Kraichbach

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Kraichbach
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Seehausschleuse - historische Kraichbachschleuse zwischen Hockenheim und Ketsch (2004)

Seehausschleuse - historische Kraichbachschleuse zwischen Hockenheim und Ketsch (2004)

Daten
Gewässerkennzahl DE: 23792
Lage Baden-Württemberg, Deutschland
Flusssystem Rhein
Abfluss über Rhein → Nordsee
Quelle Südlich von Sternenfels
49° 2′ 33″ N, 8° 50′ 48″ O49.04258.8466666666667300
Quellhöhe ca. 300 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung Bei Ketsch in den Altrhein49.3633333333338.51593Koordinaten: 49° 21′ 48″ N, 8° 30′ 54″ O
49° 21′ 48″ N, 8° 30′ 54″ O49.3633333333338.51593
Mündungshöhe ca. 93 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied ca. 207 m
Länge 55,5 km[1]  bis Altrhein
59.8 km[1] inkl. Altrhein
Abfluss am Pegel Ubstadt (US)[2]
AEo: 161 km²
Lage: 33,4 km oberhalb der Mündung
NNQ (29.08.1976)
MNQ 1976/2009
MQ 1976/2009
Mq 1976/2009
MHQ 1976/2009
HHQ (21.03.2002)
342 l/s
596 l/s
1,1 m³/s
6,8 l/(s km²)
7,88 m³/s
26,9 m³/s
Linke Nebenflüsse Siehe → Zuflüsse
Rechte Nebenflüsse Kohlbach, Katzbach, Kehrgraben, Hardtbach
Siehe auch → Zuflüsse
Mittelstädte Hockenheim
Kleinstädte Kraichtal

Der Kraichbach (auch die Kraich genannt) ist ein 55 Kilometer langer Fluss im nordwestlichen Baden-Württemberg, der am Westrand des Strombergs entsteht, nordwestlich durch den Kraichgau und die Oberrheinische Tiefebene zieht und im Hauptlauf dann bei Ketsch im Rhein-Neckar-Kreis von rechts in den Rhein mündet.

Verlauf[Bearbeiten]

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Der Kraichbach entspringt in den westlichen Randhöhen des Strombergs südlich dem Hauptort der Gemeinde Sternenfels im Enzkreis, wo er zunächst das Rückhaltebecken Trinkwaldsee und nach wenigen hundert Metern den Kraichsee durchfließt.

Anschließend durchfließt oder berührt er im Kraichgau im Landkreis Karlsruhe den Hauptort und den Ortsteil Flehingen der Gemeinde Oberderdingen, die Stadtteile Gochsheim, Münzesheim, Oberöwisheim und Unteröwisheim der Stadt Kraichtal. Im Ortsteil Ubstadt der Gemeinde Ubstadt-Weiher tritt er in die Oberrheinische Tiefebene ein, in der er teilweise zwischen Dämmen läuft, lange von Nebengräben begleitet ist, auch Abzweigungen hat und in mehr oder weniger Abstand noch im Landkreis Karlsruhe nacheinander vorbeizieht an Weiher, Stettfeld (beide Gemeinde Ubstadt-Weiher), Bad Langenbrücken, Bad Mingolsheim (beide Gemeinde Bad Schönborn) und Kronau. Danach wechselt er in den Rhein-Neckar-Kreis, läuft durch den Ortsteil St. Leon der Gemeinde St. Leon-Rot, passiert Reilingen und durchquert dann Hockenheim.

Westlich von Ketsch mündet der Kraichbach schließlich von rechts und gegenüber der dortigen Insel in den Altrhein.

Grabenlauf in der Oberrheinischen Tiefebene[Bearbeiten]

In der Oberrheinischen Tiefebene nutzt der Bach anfangs eine langreichende Senke an deren Ostrand, in der weiter nördlich, nachdem der Kraichbach sich nach Nordwesten gewendet hat, dann auch der benachbarte Leimbach fließt. In diesem Tieflandbereich läuft das Gewässer meist in künstlichen Gräben, nicht selten begleitet von Überschwemmungsschutzdämmen, und denen oft Nebengräben folgen. Hier erfährt das Gewässer auch Teilungen und Zuläufe von anderen der Kunstgräben.

