Leonard Lansink

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Leonard Lansink (* 7. Januar 1956 in Hamm in Westfalen) ist ein deutscher Schauspieler, der durch seine Rollen in Fernsehkrimis einem breiten Publikum bekannt wurde. Seine bedeutendste Figur ist die des Privatdetektivs Georg Wilsberg. Seit 1997 spielt er den kauzigen Ermittler in den Münster-Krimis des ZDF, die auf Motiven aus den Büchern von Jürgen Kehrer basieren.

Leben[Bearbeiten]

Leonard Lansink bei Dreharbeiten zu Wilsberg am 31. Oktober 2007 in Münster

Aufgewachsen ist Leonard Lansink bei seinen Großeltern in Gelsenkirchen-Rotthausen.[1][2][3] Sein Großvater, der als Metzger tätig war, trug denselben Namen.[3] Von seiner Mutter wurde Lansink nach seiner Geburt im Krankenhaus zurückgelassen, seinen Vater wie auch die Großeltern väterlicherseits lernte er nicht kennen.[2][3] Mit seiner Mutter pflegte Lansink später gelegentlichen Kontakt.[2][3] Ebenso lernte er später seine Halbschwester kennen.[2] Seinen Halbbruder hingegen traf er noch nicht.[2] Alle drei Halbgeschwister haben unterschiedliche Väter, Lansink ist der älteste der drei Halbgeschwister.[2] Er machte 1974 sein Abitur am Bischöflichen Gymnasium am Stoppenberg in Essen.[3] Hier lernte er – inspiriert durch Jethro TullQuerflöte zu spielen.[3] Nach sechs Semestern brach Lansink sein Medizinstudium ab und ging zur Essener Folkwangschule, um Schauspieler zu werden.[1]

Anschließend hatte er Engagements an den Bühnen in Essen, Bochum und Oberhausen. 1980 gründete Lansink eine eigene Theatergruppe, in der er Regie führte und selbst spielte. Darüber hinaus trat er an freien Theatern und beim Münchner Theaterfestival auf. 1987 spielte er eine Nebenrolle im Film Eis am Stiel VII – Verliebte Jungs, für die er 3.000 US-Dollar erhielt und 14 Tage in Tel Aviv verbrachte.[1][3]

Seit Beginn der 1990er-Jahre wirkte er in Nebenrollen in Filmen mit, so etwa in Leo und Charlotte (1991) oder in der Bestseller-Verfilmung Der stille Herr Genardy (1997). 1997 erhielt er bei den Baden-Badener Tagen des Fernsehspiels einen Sonderpreis für die darstellerische Leistung im ZDF-Film Nur für eine Nacht. Nach einigen Serienrollen stieg er 1994 in die ZDF-Krimireihe Ein starkes Team ein, wo er den EDV-Spezialisten Georg spielte. Neben den Wilsberg-Filmen wirkte Lansink in vielen anderen deutschen Krimiserien mit, so etwa in Ein Fall für zwei, SOKO 5113, Polizeiruf 110, Der letzte Zeuge, Adelheid und ihre Mörder sowie in mehreren Tatort-Folgen. Eine Gastrolle als Busfahrer hatte er ebenso in der Serie Familie Heinz Becker in der Folge "Die Busfahrt nach Lourdes" (1994).

In Kondom des Grauens (1996), der Adaption des Comics von Ralf König, gab er den Transvestiten Babette, im Kassenschlager Knockin’ on Heaven’s Door (1997) mit Til Schweiger in der Hauptrolle verkörperte er wiederum den Kommissar. 2002 überzeugte er im Jugenddrama Mein erstes Wunder in seiner ersten Kino-Hauptrolle – als eigenbrötlerischer Familienvater, der sich mit einem frühreifen elfjährigen Mädchen anfreundet.

Zusammen mit Heinrich Schafmeister spielt Lansink Theater.[3]

Wissenswertes[Bearbeiten]

Für Münster ist Lansink alias Wilsberg zu einem echten Aushängeschild geworden. Pro Jahr werden drei bis vier Folgen gedreht. Auch außerhalb dieser Zeit engagiert sich der Schauspieler für die Stadt. So übernahm er die Schirmherrschaft über die münsterische Krebsberatungsstelle, für die er jedes Jahr mit einem „Promi-Kellnern“ im Szenelokal Der Bunte Vogel sowie an den Aasee-Terrassen Geld sammelt. Seit 2005 ist Lansink eingetragenes Mitglied beim SC Preußen Münster, obgleich er Anhänger des FC Schalke 04 ist.[4][3]

Lansink besitzt keinen Führerschein. Die Szenen, die ihn in der Fernsehserie Wilsberg am Steuer zeigen, wurden auf abgesperrten Strecken aufgezeichnet.

Während des Bundestagswahlkampfs 2005 trat er in die SPD ein und unterstützte sie öffentlich.[1] Lansink wurde zum Mitglied der 13. Bundesversammlung (2009) gewählt.

Lansink unterstützte 2012 die Münsteraner Initiative "Schlossplatz!", welche sich in Münster erfolgreich gegen die Rückumbennung des dortigen Schlossplatzes in den "Hindenburgplatz" einsetzte. Für die Initiative drehte er sogar einen Werbespot.

Am 15. Oktober 2011 heiratete Leonard Lansink die Juristin Maren Muntenbeck im Rathaus Schöneberg, die er im Rahmen einer Veranstaltung in Münster kennengelernt hatte, bei der er als Festredner geladen war.[5][2] Das Paar lebt in Berlin-Schöneberg.[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Im Jahr 2008 wurde Lansink mit dem Titel „Best for bike – die fahrradfreundlichste Persönlichkeit des Jahres 2008“ geehrt.[6]

Im April 2014 erhielt Lansink den mit 5000 Euro dotierten Preis der Otmar-Alt-Stiftung in Hamm-Norddinker. Begründet wird dies unter anderem damit, dass er der Filmfigur Wilsberg einen eigenständigen und einzigartigen Charakter gegeben habe. Zugleich wird mit der Auszeichnung der besondere Einsatz von Lansink für die Münsteraner Krebsberatungsstelle gewürdigt.[7]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Hörbücher[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Westfälische Nachrichten: Interview mit Leonard Lansink: Ohne Kaffee geht bei Wilsberg nichts, Münster, Martin Kalitschke, 27. Mai 2012
  2. a b c d e f g ZDF: Interview bei Markus Lanz, 23:15 Uhr, 7. März 2013
  3. a b c d e f g h i Das Erste: Inas Nacht, 0:10 Uhr, 2. November 2013
  4. Westfälische Nachrichten: Wird er auch noch Osnabrücker – Treuetest: Leonard Lansink ist in Münster ein Star – und fühlt sich in Bielefeld wohl, Münster, Dirk Anger, 2. März 2013
  5. Westfälische Nachrichten: Wilsberg-Darsteller: Leonard Lansink hat geheiratet, Münster/Berlin, Dirk Anger, 20. Oktober 2011
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Formatbest for bike 2008. 1. September 2008, abgerufen am 5. August 2011 (PDF; 41 kB).
  7. wa.de vom 12. Februar 2014: Lenoard Lansink wird in Hamm ausgezeichnet, abgerufen am 24. März 2014

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Leonard Lansink – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien