Kabinett Schmidt II
Unter dem Begriff Kabinett Schmidt II versteht man die erste, in der 8. Wahlperiode, von Bundeskanzler Helmut Schmidt geführte Bundesregierung, die vom 16. Dezember 1976 bis zum 4. November 1980 amtierte.
| Amt | Name | Partei | Parl. Staatssekretär bzw. Staatsminister |
Partei |
|---|---|---|---|---|
| Bundeskanzler | Helmut Schmidt (* 1918) |
SPD | Hans-Jürgen Wischnewski bis 10. Dezember 1979 Gunter Huonker ab 10. Dezember 1979 |
SPD |
| Stellvertreter des Bundeskanzlers | Hans-Dietrich Genscher (* 1927) |
FDP | – | – |
| Auswärtiges | Hans-Dietrich Genscher | FDP | Klaus von Dohnanyi Hildegard Hamm-Brücher |
SPD FDP |
| Inneres | Werner Maihofer (1918–2009) bis 8. Juni 1978 Gerhart Rudolf Baum (* 1932) |
FDP | Gerhart Rudolf Baum bis 8. Juni 1978 Andreas von Schoeler |
FDP |
| Justiz | Hans-Jochen Vogel (* 1926) |
SPD | Hans de With | SPD |
| Finanzen | Hans Apel (1932–2011) bis 16. Februar 1978 Hans Matthöfer (1925–2009) |
SPD | Karl Haehser Rainer Offergeld bis 16. Februar 1978 Rolf Böhme ab 16. Februar 1978 |
SPD |
| Wirtschaft | Hans Friderichs (* 1931) bis 7. Oktober 1977 Otto Graf Lambsdorff (1926–2009) |
FDP | Martin Grüner | FDP |
| Ernährung, Landwirtschaft und Forsten | Josef Ertl (1925–2000) |
FDP | Georg Gallus | FDP |
| Arbeit und Sozialordnung | Herbert Ehrenberg (* 1926) |
SPD | Hermann Buschfort | SPD |
| Verteidigung | Georg Leber (1920-2012) bis 16. Februar 1978 Hans Apel |
SPD | Andreas von Bülow | SPD |
| Jugend, Familie und Gesundheit | Antje Huber (* 1924) |
SPD | Fred Zander | SPD |
| Verkehr und Post- und Fernmeldewesen | Kurt Gscheidle (1924–2003) |
SPD | Ernst Haar bis 29. März 1979 Erhard Mahne ab 29. März 1979 Lothar Wrede |
SPD |
| Raumordnung, Bauwesen und Städtebau | Karl Ravens (* 1927) bis 16. Februar 1978 Dieter Haack (* 1934) |
SPD | Dieter Haack bis 16. Februar 1978 Dietrich Sperling ab 16. Februar 1978 |
SPD |
| Innerdeutsche Beziehungen | Egon Franke (1913–1995) |
SPD | Egon Höhmann verstorben am 19. Januar 1979 Heinz Kreutzmann ab 7. Februar 1979 |
|
| Forschung und Technologie | Hans Matthöfer bis 16. Februar 1978 Volker Hauff (* 1940) |
SPD | Volker Hauff bis 16. Februar 1978 Erwin Stahl ab 16. Februar 1978 |
SPD |
| Bildung und Wissenschaft | Helmut Rohde (* 1925) bis 16. Februar 1978 Jürgen Schmude (* 1936) |
SPD | Peter Glotz bis 16. Mai 1977 Björn Engholm ab 18. Mai 1977 |
SPD |
| Wirtschaftliche Zusammenarbeit | Marie Schlei (1919–1983) bis 16. Februar 1978 Rainer Offergeld (* 1937) |
SPD | Alwin Brück | SPD |
Veränderungen [Bearbeiten]
Am 16. Mai 1977 schied der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Bildung und Wissenschaft, Peter Glotz, aus der Bundesregierung aus und wechselte als Senator für Wissenschaft und Forschung nach Berlin. Zu seinem Nachfolger wurde am 18. Mai 1977 Björn Engholm berufen.
