heidenheim besucht werden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Die Ruine der Burg Güssenburg liegt auf dem Schlossberg über dem Brenztal.

Blick vom Benzenberg auf Hermaringen

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Kurt Keller, Bürgermeister von 1978 bis 2002

in Hermaringen geboren[Bearbeiten]

mit Hermaringen verbunden[Bearbeiten]

  • Rudolf Magenau (1767–1846), evangelischer Pfarrer in Hermaringen von 1819 bis 1846[3]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hermaringen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 598–600.
  3. Biografie von Rudolf Magenau auf hermaringen.de.