Steinheim am Albuch
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Stuttgart | |
| Landkreis: | Heidenheim | |
| Höhe: | 540 m ü. NN | |
| Fläche: | 82,41 km² | |
| Einwohner: |
8480 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 103 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 89555 | |
| Vorwahl: | 07329 | |
| Kfz-Kennzeichen: | HDH | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 1 35 032 | |
| Gemeindegliederung: | 9 Teilorte | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Hauptstraße 24 89555 Steinheim |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Olaf Bernauer | |
| Lage der Gemeinde Steinheim am Albuch im Landkreis Heidenheim | ||
Die Gemeinde Steinheim am Albuch liegt am nordöstlichen Ende der Schwäbischen Alb am Albuch in dem vor etwa 15 Millionen Jahren durch einen Meteoriteneinschlag entstandenen Steinheimer Becken.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Geographische Lage [Bearbeiten]
Steinheim und der Teilort Sontheim liegen im Steinheimer Becken, einem Kraterkessel zwischen 503 und 718 Meter Höhe mit einem Randdurchmesser von 3,5 km. Dieser ist vor ca. 15 Millionen Jahren durch den Einschlag eines Meteoriten entstanden.
Es wird vermutet, dass der Meteorit Teil eines größeren Meteoriten war, der durch seinen Einschlag das Nördlinger Ries gebildet hat.[2]. Inmitten des Kraterkessels – zwischen Steinheim und Sontheim – liegt der Steinhirt (Meteorkrater-Zentralberg). Auf ihm befinden sich der beliebte Kletterfelsen Wäldlesfels und ein Weiher. Am westlichen Fuße des Steinhirts befindet sich die Sandgrube, Fundstätte zahlreicher Fossilien.
Mehr als die Hälfte der Gemeindefläche ist von Wald bedeckt. Dazu kommen 400 ha beweidetes Heideland auf dem Kraterrücken, z. B. im Westen die Neuselhalder Heide, im Osten die Steinheimer Heide und im Süden die Heidelandschaften auf dem Burgstall und dem Knillberg. Der Kratergrund ist frei von Wald. Er eignet sich gut zum Anbau von Kartoffeln und Getreide, wohingegen Obst kaum gedeiht.
Gemeindegliederung [Bearbeiten]
Zur Gemeinde Steinheim am Albuch mit der ehemals selbstständigen Gemeinde Söhnstetten gehören 14 Dörfer, Weiler, Höfe und Häuser. Zur ehemaligen Gemeinde Söhnstetten gehören das Dorf Söhnstetten und der Weiler Dudelhof sowie die abgegangenen Ortschaften Binau, Einsiedel, Herspach, Nordheim, Zinaw und Gräfingrund. Zur Gemeinde Steinheim am Albuch im Gebietsstand vom 31. Dezember 1970 gehören das Dorf Steinheim am Albuch, die Weiler Gnannenweiler, Irmannsweiler, Klosterhof, Küpfendorf, Neuselhalden, Sontheim im Stubental und Untere Ziegelhütte, die Höfe Bibersohl, Mittlere Ziegelhütte und Sontheimer Wirtshäusle und das Haus Obere Ziegelhütte sowie die abgegangenen Ortschaften Adelgotzweiler (Argotzweiler), Babenwang, Erchenbrehtesberc, Felgenhof, Gaisbühl, Geroldsweiler, Haslach, Hitzingsweiler, Hohenberg, Hohensol, Machalmeswilare, Ostheim, Rechenzell, Sachsenhart, Scheffheim und Stockheim und Wenelenwilare und der in Steinheim am Albuch aufgegangene Ort Westheim.[3] Die Hauptsatzung der Gemeinde nennt die folgenden zehn Ortsteile: Steinheim, Söhnstetten, Sontheim im Stubental, Küpfendorf, Ziegelhütten, Gnannenweiler, Irmannsweiler, Neuselhalden, Dudelhof und Bibersohl, die drei Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung bilden. Zum Wohnbezirk I gehören Steinheim und Ziegelhütten, zum Wohnbezirk II Söhnstetten und Dudelhof und zum Wohnbezirk III Sontheim im Stubental, Küpfendorf, Neuselhalden, Gnannenweiler, Bibersol und Irmannsweiler.[4]
Geschichte [Bearbeiten]
Eine erste Besiedelung von Steinheim am Albuch fand vermutlich in der Hallstattzeit 800–480 v. Chr. statt. Davon zeugen einzelne Grabhügel. Anfang des 5. Jahrhunderts siedelten sich die Alemannen an. Die ehemals vorhandenen Orte Westheim im Westen und Ostheim im Osten verschmolzen zu Steinheim, während das in südlicher Richtung befindliche Südheim seinen Namen in Suntheim und später in Sontheim wandelte.
Urkundlich wurde Steinheim erstmals 839 in einem Grundverzeichnis des Klosters Fulda erwähnt. An dieses ging es vermutlich durch eine Schenkung des fränkischen König Pippin oder Karls des Großen. 1190 wurde durch die Brüder Wittegow und Berengar von Albeck ein Augustiner-Chorherrenstift auf dem Klosterberg gegründet, das später an die Grafen von Helfenstein fiel. Der römisch-deutsche König Albrecht I. erwarb es 1302 und übergab es mit allen Rechten und Besitz an das neu gegründete Zisterzienserkloster Königsbronn. Im 15. Jahrhundert wurde der Klosterhof aufgegeben und Bauern übernahmen die Bewirtschaftung. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort zu zwei Dritteln zerstört.
