Walldorf (Baden)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Walldorf
Walldorf (Baden)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Walldorf hervorgehoben
49.3058.6466666666667110Koordinaten: 49° 18′ N, 8° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Rhein-Neckar-Kreis
Höhe: 110 m ü. NHN
Fläche: 19,91 km²
Einwohner: 14.825 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 745 Einwohner je km²
Postleitzahl: 69190
Vorwahl: 06227
Kfz-Kennzeichen: HD
Gemeindeschlüssel: 08 2 26 095
Adresse der
Stadtverwaltung:
Nußlocher Straße 45
69190 Walldorf
Webpräsenz: www.walldorf.de
Bürgermeisterin: Christiane Staab (CDU)
Lage der Stadt Walldorf im Rhein-Neckar-Kreis
Bayern Hessen Rheinland-Pfalz Heidelberg Heilbronn Landkreis Heilbronn Landkreis Karlsruhe Mannheim Neckar-Odenwald-Kreis Eberbach Altlußheim Angelbachtal Bammental Brühl (Baden) Dielheim Dossenheim Eberbach Eberbach Eberbach Edingen-Neckarhausen Edingen-Neckarhausen Epfenbach Eppelheim Eschelbronn Gaiberg Heddesbach Heddesheim Heiligkreuzsteinach Helmstadt-Bargen Hemsbach Hirschberg an der Bergstraße Hockenheim Ilvesheim Ketsch Ladenburg Laudenbach (Bergstraße) Leimen (Baden) Leimen (Baden) Lobbach Malsch (bei Wiesloch) Mauer (Baden) Meckesheim Mühlhausen (Kraichgau) Neckarbischofsheim Neckargemünd Neidenstein Neulußheim Nußloch Oftersheim Plankstadt Rauenberg Reichartshausen Reilingen Sandhausen St. Leon-Rot Schönau (Odenwald) Schönbrunn (Baden) Schriesheim Schwetzingen Schwetzingen Sinsheim Spechbach Waibstadt Walldorf (Baden) Weinheim Weinheim Wiesenbach (Baden) Wiesloch Wilhelmsfeld ZuzenhausenKarte
Über dieses Bild

Walldorf ist eine Stadt im Süden des Rhein-Neckar-Kreises in Baden-Württemberg. Mit der Nachbarstadt Wiesloch bildet sie ein Mittelzentrum in der Metropolregion Rhein-Neckar mit einem Einzugsbereich von etwa 60.000 Menschen.

Überregional bekannt ist Walldorf durch den Hauptsitz des Softwareunternehmens SAP und das Autobahnkreuz Walldorf. Walldorf gilt – gemessen an Einnahmen und Rücklagen pro Einwohner – als eine der reichsten Städte Europas[2] und wurde schon häufig als wirtschaftlich attraktivste Gemeinde Deutschlands ausgezeichnet.

Über den Walldorfer Auswanderer Johann Jacob Astor ist die Stadt indirekter Namensgeber der Waldorf-Astoria-Hotels und des Waldorfsalats; außerdem der Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik und der Waldorfschulen.

Geografie[Bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Gemeinden grenzen an Walldorf:

Wiesloch, Sandhausen, Leimen, Nußloch, St. Leon-Rot und Reilingen.

Geschichte[Bearbeiten]

Walldorf wurde am 20. Oktober 770 in einer Schenkungsurkunde des Klosters Lorsch als Waltdorf erstmals urkundlich erwähnt. Funde aus früher Zeit belegen allerdings, dass schon seit langem Menschen an dem Platz siedelten, an dem das spätere Dorf im Wald entstand.

Reste der Villa Rustica wurden bei Straßenbauarbeiten 2001 freigelegt

Im Jahr 1230 erhielten die Pfalzgrafen Walldorf als Reichslehen. In den deutschen Bauernkriegen und im Dreißigjährigen Krieg wurde Walldorf Schauplatz von Kämpfen und Plünderungen. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg von 1689 wurde es sogar vollständig zerstört und erst einige Jahre später wieder besiedelt. Wie in der ganzen damaligen Kurpfalz kamen vor allem Neusiedler bzw. Glaubensflüchtlinge aus der Schweiz, unter ihnen auch die Familie Astor.

