Laboe

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Laboe
Laboe
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Laboe hervorgehoben
54.40388888888910.22416666666714Koordinaten: 54° 24′ N, 10° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Plön
Amt: Probstei
Höhe: 14 m ü. NHN
Fläche: 5,23 km²
Einwohner: 4906 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 938 Einwohner je km²
Postleitzahl: 24235
Vorwahl: 04343
Kfz-Kennzeichen: PLÖ
Gemeindeschlüssel: 01 0 57 043
Adresse der Amtsverwaltung: Knüll 4
24217 Schönberg
Webpräsenz: www.laboe.de
Bürgermeister: Walter Riecken (SPD)
Lage der Gemeinde Laboe im Kreis Plön
Karte
Blick vom Marineehrenmal Richtung Süden auf Laboe und die Kieler Förde
Blick über die Außenförde von Schilksee aus in östliche Richtung nach Laboe. Ostsee: nach links Richtung Norden; Kieler Hafen: nach rechts Richtung Süden

Das Ostseebad Laboe [laˈbøː] ist eine Gemeinde in der Probstei im Kreis Plön in Schleswig-Holstein am Ostufer der Kieler Förde.

Geographie[Bearbeiten]

Laboe liegt ca. 19 km nördlich der Landeshauptstadt Kiel. Im zentral örtlichen System des Landes Schleswig-Holstein ist die Gemeinde am äußersten Ende der östlichen Siedlungsachse der Kieler Förde, eine der meistbefahrenen Wasserstraßen der Welt, gelegen. Etwas entfernt im Norden beginnt um die dänischen Inseln Langeland und Ærø die so genannte „Dänische Südsee“. Laboe liegt am Westufer der feld-, wald- und seenreichen Landschaft Probstei und gehört somit historisch zu Holstein.

Ortsteile[Bearbeiten]

Laboe hat mehrere Ortsteile, die jeweils ihren eigenen Charakter haben. Die wichtigsten sind das Ober- und das Unterdorf. So befinden sich im Unterdorf die Verwaltung, zahlreiche Geschäfte und der Schwerpunkt des Kur- und Tourismusbetriebes sowie die Häfen. Mit seinem Oberdorf hat Laboe sein altes dörfliches Zentrum bewahrt, das in seiner Grundstruktur als Anlage eines Runddorfes weitgehend unversehrt erhalten ist. Um ein ursprünglich als Anger ausgebildetes Zentrum gruppieren sich zur Mitte hin offene Hofanlagen. Dazwischen liegen noch eine ganze Reihe kleiner Katen und Nebengebäude. Die ursprünglich mit einer Baumreihe alleeartig betonte, sich ringförmig um das Zentrum legende Wegführung hat sich ebenfalls zum großen Teil erhalten. In der jüngsten Vergangenheit vollzog sich im Oberdorf eine wesentliche bauliche Entwicklung der Gemeinde mit der „Wulff’schen Koppel“. In Zukunft sollen im Südosten der Gemeinde mehrere Baugebiete in einer Größenordnung von etwa 600 Wohneinheiten, angrenzend an bereits vorhandene Siedlungen erschlossen werden.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Zu den angrenzenden Nachbargemeinden gehören Brodersdorf, Stein, Lutterbek, Wendtorf und Heikendorf. Südlich der Gemeindegrenze befindet sich das Bundeswehrmunitionsdepot Laboe. Der Nahbereich von Laboe umfasst etwa 10.000 Einwohner.

Geschichte[Bearbeiten]

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1226 kam das Gebiet zwischen dem Köhner Mühlbach im Osten und der Hagener Au im Westen sowie der angrenzende Wald in den Besitz des Klosters Preetz, daher der Name Probstei. Laboe wurde zwischen 1226 und seiner ersten urkundlichen Erwähnung 1240 als Rundangerdorf („Rundling“) angelegt: Um einen kreisförmigen Platz, den Dorfanger, waren die einzelnen Höfe gruppiert (das heutige Oberdorf).

