James Caviezel

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James Caviezel (2009)

James „Jim“ Patrick Caviezel Jr. (* 26. September 1968 in Mount Vernon, Washington) ist ein US-amerikanischer Schauspieler, der vor allem für seine Rolle als John Reese in der Fernsehserie Person of Interest sowie für seine Darstellung des Jesus in der Passion Christi bekannt ist.

Leben[Bearbeiten]

Caviezels Großvater kommt aus Pruastg bei Lumbrein im Kanton Graubünden in der Schweiz. Caviezel wuchs in seiner Geburtsstätte Mount Vernon im Bundesstaat Washington auf. Seine Eltern Jim und Maggie Caviezel – beide streng römisch-katholisch – besuchten jeden Sonntag mit ihren fünf Kindern die Heilige Messe. James „Jim“ Caviezel senior, ist Chiropraktiker mit eigener Praxis in Mount Vernon. Er promovierte in Illinois, wo er seine spätere Frau Maggie traf, die seinerzeit Theaterschauspielerin in Moline in Illinois war und ursprünglich aus Irland stammt. James Caviezel hat vier Geschwister: Ann, die heute Mutter von drei Kindern ist und in Chicago lebt, Amy, die heute Mutter von zwei Kindern ist und in Washington, D.C. lebt, Erin, Chiropraktikerin in Iowa, und Tim, ein Immobilienmakler in Lake Tahoe, Nevada.

Caviezel begeisterte sich bereits früh für Religion, aber auch für Sport, insbesondere für Basketball. 1984 besuchte Caviezel die Mount Vernon High School, wechselte nach zwei Jahren an die O'Dea High School und zog alsbald zu Freunden seiner Familie. Noch im selben Frühjahr ging er dann auf die Burien Kennedy High School in Seattle, um für das dortige Basketball-Schulteam zu spielen und wurde dort außerdem zum Mr. Prettiest Eyes gekürt.

Im Jahr 1987 immatrikulierte der Linkshänder Caviezel am Bellevue Community College, wurde später Mitglied der Sigma Chi Studentenverbindung und dort ebenfalls in das Basketball-Team des Colleges aufgenommen. Eine Fußverletzung beendete im zweiten Studienjahr seine Basketball-Karriere und den Traum, eines Tages in der amerikanischen Basketball-Profiliga spielen zu können. Seitdem verlagerte Caveziel sein Interesse auf die Schauspielerei und wechselte später an die University of Washington. Außerdem wurde er ein großer Fan der Minnesota Vikings, einem Verein, der der amerikanischen American-Football-Profiliga (NFL) angehört. 1990, im Jahr nach seiner Minirolle in My Private Idaho, zog er nach Los Angeles in das große Haus eines Professors an der University of Southern California und kellnerte zwischen den College-Vorlesungen in einem Strandrestaurant.

Caviezel gilt als sehr religiös und unterstützte mehrfach in Wahlkämpfen Kandidaten der Republikanischen Partei, wie etwa den für seine christlich-fundamentalistischen Ansichten bekannten Rick Santorum. 2006 sorgte Caviezel für Aufsehen, als er sich in einem Wahlkampfspot gegen Stammzellenforschung aussprach und dabei eine kryptische aramäische Äußerung tätigte, die mit "ihr betrügt den Sohn Gottes mit einem Kuss" übersetzt wurde. Dies wurde weithin so interpretiert, dass Caviezel den Befürwortern der Stammzellenforschung vorwirft, mit ihrer Forschung unter Vorspiegelung menschenfreundlicher Haltung Gottes Schöpfung zu betrügen.[1]

Filmkarriere[Bearbeiten]

Im Jahr 1990 erhielt Caviezel seine erste Rolle als italienischer Ticketverkäufer in dem Independent-Film My Private Idaho, indem er beim Casting erzählte, er sei ein gerade eingewanderter Italiener. Ebenfalls Anfang der 1990er Jahre nahm Caviezel an einem Casting für die Fernsehserie Melrose Place teil, da er dachte, dass dies ihn in Hollywood bekannter machen würde. Die Casting-Regisseurin fand allerdings, dass er nicht so recht in die Serie passen würde, und erteilte ihrem Agenten die Anweisung, Caviezel nie wieder zu einem Casting einzuladen, da er auf sie etwas „seltsam“ (strange) wirkte.

Nach kleineren Nebenrollen etwa in The Rock – Fels der Entscheidung und Die Akte Jane erhielt er in Terrence Malicks Kriegsepos Der schmale Grat (1998) überraschend die Hauptrolle, was insbesondere deshalb bemerkenswert war, weil zahlreiche etablierte Hollywoodstars in dem Film Nebenrollen übernahmen. Nach diesem Durchbruch wurde Caviezel für diverse namhafte Hollywoodproduktionen gecastet, etwa Ang Lees Wer mit dem Teufel reitet, Gregory Hoblits Frequency an der Seite von Dennis Quaid und 2001 auf Empfehlung von Jennifer Lopez in Angel Eyes. 2002 spielte er Edmond Dantes in der Romanverfilmung Monte Cristo, wofür er zahlreiche positive Kritiken erhielt. 2003 war er an der Seite von Robin Williams in The Final Cut zu sehen.

2004 übernahm er die Rolle des Jesus von Nazareth in Mel Gibsons Film Die Passion Christi. Caviezel, ein ausgewiesener Bewunderer von Mel Gibson, sagte im Mai 2004 in einem Interview gegenüber der San Diego Union Tribune über diesen: „Mit Mel zu arbeiten ist wie Walzer tanzen mit einem tropischen Wirbelsturm. Er ist ein großartiger Mensch und zudem ein begnadeter Künstler“. Das höchst umstrittene Filmprojekt sowie Caviezels hohe Identifikation mit demselben wirkte sich in der Folge negativ auf seine Karriere aus. Der zuvor sehr gefragte Darsteller erhielt danach deutlich weniger Rollenangebote. Caviezel behauptete später, dies schon im Vorfeld vorausgeahnt, es aber bewusst in Kauf genommen zu haben.[2]

Zu nennenswerten Projekten zählten in der Folge noch Déjà Vu – Wettlauf gegen die Zeit (2006), in der Caviezel eine Nebenrolle bekleidete, und der Fantasyfilm Outlander (2008), der jedoch in den USA nur von wenigen Kinos ins Programm genommen und zu einem finanziellen Flop wurde. 2009 wirkte Caviezel in der Fernsehproduktion The Prisoner – Der Gefangene mit und verkörpert seit 2011 die Hauptrolle des ehemaligen CIA Special Activities Division Operator John Reese in der Serie Person of Interest.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jesus’ words used vs. stem-cell initiative, Washington Times online, (englisch), vom 25. Oktober 2006
  2. Jim Caviezel 'Rejected By My Own Industry' For 'Passion Of The Christ', Huffington Post, online, (englisch) vom 5. Februar 2011