Gianfranco Zola

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Gianfranco Zola
Spielerinformationen
Geburtstag 5. Juli 1966
Geburtsort OlienaItalien
Größe 168 cm
Position Stürmer
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1984–1987
1986–1989
1989–1993
1993–1996
1996–2003
2003–2005
Nuorese Calcio
ASD Torres Calcio
SSC Neapel
AC Parma
FC Chelsea
Cagliari Calcio
31 (10)
88 (21)
105 (32)
102 (49)
249 (89)
44 (21)
Nationalmannschaft
1991–1997 Italien 35 (10)
Stationen als Trainer
2006–2008
2008–2010
2011–2012
2012–2013
Italien U-21 (Co-Trainer)
West Ham United
Italien U-16
FC Watford
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Gianfranco Zola (* 5. Juli 1966 in Oliena, Sardinien) ist ein ehemaliger italienischer Fußballspieler und heutiger -trainer. Zuletzt trainierte er den englischen Zweitligisten FC Watford.

Gianfranco Zola war Stürmer und hauptsächlich als Offensiv-Allrounder tätig. Seine Technik wurde als seine größte Stärke angesehen.

Karriere als Spieler[Bearbeiten]

Verein[Bearbeiten]

Seinen ersten Profivertrag unterzeichnete Zola 1984 bei Nuorese Calcio (Nuoro, Sardinien) in der Serie C2. Dort kam er in seinem ersten Jahr auf sieben Partien und erzielte einen Treffer. In der Folgesaison kam Zola auf mehr Einsätze und konnte sich durchsetzen. Beim Klub aus Nuoro blieb er zwei Jahre, ehe er 1987 zum ASD Torres Calcio (Sassari, Sardinien) wechselte. Dort wurde er Leistungsträger und Stammspieler und stieg mit dem Verein 1987 in die Serie C1 auf. Berühmtheit erlangte er nach seiner Vertragsunterzeichnung beim Serie-A-Klub SSC Neapel. Dort sollte Zola ab 1989 zum Nachfolger Diego Maradonas aufgebaut werden, der noch bis 1991 beim SSC spielte. Im ersten Jahr wurde der damalige Youngster sieben Mal eingesetzt. 1990 gewann er mit den Partenopei die italienische Meisterschaft. Es war Zolas erster großer Titel auf nationaler Ebene. Im Jahr darauf wurde die Supercoppa Italiana gewonnen, und Zola schaffte den Durchbruch in Italiens höchster Klasse. 1993 wechselte er zum aufstrebenden AC Parma, wo er die wohl beste Zeit seiner Karriere erlebte. Mit den Gelb-Blauen gewann der gute Techniker den UEFA-Pokal 1994/95.

Im laufenden Turnier schaltete die Mannschaft Teams wie Vitesse Arnheim, Athletic Bilbao und Bayer 04 Leverkusen aus. Im rein italienischen Finale am 3. Mai 1995 im heimischen Stadio Ennio Tardini bezwangen die Gialloblu Juventus Turin mit 1:0. Im gleichen Jahr wurden sie Zweite in der Liga und erreichten das italienische Pokalfinale. In den beiden nationalen Wettbewerben wurden sie jeweils von der Juve bezwungen. Nachdem Carlo Ancelotti 1996 neuer Trainer des AC Parma geworden war, hatte dieser keine Verwendung mehr für Zola und wollte ihn verkaufen. So kam es, dass er nach England zum FC Chelsea wechselte, wo er einer der populärsten Spieler des Clubs wurde. Der Transfer wurde erst im November, also noch nicht zu Beginn der Saison, durchgeführt. In London traf Zola auf den Spielertrainer Ruud Gullit. Sein Debüt in der Premier League gab der Stürmer gegen Tottenham Hotspur. Schnell passte er sich der neuen Spielweise an und erregte durch gute Auftritte und Tore Aufmerksamkeit. Im FA Cup spielte Zola eine Schlüsselrolle und führte die Mannschaft ins Finale gegen den FC Middlesbrough. Dieses Endspiel wurde mit 2:0 gewonnen. Am Ende der ersten Spielzeit in London wurde er von den Journalisten zu Englands Fußballer des Jahres gewählt. Er war damit der erste Spieler, der diesen Titel gewinnen konnte, ohne ein volles Jahr in England gespielt zu haben, und auch der erste Chelsea-Spieler dem diese Ehre verliehen wurde.

