Til Schweiger

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Schweiger auf dem Boulevard der Stars (2011)

Tilman „Til“ Valentin Schweiger (* 19. Dezember 1963 in Freiburg im Breisgau) ist ein deutscher Schauspieler, Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent. Er gehört zu den bekannteren Protagonisten in der deutschen Filmwirtschaft und seine Filme führen aktuell die Rankingliste basierend auf FFA-Auswertungen (1968). [1] [2]

Inhaltsverzeichnis

Leben [Bearbeiten]

Sozialisierung und Ausbildung [Bearbeiten]

Til Schweiger wuchs, als mittlerer von drei Brüdern, in Heuchelheim unweit vom US-Depot Gießen auf und besuchte die Herderschule Gießen, an der sein Vater Oberschullehrer war. Seine Mutter unterrichtete als Geschichtslehrerin an der Gesamtschule Gießen Ost.[3] Nach dem Abitur begann er mit der Ableistung seines Wehrdienstes; er war unter anderem in den Niederlanden stationiert. Zwischenzeitlich nahm Schweiger das Recht auf Kriegsdienstverweigerung wahr und wurde nach seiner Anerkennung als Zivildienstleistender in einem Krankenhaus eingesetzt. Er begann danach ein Germanistikstudium auf Lehramt, das er jedoch ebenso abbrach wie ein darauf folgendes Medizinstudium.

1986 begann Schweiger eine Schauspielausbildung an der Schauspielschule des Kölner Theaters Der Keller. Nachdem er diese dreieinhalb Jahre später mit einer Prüfung erfolgreich abgeschlossen hatte, wurde er 1989 am Contra-Kreis-Theater in Bonn engagiert.

Film und Fernsehen [Bearbeiten]

Schweigers Karriere abseits der Bühne begann als Synchronsprecher für Pornofilme [4] , ehe er von 1990 bis 1992 die Rolle als „Jo Zenker“ in der ARD-Fernsehserie Lindenstraße spielte. Seine erste Hauptrolle im Film spielte er 1991 als „Bertie“ in der Ruhrpott-Komödie Manta, Manta. Ein Jahr später erhielt er für seine Darstellung eines Boxers in der Komödie Ebbies Bluff den Max-Ophüls-Preis als bester Nachwuchsdarsteller.

Einem breiten Publikum wurde Schweiger durch die Komödie Der bewegte Mann bekannt. Für diesen Film wurde er – wie bereits zuvor für die Lindenstraße und Manta, Manta – von dem Caster Horst D. Scheel besetzt. In dem Kinofilm Männerpension (1996) war Schweiger als Strafgefangener zu sehen. In dem US-amerikanischen Kriminalfilm Judas Kiss spielte er neben Alan Rickman, Emma Thompson und Greg Wise erstmals in einer internationalen Produktion mit.

Til Schweiger bei der Premiere von Der Eisbär (1998)

1996 gründete Til Schweiger zusammen mit Thomas Zickler und André Hennicke die Produktionsfirma Mr. Brown Entertainment und trat mit dem Film Knockin’ on Heaven’s Door erstmals als Produzent in Erscheinung. 1998 verkörperte er in Der Eisbär einen Profi-Killer und debütierte als Regisseur. 2001 spielte Schweiger neben Neve Campbell und Nick Nolte die zweite Hauptrolle in Investigating Sex als Monty. 2003 war Schweiger neben Angelina Jolie in Lara Croft: Tomb Raider – Die Wiege des Lebens ein Auftragsmörder und 2004 als Cynric – der Sohn des angelsächsischen Anführers Cerdic – in King Arthur neben Clive Owen und Keira Knightley in einer weiteren internationalen Produktion zu sehen.

Bei der Liebeskomödie Barfuss 2005 fungierte Schweiger als Drehbuchautor, Regisseur und Produzent und übernahm die männliche Hauptrolle des Nick Keller. Barfuss wurde mit einem Bambi prämiert. In seinem im Dezember 2007 erschienenen Kinofilm Keinohrhasen stand Schweiger erstmals mit seinen vier Kindern Valentin Florian (* 1995), Luna Marie (* 1997), Lilli Camille (* 1998) und Emma Tiger (* 2002) vor der Kamera. Er schrieb auch hierfür das Drehbuch, führte Regie und produzierte den Film.

