Schönberg (Holstein)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schönberg (Holstein)
Schönberg (Holstein)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schönberg (Holstein) hervorgehoben
54.39555555555610.37194444444411Koordinaten: 54° 24′ N, 10° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Plön
Amt: Probstei
Höhe: 11 m ü. NHN
Fläche: 11,64 km²
Einwohner: 6042 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 519 Einwohner je km²
Postleitzahl: 24217
Vorwahl: 04344
Kfz-Kennzeichen: PLÖ
Gemeindeschlüssel: 01 0 57 073
Adresse der Amtsverwaltung: Knüll 4
24217 Schönberg
Webpräsenz: www.schoenberg.de
Bürgermeister: Dirk Osbahr (parteilos)
Lage der Gemeinde Schönberg (Holstein) im Kreis Plön
Karte

Schönberg (Holstein) ist eine Gemeinde im Kreis Plön in Schleswig-Holstein. Sie liegt ca. 20 km nordöstlich der Landeshauptstadt Kiel. Die bisher amtsfreie Gemeinde ist zum 1. Januar 2008 dem Amt Probstei beigetreten, das seinen Sitz bereits in Schönberg hatte.

Geographie und Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde Schönberg liegt an der Ostsee, etwa 20 Kilometer nordöstlich der Landeshauptstadt Kiel und rund 30 Kilometer nördlich der Kreisstadt Plön. Neben dem Kernort Schönberg, etwa drei Kilometer von der Küste entfernt, liegen die Ortsteile Neuschönberg, Schönberger Strand, Brasilien, Kalifornien und Holm im Gemeindegebiet. Die Namen „Brasilien“ und „Kalifornien“ gehen dabei auf traditionelle Strandbezeichnungen zurück, der Name „Kalifornien“ entstand aufgrund der an den Strand gespülten Teile eines Schiffes mit dem Namen „California“. Von 1914 bis 1975 war Schönberg Bahnstation der Kiel-Schönberger Eisenbahn. Für 2016 ist die Reaktivierung der Strecke geplant.

Geschichte[Bearbeiten]

Schönberg um 1895

1226 schenkte der Landesherr Graf Adolf IV. den nördlichen Teil des heutigen Kreises Plön dem Benediktinerinnenkloster in Preetz. Dieses Gebiet wurde kurzerhand Probstei genannt, da es unter der Administration des Klosterprobstes stand. Von 1245 bis 1250 gründete der Klostervorsteher des Klosters Preetz, Probst Friedrich, den Ort Sconeberg, was „schöner Berg“ bedeuten soll. Zuvor gab es dort wahrscheinlich slawische Siedler. Ein Großteil der Dorfbewohner war in der Landwirtschaft tätig. Charakteristisch für die Probsteier Bauern war hingegen, dass diese frei und nicht leibeigen waren; sie mussten lediglich Abgaben an das Kloster leisten.

Zum Schutze des Ortes wurde dieser mit einem Reisigzaun nach außen hin gesichert; es gab zwei Eingänge: Im Süden das „Höhndorfer Tor“ in Richtung Preetz und im Osten das „Stakendorfer Tor“ in Richtung Feldmark.

Der erste sakrale Bau des Ortes war eine Sankt-Georgs-Kapelle (erbaut 1220), westlich von Fernwisch gelegen. Die Kapelle wurde jedoch aufgrund eines Sturmhochwassers zerstört. Der Taufstein der Kapelle befindet sich heute im Turmraum der evangelischen Kirche.

Im Jahre 1600 lag die Einwohnerzahl bei 350 bis 400.

Am 10. Februar 1625 wütete ein Sturmhochwasser über die Probstei. Dies war verheerend für die Bevölkerung, da es noch keine Deiche am Strand gab.

In der Nacht vom 2. zum 3. August 1779 brannte ein Großteil des Dorfes nieder, ebenso die lutherische Kirche (wahrscheinlich eine Holzkirche). Der Wiederaufbau konnte dank großzügiger Spenden der Barsbeker Bauern relativ rasch vonstattengehen, sodass die noch heute stehende barocke Kirche am 22. September 1782 eingeweiht werden konnte. Leitender Architekt war der Landbaumeister im Kielschen Lande, Johann Adam Richter, ein Schüler Ernst Georg Sonnins. Die Schönberger Kirche gilt als sein Gesellen-, die Kirche in Kappeln als sein Meisterstück. Auffallend ist die Ähnlichkeit der beiden Kirchen, unter anderem an der ähnlichen Fassade zu erkennen. Aus Dank an die Unterstützung der Barsbeker Bauern wurde anstelle eines Wetterhahnes ein Barsch (als Zeichen Barsbeks) auf die Kirchturmspitze gesetzt.

