Kiel-Schönberger Eisenbahn

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Kiel–Schönberger Strand
Streckenverlauf
Streckenverlauf
Streckennummer (DB): 9107 (Kiel–Schönberg)
9108 (Schönberg–Schönberger Strand)
Streckenlänge: 24,1 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Höchstgeschwindigkeit: Gaarden–Oppendorf: 50 km/h
Kopfbahnhof – Streckenanfang
Kiel Hbf
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Lübeck
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
0,0 vom Kleinbahnhof (1911–1954)
   
0,7 Kiel-Gaarden (ab 1954)
   
0,8 nach Bad Segeberg (bis 1962)
   
2,5 Kiel-Schulzentrum Gaarden (geplant ab Herbst 2012)[1]
   
3,6 Kiel-Ellerbek
   
5,2 Kiel-Wellingdorf
Brücke über Wasserlauf (groß)
6,4 Schwentine 75 m
Haltepunkt, Haltestelle
6,8 Kiel-Oppendorf (ab 1955)
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
7,149 zum Ostuferhafen (ab 1908)
   
8,3 Schönkirchen
   
9,9 Landgraben
   
12,4 Trensahl
   
12,5 nach Laboe (bis 1945)
   
13,4 Hagen
Brücke über Wasserlauf (groß)
13,5 Hagener Au 5,5 m
Bahnhof, Station
14,1 Probsteierhagen
   
16,0 Passade
   
18,0 Fiefbergen
   
19,6 zum alten Bahnhof Schönberg
Bahnhof, Station
20,2 Schönberg Holst. (ab 1914)
Haltepunkt, Haltestelle
21,7 Stakendorf
Kopfbahnhof – Streckenende
24,1 Schönberger Strand
Kiel–Schönberger Strand (Stadtbahn, geplant)
   
von der Innenstadtstrecke aus Kiel
   
0,4 Gablenzstraße, Kiel
   
nach Preetz (S2A, S3A) und nach Hamburg (S2B)
   
0,7 Werftstraße, Kiel
   
1,2 Vinetaplatz, Kiel
   
1,6 Augustenstraße, Kiel
   
2,0 HDW, Kiel
   
2,7 Klosterstraße, Kiel
   
3,1 Klausdorfer Weg, Kiel
   
3,6 Ellerbeker Markt
   
3,9 Kieler Kuhle, Kiel
   
4,4
0,0
Seefischmarkt, Kiel
   
0,7
5,2
Anfang Bahnstrecke
   
5,2 Systemwechsel 600 V= / 15 kV~
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von der alten Strecke (s.o.)
Haltepunkt, Haltestelle
6,0 Wehdenweg, Kiel
Brücke über Wasserlauf (groß)
Schwentine
Haltepunkt, Haltestelle
6,8 Kiel-Oppendorf
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
zum Ostuferhafen
Haltepunkt, Haltestelle
8,4 Schönkirchen
Brücke über Wasserlauf (groß)
Hagener Au
Bahnhof, Station
14,0 Probsteierhagen
Haltepunkt, Haltestelle
16,0 Passade
Haltepunkt, Haltestelle
18,0 Fiefbergen
Bahnhof, Station
20,2 Schönberg (Holstein)
Kopfbahnhof – Streckenende
24,1 Schönberger Strand

Die Kiel-Schönberger Eisenbahn (KSE) – im Volksmund als Hein Schönberg bezeichnet – ist eine von Lenz & Co GmbH erbaute und 1897 in Betrieb gegangene Kleinbahn in Schleswig-Holstein. Sie verbindet die Landeshauptstadt Kiel mit dem Ostseebad Schönberger Strand. Ihre Länge beträgt heute rund 24 Kilometer.

Inhaltsverzeichnis

Streckenbeschreibung [Bearbeiten]

Bahnhof Kiel-Oppendorf - als Schrankenposten immer noch besetzt

Der Strecke verläuft von Kiel über die Stationen Gaarden Süd, Ellerbek, Wellingdorf, Oppendorf, Schönkirchen, Landgraben, Muxall, Trensahl, Hagen, Probsteierhagen, Passade, Fiefbergen und Schönberg (Holstein) nach Schönberger Strand. In den ersten Betriebsjahren endete die Bahn in Schönberg im alten Bahnhof, dessen Zufahrt bis März 2008 bei km 19,6 von der Strecke abzweigte. Die Verlängerung der Strecke um vier Kilometer von Schönberg zum Schönberger Strand ging am 18. Juni 1914 in Betrieb.