2007 spielte er in Rache – Vergeltung hat ihren Preis neben Christopher Plummer. Der Film Inglourious Basterds von Quentin Tarantino, in dem Schweiger neben Brad Pitt, Christoph Waltz, Mélanie Laurent und Diane Kruger vor der Kamera stand, lief mit großem Erfolg bei den Filmfestspielen in Cannes 2009.[5]

Im Jahr 2009 übernahm Schweiger eine der Hauptrollen in der Komödie Männerherzen von Simon Verhoeven. Am 24. November 2009 hatte sein Kinofilm Zweiohrküken – die Fortsetzung von Keinohrhasen – in Berlin Premiere.[6] Der Film erreichte 4,2 Mio. Zuschauer in den deutschen Kinos. Til Schweigers Produktion Kokowääh lief ab 3. Februar 2011 in den Kinos. Hier führte er wieder Regie, produzierte den Film und spielte an der Seite seiner jüngsten Tochter Emma die Hauptrolle. Der Film erreichte 4,3 Mio. Zuschauer in den deutschen Kinos.[7]

Til Schweiger (2009)

Im Juni 2009 lief auf RTL die Castingshow Mission Hollywood, in der von Schweiger unter zwölf Nachwuchsschauspielerinnen eine für eine Rolle in einem Hollywoodfilm ausgewählt werden sollte. Wegen schlechter Quoten wurde die Show von der Hauptsendezeit am Montagabend auf den Samstagnachmittag verlegt.

Am 3. Dezember 2011 gab Schweiger während der letzten von Thomas Gottschalk moderierten Wetten, dass..?-Sendung bekannt, dass er zukünftig im Hamburger Tatort zu sehen sein wird. Im Rahmen der Jupiter-Preisverleihung 2012 antwortete Til Schweiger auf die Frage, ob er irgendetwas am Tatort ändern wolle, dass ihm der Vorspann nicht gefalle und bezeichnete diesen als „outdated” und „irgendwie dämlich”.[8] In den Medien wurde seine Äußerung heftig diskutiert und von Tatort-Kollegen kritisiert,[9] was Schweiger wiederum ärgerte.[10] Aus der Medienbranche und von Markenberatern kamen aber auch zustimmende Stimmen.[11] Er stellt den Kommissar Nick Tschiller dar. Sein erster Fall Willkommen in Hamburg erreichte die höchste Zuschauerzahl einer Tatort-Folge seit knapp 20 Jahren.[12]

Von Januar bis April 2012 drehte Til Schweiger den Film Schutzengel, ein emotionales Actiondrama mit ihm und seiner ältesten Tochter Luna in den Hauptrollen. Damit wechselte er in Deutschland das Genre und führte auch hier wieder Regie, war mit am Drehbuch beteiligt und produzierte den Film, der am 27. September 2012 in die deutschen Kinos kam.[13]

Am 7. Februar 2013 kam Kokowääh 2, die Fortsetzung von Kokowääh, in die deutschen Kinos. Wieder führte Schweiger Regie, produzierte den Film, schrieb mit am Drehbuch und spielte die Hauptrolle

Privates [Bearbeiten]

Seit 1995 ist Til Schweiger mit dem ehemaligen Model Dana Carlsen verheiratet, mit der er die vier Kinder Valentin (* 1995), Luna (* 1997), Lilli (* 1998) und Emma (* 2002) hat, welche ebenfalls Schauspieler sind. Die Familie lebte bis 2004 in den USA, bevor sie nach Hamburg-Niendorf umzog. Das Paar trennte sich 2005, ließ sich jedoch nicht scheiden. Seit 2011 ist Til Schweiger mit dem Model Svenja Holtmann (* 1987) liiert.[14]

Kontroversen [Bearbeiten]

Seit seinem Film Keinohrhasen (2007) gibt es zu Til Schweigers neuen Filmen vorab keine regulären Pressevorführungen mehr. Schweiger zeigt seine Regiearbeiten stattdessen einer handverlesenen Gruppe von Journalisten.[15]

2011 forderte Schweiger in der Talkshow Markus Lanz eine „Meldepflicht für Sexualstraftäter“.[16] Er erklärte, in den USA könne man im Internet nachlesen, ob ein Sexualstraftäter in der eigenen Nachbarschaft wohne; er wüsste auch nicht, was daran verwerflich sein sollte. Dass dies in Deutschland nicht zulässig ist, erklärte er mit dem „deutschen Gutmenschentum“ und dessen Respekt vor der Menschenwürde. Er erklärte weiterhin, er sei der Auffassung, dass jemand, der eine Sexualstraftat begeht, sein Recht in dieser Gesellschaft verwirkt habe. Diese Aussage sei jedoch kein Plädoyer für die Todesstrafe, er sei ein strikter Gegner dieses Verfahrens.[17][18]

Im März 2013 wurde die erst kurz zuvor von Til Schweiger bezogene Hamburger Villa mit weißen Farbbeuteln beworfen und der Pkw seiner Lebensgefährtin Svenja Holtmann in Brand gesetzt. Nach einem mutmaßlichen Bekennerschreiben von "Tatortverunreiniger_innen" handelte es sich um eine Aktion, die Schweigers Einstellung zum Afghanistan-Krieg kritisierte, sowie seinen Film Schutzengel, dessen Vor-Premiere er persönlich und medienwirksam zur Truppenbetreuung in Afghanistan im Bundeswehr-Camp Marmal präsentierte.[19] [20] Zum Zeitpunkt der Aktion waren Schweiger und seine Freundin auf Mallorca, wobei sich seine beiden ältesten Kinder Luna und Valentin in dem Haus befanden.[21]

Filmografie (Auswahl) [Bearbeiten]

Als Schauspieler [Bearbeiten]

Als Produzent [Bearbeiten]

Als Regisseur [Bearbeiten]

Als Drehbuchautor [Bearbeiten]

Als Synchronsprecher [Bearbeiten]

Auszeichnungen [Bearbeiten]

Schweiger bei der Einweihung seines Sterns auf dem „Boulevard der Stars“ (2011)

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Til Schweiger – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. http://www.insidekino.de/DBO.htm#JAHRES_&_ALL-TIME_CHARTS_
  2. http://www.insidekino.de/SP/SPACT/SPSchweigerTil.htm
  3. Schauspieler, Muschi auf Toast, DER SPIEGEL 38/2012, 17. September 2012
  4. munzinger.de
  5. Filmfestival in Cannes: Im Tarantino-Strudel in Süddeutsche Zeitung vom 24. Mai 2009
  6. Die Webseite Inglourious Basterds über den Darsteller Til Schweiger
  7. Kokowääh bei filmportal.de
  8. Neuer Hamburger Ermittler: Til Schweiger will Tatort-Vorspann kippen in Spiegel Online vom 30. März 2012
  9. Debatte um den Tatort-Vorspann: Leitwolf Til und die kleinen Kläffer in Stern vom 9. April 2012
  10. Til Schweiger über Neid, Kinder und den Tatort in Kurier vom 24. April 2012
  11. Markenberater stimmt Til Schweiger zu: „Tatort“-Vorspann entstauben in Werben & Verkaufen vom 4. Mai 2012
  12. Schweiger mit bestem «Tatort» seit gut 20 Jahren. Fuldaer Zeitung, 11. März 2013, abgerufen am 26. April 2013.
  13. Neuer Film Schutzengel: Til Schweiger goes Afghanistan in Stern vom 22. März 2012
  14. Til Schweiger und seine Model-Freundin Svenja Bild.de
  15. Frédéric Jaeger auf critic.de über Schweigers Verhältnis zur Presse
  16. Til Schweiger fordert Meldepflicht für Sexualstraftäter augsburger-allgemeine.de, 5. Februar 2011 (abgerufen am 25. Juli 2012)
  17. Til Schweiger wütet bei Lanz gegen Sexualstraftäter derwesten.de, 2. Februar 2011 (abgerufen am 25. Juli 2012)
  18. Til Schweiger Emotionaler Ausbruch im TV schweizer-illustrierte.ch, 3. Februar 2011 (abgerufen am 25. Juli 2012)
  19. Til Schweiger, Ein Fall von posttraumatischer Belastungsstörung, DIE WELT vom 18. September 2012
  20. Tatortverunreiniger_innen verantwortlich für Anschlag auf Schweigers Haus, stern.de (abgerufen am 25. März 2013)
  21. Til Schweigers Kinder waren zu Hause während Farb-Anschlag, focus.de
  22. 20 neue Sterne für den Boulevard bei Boulevard der Stars vom 23. Mai 2011