Lee Dixon

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Lee Dixon
Spielerinformationen
Voller Name Lee Michael Dixon
Geburtstag 17. März 1964
Geburtsort ManchesterEngland
Größe 178 cm
Position Rechter Verteidiger
Vereine in der Jugend
FC Burnley
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1982–1984
1984–1985
1985–1986
1986–1988
1988–2002
FC Burnley
Chester City
FC Bury
Stoke City
FC Arsenal
4 0(0)
57 0(1)
45 0(5)
71 0(5)
458 (24)
Nationalmannschaft
1989–1992
1990–1998
England B
England
4 0(0)
22 0(1)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Lee Michael Dixon (* 17. März 1964 in Manchester) ist ein ehemaliger englischer Fußballspieler und Bestandteil der angesehenen Verteidigungsreihe des FC Arsenal in den 1990er Jahren und zu Beginn des neuen Jahrhunderts.

Sportlicher Werdegang[Bearbeiten]

Dixons Weg an die Spitze des englischen Fußballs verlief zunächst schleppend. Nach seinen Lehrjahren beim FC Burnley spielte er für die niederklassigen Vereine Chester City, Bury und Stoke City, bevor er 1988 von Arsenals Manager George Graham verpflichtet wurde.

Obwohl Arsenal mit dieser Personalie den Verlust des Außenverteidigers Viv Anderson kompensieren wollte, der an Manchester United abgegeben wurde, konnte sich Dixon zunächst nicht für die erste Mannschaft in Highbury empfehlen. Mit dem international erfahrenen Kenny Sansom als linkem Verteidiger und Nigel Winterburn, obwohl ebenfalls auf der linken Seite heimisch, nach guten Leistungen als rechter Defensivspieler, machte Dixon nach seinem Debüt gegen Luton Town im Februar 1988 bis zum Ablauf der Saison nur insgesamt sechs Spiele. Im Sommer verließ Sansom den Verein und Winterburn wechselte auf die andere Seite, wodurch Dixon das Trikot mit der Nummer 2 übernahm, das er dann über zehn Jahre tragen sollte.

Obwohl die Mehrzahl der Fußballanhänger das defensive Spielverständnis von Arsenal zu dieser Zeit nicht schätzte, wurde die Organisation der Abwehrkette von vielen Experten in den 90ern als beispielhaft bewertet. Dixon und Winterburn besetzten die Außenpositionen, während der Mannschaftskapitän Tony Adams und der altgediente David O’Leary im Zentrum operierten. Im Jahr 1989 wurde diese Reihe von Steve Bould ergänzt, der, wie zuvor Dixon, von Graham bei Stoke City entdeckt wurde. Diese fünf Verteidiger, oftmals auf einer Linie spielend (anstatt der üblichen Viererkette), waren der Dreh- und Angelpunkt einer Arsenal-Mannschaft, die ein ernstzunehmender Kandidat für die englische Meisterschaft 1989 war und den ersten Meistertitel nach dem Double-Jahr 1971 in Angriff nahm, damals noch mit Manager Graham als Spieler für den Verein.

Dixon war ein offensiver rechter Verteidiger und versuchte stets seinen Flügelspieler David Rocastle vor ihm zu unterstützen. Seine Qualitäten im Spiel nach vorne konnte er häufig unter Beweis stellen, ohne seine Hauptaufgabe aus dem Auge zu verlieren, die, wie für die Mannschaft insgesamt, in einer kompakten Abwehrleistung bestand. In dieser Phase wurde er kurzzeitig auch als erster Elfmeterschütze der Mannschaft eingesetzt. Arsenal kämpfte in der Liga bis zuletzt in der Saison um die Meisterschaft, als sie an einem Freitagabend an der Anfield Road dem FC Liverpool gegenüberstanden.

Das Spiel wurde von einem früheren Zeitpunkt verlegt und besaß für Liverpool wegen der Hillsborough-Katastrophe eine zusätzliche Bedeutung. Das traumatisierte Liverpool hatte nach der Katastrophe den FA Cup gewonnen und nur Arsenal stand ihrem zweiten Double entgegen. Arsenal selbst, lange Zeit in der Saison Tabellenführer und nun abgefangen von Liverpool, benötigte einen Sieg mit mindestens zwei Toren Unterschied. Jeder andere Spielausgang hätte für Liverpool den Gewinn der Meisterschaft bedeutet.

