Kokosöl

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Kokosöl (Kokosfett)
Kokosfett
Rohstoffpflanze(n)

Kokospalme (Cocos nucifera)

Farbe

weiß

Inhaltsstoffe
Palmitinsäure 8–10 %[1]
Laurinsäure 45–53 %[1]
Myristinsäure 17–21 %
Weitere Fettsäuren 5–10 % Ölsäure, 5–10 % Capryls., 5–8 % Caprins., 2–4 % Stearins., 1–3 % Linols.[1]
Eigenschaften
Dichte 0,87 kg/dm3[2]
Viskosität 21,7 63,5 mm2/s (bei 50 °C)[2]
Schmelzpunkt 18–23 °C[1]
Rauchpunkt 194 °C[3]
Flammpunkt 288–°C[3]
Iodzahl 7–10 [2]
Brennwert 35,3 MJ/kg[2]
Herstellung und Verbrauch
Wichtigste Produktionsländer Philippinen, Indonesien[4]
Verbrauch weltweit 3,3 Mio. t (2005/06)[4]
Verwendung Lebensmittel, Bioenergie, Industrie

Kokosöl oder Kokosnussöl, auch Kokosfett genannt, ist ein bei Raumtemperatur festes, weißes bis weißlich-gelbes Pflanzenöl, das aus Kopra, dem Nährgewebe der Kokosnuss (Frucht der Kokospalme), gewonnen wird. Es zeichnet sich durch einen sehr hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren aus. Kokosöl wird in der Küche vor allem zum Backen, Braten und Frittieren verwendet, daneben in der Süßwarenindustrie, für pharmazeutische und kosmetische Zwecke sowie als Ausgangsstoff für die Oleochemie.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Kokosnussöl hat eine weiße bis gelbliche Färbung. Es riecht mild, wachsartig und frisch mit einer leichten Kokosnote. Obwohl dieses Öl wegen seines hohen Anteils an gesättigten Fettsäuren recht lagerstabil ist, riecht Kokosöl häufig leicht ranzig. Kokosöl ist ein bei Raumtemperatur festes Pflanzenöl, dessen Schmelzbereich bei etwa 20 bis 25 °C, dessen Rauchpunkt bei ca. 194 °C und dessen Flammpunkt um 288 °C liegt.

Da Kokosöl beim Schmelzen erhebliche Schmelzwärme aufnimmt, erzeugt es im Mund einen deutlichen Kühleffekt - dies nutzt unter anderem die Süßwarenindustrie bei der Herstellung von Eiskonfekt. Dass der Schmelzpunkt unter der Körpertemperatur liegt, ist somit nicht, wie häufig beschrieben, der Grund für den Kühleffekt, allerdings eine notwendige Voraussetzung.

Allgemeine chemische Struktur von pflanzlichen Ölen, wie Kokosöl. Darin sind R1, R2 und R3 weit überwiegend langkettige Alkylreste oder (seltener) Alkenylreste mit einer meist ungeraden Anzahl von Kohlenstoffatomen. Kokosöl ist – wie andere Pflanzenöle – ein Gemisch von Triestern des Glycerins.

Zusammensetzung[Bearbeiten]

Kokosöl besteht hauptsächlich aus Triglyceriden, die gesättigte Fettsäure-Reste enthalten, die sich von Capryl-, Laurin-, Caprin-, Palmitin-, Stearin- und Myristinsäure ableiten. Des Weiteren enthalten die Triglyceride als Fettsäure-Rest den einfach ungesättigten Ölsäure-Rest sowie Spuren von Magnesium, Calcium, Kalium, Natrium, Kupfer, Eisen, Phosphor, Aminosäuren, Vitamin E und Lactone.[5] Wird das Öl jedoch raffiniert, so verschwindet das Vitamin E.

Geschichte[Bearbeiten]

Obwohl Kokospalmen im malaiischen Archipel bereits seit 3000 bis 4000 Jahren kultiviert werden, erlangten sie erst im 19. Jahrhundert größere wirtschaftliche Bedeutung mit der Anlage von Plantagen auf Ceylon durch Holländer. Heute erstreckt sich die Kultivierung von Kokospalmen weltweit auf die tropischen Zonen im Küstenbereich und an Flussufern. Ein großer Teil der Früchte wird vor Ort verbraucht, zu den wichtigsten Anbauländern zählen Indonesien, die Philippinen und Indien. Die Nutzung von Kopra hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark erhöht, die Kokosnussproduktion hat sich seit 1980 verdoppelt.

Heute deckt die Kokospalme acht Prozent des Bedarfs an Pflanzenöl in der Welt. Zu den wichtigen Kokosölproduzenten zählen die Niederlande, Frankreich und Deutschland, die Kopra als Rohstoff importieren. Die USA importieren vor allem fertiges Kokosöl.

Gewinnung und Lagerung[Bearbeiten]

Rechts das Fruchtfleisch der Kokosnuss

Zur Gewinnung von Kokosöl wird von der Kokosnuss (Frucht der Kokospalme) das auch Kopra genannte Fruchtfleisch zerkleinert und getrocknet. Dieses wird in Ölmühlen ausgepresst. Vor der Verwendung als Speisefett wird das Öl raffiniert und desodoriert. Gekühlt kann Kokosöl ein bis zwei Jahre gelagert werden.

