Kosename
Kosenamen werden meist unter Personen vergeben, die in einer engen Beziehung zueinander stehen (wie Verliebte, Ehepaare oder Eltern, Freunde und Kinder).
Dabei leitet sich ein Kosename manchmal aus einer Verballhornung eines regulären Eigennamens ab. Ähnlich wie bei Spitznamen kann der Kosename auch als Übertragung einer assoziierten Eigenschaft gewonnen werden. In der Regel ist hier die assoziierte Eigenschaft jedoch positiv besetzt. Kurzformen von Namen für den Zweck als Kosenamen heißen sprachwissenschaftlich Hypokoristikum.
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Herleitung aus Vornamen[Bearbeiten]
Gebräuchliche Vornamen werden aus verschiedenen Gründen zu Koseformen abgekürzt. Dies geschieht beispielsweise, um innerhalb einer Gruppe mehrere Personen gleichen Namens unterscheiden zu können oder um eine besondere Nähe zu dieser Person auszudrücken. Allerdings werden solche Koseformen durch Künstler oder Personen der Zeitgeschichte auch zu eigenständigen Vornamen. Wie die Formen von Alexander zum Vornamen Alex führten.
Koseformen von Vornamen sind häufig Verwandten und engen Freunden vorbehalten; einige Künstler nutzen die Koseform auch als Künstlernamen. Manche Koseformen haben sich im Laufe der Jahre zu eigenständigen Vornamen entwickelt. Naturgemäß ist die Nähe von Kosenamen und Spitznamen schwer zu unterscheiden.
Einige Beispiele hierfür sind:
- Anton: Tony, Toni
- Arthur zu Atze, im Berlinschen allgemein für den Bruder
- Francisco im Spanischen: Paco
- Jacob und Jakob
- im Englischen: Jack oder Jacky, auch Jake
- im Russischen: Jascha
- im Polnischen: Kuba
- Evangelos im Griechischen: Vangelis, Vangeli
- Günther: Günni
- Johannes: Hans und Hansi, Hannes
- Konstantinos im Griechischen: Kostas, Dino
- Maximilian: Max oder Maxi
- Ralf: Ralle
- Richard: Rick und Ricky, Dick
- Robert im Englischen: Bob, Bobby
- Sergio im Spanischen: Checo
- Siegfried: Siggi
- Thomas: Tom oder Tommy
- William im Englischen: Bill
- Daniel im Spanischen: Dani
Verbreitung von Kosenamen[Bearbeiten]
Laut einer repräsentativen Studie[1] unter 5000 Teilnehmern aus dem Jahr 2013 hat jeder vierte Deutsche einen Kosenamen, wobei jeder Dritte „Schatz“ genannt wird. Die Tiernamen „Hase“, „Maus“ und „Bär“ belegen die Plätze zwei bis vier vor „Engel“, „Schnucki“, „Süße“ und „Liebling“. Die Top 10 schließt mit „Spatz“ und „Baby“.[2] Die Zufriedenheit mit dem Kosenamen ist weitgehend hoch, allerdings hätte jeder 11. Befragte lieber einen anderen Kosenamen.
Regionale Unterschiede bei Kosenamen in Deutschland[Bearbeiten]
Innerhalb von Deutschland gibt es deutliche Unterschiede in der Häufigkeit und Verwendung von Kosenamen: Im Norden ist der Anteil an Personen mit Kosenamen nicht nur höher, es werden auch andere Kosenamen gegeben. Während man im Südwesten eher „Maus“ sagt, nennt man seine bessere Hälfte im Nordosten lieber „Hase“.[3]
Auswirkungen des Schulabschlusses auf Kosenamen[Bearbeiten]
Menschen mit niedrigeren Bildungsabschlüssen geben sich in der Summe häufiger Tiernamen wie „Hase“, „Bär“ und „Maus“. In höheren Bildungsschichten wird sich hingegen häufiger mit dem weniger verfänglichen Kosenamen „Schatz“ angesprochen.[4]
Unterschiedliche Kosenamen bei den Geschlechtern[Bearbeiten]
In der Gesamtbevölkerung zeigen sich zwischen den Geschlechtern die erwarteten Unterschiede: Frauen heißen oft „Maus“ oder „Engel“, während Männer gerne „Bär“ genannt werden. Unter Homosexuellen verwischt dieses Bild: Hier nennen sich auch Männer „Engel“ und Frauen „Bär“.[5]
Literatur[Bearbeiten]
- G. Grieger: Kosenamen 2013 - Eine repräsentative Umfrage unter 5.000 Deutschen. (PDF; 232 kB) Grieger Publications, Hamburg
- K. Kunze: dtv-Atlas Namenkunde. Vor- und Familiennamen im deutschen Sprachgebiet. 5., durchgesehene und korrigierte Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1998, S. 177, ISBN 3-423-03266-9.
- M.Schiller: Pragmatik der Diminutiva, Kosenamen und Kosewörter in der modernen russischen Umgangsliteratursprache. Utz, München 2007 (= Diss. München 2006), ISBN 3831606838.
- W. Seibicke: Die Personennamen im Deutschen. de Gruyter, Berlin/New York 1982, S. 55f., 97, 175, ISBN 3-11-007984-4.
Weblinks[Bearbeiten]
-
Wiktionary: Kosename – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen -
Wiktionary: Kosewort – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ http://www.befragmich.de/kosenamen.html
- ↑ Grieger, G.: Kosenamen 2013 - Eine repräsentative Umfrage unter 5.000 Deutschen. (PDF; 232 kB) Dr. Grieger Publications, Hamburg, S. 6
- ↑ Grieger, G.: Kosenamen 2013 - Eine repräsentative Umfrage unter 5.000 Deutschen. (PDF; 232 kB) Dr. Grieger Publications, Hamburg, S. 12-14
- ↑ Grieger, G.: Kosenamen 2013 - Eine repräsentative Umfrage unter 5.000 Deutschen. (PDF; 232 kB) Dr. Grieger Publications, Hamburg, S. 17
- ↑ Grieger, G.: Kosenamen 2013 - Eine repräsentative Umfrage unter 5.000 Deutschen. (PDF; 232 kB) Grieger Publications, Hamburg, S. 15f.