Knut Hoffmeister

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Knut Hoffmeister (* 28. Februar 1956 in Peine) ist ein deutscher Experimentalfilmer.

Leben[Bearbeiten]

Hoffmeister machte 1976 das Abitur an der Walther Rathenau-Schule in Berlin-Grunewald. Nachdem seine Bewerbung an der dffb abgelehnt wurde,[1] arbeitete er von 1977 bis 1980 als Taxifahrer. Seit 1977 war er außerdem Assistent von Martin Kippenberger[2], der sein Büro im gerade eröffneten SO36 in Kreuzberg hatte. Auf einer längeren USA-Reise entstanden 1978 erste Fotos, die er danach auf einer gemeinsamen Diashow mit Kippenberger, Rainer Fetting und Helmut Middendorf im SO36 vorstellte. 1979 entstand Hoffmeisters erster Super-8-Film Berlin/Alamo, den Hoffmeister aus seinem Taxi heraus drehte.[3] Auch Kippenberger ist als Barkeeper zu sehen.[4]

Bald gehörte Hoffmeister mit Künstlern wie Christoph Doering, Yana Yo, Jürgen Baldiga und padeluun zur entstehenden Berliner Undergroundszene. Mit Doering betrieb Hoffmeister die Galerie av-geschoss in der Crellestraße.[5] In Geile Tiere im Dschungel filmte er 1980 Salomé als Barkeeper in der Diskothek Dschungel in Charlottenburg.[6] Sein gleichfalls 1980 entstandener Kurzfilm Deutschland! lief 1982 als erster Super8-Film auf dem Kurzfilmfestival in Oberhausen.[7]

Ebenfalls 1982 gründete Hoffmeister mit Ralf Buron, Sascha von Oertzen, Christoph Doering, Gasi Twist, Yana Yo und anderen die Band Notorische Reflexe. Die bis 1986 bestehende Gruppe experimentierte mit musikalischen und multimedialen Performances. Im November 1982 traten die Notorischen Reflexe auf dem von Dimitri Hegemann organisierten ersten Berlin Atonal Festival auf, auf dem auch andere Bands der West-Berliner Szene (wie die Einstürzenden Neubauten, Die Tödliche Doris, Die Haut und Malaria!) zu sehen waren. Auch auf dem 1983 erschienenen Live-Mitschnitt des Festivals Berlin Atonal war die Band vertreten. Im selben Jahr erschien ihre Single Breschnew Rap, 1986 das einzige Album Notorische Reflexe. Mit dem (auf dem Album enthaltenen) Titel Metalltanz II hatte die Band 1985 einen Auftritt im Ärzte-Spielfilm Richy Guitar. Ein Experimentalvideo der Band (Video Fragment 83 – Notorische Reflexe) lief 1984 im Forum der Berlinale.[8]

1984 drehte Hoffmeister in Venedig den Kurzfilm Venise mit Luciano Castelli als Produzenten und Darsteller.[9] In den Jahren 1984/85 entstand mit Der Goldene Oktober Hoffmeisters erster Spielfilm; er wurde von der Berlinale abgelehnt, aber in der ZDF-Reihe Das kleine Fernsehspiel gezeigt.[10] Als Darsteller wirkten unter anderem Trini Trimpop (von den Toten Hosen), Blixa Bargeld (von den Einstürzenden Neubauten), F. J. Krüger (von Ideal), Zazie de Paris und der wahre Heino mit. 1986 entstanden weitere Kurzfilme in legendären West-Berliner Bars und Diskotheken wie dem Café Mitropa[11] und dem Dschungel.[12]

1990/91 entstanden die Madhouse-Fernsehdokumentationen (mit Jingo de Lunch, EastBam, Rausch und Zazie de Paris) für 3sat und ZDF. Außerdem drehte er zu dieser Zeit Dokumentarfilme in Thailand, Vietnam und Brasilien. Der Kurzfilm Berlin – Some Days In July[13] über die Verhüllung des Reichstags durch Christo und Jeanne-Claude lief im Panorama-Programm der Berlinale 1996.[14]

Seit 1998 betätigt sich Hoffmeister vor allem als Webentwickler und betreibt Plattformen wie den Global Hangover Guide[15] und SEHRGUT[16]. Seit 2007 publiziert Hoffmeister seine Filme im Youtube-Channel notref[17].

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1979: Berlin/Alamo (8:50 min)
  • 1980: Geile Tiere im Dschungel (4 min)
  • 1980: Deutschland! (21:08 min)
  • 1983: Breshnev Rap (4 min)
  • 1985: Der Goldene Oktober (70 min)
  • 1988: Berlin Diary '88 (5 min)
  • 1991: Madhouse I (27 min)
  • 1991: Madhouse II (27 min)
  • 1992: Berlin Diary EXP (45 min)
  • 1992: G-BORS (9 min)
  • 1995: Some Days in July (4 min)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. schmidtproductions.de
  2. schmidtproductions.de (PDF; 109 kB)
  3. rflxe.org oder punk2004.de (PDF; 44 kB)
  4. kippenberger.sehrgut.de
  5. fdk-berlin.de
  6. kippenberger.sehrgut.de
  7. fh-wuerzburg.de
  8. berlinale.de
  9. lucianocastelli.com
  10. zeit.de
  11. hoffmeister.tv
  12. welt.de oder hoffmeister.tv
  13. kippenberger.sehrgut.de
  14. berlinale.de
  15. hangoverguide.com
  16. sehrgut.de
  17. youtube.com

Weblinks[Bearbeiten]