Kombicoupé

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Jaguar E-Type Coupé Serie III (1972)
Saab 99 Combi Coupé (1975)
Fiat 128 Berlinetta (1978)
Lancia Beta HPE (1981)
Volvo C30 (2006)

Ein Kombicoupé ist ein geschlossenes Automobil mit festem Dach, das durch drei Paar Fahrzeugsäulen getragen wird. Es handelt sich dabei um ein Schrägheck-Coupé mit großer Heckklappe. Somit stellt das Kombicoupé eine Mischform aus dem Coupé und dem Kombi dar.

Begriffsentwicklung[Bearbeiten]

Der Begriff entstand in den 1970er-Jahren, als insbesondere aus Japan zunehmend Coupés mit Heckklappe kamen. Er ist aber bei Weitem nicht so gebräuchlich wie der der verwandten Kombilimousine. Auch das früher hergestellte Jaguar E-Type Coupé kann als Kombicoupé betrachtet werden.

Beim Kombicoupé zählt die Heckklappe im deutschen Sprachraum wie beim Kombi und der Kombilimousine als zusätzliche Türe, sodass man von dreitürigen Fahrzeugen spricht.

Im Gegensatz zum Shooting Brake mit Steilheck, bei dem die Nutzung als sportlicher Kombi im Vordergrund steht, behält das Kombicoupé vorwiegend seinen Coupécharakter.

Combi Coupé[Bearbeiten]

Zu den Pionieren der Liftback-Karosseriebauform zählen Lancia und Saab, welche beide im Jahr 1974 ihre ersten Liftback-Varianten präsentierten. Bei Lancia handelte es sich beim Beta HPE um die vom Coupé abgeleitete Variante. Sie stellte eine verlängerte Version des Beta dar, welche bis zur B-Säule mit dem Coupé identisch war. Der HPE blieb von Frühjahr 1975 bis zum Ende der Beta-Serie im Herbst 1984 im Programm. Einen direkten Nachfolger dieser Karosserielinie gab es von Lancia nicht mehr. Der größentechnisch vergleichbare Lancia Prisma kam nie als Kombi auf den Markt und der eine Klasse darüber rangierende Lancia Thema kam als klassischer Kombi daher. Erst der Lancia Delta III kann designtechnisch wieder auf den Urahn Beta HPE verweisen.

Saab stieg in diese Nische mit einer Variante des Saab 99 ein, mit dem der Hersteller den Ausdruck Combi Coupé prägte, um sie von der bereits zuvor eingeführten Limousine und dem daraus abgeleiteten Coupé zu unterscheiden. Die Bezeichnung sollte den Anspruch des Fahrzeugs zum Ausdruck bringen, die praktischen Vorzüge eines Kombi mit der Attraktivität eines Coupés zu verknüpfen. Auf dem US-Markt bezeichnete man das Combi Coupé dagegen als "Wagonback". Die Karosseriebauform griff Saab bis ins 21. Jahrhundert bei zahlreichen weiteren Modellen auf, ließ jedoch die Bezeichnung Combi Coupé nach einigen Jahren fallen und bezeichnete die Fünftürer fortan nur noch als Schrägheck und die Dreitürer als Coupé, die jedoch beide auf der gleichen Liftback-Plattform aufbauten.

Kurz nach Lancia und Saab kam ein weitere, kleinere Liftback-Karosserie auf den Markt, die wieder aus Italien stammte. Fiat spendierte dem seit Herbst 1972 gebauten Fiat 128 Sport Coupé, welches bis dahin mit einem Stufenheck und kleiner Öffnung gefertigt wurde, mit einer Überarbeitung im Frühjahr 1975 mit eine große Heckklappe, welche das nun "3p" (von "tre porti"; in Deutschland hieß es Berlinetta) genannte Kleinwagen-Coupé zum Liftback adelte. Auch die 128 Berlinetta erhielt nach ihrem Ende im Sommer 1978 keinen direkten Nachfolger im Programm der Italiener.

Eines der wenigen modernen Beispiele für ein Kombicoupé stammt von Volvo: der C30. Das von Herbst 2006 bis Ende 2012 gebaute Fahrzeug erinnerte optisch an seine Vorgänger P1800 ES und 480, die ebenfalls in diese Sparte fielen.

Im Englischen[Bearbeiten]

Im englischen Sprachraum bezeichnet man ein Kombicoupé wie eine Kombilimousine als hatchback oder auch kurz als hatch (hatch (en.) = Klappe (dt.)).

Siehe auch[Bearbeiten]