1803 gelangte Walldorf zu Baden. Durch den Bau der Rheintalbahn von Mannheim nach Karlsruhe 1843 erlebte der Ort im 19. Jahrhundert einen wirtschaftlichen Aufschwung. Am 2. September 1901 verlieh Großherzog Friedrich I. Walldorf die Stadtrechte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es 1946 zur Ansiedlung von rund 1000 Heimatvertriebenen. In den 1950er Jahren wurde ein zunächst 85 Hektar großes Industriegebiet ausgewiesen, in dem sich, beginnend mit dem Spritzgusswerk Paul Breitfeld, bis 1969 rund 70 Betriebe niedergelassen haben, darunter die Heidelberger Druckmaschinen. In den 1970er Jahren ließ sich auch die damals aufstrebende Softwarefirma SAP in Walldorf nieder, die die Stadt zu einer der wohlhabendsten Gemeinden der Region gemacht hat.

Im Rahmen archäologischer Grabungen bei Walldorf wurden 2001/02 Reste einer römischen Domäne (Villa rustica) entdeckt. Der mit vier Hektar umfriedeter Hoffläche sehr große Hof dürfte der Versorgung römischer Truppen am Neckar-Odenwald-Limes gedient haben. Die Anlage wurde vermutlich im ersten Jahrhundert errichtet.[3]

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[4]
Wahlbeteiligung: 54,05 % (2009: 56,9 %)
 %
40
30
20
10
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34,35 %
19,1 %
27,08 %
19,47 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
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+3,68 %p
+0,97 %p

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem Ergebnis:

Partei Stimmen Sitze
CDU 34,35 % 8 Sitze (+1)
FDP 19,1 % 4 Sitze (-2)
SPD 27,08 % 6 Sitze (+1)
GRÜNE 19,47 % 4 Sitze (±0)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Bürgermeister wird für acht Jahre direkt gewählt. Seit 2011 amtiert Christiane Staab.

Bisherige Stadtoberhäupter:

  • 1974–1998: Dr. Jürgen Criegee
  • 1998–2011: Heinz Merklinger (CDU)
  • seit 2011: Christiane Staab (CDU)

Wappen[Bearbeiten]

DEU Walldorf (Baden) COA.svg

Die Blasonierung des Wappens lautet: In Rot auf grünem Boden ein silberner Eichbaum mit Eicheln. Es geht zurück auf ein Siegel, das erstmals in der Mitte des 16. Jahrhunderts auftauchte. Es zeigt eine Eiche, die wahrscheinlich wegen des Ortsnamens Wald-Dorf gewählt wurde. Das Wappen, das Walldorf seit 1900 führte, zeigte eine Eichenstaude. Nach langen Bemühungen um eine Änderung, wurde schließlich 1967 wieder ein Wappen mit Eichbaum verliehen. Die Flagge Walldorfs ist Weiß-Rot.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Stadt Walldorf unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Astorhaus
Evangelische Kirche
Katholische Kirche

Astorhaus[Bearbeiten]

Johann Jacob Astor hinterließ mit seinem Tod im Jahre 1848 seinem Heimatort Walldorf 50.000 Dollar als Spende für die Armen. Damit wurde 1854 das Astorhaus errichtet, welches bis 1936 als Armen- und Waisenhaus diente. Ab 1937 wurde das Haus vom Reichsarbeitsdienst genutzt, nach 1945 wurde es mit armen und kinderreichen Familien belegt. Bis 1972 befand sich hier auch ein Teil der Grundschule (1. und 2. Klasse) anschließend erfolgte die Nutzung des Gebäudes als Museum mit einer 400 m² großen Ausstellungsfläche. Der Kurpfalz-Raum des Museums dient seit den 1990er Jahren als Trauzimmer der Stadt. Im Westflügel des Astorhauses ist der Schülerhort untergebracht.

Evangelische Kirche[Bearbeiten]

Das im wörtlichen Sinne „überragende“ Baudenkmal der Stadt ist die Evangelische Stadtkirche. Sie wurde in den Jahren 1856 bis 1861 nach Plänen von Marperger und Brenzinger in neugotischem Stil als dreischiffige, sechsjochige Hallenkirche erbaut. Seit Ende 2008 wird die Kirchturmspitze nachts mit wechselnden Farben bestrahlt und erhält somit zusätzliche Wirkung. Im Inneren der Kirche sind noch Teile der originalen, zeitgenössischen Ausstattung zu sehen. Besonders bemerkenswert ist ein Altarbild mit Christus am Kreuz von Joseph Anton Nikolaus Settegast.

