Steinheim am Albuch

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Steinheim am Albuch
Steinheim am Albuch
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Steinheim am Albuch hervorgehoben
48.69222222222210.064166666667540Koordinaten: 48° 42′ N, 10° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Heidenheim
Höhe: 540 m ü. NHN
Fläche: 82,41 km²
Einwohner: 8509 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 103 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 89555,
73566 (Bibersohl, Irmannsweiler)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 07329
Kfz-Kennzeichen: HDH
Gemeindeschlüssel: 08 1 35 032
Gemeindegliederung: 9 Teilorte
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 24
89555 Steinheim
Webpräsenz: www.steinheim.com
Bürgermeister: Olaf Bernauer
Lage der Gemeinde Steinheim am Albuch im Landkreis Heidenheim
Alb-Donau-Kreis Ostalbkreis Landkreis Göppingen Niederstotzingen Sontheim an der Brenz Hermaringen Giengen an der Brenz Dischingen Nattheim Heidenheim an der Brenz Steinheim am Albuch Königsbronn Herbrechtingen Herbrechtingen Gerstetten BayernKarte
Über dieses Bild

Die Gemeinde Steinheim am Albuch liegt am nordöstlichen Ende der Schwäbischen Alb am Albuch in dem vor etwa 15 Millionen Jahren durch einen Meteoriteneinschlag entstandenen Steinheimer Becken.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Blick vom südlichen Kraterwall des Steinheimer Beckens auf den Ortsteil Sontheim. Dahinter ist der Klosterberg zu sehen, der den Zentralberg des Kraters darstellt.

Steinheim und der Teilort Sontheim liegen im Steinheimer Becken, einem Kraterkessel zwischen 503 und 718 Meter Höhe mit einem Randdurchmesser von 3,5 km. Dieser ist vor ca. 15 Millionen Jahren durch den Einschlag eines Meteoriten entstanden.

Ehemaliger Steinbruch Burgstall im Ortsteil Sontheim

Es wird vermutet, dass der Meteorit Teil eines größeren Meteoriten war, der durch seinen Einschlag das Nördlinger Ries gebildet hat.[2]. Inmitten des Kraterkessels – zwischen Steinheim und Sontheim – liegt der Steinhirt (Meteorkrater-Zentralberg). Auf ihm befinden sich der beliebte Kletterfelsen Wäldlesfels und ein Weiher. Am westlichen Fuße des Steinhirts befindet sich die Sandgrube, Fundstätte zahlreicher Fossilien.

Mehr als die Hälfte der Gemeindefläche ist von Wald bedeckt. Dazu kommen 400 ha beweidetes Heideland auf dem Kraterrücken, z. B. im Westen die Neuselhalder Heide, im Osten die Steinheimer Heide und im Süden die Heidelandschaften auf dem Burgstall und dem Knillberg. Der Kratergrund ist frei von Wald. Er eignet sich gut zum Anbau von Kartoffeln und Getreide, wohingegen Obst kaum gedeiht.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Söhnstetten