Jedoch bestand vermutlich bereits vorher ein slawisches Fischerdorf namens „Lubodne“, zu deutsch Schwanenort. Der Name stammt aus dem Ostseeslawischen, da Laboe in Wagrien liegt, jenem Teil Holsteins, der vormals slawisch besiedelt war. Vgl. polnisch łabędź, („Schwan“); russisch лебедь / lebed' (dasselbe). Der Schwan ist auch das Wappentier Laboes. Abschleifender Sprachgebrauch machte aus „Lübod’n“ dann nach dieser Auffassung: Lübode, Lüboe, Laboe.

1643 kam es auf dem „Rütersoll“ – beim heutigen Friedhof – zu einer Schlacht zwischen den um die Vormachtstellung an der Ostsee kämpfenden Dänen und Schweden, Laboe wurde bei dem Gefecht fast vollständig niedergebrannt. Beim Mergelgraben wurden fünfzig in einem Massengrab liegende Skelette, Waffenteile und Münzen gefunden.

Von 1796 bis 1808 war der Lehrer und Entdecker der Kuhpockenimpfung Peter Plett an der Schule in Laboe tätig.

Eines der Wahrzeichen Laboes, die Mühle, dreht seit 1872 ihre Flügel. Der Müllermeister Merz hatte sie vom Flügelbauer Mai errichten lassen. 1904 brannte die Mühle ab, wurde 1906 neu erbaut, 1914 (aus strategischen Gründen) wiederum abgebrannt und 1923 von Müller W. Thiessen nochmals aufgebaut. Vor Jahren gewährten die Gemeindevertreter und der Kreisausschuss des Kreises Plön für Erhaltung der Mühle einen namhaften Zuschuss, um sie vor dem angedrohten Abbruch zu retten.

Seit 1875 trägt Laboe den Zusatz „Ostseebad“, um 1900 waren die alten ländlichen Strukturen des vorigen Jahrhunderts zwar noch vorhanden, aber die Wandlung des ländlichen Lebens im Umland der Großstadt Kiel war bereits deutlich voran geschritten.

Im Rahmen der Verwaltungsstrukturreform des Landes Schleswig-Holsteins trat die bis dahin amtsfreie Gemeinde Ostseebad Laboe zusammen mit den Gemeinden Schönberg (Holstein) und Stoltenberg mit Wirkung zum 1. Januar 2008 dem Amt Probstei bei, ein Teil der Amtsverwaltung befindet sich im Ort.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2013
Wahlbeteiligung: 51.8 %
 %
40
30
20
10
0
35,6
24,5
21,1
18,9
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
d Laboer Wählergemeinschaft
Sitzverteilung im Gemeinderat
    
Von 25 Sitzen entfallen auf:

Am 1. September 2004 wurde der Name der Gemeinde durch die Gemeindevertretung in „Ostseebad Laboe“ geändert. Im Laboer Rathaus befindet sich ein weiterer Verwaltungsstandort der Amtsverwaltung des Amtes Probstei.

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl 2013 haben die erstmals angetretenen Grünen neun, die CDU sechs (-1) und die SPD (+-0) ebenso wie die Wählergemeinschaft LWG (-2) fünf Sitze in der Gemeindevertretung.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau über silbernen Wellen im Schildfuß ein auffliegender, rot bewehrter silberner Schwan, links begleitet von einem gestürzten (d. h. mit den Haken nach oben gekehrten) goldenen Anker.“[2]

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Laboe ist ein Zentralort und stellt für die Bevölkerung ihres Verflechtungsbereichs die Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen des Grundbedarfs sicher.

Der Strand von Laboe im Winter (2007)

Häfen[Bearbeiten]

In Laboe gibt es zwei Yachthäfen mit über 700 Liegeplätzen, einen Fischerei- und Gewerbehafen mit einem Museumssteg. Neben den Hochseeangelfahrten gibt es die Möglichkeit, Segelschiffe zu chartern oder die verschiedenen Segelscheine in Segelschulen zu erwerben. Eine Surf- und Kiteschule komplettiert das Angebot. Vom Gewerbehafen aus starten im Sommer auch die Ausflugsschiffe ihre Fahrten in See.