Die Schwentine wird zwischen Wellingdorf und Oppendorf mittels einer 12 Meter hohen und 75 Meter langen Brücke gequert. Weitere bedeutende Kunstbauten gibt es nicht an der Strecke.

Anschlussbahnen [Bearbeiten]

Am 22. Juli 1910 ging die 4,2 Kilometer lange Anschlussbahn Kiel-Oppendorf–Ostuferhafen zum Ostufer der Kieler Förde in Betrieb. Diese zweigt bei km 7,149 beim Haltepunkt Oppendorf ab und diente in früheren Zeiten der Belieferung der Howaldtswerke sowie des Marineöldepots in Mönkeberg. Nach der Schließung der Dietrichsdorfer Werftbetriebe versorgt die Anschlussbahn seit 1970 das Kohlekraftwerk und seit den 1980er Jahren den Ostufer-Containerhafen.

Eine zweite, mit rund fünf Kilometern etwas längere Anschlussbahn existierte vom Haltepunkt Trensahl bis zum Marineartilleriearsenal Laboe. Darüber hinaus wurden während des Zweiten Weltkrieges mehrere Flugabwehrstellungen in der Probstei mit der Bahn erschlossen. In Stakendorf und Fiefbergen waren dafür Gleisanschlüsse vorhanden. Die daraus resultierende militärische Wichtigkeit der Bahn führte zu größeren Zerstörungen, so dass der Betrieb 1945 zeitweise zum Erliegen kam.

Die KSE in der Nachkriegszeit [Bearbeiten]

Ab 1953 wurde der Dieselbetrieb mit von MaK beschafften Großraumdieseltriebwagen des Typs GDT, genannt Silberlachse, aufgenommen und ab 1954 wieder der Kieler Hauptbahnhof als Endstation angefahren. Zuvor endeten die Züge seit 1911 im gemeinsam mit der Kiel–Segeberger Eisenbahn genutzten Kleinbahnhof in Gaarden Süd.

1963 wurde die Bahn von Kleinbahn Kiel–Schönberg AG umbenannt in Kiel–Schönberger Eisenbahn KSE (KSE war bis 1961 die Abkürzung für die Kiel–Segeberger Kleinbahn) und 1966 in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt, an der die Deutsche Eisenbahn-Gesellschaft (DEG) keine Anteile mehr hielt. Der Betriebsführungsvertrag mit der DEG wurde noch einige Jahre fortgeführt. Kurz darauf wurde die Verwaltung und Betriebsleitung der KSE mit dem 1965 gegründeten Busunternehmen Verkehrsbetriebe Kreis Plön (VKP) zusammengelegt.

MaK GDT im März 1974 in Schönberger Strand

Der reguläre Personenverkehr mit den MaK-Triebwagen endete am 31. Mai 1975. Das danach noch verbliebene werktäglich verkehrende Zugpaar mit Diesellok V61 und Beiwagen 181 (ein zum Beiwagen umgebauter GDT der ehemaligen Kiel–Segeberger Kleinbahn) verkehrte noch bis zum 16. Januar 1981.

Danach wurde durch die VKP nur noch Güterverkehr zum Ostuferhafen durchgeführt und die Strecke Schönkirchen–Schönberg bis zum Jahre 2006 für Lokleerfahrten zum Depot in Schönberg genutzt. Mit Übernahme der Verkehrsleistungen zum Ostuferhafen durch die Seehafen Kiel (SK) trennte sich die VKP 2006 von ihrem letzten Eisenbahnfahrzeug, der V155 des Typs MaK G 1205 BB).

Nachdem es im Jahre 2007 Verhandlungen mit der VKP betreffend einer Übernahme oder Pachtung der Strecke durch den VVM von Schönberg bis Schönkirchen gegeben hatte, einigte man sich mit der LVS, dem Verkehrsministerium und der VKP die Betriebsführung zwischen Schönkirchen und Schönberg bis auf weiteres bei der VKP zu belassen. Im Winter 2007/2008 wurden umfangreiche Ausbesserungsarbeiten zwischen Landgraben und Passade durchgeführt um die Befahrbarkeit der Gleise für die nächsten Jahre zu sichern. Im Zuge dieser Arbeiten wurde im März 2008 die Zufahrt in den alten Bahnhof Schönberg abgebrochen.