In der Saison 1997/98 half er den Blauen, drei weitere Titel zu gewinnen, den League Cup, den Europapokal der Pokalsieger und den Europäischen Supercup. Eine Verletzung hinderte ihn, in der Startformation der Mannschaft im Finale um den Pokal der Pokalsieger zu stehen. Allerdings wurde er in der zweiten Hälfte des Spiels eingewechselt und erzielte nur 21 Sekunden darauf den Siegtreffer. Auch als Chelsea 1999/00 sich zum ersten Mal für die UEFA Champions League qualifizierte, war Zola wichtiger Bestandteil des Teams. So sicherte er mit drei Treffern in der Gruppenphase den Weg ins Viertelfinale des Wettbewerbs. Allerdings verringerten sich seine Einsätze in der Liga durch das von Neu-Trainer Gianluca Vialli angewandte Rotationsprinzip. Im 2000er Finale des FA-Cups gab er durch einen Freistoß die Vorlage für Roberto Di Matteos Treffer beim 1:0-Sieg über Aston Villa. Nachdem bereits 2000 die Stürmer Jimmy Floyd Hasselbaink und Eiður Guðjohnsen von den Pensioners verpflichtet worden waren, begrenzte sich Zolas Einsatzzeit immer mehr.

In der Saison 2002/03 kam es aber nochmals zu einer Renaissance in der Karriere des dribbelstarken Spielers, als er 16 Ligatreffer erzielen konnte, so viele Treffer wie in keiner anderen Spielzeit für die Londoner. Daraufhin wurde er von den Fans zum Spieler des Jahres gewählt. Diese Saison sollte auch seine letzte für Chelsea sein. Sein letztes Spiel für die Blauen absolvierte Zola am letzten Spieltag 2002/03, als er zu einem 20-Minuten-Auftritt gegen den FC Liverpool kam. 2003 dankten ihm die Fans seine gute Leistungen damit, dass er von ihnen zum Chelsea-Spieler des Jahrhunderts gewählt wurde. Im November 2004 wurde ihm für seine Leistungen in der englischen Liga der Order of the British Empire verliehen. In insgesamt 312 Spielen erzielte der Stürmer 80 Tore für den FC Chelsea. Zolas Trikot mit der Nummer 25 wurde seit seinem Verlassen an keinen weiteren Spieler vergeben.

Seine Karriere beendete Gianfranco Zola in seiner Heimat Sardinien bei Cagliari Calcio, wo er 2004 in die Serie A aufstieg und danach noch ein Jahr dort spielte. Im Juni 2005 verabschiedete er sich dann endgültig vom aktiven Profifußball. Sein Trikot mit der Nummer 10 wurde im kommenden Jahr nicht vergeben. Erst zur Saison 2006/07 erhielt es Andrea Capone.

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Zu seiner aufstrebenden Zeit beim SSC Neapel wurde Zola 1991 das erste Mal für die italienische Fußballnationalmannschaft berufen. Unter dem damaligen Nationaltrainer Arrigo Sacchi gab der Stürmer dann im November gegen die Auswahl Norwegens sein Debüt für die Farben seines Landes.

Für die Fußball-Weltmeisterschaft 1994 wurde er nominiert und kam zu einem Einsatz im Achtelfinale gegen Nigeria, wo er nur 12 Minuten nach seiner Einwechslung vom Platz gestellt wurde. Es blieb sein einziger Einsatz bei dieser WM. Italien erreichte das Finale, verlor dort aber im Elfmeterschießen gegen Brasilien.