Katholische Kirche[Bearbeiten]

Die spätbarocke katholische Kirche wurde in den Jahren 1787 durch Baumeister Meßing unter der Verwendung alter Mauerteile eines Vorgängerbauwerks erbaut und 1961/63 erweitert. Sehenswert sind die aus dem 15. Jahrhundert stammenden und von Valentin Feuerstein renovierten Fresken im alten Glockenturm, die die vier Apostel Lukas, Markus, Matthäus und Johannes darstellen, außerdem das prunkvolle Wappen des 1716 bis 1742 regierenden Kurfürsten Carl Philipp.

Laurentiuskapelle[Bearbeiten]

Ein historisches Kleinod ist auch die Laurentiuskapelle aus dem Jahr 1783. Sie ist wohl der Nachfolgebau einer 1764 abgerissenen gotischen Schlosskapelle und gehört mit der daneben stehenden Börse, einem Fachwerkbau des 18. Jahrhunderts, zu den wenigen noch vorhandenen Resten der ehemaligen Hofanlage der Herren von Sickingen. Möglicherweise rühren die großen Kelleranlagen noch von der mittelalterlichen Burg her. Seit ihrer Restaurierung dient die Kapelle als Domizil für Konzerte und Ausstellungen.

Alte Synagoge[Bearbeiten]

Nur wenige Meter entfernt im Oberdorf befindet sich die Synagoge, die 1716 als reformierte Kirche erstellt wurde. Nach der Fertigstellung der Evangelischen Kirche diente das Gebäude 1861 bis zur Verwüstung durch SA-Männer beim Novemberpogrom 1938 der Jüdischen Gemeinde als Synagoge. Seit 1954 nutzt die Neuapostolische Gemeinde das Gebäude.

Musik[Bearbeiten]

Konzerte der Stadt Walldorf[Bearbeiten]

Seit 1968 besteht die Veranstaltungsreihe „Konzerte der Stadt Walldorf“, die zunächst von dem Schriftsteller Konrad Winkler organisiert wurde. Nach dessen Tod 1994 übernahm der Dirigent und frühere Rektor der Mannheimer Musikhochschule Gerald Kegelmann die Leitung der Konzerte und den Posten eines städtischen Musikbeauftragten. Seit 2009 gibt es zur Erweiterung des Konzertlebens zudem das themenbezogene Festival „Walldorfer Musiktage“, das von dem Komponisten Timo Jouko Herrmann geleitet wird.

Kirchenmusik[Bearbeiten]

1990 wurde der ökumenische Arbeitskreis „Walldorfer Kirchenmusiken“ gegründet, der seitdem jährlich mehrere geistliche Konzerte in den Walldorfer Kirchen und Gemeindehäusern organisiert. Die Zusammenarbeit mit Studierenden und Absolventen der Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg und der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim bildet hierfür eine wichtige Grundlage.

Musikverein Stadtkapelle Walldorf[Bearbeiten]

Einer der ältesten und größten Vereine Walldorfs ist der Musikverein Stadtkapelle Walldorf 1868 e. V.[5] Drei Jahre nach Gründung von Freiwilliger Feuerwehr und eines Männergesangvereins wurde er von Männern aus Arbeiter- und Handwerkerkreisen ins Leben gerufen.

Sport[Bearbeiten]

Walldorf war während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 Gastgeber der Nationalmannschaft von Costa Rica (9. Juni bis 21. Juni).

VC Walldorf[Bearbeiten]

Der im Jahre 1986 gegründete Volleyball-Club Walldorf e. V. hat rund 140 Mitglieder. Er veranstaltet seit 1996 jährlich Beach-Volleyball-Turniere auf der Beachanlage im Walldorfer Bäderpark. 2014 spielen die beiden Herrenmannschaften in der Bezirksliga, die Damen in der Bezirksliga und der Kreisliga.

SG Walldorf-Astoria[Bearbeiten]

Die erste Handballabteilung gab es bereits im Jahre 1924. Die A-Jugend wurde in der Spielrunde 1969/70 Deutscher Hallenhandball-Meister, die Herrenmannschaft spielte ab 1972 in der Badischen Oberliga und errang 1975/76 den Titel des Badischen Meisters im Hallenhandball. In der Mitte der 1980er Jahre war der sportliche Höhepunkt das Erreichen der Landesliga. Die B-Jugend erreichte 1990/91 die Badenliga, gleiches galt für die A-Jugend in der Spielrunde 1997/98. 1991, 1997 und 1998 gewann die erste Herrenmannschaft den Kreispokal.