Am 8. September 1977 teilte Bundeswirtschaftsminister Hans Friderichs überraschend mit, dass er im Oktober 1977 in den Vorstand der Dresdner Bank eintreten werde.[1] Zu seinem Nachfolger wurde am 7. Oktober 1977 der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Otto Graf Lambsdorff, ernannt.
Am 4. Februar 1978 gab Regierungssprecher Klaus Bölling die lange erwartete[2] Kabinettsumbildung bekannt, von der allerdings nur die von SPD-Mitgliedern geführten Bundesministerien betroffen waren.[3] Wirksam wurde diese Kabinettsumbildung mit der Vereidigung der Bundesminister am 16. Februar 1978. Dabei schieden Bundesbildungsminister Helmut Rohde, der durch Affären als geschwächt geltende Verteidigungsminister Georg Leber, Bundesbauminister Karl Ravens, der als SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl 1978 nach Niedersachsen ging und die während ihrer gesamten Amtszeit von beständiger Kritik begleitete Entwicklungshilfeministerin Marie Schlei endgültig aus der Bundesregierung aus.
Das Bundesfinanzministerium übernahm der bisherige Bundesminister für Forschung und Technologie, Hans Matthöfer; der bisherige Finanzminister Hans Apel wechselte in das Bundesministerium der Verteidigung. Die Leitung des Bundesministeriums für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau wurde vom bisherigen Parlamentarischen Staatssekretär Dieter Haack übernommen. Neuer Bundesminister für Forschung und Technologie wurde der bisherige Parlamentarische Staatssekretär Volker Hauff und der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen, Rainer Offergeld, wurde zum Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit ernannt. Neu ins Kabinett kam der Vorsitzende des Arbeitskreises für Außen- und Sicherheitspolitik der SPD-Bundestagsfraktion, Jürgen Schmude, als Bundesminister für Bildung und Wissenschaft.
Zu neuen Parlamentarischen Staatssekretären wurden Rolf Böhme beim Bundesminister der Finanzen, Dietrich Sperling beim Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau und Erwin Stahl beim Bundesminister für Forschung und Technologie ernannt.
Nachdem er u.a. durch die sog. Lauschaffäre Traube immer mehr an Rückhalt verloren hatte,[4] trat Bundesinnenminister Werner Maihofer am 6. Juni 1978 von seinem Amt zurück. Zu seinem Nachfolger wurde am 8. Juni 1978 der bisherige Parlamentarische Staatssekretär Gerhart Rudolf Baum ernannt.
Am 19. Januar 1979 verstarb der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für innerdeutsche Beziehungen Egon Höhmann. Sein Nachfolger wurde am 7. Februar 1979 Heinz Kreutzmann.
Der zum Vorsitzenden der Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschlands gewählte Ernst Haar schied am 29. März 1979 aus der Regierung aus. Sein Nachfolger als Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und Post- und Fernmeldewesen wurde am selben Tage Erhard Mahne.
Als Nachfolger für Hans-Jürgen Wischnewski, der zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD gewählt worden war, wurde am 10. Dezember 1979 entsprechend der schon länger bekannten Planung[5] Gunter Huonker zum Staatsminister beim Bundeskanzler ernannt.
Siehe auch [Bearbeiten]
Liste der deutschen Bundesregierungen – Liste der deutschen Bundesminister
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Hör auf. In: Der Spiegel. Nr. 38, 1977, S. 34–35 (12. September 1977, online).
- ↑ Kabinett: „Das allerletzte Aufgebot“. In: Der Spiegel. Nr. 23, 1977, S. 21-23 (30. Mai 1977, online).
- ↑ Kabinett Schmidt: Der Notfall war da. In: Der Spiegel. Nr. 6, 1978, S. 17–24 (6. Februar 1978, online).
- ↑ Maihofer: Abgang gesucht. In: Der Spiegel. Nr. 23, 1978, S. 21–25 (5. Juni 1978, online).
- ↑ Der Kanzler holt die Linken. In: Der Spiegel. Nr. 37, 1979, S. 19–21 (10. September 1979, online).
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