Religionen [Bearbeiten]
Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg wurden „Ungarndeutsche“ – noch unter Bürgermeister Hahn – angesiedelt. Da diese meist zur römisch-katholischen Konfession gehörten, entstand auch eine römisch-katholische Gemeinde. Vorher lebten etwa zwei oder drei römisch-katholische Familien im ansonsten evangelischen Ort.
Eingemeindungen [Bearbeiten]
Am 1. Januar 1971 wurde Söhnstetten eingemeindet. Die Gemeinde Söhnstetten hatte ca. 1800 Einwohner. In Söhnstetten gibt es einen Sport-, Musik- und Obst- und Gartenbauverein sowie die Freiwillige Feuerwehr. Die Grund- und Hauptschule geht bis zur 6. Klasse. Söhnstetten ist von einer Wacholderheide umgeben, hat einen eigenen Ski-Lift und einen Discgolf-Parcours. 2008 war Söhnstetten der Austragungsort der Discgolf-Europameisterschaft. Um Söhnstetten gibt es viele Rad- und Wanderwege.
Politik [Bearbeiten]
Gemeinderat [Bearbeiten]
(Wahl am 13. Juni 2004; 23 statt 22 Sitze)
Bürgermeister [Bearbeiten]
- 1919–1952: Konrad Hahn (1887–1957)
- 1952–1972: Manfred Bezler (1924–1972)
- 1972–2002: Dieter Eisele
- 2003–2010: Rainer Schaller
- seit 2011: Olaf Bernauer
Gemeindepartnerschaften [Bearbeiten]
- Colombelles (Frankreich, seit 1986)
- 1980 hat die Gemeinde Steinheim die Patenschaft für die heute in aller Welt lebenden Nachkommen der Vertriebenen aus Weindorf (Ungarn) übernommen.
Wirtschaft [Bearbeiten]
Bis zum 19. Jahrhundert herrschten Weberei und Landwirtschaft vor; heutzutage Fertigbau, Handwerk, mittelständische Industrie und Landwirtschaft.
Bildungseinrichtungen [Bearbeiten]
Mit der nach Philipp Friedrich Hiller benannten Hillerschule gibt es im Hauptort eine Grund-, Haupt- und Realschule.
Der Neubau des Steinheimer Schulzentrums beherbergt zudem eine kommunale Musikschule.
Im Ortsteil Söhnstetten besteht eine weitere Grund- und Hauptschule.
Die Grundschule in Sontheim bestand bis 1973, damals mit allen vier Grundschulklassen in einem Schulraum. Im ehemaligen Schulgebäude befindet sich heute das Meteorkratermuseum.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Museen [Bearbeiten]
- Heimatstube auf dem Klosterberg
- Meteorkratermuseum im Ortsteil Sontheim.
Bauwerke [Bearbeiten]
Weithin sichtbar ist der Turm der Peterskirche.
Naturdenkmäler [Bearbeiten]
Das Wental ist ein Trockental mit sehenswerten Dolomitfelsen. In südliche Richtung schließen sich nahtlos das Gnannental und das Hirschtal an. Der Hirschfelsen markiert das Ende des 3-Täler-Verlaufes. Ende 2008 wurde das Naturschutzgebiet „Wental mit Seitentälern und Feldinsel Klösterle“ ausgewiesen. Der obere Abschnitt des Wentals liegt im Ostalbkreis.
Die Hülbe am Märtelesberg ist mit 0,2 Hektar wahrscheinlich das kleinste Naturschutzgebiet Deutschlands. Bereits durch Verordnung vom 14. Juli 1967 wurde die Hülbe unter Naturschutz gestellt.
Energie [Bearbeiten]
In Gnannenweiler gibt es einen Windpark mit acht Windkraftanlagen des Typs Enercon E-82 mit je 2 MW Leistung (Rotordurchmesser: 82 m, Achsenhöhe: 99 m).[5]
Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]
Sportsfreunde laufen den Geologenlauf. Bierfreunde dagegen sitzen auf dem Söhnstetter Hock.
Literatur [Bearbeiten]
Der aus Steinheim stammende Heimatdichter Rudolf Weit hat zahlreiche schwäbische Gedichte und Geschichten verfasst (z. B. Buchtitel „Sodele – sell wär’s“).
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2011 (Hilfe dazu)
- ↑ J. Baier & A. Scherzinger: Der neue Geologische Lehrpfad im Steinheimer Impakt-Krater – Jber. Mitt. oberrhein. geol. Ver, N. F. 92, 9-24, 2010.
- ↑ Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 629–632.
- ↑ Hauptsatzung der Gemeinde Steinheim am Albuch vom 23. Juli 2002, Änderung vom 22. Juni 2006.
- ↑ Bürgerwindpark Gnannenweiler, abgerufen 4. April 2011.
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