John de Warenne, 6. Earl of Surrey

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Siegel Johns de Warenne, Earl of Surrey, aus dem Jahr 1301
Er führte das gleiche Wappen wie die Grafen von Vermandois, mit denen er über seine Urgroßmutter verwandt war.

John de Warenne (* um 1231; † 27. September 1304) war der sechste Earl of Surrey und ein bedeutender Heerführer der englischen Könige Heinrich III. und Eduard I. Bekannt geworden ist er wegen seiner Niederlage in der Schlacht von Stirling Bridge gegen die schottischen Truppen unter William Wallace.

Er war der Sohn von William de Warenne und Maud (oder Matilda) Marshal. Seine Mutter war die Tochter von William Marshal. John Warenne war noch ein Junge, als sein Vater starb und für den Rest seiner Minderjährigkeit war Peter von Savoyen Statthalter seiner Ländereien. 1247 heiratete er die Halbschwester von Heinrich III., Alice de Lusignan. Diese Ehe sorgte für Verstimmung unter dem Hochadel, da man die Heirat eines wohlhabenden englischen Adligen mit einer mittellosen Außenseiterin missbilligte. In den folgenden Jahren pflegte er seine Beziehungen mit dem englischen Königshaus. 1254 begleitete er den Kronprinzen und zukünftigen König Eduard I. zu dessen Hochzeit mit Eleonore von Kastilien.

Vor dem zweiten Krieg der Barone unterstützte Warenne zunächst den rebellierenden Simon V. de Montfort, wechselte dann aber 1263 auf die Seite des Königs. Nach der Schlacht von Lewes, die nahe seinem Schloss in Lewes ausgetragen wurde, floh er nach Frankreich, wo er etwa ein Jahr lang blieb. Er kehrte nach England zurück und war an der Schlacht von Evesham und der Belagerung von Kenilworth Castle beteiligt.

Auf dem Parlament in Northampton am 24. Juni 1268 nahm er zusammen mit dem Kronprinzen Eduard und weiteren Baronen das Kreuz. Er hielt seinen Eid aber offenbar nicht ein und beteiligte sich nicht am folgenden Kreuzzug des Prinzen Eduard.[1]

Warenne diente in Eduards Feldzügen nach Wales in den Jahren 1277 und von 1282 bis 1283. Er erhielt die walisischen Lordschaften von Bromfield und Yale. Einen großen Teil der folgenden Jahre verbrachte er in Schottland. Er war einer der Unterhändler beim Abkommen von Salisbury (1289) und beim Abkommen von Birgham (1290). Im Jahr 1296 begleitete er Eduard I. bei seinem Eroberungsfeldzug gegen Schottland. In die Schlacht bei Dunbar führte er das siegreiche englische Heer.

Am 22. August 1296 wurde er vom König zum „Wächter des Königreichs und Landes Schottland“ ernannt. Allerdings kehrte er einige Monate später nach England zurück und gab an, dass das schottische Klima schlecht für seine Gesundheit sei. Im darauf folgenden Frühling begann die Rebellion von William Wallace und mit viel Verspätung führte Warenne eine Armee nordwärts, wo sie am 11. September 1297 in der Schlacht von Stirling Bridge eine überraschende Niederlage erlitt.

Trotzdem blieb Warenne Heerführer des nächsten Feldzugs zu Beginn des Jahres 1298. Er begann mit der Belagerung von Roxburgh und eroberte das Schloss von Berwick-upon-Tweed zurück. Wenig später übernahm der König selbst die Heerführung und Warenne war einer der Kommandanten in der Schlacht von Falkirk.

Da sein Sohn und Erbe William de Warenne bereits 1286 bei einem Turnierunfall gestorben war, beerbte ihn bei seinem Tod 1304 dessen Sohn John de Warenne als 7. Earl of Surrey.

John de Warenne und Alice de Lusignan, die Tochter von Hugo X. von Lusignan, hatten drei Kinder:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Howard de Walden: Some feudal lords and their seals. De Walden Library, London 1904, S. 3 (hier online)

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
William de Warenne Earl of Surrey
1240–1304
John de Warenne
keine direkten Vorgänger Guardian of Scotland
1286–1292
Mitregenten:
Alexander Comyn (1286–89),
William Fraser,
Robert Wishart,
John II. Comyn,
James Stewart
Bryan FitzAlan