Zur Gemeinde Steinheim am Albuch mit der ehemals selbstständigen Gemeinde Söhnstetten gehören 14 Dörfer, Weiler, Höfe und Häuser. Zur ehemaligen Gemeinde Söhnstetten gehören das Dorf Söhnstetten und der Weiler Dudelhof sowie die abgegangenen Ortschaften Binau, Einsiedel, Herspach, Nordheim, Zinaw und Gräfingrund. Zur Gemeinde Steinheim am Albuch im Gebietsstand vom 31. Dezember 1970 gehören das Dorf Steinheim am Albuch, die Weiler Gnannenweiler, Irmannsweiler, Klosterhof, Küpfendorf, Neuselhalden, Sontheim im Stubental und Untere Ziegelhütte, die Höfe Bibersohl, Mittlere Ziegelhütte und Sontheimer Wirtshäusle und das Haus Obere Ziegelhütte sowie die abgegangenen Ortschaften Adelgotzweiler (Argotzweiler), Babenwang, Erchenbrehtesberc, Felgenhof, Gaisbühl, Geroldsweiler, Haslach, Hitzingsweiler, Hohenberg, Hohensol, Machalmeswilare, Ostheim, Rechenzell, Sachsenhart, Scheffheim und Stockheim und Wenelenwilare und der in Steinheim am Albuch aufgegangene Ort Westheim.[3] Die Hauptsatzung der Gemeinde nennt die folgenden zehn Ortsteile: Steinheim, Söhnstetten, Sontheim im Stubental, Küpfendorf, Ziegelhütten, Gnannenweiler, Irmannsweiler, Neuselhalden, Dudelhof und Bibersohl, die drei Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung bilden. Zum Wohnbezirk I gehören Steinheim und Ziegelhütten, zum Wohnbezirk II Söhnstetten und Dudelhof und zum Wohnbezirk III Sontheim im Stubental, Küpfendorf, Neuselhalden, Gnannenweiler, Bibersol und Irmannsweiler.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Eine erste Besiedelung von Steinheim am Albuch fand vermutlich in der Hallstattzeit 800–480 v. Chr. statt. Davon zeugen einzelne Grabhügel. Anfang des 5. Jahrhunderts siedelten sich die Alemannen an. Die ehemals vorhandenen Orte Westheim im Westen und Ostheim im Osten verschmolzen zu Steinheim, während das in südlicher Richtung befindliche Südheim seinen Namen in Suntheim und später in Sontheim wandelte.

Urkundlich wurde Steinheim erstmals 839 in einem Grundverzeichnis des Klosters Fulda erwähnt. An dieses ging es vermutlich durch eine Schenkung des fränkischen König Pippin oder Karls des Großen. 1190 wurde durch die Brüder Wittegow und Berengar von Albeck ein Augustiner-Chorherrenstift auf dem Klosterberg gegründet, das später an die Grafen von Helfenstein fiel. Der römisch-deutsche König Albrecht I. erwarb es 1302 und übergab es mit allen Rechten und Besitz an das neu gegründete Zisterzienserkloster Königsbronn. Im 15. Jahrhundert wurde der Klosterhof aufgegeben und Bauern übernahmen die Bewirtschaftung. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort zu zwei Dritteln zerstört.

Religionen[Bearbeiten]

Martinskirche in Söhnstetten

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg wurden „Ungarndeutsche“ – noch unter Bürgermeister Hahn – angesiedelt. Da diese meist zur römisch-katholischen Konfession gehörten, entstand auch eine römisch-katholische Gemeinde. Diese gehört heute zum Katholischen Dekanat Heidenheim der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Vorher lebten etwa zwei oder drei römisch-katholische Familien im ansonsten evangelischen Ort.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1971 wurde Söhnstetten eingemeindet. Die Gemeinde Söhnstetten hatte ca. 1800 Einwohner. In Söhnstetten gibt es einen Sport-, Musik- und Obst- und Gartenbauverein sowie die Freiwillige Feuerwehr. Die Grund- und Hauptschule geht bis zur 6. Klasse. Söhnstetten ist von einer Wacholderheide umgeben, hat einen eigenen Ski-Lift und einen Discgolf-Parcours. 2008 war Söhnstetten der Austragungsort der Discgolf-Europameisterschaft. Um Söhnstetten gibt es viele Rad- und Wanderwege.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner
1. Dezember 18711 3.484
1. Dezember 18801 3.498
1. Dezember 18901 3.366
1. Dezember 19001 3.112
1. Dezember 19101 3.087
16. Juni 19251 3.159
16. Juni 19331 3.181
17. Mai 19391 3.263
13. September 19501 4.390
Jahr Einwohner
6. Juni 19611 5.727
27. Mai 19701 6.834
31. Dezember 1980 7.763
27. Mai 19871 8.069
31. Dezember 1990 8.386
31. Dezember 1995 8.876
31. Dezember 2000 8.924
31. Dezember 2005 8.930
31. Dezember 2010 8.566