Bei der EM 1996 in England absolvierte er alle drei Vorrundenspiele. Im letzten Spiel gegen Deutschland verschoss Zola beim 0:0 einen Elfmeter. Dies bedeutete das Aus für Italien.

Obwohl er noch in der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1998 für Italien spielte, wurde er für den Kader der WM nicht mehr berücksichtigt. Sein letztes Spiel machte der Stürmer im Oktober 1997 gegen England, sein letztes Tor im Hinspiel gegen England beim 1:0-Sieg im Februar des gleichen Jahres.

Gianfranco Zola spielte 35-mal für die italienische Fußballnationalmannschaft und erzielte dabei zehn Tore.

Karriere als Trainer[Bearbeiten]

Von 2006 bis September 2008 trainierte Gianfranco Zola zusammen mit Pierluigi Casiraghi, den er schon zu Chelsea-Zeiten kennengelernt hatte, die italienische U-21-Nationalmannschaft. Das Duo leitete außerdem die italienische Auswahl bei den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking, bei denen man das Viertelfinale erreichte und sich dort 2:3 dem belgischen Team geschlagen geben musste.

Am 9. September 2008 unterschrieb Zola beim englischen Klub West Ham United als Nachfolger von Alan Curbishley einen Drei-Jahres-Vertrag und trat offiziell am 11. September 2008 sein Amt an. Nachdem am Ende der ersten Spielzeit für den englischen Klub als Tabellenneunter nur knapp die Qualifikation für den Europapokal verpasst worden war, spielte er mit der Mannschaft im folgenden Jahr gegen den Abstieg. Obwohl als 17. des Abschlussklassements die Klasse gehalten wurde, entließ ihn der Klub kurz nach Saisonende.[1]

Am 7. Juli 2012 gab der englische Zweitligist FC Watford die Verpflichtung von Zola bekannt.[2] Die Football League Championship 2012/13 beendete er mit seinem Team als Tabellendritter. Nach einem Play-Off-Erfolg über Leicester City zog Watford ins Finale ein, scheiterte dort jedoch in Wembley mit 0:1 nach Verlängerung an Crystal Palace.[3] Nach einem Fehlstart in die anschließende Spielzeit trat Zola am 16. Dezember 2013 von seinem Posten zurück.[4]

Erfolge[Bearbeiten]

Als Spieler[Bearbeiten]

  • Italienischer Meister 1989/1990 mit SSC Neapel
  • Italienischer Supercup 1990 mit SSC Neapel
  • Italienischer Pokalsieger 1995 mit AC Parma
  • UEFA-Cupsieger 1995 mit AC Parma
  • UEFA-Supercup-Sieger 1993 mit AC Parma, 1998 mit FC Chelsea
  • Englischer Pokalsieger 1997, 2000 mit FC Chelsea
  • League Cup 1998 mit FC Chelsea
  • Community Shield 2000 mit FC Chelsea
  • Europapokalsieger der Pokalsieger 1998 mit FC Chelsea
  • Vize-Weltmeister 1994 mit Italien

Individuelle[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Am 14. Juli 2007 schnürte Zola noch einmal seine Fußballschuhe für ein Spiel der A-line Allstars gegen Shrewsbury Town. Dieses Spiel war Teil einen Sponsorenvertrags zwischen A-line und Shrewsbury. Es war gleichzeitig auch das erste Spiel, welches im New Meadow Stadion ausgetragen wurde. Nicht nur Zola, sondern seine ganze Schulklasse, die zu dem Zeitpunkt auf Klassenfahrt in England weilte, spielte in Bonnie Tylers surrealistisch anmutenden Video ihres Hits „Total Eclipse of the Heart“ mit. Gegen Ende des Musikvideos sang Zola, aber nur per Playback.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gianfranco Zola – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. West Ham United statement, 11. Mai 2010
  2. Gianfranco Zola named as new Watford manager, BBC Sport, 7. Juli 2012
  3. Play-Off-Finale 2012/13 (BBC Sport)
  4. Gianfranco Zola resigns as Watford head coach (BBC Sport)