Nach Ablauf der 90 Minuten stand es 1:0 für Arsenal. Dixon, der bis zum Schluss kämpfte, holte sich erneut den Ball aus der eigenen Hälfte und schaute sich um für die letzte Angriffsaktion. Als er sah, dass sich der Mittelstürmer Alan Smith auf der rechten Seite freilief, schlug Dixon einen langen Ball genau zu Smith, der den Pass mit der Brust annahm. Smith zog dadurch einen gegnerischen Verteidiger auf sich, in dessen Lücke wiederum Arsenals Mittelfeldspieler Michael Thomas vorstieß, der Smiths anschließenden Querpass aus dem Lauf nahm und Liverpools Torhüter Bruce Grobbelaar mit einem platzierten Schuss keine Abwehrmöglichkeit ließ. Es verblieb keine Zeit mehr für Liverpool zu reagieren, so dass Arsenal den Meistertitel gewann, als erster von vielen, die Dixon noch gewinnen sollte.

Arsenal konnte im darauffolgenden Jahr den englischen Titel nicht verteidigen. Darüber hinaus waren sie im Europapokal der Landesmeister aufgrund der noch laufenden Sperre der englischen Vereine wegen der Katastrophe im Heysel-Stadion nicht spielberechtigt. Ein persönlicher Erfolg von Dixon war jedoch sein erster Einsatz für die englische Fußballnationalmannschaft im April 1990 in einem Vorbereitungsspiel für die WM 1990 gegen die Tschechoslowakei. Er erfüllte seine Aufgabe zur Zufriedenheit, aber es bestand nur wenig Hoffnung für den Kader der Weltmeisterschaft, da er hinter Gary Stevens und Paul Parker lediglich als dritte Wahl galt. Nur eine Verletzung bei einem der genannten Spieler hätte Dixon die Tür nach Italien geöffnet, was sich nicht ereignete.

Nach der Weltmeisterschaft ersetzte der neue englische Manager Graham Taylor Stevens und Parker dauerhaft durch Dixon. In seinem sechsten Länderspiel erzielte dieser in der Qualifikation zur EM 1992 gegen Irland das erste Tor für England, wobei das Spiel mit einem 1:1-Remis endete. In dieser Spielzeit erlebte die Defensive von Arsenal, mit David Seaman nun als Torhüter, ihren Höhepunkt, als das Team mit nur einer Saisonniederlage erneut die englische Meisterschaft gewann.

Zum Ende des Jahres 1991 hatte Dixon elf Länderspiele absolviert, inklusive aller Qualifikationsspiele für die Europameisterschaft 1992, für deren Endrunde in Schweden sich das englische Team dann auch qualifizieren konnte. Kurz bevor das Turnier begann, litt Dixon an einer Verletzung und Stevens stand kurz vor einem Comeback im Kader der englischen Nationalmannschaft je näher der Tag zur Verkündung des Kaders kam. Taylor nominierte jedoch Dixon in seinen vorläufigen Kader, aber letztendlich sollte keiner der beiden an der EM 1992 teilnehmen. Dixon musste seine Teilnahme wegen der Verletzung absagen und der Außenverteidiger der Glasgow Rangers blieb aufgrund einer eigenen Blessur dem Turnier ebenso fern, so dass England in Schweden ohne einen echten rechten Außenverteidiger spielte und die erste Gruppenphase nicht überstand.

Nach einem Sommer der Genesung kehrte Dixon in das englische Team zurück und verteidigte zudem mit Arsenal den Meistertitel. Nachdem O'Learys Rücktritt unmittelbar bevorstand, verstärkte Graham die Abwehr erneut durch die Verpflichtung von Martin Keown, der beim FC Everton spielte und ironischerweise die Position des rechten Verteidigers bei der zurückliegenden Europameisterschaft bekleidete, nachdem Dixon und Stevens abgesagt hatten.

O'Leary ersetzte Dixon, nachdem dieser sich verletzt hatte, im Finale des Ligapokals 1993 gegen Sheffield United und gewann mit 2:1. Als Dixon im Finale des FA Cup gegen denselben Gegner zurückkehrte, gewann Arsenal nach Verlängerung mit demselben Ergebnis im Wiederholungsspiel, nachdem sich die beiden Teams im ersten Spiel mit einem 1:1 getrennt hatten. International verlief das Jahr 1993 unglücklich, da sich England nicht für die WM 1994 in den USA qualifizieren konnte. Dixons 21. Länderspiel, ein 7:1 gegen San Marino im letzten Qualifikationsspiel (ein Spiel, das keinen Wert mehr besaß), schien dabei sein letzter internationaler Auftritt gewesen zu sein, da Taylor im Anschluss seinen Rücktritt bekanntgab, Terry Venables das Amt übernahm und sogleich mit anderen rechten Außenverteidigern experimentierte, um dann 1995 Gary Neville dauerhaft in diese Position zu installieren.