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

In Steinheim wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Steinheim hat nach der letzten Wahl 26 Mitglieder (vorher 22). Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem vorläufigen Ergebnis. Das amtliche Endergebnis wird vom Statistischen Landesamt gegen Ende des Jahres bekannt gegeben. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
50
40
30
20
10
0
46,8 %
30,2 %
23,0 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+3,8 %p
+1,1 %p
-4,9 %p
FWV Freie Wählervereinigung 46,8 12 43,0 10
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 30,2 8 29,1 6
ANB Arbeitnehmerblock 23,0 6 27,9 6
gesamt 100,0 26 100,0 22
Wahlbeteiligung 52,0 % 53,0 %

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1919–1952: Konrad Hahn (1887–1957)
  • 1952–1972: Manfred Bezler (1924–1972)
  • 1972–2002: Dieter Eisele
  • 2003–2010: Rainer Schaller
  • seit 2011: Olaf Bernauer

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

  • Colombelles (Frankreich, seit 1986)
  • 1980 hat die Gemeinde Steinheim die Patenschaft für die heute in aller Welt lebenden Nachkommen der Vertriebenen aus Weindorf (Ungarn) übernommen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Bis zum 19. Jahrhundert herrschten Weberei und Landwirtschaft vor; heutzutage Fertigbau, Handwerk, mittelständische Industrie und Landwirtschaft.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Mit der nach Philipp Friedrich Hiller benannten Hillerschule gibt es im Hauptort eine Grund-, Haupt- und Realschule.

Der Neubau des Steinheimer Schulzentrums beherbergt zudem eine kommunale Musikschule.

Im Ortsteil Söhnstetten besteht eine weitere Grund- und Hauptschule.

Die Grundschule in Sontheim bestand bis 1973, damals mit allen vier Grundschulklassen in einem Schulraum. Im ehemaligen Schulgebäude befindet sich heute das Meteorkratermuseum.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Weithin sichtbar ist der Turm der Peterskirche.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Das Wental ist ein Trockental mit sehenswerten Dolomitfelsen. In südliche Richtung schließen sich nahtlos das Gnannental und das Hirschtal an. Der Hirschfelsen markiert das Ende des 3-Täler-Verlaufes. Ende 2008 wurde das Naturschutzgebiet „Wental mit Seitentälern und Feldinsel Klösterle“ ausgewiesen. Der obere Abschnitt des Wentals liegt im Ostalbkreis.

Die Hülbe am Märtelesberg ist mit 0,2 Hektar wahrscheinlich das kleinste Naturschutzgebiet Deutschlands. Bereits durch Verordnung vom 14. Juli 1967 wurde die Hülbe unter Naturschutz gestellt.

Energie[Bearbeiten]

Windpark Gnannenweiler
Informationstafel am Windpark Gnannenweiler
3 von 8 Windkraftanlagen des Windparks Gnannenweiler

In Gnannenweiler gibt es einen Windpark mit acht Windkraftanlagen des Typs Enercon E-82 mit je 2 MW Leistung (Rotordurchmesser: 82 m, Achsenhöhe: 99 m).[5]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Sportsfreunde laufen den Geologenlauf. Bierfreunde dagegen sitzen auf dem Söhnstetter Hock.

Literatur[Bearbeiten]

Der aus Steinheim stammende Heimatdichter Rudolf Weit hat zahlreiche schwäbische Gedichte und Geschichten verfasst (z. B. Buchtitel „Sodele – sell wär’s“).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Steinheim am Albuch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. J. Baier & A. Scherzinger: Der neue Geologische Lehrpfad im Steinheimer Impakt-Krater – Jber. Mitt. oberrhein. geol. Ver, N. F. 92, 9-24, 2010.
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 629–632.
  4. Hauptsatzung der Gemeinde Steinheim am Albuch vom 23. Juli 2002, Änderung vom 22. Juni 2006.
  5. Bürgerwindpark Gnannenweiler, abgerufen 4. April 2011.