Verwendung[Bearbeiten]

Kokosöl findet vielseitige Verwendung bei der Zubereitung von Speisen, in der Herstellung von Kosmetika, in Technik und Industrie.[6]

In der Küche[Bearbeiten]

Ungehärtetes Kokosfett sorgt für den kühlenden Effekt beim Verzehr von Eiskonfekt.

Kokosfett eignet sich als hocherhitzbares Öl zum Kochen, Braten und Backen, da es zwar bei Raumtemperatur fest ist, jedoch wegen seines niedrigen Schmelzpunktes bei Wärmezufuhr sehr schnell flüssig wird. Beim Schmelzen nimmt es eine erhebliche Schmelzwärme auf, was im Mund einen deutlichen Kühleffekt erzeugt. Daher wird es für die Herstellung von Eiskonfekt angewandt. Außerdem wird Kokosfett in der Lebensmittelindustrie für die Margarinen- und Süßwarenherstellung verwendet, ebenso die bei der Pressung anfallenden Kokosraspeln. In Deutschland wird unter dem Markennamen Palmin seit 1894 Kokosfett angeboten. Daneben kann unverarbeitetes Kokosfett auch direkt als Streichfett verwendet werden.

In der Kosmetik[Bearbeiten]

Wegen des Gehalts an Laurinsäure zählt Kokosöl zu den Laurinölen. Die Eigenschaften der Laurinsäure stellen dabei die Basis dar für die Produktion von Shampoo, Rasierseife, Sonnenschutzcreme und After-Sun-Produkten, Bade- und Massageöl, Creme, Seife und anderen Detergentien. Kokosöl (Oleum cocos) zeigt eine feuchtigkeitsspendende Wirkung und hat einen kühlenden Effekt, dringt jedoch kaum in die Haut ein. Anwendung findet es auch als natürliches Insektenrepellent. Durch Auftragen auf die Haut ergibt sich laut Deutschem Grünen Kreuz ein einfaches Mückenschutzmittel.[7]

In der Technik und Industrie[Bearbeiten]

Auch in diesem Bereich kommt das Öl vielseitig zum Einsatz. So wird es in der Süßwarenindustrie aufgrund seines kühlenden Effekts bei der Fabrikation von Speiseeis, Waffelfüllungen und Überzugsmassen verwendet. Außerdem auch bei der Herstellung von Pflanzenmargarine und Schokolade. Auch die bei der Raffination anfallenden Fettsäuren finden bei der Herstellung von Kunstharzen, Insektiziden und Arzneimitteln Gebrauch. Darüber hinaus kann Kokosöl zu höheren, gesättigten und ungesättigten Fettalkoholen, Fettalkoholsulfaten und anderen Alkoholderivaten weiterverarbeitet werden. Es eignet sich außerdem zur Produktion von Seifen und Kerzen. Aufgrund des hohen Anteils an Laurinsäure dient Kokosöl auch als wichtiges Ausgangsprodukt für Tenside. Schließlich kann aus den im Öl enthaltenen Caprylsäuremethylester und Octylalkohol noch Octylaldehyd gewonnen werden, das als Zusatz bei Seifen und Kerzen eingesetzt wird.

Eine weitere positive Eigenschaft des Kokosöls ist, dass es sich in einem chemischen Prozess mit Methanol umestern lässt und so in reiner Form (Fettsäuremethylester) als Biodiesel oder als Beimischung zu Dieselkraftstoff anwendbar ist. Dies ist vor allem aufgrund des zur Neige Gehens von Erdöl und anderen fossilen Energieträgern von Bedeutung. Auf den Philippinen wird Fettsäuremethylester für diesen Anwendungszweck bereits in großer Menge produziert.[8]

Als wertvolle Zucker-, Eiweiß- und Mineralquelle für die Herstellung von Tierfutter dient wiederum der Pressrest, der bei der Ölgewinnung entsteht.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Deutsche Gesellschaft für Fettwissenschaft: Fettsäurezusammensetzung wichtiger pflanzlicher und tierischer Speisefette und -öle.
  2. a b c d FNR: Biokraftstoffe Basisdaten Deutschland. Oktober 2008 (PDF; 526 kB).
  3. a b Bayer. Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen, 2002: Pflanzenölbetriebene Blockheizkraftwerke. Reihe: Materialien Umwelt & Entwicklung Bayern. S. 18.
  4. a b CRB Fundamentals – 2007 Commodity Articles: Coconut Oil and Copra.
  5. Inhaltsstoffe von Biokokosöl
  6. Kokosnussöl. Abgerufen am 7. September 2010.
  7. http://dgk.de/gesundheit/impfen-infektionskrankheiten/impfschutz-fuer/reisende/schutz-vor-insekten.html, geladen am 12. Mai 2014.
  8. Kraftstoffalternativen: Ölpflanzen im Vergleich. Abgerufen am 27. Oktober 2009.