Auf dem Gemarkungsgebiet von Ubstadt-Weiher zweigt der Kriegbach in Richtung Westen ab, der das Waldgebiet des Lußhardts nordwestlich durchquert und bei Altlußheim in den Rhein mündet. Die abgezweigte Wassermenge wird durch ein spezielles Wehr genau gesteuert.

Der Kehrgraben beginnt seinen nahen rechten Parallellauf schon etwas vorher und mündet, nachdem er den Kraichbach 13 km lang begleitet hat, schließlich beim St. Leoner See.

Westlich von Hockenheim zweigt links der Alte Kraichbach ab, der nach Vereinigung mit einem etwas längeren Abfluss einer abgetrennten Altrheinschlinge nach 6 km Lauf bei Hockenheim-Siegelhain von rechts in den Rhein mündet.

Wenig später fließt nördlich von Hockenheim-Talhaus (Industriegebiet) unmittelbar oberhalb der Seehausschleuse der Hardtbach von rechts zu, ein westlich laufender Entlastungskanal des Leimbachs durch das Waldgebiet der Schwetzinger Hardt.

Zuflüsse[Bearbeiten]

Flusslängen in der Regel nach LUBW-FG10 (Datensatzeinträge), Seeflächen entsprechend nach LUBW-SG10 und Einzugsgebiete nach LUBW-GEZG, Höhen nach dem Höhenlinienbild auf dem Geodatenviewer. Andere Quellen für die Angaben wurden vermerkt.

Quelle des Kraichbachs im Trinkwald südlich von Sternenfels auf etwa 299 m ü. NN.

  • Speist neben dem Kraichwald auf unter 270 m ü. NN den Trinkwaldsee, 0,34 ha.
  • Speist auf 244,2 m ü. NN[3] den Kraichsee, 0,856 ha.
  • Hundsaich, von rechts östlich von Oberderdingen unterhalb der Ölmühle auf 181,5 m ü. NN[4], 1,451 km.
  • Froschgraben, von links in Oberderdingen zwischen Haupt- und Bachstraße auf etwa 176 m ü. NN, 2,811 km. Entsteht aus feldwegbegleitenden Gräben südlich und südwestlich des Dorfs, dort teils verdolt.
  • Mühlkanal der Unteren Mühle, nach dem Dorf, 0,83 km.
  • Zigeunergraben, von links gegenüber dem Hockenberg auf etwa 166 m ü. NN, 2,283 km. Entspringt im östlichen Hochwald aus dem Zigeunerbrunnen an einem kleinen Waldteich auf etwa 195 m ü. NN, danach meist feldwegbegleitend.
  • Kohlbach, von rechts und Osten in Oberderdingen-Flehingen beim Wasserschloss auf knapp 160 m ü. NN, 11,593 km und 46,899 km². Ist über 2 km länger als der Kraichbach-Oberlauf am Zufluss.
  • Bolenzer Graben, von links kurz vor Ortsende von Flehingen auf etwa 158 m ü. NN, 1,478 km.
  • Zufluss aus dem Götzengrund, von rechts vor der Flehinger Kläranlage auf etwa 156 m ü. NN, 2,284 km.
  • Bauerbach, von links an der Kläranlage auf etwa 155 m ü. NN, 4,197 km.
  • Bach aus dem Diebsgraben, von rechts an der Brettener Hagenmühle auf etwa 153 m ü. NN, 1,554 km.
  • Mühlkanal in Kraichtal-Gochsheim, 0,456 km.
  • Eschbach, von rechts wenig nach Gochsheim auf etwa 143 m ü. NN, 8,587 km.
  • Weiherbach, von rechts vor der Markungsgrenze von Kraichtal-Münzesheim auf etwa 140 m ü. NN, 4,291 km.
  • Oberacker Dorfbach, von links am Umspannwerk am Ortseingang von Münzesheim auf etwa 137 m ü. NN, 1,686 km.
  • Haubruchgraben, von links vor dem Ortskern von Münzesheim auf etwa 135 m ü. NN, 2,462 km.
  • Fürtbruch, von links vor dem Ortsende von Münzesheim auf etwa 133 m ü. NN, 1,83 km.
  • Ohlsbach, von links gegenüber dem Wendelswald auf etwa 132 m ü. NN, 1,683 km.
  • Klumpbrunnbach, von links nahe der Schwefelquelle im Naturschutzgebiet auf etwa 130 m ü. NN, 1,406 km.
  • Neuenbürger Bächle, von rechts im Naturschutzgebiet auf etwa 128 m ü. NN, 3,985 km.
  • Oberöwisheimer Dorfbach, von rechts am Haltepunkt Oberöwisheim der Kraichtalbahn auf etwa 127 m ü. NN, 6,834 km.
  • Rußgraben, von links in den Ubstadter Bruchwiesen der Gemeinde Ubstadt-Weiher auf etwa 118 m ü. NN, 1,52 km.
  • Berz oder Bertbach, von rechts beim Bahnhof Ubstadt auf etwa 113 m ü. NN, 1,7 km.

