Michael Bay

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem US-amerikanischen Regisseur Michael Bay. Informationen zum gleichnamigen deutschen Autor sind unter Leenders Bay Leenders zu finden.
Michael Bay (2006)
Michael Bay (2006)

Michael Benjamin Bay (* 17. Februar 1965 in Los Angeles, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Regisseur und Filmproduzent, der sich vor allem auf Actionfilme spezialisiert hat. Zudem widmet er sich seit einigen Jahren der Produktion von Neuverfilmungen bekannter Horrorfilme.

Leben[Bearbeiten]

Michael Bay wuchs wie seine jüngere Schwester im Westwood District von Los Angeles als adoptiertes Kind einer Kinderpsychologin und eines Buchhalters auf. Im Alter von 20 Jahren traf er seine leibliche Mutter, von seinem Vater heißt es, er käme aus der Filmbranche. Bay berichtet, seine Mutter habe John Frankenheimer als seinen Vater benannt, der die Vaterschaft aber bestreite.[1]

Seine Ausbildung absolvierte Bay zunächst an der Wesleyan University in Connecticut. Nach einer Ablehnung in einem angesehenen Filmstudiengang studierte er an Pasadenas Art Center College of Design. Michael Bay begann seine Karriere im Filmgeschäft 1984, nachdem er eine Persiflage auf eine Cola-Werbung gedreht hatte.[1] Er machte sich zunächst als Regisseur von Musikvideos für Künstler wie Aerosmith, Tina Turner, Meat Loaf und die Divinyls einen Namen und wurde für einige MTV-Awards nominiert.[2] In der Werbebranche inszenierte er mehrfach preisgekrönte Clips, unter anderem für namhafte Automobilfirmen, kalifornische Milch und Levi’s.[3]

Jerry Bruckheimer und Don Simpson holten Bay Mitte der 1990er Jahre für den Film Bad Boys – Harte Jungs ins Filmgeschäft. Der Actionfilm mit Will Smith und Martin Lawrence wurde ein großer Kassenerfolg und bedeutete für Smith den Durchbruch in seiner Karriere. Bruckheimer und Bay blieben auch bei weiteren Filmen wie The Rock – Fels der Entscheidung (1996), Armageddon (1998) oder Pearl Harbor (2001) ein Team, lediglich Die Insel (2005) hat Bay ohne dessen Beteiligung gedreht.[2]

Mit seiner 2003 gegründeten Produktionsfirma Platinum Dunes hat er sich zur Aufgabe gemacht, Horrorklassiker neu zu verfilmen. So produzierte er unter anderem mit Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre (2003) die Neuverfilmung des Horrorklassikers The Texas Chainsaw Massacre, 2005 die Neuverfilmung von Amityville Horror, sowie 2006 das Prequel Texas Chainsaw Massacre: The Beginning und das Remake The Hitcher. Des Weiteren produzierte er die Neuverfilmung des Horrorklassikers Nightmare on Elm Street (dt: Nightmare – Mörderische Träume) aus dem Jahr 1984 mit Robert Englund als Freddy Krueger; wobei im gleichnamigen Remake Jackie Earle Haley die Hauptrolle übernimmt. Weitere Projekte sind (2008) in Planung, darunter ein Remake von Alfred Hitchcocks Klassiker Die Vögel.

2007 übernahm Bay die Regie für den Actionfilm Transformers. Auch für dessen Fortsetzungen Transformers – Die Rache (2009), Transformers 3 (2011) sowie Transformers: Ära des Untergangs (2014) zeichnete er verantwortlich.