Seit 2009 wird die Strecke von Kiel bis Schönberger Strand zusätzlich von der DB Regio von Juli bis September, an ausgewählten Wochenendtagen und Uhrzeiten, mit Triebwagen und teilweise mit beigestellten Wagen der Museumsbahn, angefahren.[2]

Verein Verkehrsamateure und Museumsbahn e. V. [Bearbeiten]

Auf dem Streckenabschnitt Schönberg–Schönberger Strand verkehren seit 1976 in den Sommermonaten Züge des Vereins Verkehrsamateure und Museumsbahn (VVM) als Museumseisenbahn. Zum Bestand gehören unter anderem die ehemaligen Wagen 1 und 15 der KSE. Am Endbahnhof Schönberger Strand wurde 1993 zusätzlich eine Museumsstraßenbahn errichtet. Der VVM ist heute der Eigentümer des Streckenabschnittes Schönberg–Schönberger Strand.

Zukunft der Strecke [Bearbeiten]

Die Landesverkehrsgesellschaft plant, die Strecke Kiel-Schönberger Strand im Rahmen des Projektes StadtRegionalBahn Kiel zu reaktivieren. Geplant ist ein kombinierter Bus-Bahn-Verkehr, um die kleineren Gemeinden mittels Zubringerverkehr zu den Bahnhöfen entlang der Magistrale Kiel-Schönberg anzubinden. Die Fahrtzeit würde sich mit 30 Minuten im Vergleich zum heutigen Omnibusverkehr halbieren.

Bereits im Herbst 2012 sollte das Teilstück zwischen Kiel Hbf. und Kiel-Gaarden reaktiviert werden, um den Schülerverkehr von der Innenstadt zum Regionalen Bildungszentrum Technik (RBZ), sowie weiteren Schulen, zu entlasten. Hierzu wird zukünftig von Montag bis Freitag täglich ein Zug am Morgen vom Hbf zum neuen Haltepunkt Kiel-Schulzentrum Gaarden am Bahnübergang an der Preetzer Str. verkehren.[3] Die für Oktober 2012 geplante Wiederaufnahme des regelmäßigen Personenverkehrs auf diesem Teilstück verzögert sich um mehrere Monate.[1]


Im Frühjahr 2013 gründete sich eine Bürgerinitiative gegen die Reaktivierung der Kiel-Schönberger-Eisenbahn. [4] Vor allem Bürger aus Probsteierhagen und weiteren kleineren Dörfern der Probstei sehen die Reaktivierung skeptisch, da sie eine schlechtere Anbindung sowie Verkehrslärm befürchten und eine höhere Unfallgefahr annehmen.


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Dabei blieb die Tatsache unberücksichtigt, dass neben dem Kommen der Bahn ein Bus-Bahn-Konzept vorgelegt werden soll: So soll einmal pro Stunde die Bahn und einmal pro Stunde der Bus (Linie 200) fahren, womit wieder ein sauberer Halbstundentakt (wie bisher mit Buslinien 200/201) gegeben ist: Die kleineren Ort bleiben also nach wie vor am Liniennetz der Busse angeschlossen.

Tatsächlich ist mit einer Abnahme von Lärm und Unfallgefahren zu rechnen, da moderne Dieseltriebwagen der DB im Vergleich zu Gelenkbussen geräuscharmer verkehren .

Literatur [Bearbeiten]

  • Harald Elsner: 100 Jahre Kiel-Schönberger Eisenbahn. Band 14 Schriftenreihe des VVM, 1997, ISBN 3-923999-14-3
  • Gerd Wolff: Deutsche Klein- und Privatbahnen, Band 12: Schleswig-Holstein 1 (östlicher Teil) EK-Verlag, Freiburg 2010, ISBN 978-3-88255-671-1 (vollständige Neubearbeitung)

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Kiel-Schönberger Eisenbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. a b NahverkehrHAMBURG, 31. August 2012, Teil-Reaktivierung von alter Bahnstrecke verzögert sich
  2. Strand-Express: Schönberg, abgerufen am 29. August 2010
  3. Neuer Haltepunkt: Kiel Schulzentrum Gaarden
  4. Kieler Nachrichten vom 3.3.2013