Das „starke Geschlecht“ im Walldorfer Handball sind allerdings die Damen: 1982 Meister der Oberliga Baden, 1984, 2001 und 2002 Badischer Pokalsieger, 1977, 1990, 1994 und 1996 Badischer Jugend-Meister sowie 2005 Aufsteiger in die Baden-Württemberg-Oberliga, der sie zwei Jahre angehörten. In der Saison 2008/09 errangen sie in der Badenliga (ehemals Oberliga Baden) die Meisterschaft, während die Herren in der zweiten Division (2. Kreisliga) Platz zwei belegten.

Die Heimspiele wurden seit 1961 in der vereinseigenen Astoria-Halle ausgetragen. Seit 2008 finden die Spiele der Walldorfer Handballer in der neuen Walldorfer Sport- und Mehrzweckhalle statt.

FC-Astoria Walldorf[Bearbeiten]

Der 1995 durch den Zusammenschluss des 1. FC 08 Walldorf und der Fußballabteilung der SG Walldorf Astoria 02 entstandene reine Fußballverein FC-Astoria Walldorf gewann 2007 die Meisterschaft der Verbandsliga Nordbaden und stieg damit in die Oberliga Baden-Württemberg auf.

Lateinformation der Tanzschule Kronenberger[Bearbeiten]

Die Lateinformation der Tanzschule Kronenberger ist die erfolgreichste Tanzschulformation innerhalb des Deutschen Amateur Turnieramtes. Dem ersten Deutschen Meistertitel im Jahr 2005 folgten zweite Plätze 2006 und 2007 sowie alle folgenden Meistertitel von 2008 bis 2013.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

SAP

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war Walldorf ein Bauerndorf. Hopfen, Tabak und auch Spargel wurden angebaut. Dann wandelte sich der Charakter des Ortes langsam zu einem Handelsplatz für Agrarprodukte. Spargel wird allerdings noch heute angebaut und von vielen Spargelbauern auch direkt vermarktet.

Heute gibt es in Walldorf etwa so viele Arbeitsplätze wie Einwohner, nämlich mehr als 14.500. Damit ist die Stadt ein Magnet für das gesamte Umland. Die wichtigsten Branchen sind Informationstechnologie (SAP), Druckindustrie (HDM), Einrichtungsartikel (Ikea), Farben und Lacke, Schmierstofftechnik, Baugewerbe, Dienstleister und Musikbedarf.

Größter Arbeitgeber der Stadt ist das international tätige Softwareunternehmen SAP, das hier seinen Hauptsitz hat. Ein weiterer großer Arbeitgeber ist die Heidelberger Druckmaschinen, die mit ihrem Werk Wiesloch und über 5.600 Mitarbeitern im Industriegebiet Walldorf/Wiesloch ansässig ist. Direkt an der Bundesautobahn 5 befindet sich eine Ikea-Filiale. Weiter hat die Firma Realtech ihren Hauptsitz in Walldorf. Die Walldorfer Firmenumgebung ist geprägt von Software-, Hardware- und Maschinenbau.

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Walldorf liegt an der Bundesautobahn 5 (Anschlussstelle Walldorf/Wiesloch) und unweit der A 6 (Anschlussstelle Wiesloch/Rauenberg) und hat somit direkten Anschluss an die europäischen Fernstraßen E 35 und E 60.

Die Bundesstraßen 39 und 291 verlaufen durch die Stadt. Die Entfernung nach Heidelberg beträgt 15 km und nach Mannheim 30 km.

Öffentlicher Verkehr[Bearbeiten]

Walldorf verfügt über ein umfangreiches ÖPNV-Angebot.

Der Bahnhof Wiesloch-Walldorf liegt am Ostrand des Walldorfer Industriegebiets an der Baden-Kurpfalz-Bahn HeidelbergKarlsruhe. Es halten Züge des Fern- (ICE und InterCity) und Regionalverkehrs. Der Regionalzug von Wiesloch/Walldorf braucht eine Stunde und 20 Minuten bis nach Stuttgart und verkehrt nur im Zwei-Stunden-Takt. Der IC hält sogar noch seltener in Wiesloch/Walldorf. Der Bahnhof ist außerdem in das S-Bahn-Netz der S-Bahn RheinNeckar integriert, die Linien S3 und S4 stellen halbstündliche Verbindungen in Richtung Heidelberg/Mannheim und Bruchsal/Karlsruhe her.

Innerörtliche Anschlüsse bietet das gemeinsam mit der Nachbarstadt Wiesloch betriebene Stadtbusnetz mit 13 Stadt- und Regionalbuslinien. Ab 1902 stellte eine Pferdebahn die Verbindung vom Bahnhof zur Stadt her. 1907 elektrifiziert, war die Städtische Straßenbahn Walldorf bis 1. August 1954 in Betrieb.

Der Nahverkehr im Stadtgebiet und der näheren Umgebung ist in den Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) eingebunden, südlich von Bad Schönborn gelten hingegen die Tarifbestimmungen des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV).

Bildung[Bearbeiten]

  • Gymnasium Walldorf
  • Theodor-Heuss-Realschule
  • Waldschule (Grund,- Haupt- und Werkrealschule)
  • Schillerschule (Grundschule)
  • Sambugaschule (Förderschule)

Friedhof[Bearbeiten]

Der Allgemeine Friedhof dient allen Konfessionen wie auch nichtkonfessionell gebundenen Bürgern als Begräbnisstätte. Seit 1985 erinnern Gedenktafeln bei der Friedhofshalle an das Schicksal der früheren jüdischen Einwohner.[6] Der jüdische Friedhof wurde von 1880 bis 1940 genutzt.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Joseph Anton Sambuga (1752–1815), katholischer Theologe und Erzieher des späteren bayerischen Königs Ludwig I.
  • Georg Peter Astor (1752–1813), wanderte nach England aus und gründete in London eine Musikinstrumentenmanufaktur, u. a. für Holzblasinstrumente und Klaviere
  • Johann Heinrich (Henry) Astor (1754–1833), kam als hessischer Soldat nach New York, war ab 1776 Metzger in der Bowery in Manhattan, hinterließ kinderlos seinem Neffen William Backhouse Astor mindestens eine Million Dollar.
  • Johann Jacob Astor (1763–1848), emigrierte nach Amerika und wurde durch Fellhandel und Immobilien zum reichsten Mann seiner Zeit
  • Gustav Hartmann (1875–1940), Politiker (Zentrum), gehörte von 1913 bis 1933 dem badischen Landtag an
  • Konrad Zahn (1891–1980), Politiker (NSDAP), Landtags- und Reichstagsabgeordneter
  • Mathias Hess (1899–1967), Kunstmaler und Autor
  • Isabel Hecker (* 1979), Fernseh- und Hörfunkjournalistin, Moderatorin der Sendung „Kopfball“ in der ARD

Literatur[Bearbeiten]

  •  Ludwig H. Hildebrandt (Bearb.): Mittelalterliche Urkunden über Wiesloch und Walldorf und die Ortsteile Alt-Wiesloch, Baiertal, Frauenweiler, Hohenhardt und Schatthausen sowie der Herren von Hohenhart, von Schadehusen, von Walldorf und von Wissenloch. Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2001, ISBN 978-3-89735-164-6 (Hrsg. von der Stadt Wiesloch und der Stadt Walldorf).
  •  Stadt Walldorf, Vereinigung Walldorfer Heimatfreunde e. V. 1965 (Hrsg.): Walldorf 21 – 100 Jahre Stadtrechte. Von der Hopfenbörse zum virtuellen Marktplatz. Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2003, ISBN 978-3-89735-179-0.
  •  Alles über uns! Walldorf, Wiesloch, Rauenberg entdecken – genießen – leben. Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 1999, ISBN 978-3-929366-99-0.
  • C. W. F. L. Stocker: Chronik von Walldorf. Selbstverlag Bruchsal. 1888.
  • Albert Weisbrod: Wege – Arbeiterleben in Walldorf. Geiger-Verlag Horb am Neckar. 1989.
  • Konrad Winkler: Walldorf – Stadt zwischen den Wäldern. Verlag der Stadt Walldorf. 1969.
  • Walldorfer Heimatbuch. Verlag der Stadt Walldorf. 1970.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Walldorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Walldorf (Baden) – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Turi, Peter: Walldorf - Das globale Dorf (Wirtschaftswoche vom 6. März 2006, hier zitiert nach dem Blog des Autors)
  3. Hinweistafeln im Freilichtmuseum an der Grabungsstelle
  4. Vorläufiges Endergebnis der Kommunalwahl 2014 auf der Homepage der Stadt Walldorf
  5. Musikverein-Stadtkapelle Walldorf 1868 e. V.
  6. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 102