Bereits im Jahre 1817 nutzten Fischer eine Landungsbrücke, die in nordwestliche Richtung in die Förde verlief. Im Laufe der Jahre wurde diese Landungsbrücke von den Fischern ausgebaut, um die wachsenden Anforderungen zu erfüllen. Durch Verlandung aufgrund von Stürmen und Sturmfluten konnten größere Boote und Kähne allerdings auch an diesem Anleger bald nicht mehr festmachen.

Im Jahr 1850 vereinigten sich deshalb die Schiffer, Fischer und Bootsführer, um einen Bootshafen bei Laboe zu bauen. Das Gelände hierfür wurde dem gegründeten Hafenverein vom Kloster Preetz pachtweise überlassen. Der Hafen wurde zu einem wichtigen Umschlagpunkt in der Kieler Förde, 1869 zählte der Hafenvorstand 3465 ein- und auslaufende Schiffe, fast der gesamte Umschlag der Region um Laboe lief über den Hafen. Die Probstei war lange Zeit die Kornkammer der ganzen Region. Per Schiff wurde Getreide vom Laboer Hafen bis in die skandinavischen Länder transportiert.

Bereits seit 1894 befindet sich im Hafen eine wichtige Station der DGzRS, auf der seit 1985 der Seenotrettungskreuzer Berlin sowie seit 1994 das Seenotrettungsboot Bottsand stationiert sind.

Auch für die Kriegsmarine hatte Laboe eine gewisse Bedeutung, da der Hafen den Umschlag von Material für die Küstenbefestigung ermöglichte. In den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkriegs suchten viele Schiffe aus dem Osten Zuflucht in den Häfen der westlichen Ostsee. Nach Kriegsende blieb ein Teil der Besatzungen und verstärkte Laboes kleine Fischereiflotte.

Zur Segelolympiade 1936 wurde der Hafen an der Südmole ausgebaut, um die vielen Fahrzeuge der Regattasegler aufnehmen zu können.

Der Laboer Hafen, wurde seit 1988 in jedem Jahr mit der blauen Umweltflagge für saubere Meere ausgezeichnet. Diese Auszeichnung, die von der Stiftung für Umwelterziehung vergeben wird und in der Bundesrepublik Deutschland durch die Deutsche Gesellschaft für Umwelterziehung verliehen wird, erhalten Hafenträger, die sich in besonderem Maße für den Umweltschutz und die Aufklärung verdient gemacht haben.

Verkehr[Bearbeiten]

Laboe wird von mehreren Buslinien erschlossen und mehrmals täglich von den Schiffen der Förderundfahrten aus Kiel angelaufen, die die direkte Verbindung von Kiel nach Laboe darstellen. Laboe ist von Kiel aus direkt durch die neu geschaffene B 502 überregional erschlossen.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über folgendes Angebot an Bildungseinrichtungen:

  • Grundschule Laboe
  • Offene Ganztagsschule
  • Kindergärten
  • Volkshochschule
  • Gemeindebücherei
  • Jugendzentrum
  • Kulturzentrum

Sport[Bearbeiten]

Es gibt folgende Sportvereine in Laboe:

  • Laboer Regatta-Verein e. V. von 1910
  • Laboer Tennisclub „Blau-Weiß“ von 1970 e. V.
  • Radfahrverein „Wanderlust“ Laboe von 1903
  • Reiterverein Laboe e. V.
  • Turnverein Laboe von 1900 e. V.
  • Verein für Rasensport von 1926 e. V.(VfR Laboe)
  • Yachtclub Laboe e. V.
  • Ole Schippn Laboe e. V.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

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Laboer Dorschtage (Anfang April)[3], Maifeuer, Pfingstfest, Laboer Hafengeburtstag (Anfang Juli), Tag der Seenotrettung, Laboer Weinfest (Juli), SHFV Beachsoccer Ostsee Cup, Sommerfest der Freiwilligen Feuerwehr, Piratentag (Juli), German Classics (August)[4]

Das Laboer Lachmöwen-Theater spielt in Niederdeutscher Sprache jährlich ein Winterstück (Ende Januar bis Ende März) und ein Sommerstück (Ende Juli bis Ende Oktober).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Turm des Marineehrenmals, Juni 2004