Im Jahr 1994 erweiterte Dixon seine Kollektion um einen europäischen Titel, als Arsenal erneut mit seiner Defensivkraft eindrucksvoll unter Beweis stellte, wie auf höchstem europäischen Niveau offensive Spielstärke ausgeschaltet werden kann. Wieder wurde von den Fans dieses System nicht als Spektakel gefeiert, aber die Art und Weise wie Dixon, Winterburn, Bould und Adams sämtliche Bemühungen von Tomas Brolin, Gianfranco Zola und Faustino Asprilla vom italienischen Gegner AC Parma neutralisierten, wurde von den Experten als taktische Meisterleistung eingestuft. Arsenal erzielte ein frühes Tor im Kopenhagener Finale des Europapokals der Pokalsieger und verwaltete dieses Ergebnis für den Rest der Spielzeit, um am Ende mit 1:0 als Sieger vom Platz zu gehen.

Dixon trug auch in der anschließenden Saison stets das Trikot mit der Nr. 2, als Arsenal in der Meisterschaft enttäuschte, aber erneut im Finale des Pokalsieger-Wettbewerbs stand, das in Paris stattfand. Obwohl Arsenals Defensive von Real Saragossa mit einem Tor durchbrochen werden konnte, schaffte Arsenal den Ausgleich und rettete sich in die Verlängerung. Die Abwehr schien seine gewohnte Stärke zu demonstrieren, als plötzlich Saragossas Nayim, ehemaliger Spieler der Tottenham Hotspurs, mit einem Fernschuss von der Mittellinie in der letzten Minute das Spiel entschied.

Zum Ende des Jahres 1996 wurde bei Arsenal mit Arsène Wenger eine Neu Ära in Highbury eingeleitet. Wenger begann damit, weitreichende Veränderungen durchzusetzen. Diese betrafen ebenso die Außendarstellung des Vereins und der Spieler wie zugleich die individuellen Veränderungen bei den Spielern selbst hinsichtlich einer Professionalisierung von Ernährung, Lebensstil und psychologischen Komponenten. Damit konnte die in die Jahre gekommene Verteidigung (in den englischen Medien häufig neckisch als „Dad's Army“ (Papas Armee) bezeichnet) das hohe Niveau noch einige zusätzliche Jahre halten. Wenger plante ursprünglich, die Verteidiger sukzessive durch Neuzugänge zu ersetzen, als er feststellte, dass dazu keine Veranlassung bestand. Sowohl Dixon als auch seine langjährigen Mitstreiter in der Abwehr erkannten respektvoll an, dass Wenger ihnen half, zusätzliche Jahre auf höchstem Level zu spielen.

Arsenal gewann erneut das „Double“ im Jahr 1998 und Dixon wurde für die zehnte Saison bei Arsenal ausgezeichnet. Er bekam eine überraschende Berufung für die englische Nationalmannschaft, als der neue englische Interimscoach Howard Wilkinson nach dem Rücktritt von Glenn Hoddle das Team übernahm. Dixon spielte somit noch einmal bei der 0:2-Niederlage gegen Frankreich im Wembley-Stadion und verabschiedete sich danach leise von der internationalen Bühne und kehrte nicht mehr dahin zurück. Er bestritt somit 22 Länderspiele, kam jedoch bei keinem großen Turnier zum Einsatz.

Dixon spielte im Jahr 2000 erfolgreich im UEFA-Pokal und erreichte mit Arsenal das Finale in dem gleichen Kopenhagener Stadion, in dem sie sechs Jahre zuvor den Europapokal der Pokalsieger gewonnen hatten. In diesem Jahr wurden sie von dem türkischen Gegner Galatasaray Istanbul im Elfmeterschießen bezwungen. Im darauffolgenden Jahr erreichte Arsenal das Finale des FA Cups, verlor dabei jedoch im Millennium Stadium von Cardiff mit 1:2 gegen Liverpool - der 37-jährige Dixon, kurz vor seinem Rücktritt stehend, wurde von seinem 21 Jahre alten Gegenspieler Michael Owen beim entscheidenden Treffer zum 2:1 im Sprintduell entscheidend geschlagen.

Dixon verkündete dann zum Abschluss der Saison 2001/02 seinen Rückzug vom Fußball, als Arsenal erneut das Double gewinnen konnte. Aufgrund des gleichzeitigen Rücktritts von Adams verblieben somit nur noch Seaman und Keown aus der ehemals so erfolgreichen Abwehrreihe im Kader. Nachdem sich O'Leary zuvor schon 1993 verabschiedet hatte, folgte ihm Bould im Jahr 1999 und Winterburn nur ein weiteres Jahr danach.

Dixons außergewöhnliche Bilanz als Arsenalspieler umfasst 458 Ligaeinsätze, 25 Tore und eine Reihe von Titeln. Nach seinem Rücktritt konzentrierte er sich auf mehrere Geschäftsideen, inklusive eines renommierten Restaurants in Berkshire. Er ist zudem häufig in den Medien als Fußballexperte für die BBC präsent, dabei vornehmlich in der bekannten Fußballshow Match of the Day.

Erfolge[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]