Das Ostseesturmhochwasser 1872 richtete erhebliche Schäden an, sodass von 1880 bis 1882 ein fester Deich installiert wurde.

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Von den 19 Sitzen in der Gemeindevertretung stellt die SPD seit der Kommunalwahl 2013 sieben Sitze, die CDU ebenfalls sieben und die Wählergemeinschaft EIS fünf Sitze.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Von Blau und Silber im Wellenschnitt geteilt. Oben ein frontal gestellter silberner Ochsenkopf zwischen zwei goldenen Ähren, unten eine wachsende rote Kirchturmspitze mit kugelförmigem Knauf, in ihrem oberen Teil überdeckt mit einem roten Barsch.“[2]

Partnerschaften[Bearbeiten]

Ferner besteht eine Patenschaft mit der Gemeinde Trappen (Ostpreußen, heute Landgemeinde Alexejewka in der russischen Exklave Oblast Kaliningrad).

Religion[Bearbeiten]

In Schönberg gibt es die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde mit über 6000 Gemeindegliedern, sowie die katholische Ansgar-Gemeinde, eine neuapostolische Kirche und die freikirchliche Christliche Gemeinde Schönberg. Zwischen der evangelischen und der katholischen Gemeinde besteht eine gute ökumenische Zusammenarbeit.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Im gemeinsamen Schulzentrum gibt es folgende Schularten:

Ferner existiert eine Volkshochschule.

Sehenswertes[Bearbeiten]

Sehenswert sind die Museumsbahn, die in den Sommermonaten Kiel über Schönberg mit Schönberger Strand verbindet, das Probstei-Museum, die Seebrücke und das Kindheits-Museum Schönberg sowie die 1782 erbaute Backsteinkirche.

Sport[Bearbeiten]

Es gibt folgende Sportvereine in Schönberg:

  • TanzSportClub Ostseebad Schönberg von 1984
  • Tennisclub Probstei
  • TSV Schönberg von 1863

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Mit rund 423.000 Übernachtungen und ca. 71.000 Urlaubsgästen pro Jahr ist das Ostseebad Schönberg die bedeutendste Tourismusgemeinde im Kreis Plön. [3]

Im Jahre 1887 wurde der Eisenbahnbetrieb auf der Strecke Kiel – Schönberg durch die Kiel-Schönberger Eisenbahn (KSE) in Betrieb genommen. 1914 wurde die Strecke aufgrund der hohen Nachfrage und für eine bessere Anbindung an den Bäderbetrieb von Schönberg bis Schönberger Strand verlängert. Im Zweiten Weltkrieg diente die Strecke militärischen Zwecken, etwa einer eventuellen Nachschubversorgung, unter anderem am Haltepunkt Stakendorf für die dort gelegenen Bunkeranlagen. Der reguläre Personenverkehr wurde am 31. Mai 1975 eingestellt, seitdem verkehren Busse der Verkehrsbetriebe Kreis Plön (VKP) der Linien 200/201 und 210 auf der Strecke in die Landeshauptstadt. Die Bahnstrecke Kiel – Schönberg wird nur noch für Güterverkehr benutzt, zwischen Schönberg und Schönberger Strand verkehren in den Sommermonaten Museumszüge des VVM. Ab dem Fahrplanwechsel 2014 wird die Landesverkehrsgesellschaft Regionalbahnzüge auf der Relation Kiel - Schönberg - Schönberger Strand bestellen, die den bisherigen Busverkehr ergänzen sollen. Die Fahrtzeit wird im Vergleich zum Omnibus um 50 Prozent reduziert.

Weitere Busanbindungen bestehen nach Laboe, Lütjenburg, Preetz und Plön.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Der Lübecker Arzt und Kommunalpolitiker Jacob August Schetelig (1764–1833), der zu den Gründern der See-Badeanstalt Travemünde zählte, wurde in Schönberg als Sohn des damaligen Pastors geboren.

Der Schriftsteller Konrad Hansen (1933–2012) verbrachte seine Jugend in Schönberg, wo er 1953 eine Gruppe der Christlichen Pfadfinderschaft Deutschlands gründete.

Bilder[Bearbeiten]

Seebrücke am Schönberger Strand

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schönberg (Holstein) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2013 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  3. http://www.schoenberg.de/ihr-schoenberg.html