In der Liste der Kulturdenkmale in Laboe stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Das Marine-Ehrenmal erinnert an die gefallenen Seeleute beider Weltkriege. Am 8. August 1927 fand die Grundsteinlegung des 72 m hohen Turms durch Admiral Reinhard Scheer statt. Der Bau des Ehrenmals geht auf einen Beschluss des Delegiertentages des Deutschen Marinebundes vom 6. Juli 1925 zurück. Die Grundidee zum Bau des Marine-Ehrenmals ging von Wilhelm Lammertz (Kaiserliche Marine) aus. Der Entwurf des Architekten Gustav August Munzer aus Düsseldorf wurde zur Ausführung bestimmt.

Auf 5,7 Hektar Gesamtfläche gehören zu der Anlage neben dem Turm eine unterirdische Gedenkhalle, die „Historische Halle“ mit zahlreichen Schiffsmodellen und anderen marine- und schifffahrtsgeschichtlichen Exponaten sowie eine 7000 m² große, mit Wesersandstein belegte Freifläche. Etwa 700.000 Reichsmark – überwiegend aus Spenden von Mitgliedern der Marinevereine und der Marineoffiziervereinigung stammend – waren in den expressionistischen Bau geflossen.

Die Deutsche Marine (Bundesmarine) gedenkt an diesem Ort in einem jährlichen Festakt der gefallenen Seesoldaten aller an den Weltkriegen beteiligter Nationen. Ebenso treten die Mannschaften aller in Sichtweite vorbeifahrender deutscher Kriegsschiffe als Zeichen des Gedenkens geschlossen an Deck an und erweisen dem Denkmal ihre Ehrenbezeugung.

Ebenfalls kann in Laboe ein Propeller des Schweren Kreuzers Prinz Eugen besichtigt werden.

Das am Ehrenmal ausgestellte U-Boot U 995 gehört zum Typ VII C und ist 1943 bei Blohm & Voss in Hamburg erbaut worden. 1952 stellte die norwegische Marine das Boot, das vorher an Großbritannien ausgeliefert worden war, unter dem Namen Kaura in Dienst. 1965 wurde das Boot der Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben, in den Zustand zu Kriegszeiten zurückversetzt und als technisches Museum am 13. März 1972 vor dem Marine-Ehrenmal eröffnet. Eigentümer ist der Deutsche Marinebund. U 995 ist das letzte erhaltene Boot des Typs VII C.

Naturschutz/Erholung[Bearbeiten]

Naturerlebnisraum Dünenlandschaft Laboe

Die acht Hektar große Dünenlandschaft Laboe ist der mittlerweile 42. Naturerlebnisraum in Schleswig Holstein und ermöglicht es, die Natur zu schützen, gleichzeitig aber auch für Touristen und Ausflügler erlebbar zu machen. Sie ist ein weiterer Baustein für die „Erlebnistour Ostseeküste“, die von den Ostseeküstengemeinden von Kiel bis Hohwacht im Rahmen eines integrierten Küstenzonenmanagements erarbeitet wurde.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Wilhelm Sprott (* 18. August 1883 im Gutsbezirk Cunrau, Salzwedel; † 1. Februar 1953 in Laboe) Bürgervorsteher, Ehrenbürger und Namensgeber einer Straße
  • Bettina Hagedorn (* 1955 in Laboe; gebürtig Bettina Siebmann), deutsche Politikerin (SPD)
  • Robert Schmidt-Hamburg (* 5. April 1885 in Berlin; † 15. April 1963 in Laboe), Marinemaler
  • Karl Otto Schmidt (* 26. Januar 1904 in Laboe; † 21. Dezember 1977 in Reutlingen), Esoteriker und Buchautor

Wissenswertes[Bearbeiten]

Die deutsche Marine benannte im Jahr 2000 eines der Minenjagdboote des 3. Minensuchgeschwaders nach dem Ort Laboe.

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Laboe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Laboe – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012 (XLS-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  3. Laboer Dorschtage
  4. Veranstaltungen in Laboe