Hier tritt der Kraichbach-Lauf nach rund der Hälfte seines Laufes in die Oberrheinische Tiefebene ein und zieht zunächst an deren rechtem Rand nach Norden.

  • Hollergraben, von rechts am Nordrand von Ubstadt, 0,529 km.
  • Grenzgraben, nach oder von links zum Kriegbach-Zulauf Gießgraben durch Weiher zwischen Ubstadt und Stettfeld, 1,253 km.
  • Katzbach, von rechts durch Stettfeld beim Stettfelder Sand auf um 108 m ü. NN, 17,038 km.

Abgang des Kriegbachs, nach links und Nordwesten gleich danach an der Herdweg-Brücke auf unter 108 m ü. NN, 18,288 km. Mündet bei Altlußheim von rechts in den Rhein.

Anschließend löst sich der Kraichbach vom rechten Rand der Rheinebene und zieht dann ungefähr nordwestlich zur Mündung.

  • Kehrgraben, von rechts beim St. Leoner See nördlich von St. Leon, 13,011 km. Läuft schon etwas vor dem Kriegsbach-Abgang rechts parallel und sammelt einige Zuflüsse.
  • Abzug (des Kieswerksees und St. Leoner Sees), von links an der Schlossmühle von Reilingen auf unter 102 m ü. NN, 1,321 km.

Abgang des Alten Kraichbachs, nach links in den Hockenheimer Bachwiesen jenseits der B 36 , 3,555 km. Vereint sich westlich der Anschlussstelle Hockenheim der A 61 von rechts mit dem etwas längeren linken Gießengraben, der dann als Kothlachgraben 2,447 km später an der Speyerer Brücke der A 61 bei Hockenheim-Siegelhain von rechts in den Rhein mündet.

  • Hardtbach, von rechts bei Ketsch-Seehaus, 12,979 km. Ein Entlastungskanal des Leimbachs durch die Schwetzinger Hardt, der von diesem östlich von Walldorf nach links abgeht.

Mündung des Kraichbachs westlich von Ketsch in den dortigen rechten Altrheinarm, der 4,35 km weiter abwärts in den Rhein zurückfließt.

Sehenswertes[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten entlang des Flusslaufs sind unter anderem die malerische Altstadt von Gochsheim mit dem Graf-Eberstein-Schloss, das Schloss Kislau in Bad Schönborn (heutige Justizvollzugsanstalt) und die Stadt Hockenheim mit dem Tabakmuseum und dem bekannten Hockenheimring.

Wissenswertes[Bearbeiten]

Der Kraichbach wurde wie viele Gewässer in der Vergangenheit begradigt. Bei Reilingen wies er früher Mäander auf. In einem liegt der heutige Baggersee Reilingen, hier wurde Kies abgebaut, wobei Fundstücke des Homo erectus reilingensis entdeckt wurden.

Fauna[Bearbeiten]

Der Kraichbach bildet u. a. für Eisvögel einen Lebensraum.

Kraichbach bei Hockenheim

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Nach LUBW-FG10 (Datensatzeinträge).
  2. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Rheingebiet, Teil I 2009. Landesamt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Würtemberg, 2011, S. 100, abgerufen am 26. Januar 2013 (PDF, deutsch, 1,85 MB).
  3. Texteintrag in Blau auf dem Geodatenviewer mit Höhendreieck.
  4. Texteintrag in Blau auf dem Geodatenviewer an der Mündung.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kraichbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien