Lahu

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Lahu-Mädchen

Die Lahu (auch Ladhulsi oder Kawzhawd genannt; chinesisch 拉祜族Pinyin Lāhùzú) sind eine der 55 offiziell anerkannten Minderheiten der Volksrepublik China. Viele leben auch in Laos, Thailand, Myanmar und Vietnam und sprechen die nach ihnen benannte Sprache Lahu. Nach der letzten Volkszählung im Jahr 2010 zählen sie 485.966 Menschen. Die chinesischen Lahu leben vor allem in Yunnan, einige wanderten nach Vietnam ab, wo sie zu den Bergvölkern gezählt werden.

Gesellschaft und Kultur[Bearbeiten]

Für den Eigenbedarf bauen sie hauptsächlich Bergreis an, daneben als Verkaufsprodukt Opium.[1] Zu ihren traditionellen Glaubensvorstellungen gehören eine große Zahl von Geistern, für die sie Geisteraustreibungsrituale veranstalten müssen. Deren erfolgreiche Durchführung wird mittels eines Eierorakels geprüft.

Sprache und Schrift[Bearbeiten]

Die Sprache der Lahu gehört zur Yi Sprache, die ursprünglich aus Tibet stammt. Die Sprachgruppe ist entsprechend der Herkunft eine tibeto-birmanische Gruppe, die wiederum zur sinotibetischen Sprachfamilie gehört. Es gibt drei unterschiedliche Dialekte, die unter anderem auch von den Lahu gesprochen werden, die in Laos, Thailand und Vietnam als Minderheiten leben. Da diese drei Dialekte der Lahu Sprache sich bezüglich ihrer Aussprache stark unterscheiden, ist die Verständigung der Lahu untereinander oftmals schwer. Die Lahu haben lange Zeit mit den Volksstämmen der Han und der Dai Handelsbeziehungen gepflegt und somit sprechen heute noch viele Lahu die Sprache der Dai sowie Chinesisch.

Die Schrift der Lahu basiert auf dem lateinischen Alphabet. Die Lahu erlernten dieses Alphabet von christlichen Missionaren, die schon vor Beginn des Zweiten Weltkriegs in China waren. Im Jahre 1957 wurde dann für alle Lahu eine einheitliche Schrift eingeführt, die bis heute geschrieben wird. Die Schrift hat eine leichte Ähnlichkeit mit den Schriftzeichen, die in Korea verwendet werden, aber die Anzahl der Vokale und Konsonanten unterscheidet sich deutlich.

Da die Lahu noch heute in Bergdörfern in einer Höhe von über 1000 Metern leben, haben viele andere Bergdörfer, vor allem in China, die Sprache und zum Teil auch die Schrift der Lahu übernommen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lahu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sanit Wongsprasert: Opiate of the People? A Case Study of Lahu Opium Addicts. (PDF; 170 kB) In: John McKinnon, Bernard Vienne (Hrsg.): Hill Tribes Today: Problems of Change. White Lotus, Bangkok 2009, S. 159–172