Für die Realverfilmung der Computerspielreihe Prince of Persia, die im Mai 2010 in die deutschen Kinos kam, war Bay ebenfalls vorgesehen. Dieser Posten wurde aber aus Zeitmangel von Mike Newell übernommen.[4][5]

Rezeption[Bearbeiten]

Besonders die frühen Bay-Filme stoßen bei Filmkritikern häufig auf Ablehnung, vor allem auch wegen Bays Ursprüngen als Regisseur von Werbeclips und Musikvideos. So würden sie die Handlung vernachlässigen, den Zuschauer vermehrt optischen und akustischen Reizen aussetzen und den Schwerpunkt zu sehr auf Action-Sequenzen setzen. Beispielhaft kann hier der Film The Rock aufgeführt werden. Das Lexikon des Internationalen Films bescheinigte dem Film „gleichförmige Materialschlachten“ und eine „berechnende Videoclip-Ästhetik,“[6] während Thomas Groh von der Filmzentrale „vulgärstmögliches Wissenschaftsbla“, eine „reißerische Geschichte“ und „zweidimensionale Figuren“ kritisiert.[7]

Jeanine Basinger ist Professorin für Filmstudien an der Wesleyan University, die Bay im Alter von 18 Jahren kennengelernt hatte. Sie schrieb ein Essay über Bay und dessen Film Armageddon, das die frühen Filme Bays (Pearl Harbour, Armageddon, The Rock) charakterisiert.

„Armageddon ist ein perfektes Beispiel dafür, wie Bay seine Geschichten mit der Devise ‚Keine Gefangenen‘ erzählt. Auf diese Weise zeigt er Vertrauen in sein Publikum, Dinge selbst zu schlussfolgern. Eine seiner Stärken ist ein Maximum an makellosen Darstellungen, welche die unumgängliche Pseudowissenschaft hinter den Filmen überblendet. Ja, da muss der Zuschauer viel verarbeiten. Ja, es wechselt schnell von Ort zu Ort, Person zu Person und Ereignis zu Ereignis. Aber es ist niemals verwirrend, niemals langweilig und nicht weniger als eine brillante Mischung von dem, was Filme tun sollen: Eine gute Geschichte erzählen, Figuren durch aktive Ereignisse beschreiben, eine emotionale Reaktion des Publikums hervorrufen und einfach und direkt unterhalten, ohne großartigen Anspruch.“

Jeanine Basinger[8]

Bay war für die Filme Armageddon und Pearl Harbor für die Goldene Himbeere als Schlechtester Regisseur nominiert und sah die Vorwürfe zunächst gelassen:

„Ich mache Filme für Jungs im Teenageralter. Oh je, was für ein Verbrechen.“

Michael Bay[2]

Filmografie[Bearbeiten]

Film-Regie[Bearbeiten]

Musikvideo-Regie[Bearbeiten]

Produzent[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Michael Bay – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Erik Hedegaard: Fast Cars, Hot Blondes, Big Budgets, Bigger Explosions. In: Rolling Stone, 29. Mai 2001, abgerufen am 30. Juli 2008
  2. a b c Michael Bay in der Internet Movie Database (englisch)
  3. Internetseite der Clio-Awards
  4. Mike Newell to Direct Prince of Persia? Rotten Tomatoes, 8. November 2007; abgerufen 30. Juli 2008
  5. Mike Newell Drops Early Prince of Persia Details! Rotten Tomatoes, 12. November 2007; abgerufen 30. Juli 2008
  6. The Rock – Fels der Entscheidung im Lexikon des Internationalen Films
  7. Thomas Groh: Filmkritik auf filmzentrale.com; abgerufen 30. Juli 2008
  8. Jeanine Basinger: Essay für die Criterion-Collection-DVD-Ausgabe von Armageddon: “It is true that Armageddon, a perfect example of Bay’s work, illustrates his ’take-no-prisoners‘ form of storytelling, in which he trusts an audience to figure things out. (One of its strengths is its minimum of dreadful exposition that over-explains the inevitable pseudoscience.) Yes, it gives audiences a lot to absorb. Yes, it cuts quickly from place to place, person to person, event to event. But it is never confusing, never boring, and never less than a brilliant mixture of what movies are supposed to do: tell a good story, depict characters through active events, invoke an emotional response, and entertain simply and directly, without pretense.”